MANATNET-BLOG

Anmerkungen zum Interim Management aus persönlicher Sicht - unterhaltsam und kritisch

Freitag 09. Oktober 2020

DIE K-FRAGE IM INTERIM MANAGEMENT

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Selbstportrait_mit_Fachbuch_vor_Leonardo_von_Gaetano_GrossWir haben die 2. Virtuelle Fachtagung Interim Management überschrieben mit

 

Interim-Business mit Corona“.

 

„Mit“ Corona – nicht „nach“ Corona! Auch wenn wir das alle im April insgeheim gehofft, wenn nicht gar erwartet hatten.

 

Ich habe diesen Frühjahrs-fröhlichen Erwartungen, die deutsche Wirtschaft würde in „V“-Form aus der Corona-Krise herauskommen, von Beginn an sehr skeptisch gegenübergestanden.

 

Nicht, weil ich so helle bin. Sondern weil ich als „alter weißer Mann“ – Achtung! – die in der Vergangenheit typischen Verhaltensmuster der deutschen Unternehmen kenne. Zwar ist mir bewusst, gerade heute!, dass die Vergangenheit nicht zwingend die Blaupause für die Zukunft sein muss:

 

Doch fällt es mir schwer zu glauben, dass die deutsche Wirtschaft das auch so sieht – in der Breite, versteht sich: Es gibt – wie stets – Ausnahmen, die mich ebenso stets aufbauen.

 

September 11 (2001) und sieben Jahre später die Banken- und Finanzkrise haben gezeigt, wie die deutschen Unternehmen in Zeiten der Unsicherheit agieren: Sie halten ihr „Pulver trocken“! Das ist absolut nachvollziehbar – und daran ist rein gar nichts Ehrenrühriges!

Unternehmen halten ihr Pulver trocken

 

Gemeint ist damit, dass sie – bildlich gesprochen – auf der Kasse sitzen und konsequent alle variablen Kosten auf Null herunterfahren. Solange ich denken kann, gehören hierzu Reisekosten, Weiterbildung und Berater: Und in diese letzte Kategorie fallen aus der Sicht der Unternehmen auch alle Interim Manager. In jüngerer Zeit wird darüber hinaus gern einmal Marketing und Werbung zu Ader gelassen.

 

Wer nun würde ernsthaft bestreiten, dass das durch die Coroa-Krise bestimmte Umfeld hochgradig durch Unsicherheiten geprägt ist?

 

Daraus folgt zunächst einmal ganz pragmatisch, dass wir Einbrüche in der Wirtschaft zumindest in Höhe der Rezessionen in den Jahren 2001 und 2008/2009 erwarten mussten. Wäre da nicht die Politik gewesen, die davon sprach, dass Deutschland von der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegsgeschichte stünde.

 

Spätestens dann war klar, der absteigende Schenkel des „V“ würde geschichtemachende Ausmaße annehmen.

 

Was war dann für den aufsteigenden Schenkel zu erwarten?

 

Mag ja gut sein, dass ich nur einer innerhalb eines kleinen Häufchens gewesen bin. Selbst wenn ich mein Hirn nicht, sondern einfach die öffentlichen Zahlen zur Rate ziehe (Quelle: Statista), dann wird sichtbar, dass ein Absturz über fünf Monate (April bis August dieses Jahres; seit September gibt es erste Erholungstendenzen) mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht in den folgenden fünf Monaten ausgeglichen werden kann.

 

Ein Verlauf, den auch jeder Aktionär kennt, der mal einen Crash mitgemacht hat…

 

Damit war für mich ganz persönlich das „V“-Modell tot!

 

Auf all die anderen durch Buchstaben visualisierten Modelle, die kluge Köpfe ersonnen hatten (wie „W“, „U“ oder „L“), möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, weil sie nichts zur Sache tun. Stattdessen ist mir in der vergangenen Woche ein bemerkenswertes, neues Modell untergekommen: Das „K“-Modell.

In der Krise – zwischen Erfolg und Absturz

 

Das „K“-Modell erwartet, dass aufgrund der epochalen Veränderungen, die im Sog der Corona-Krise derzeit stattfinden, einige Unternehmen von der Krise unterm Strich profitieren und noch stärker werden. Der aufsteigende Arm des „K“ also – und mir fallen hier spontan zumindest Amazon und das eine oder andere Unternehmen aus der „Life-Science“-Indistrie ein.

 

Andere Unternehmen jedoch werden sich nie mehr so ganz erholen. Ich halte das für durchaus denkbar, wenn ich z. B. an Messen, Hotels oder Airlines denke.

 

So ist es für Carsten Spohr, den Vorstandsvorsitzenden der Lufthansa fraglich, ob sein Unternehmen jemals wieder die Umsätze der Jahre 2017 bis 2019 erreichen könne.

 

Nun, was bedeutet das für Interim Manager und Managerinnen – abgesehen davon, dass wir, in der Breite, vor ungemütlichen Zeiten stehen?

 

Ich bin davon überzeugt – man möge mich steinigen –, dass dieses „K“-Modell auch hier gilt:

 

Einige werden von der Krise unterm Strich profitieren, und noch stärker werden. Einige davon habe ich sofort vor meinem geistigen Auge. Sie nutzen die modernen Möglichkeiten für ihr Geschäft – vornweg Videos, Blogs und Case Studies. Sie arbeiten konsequent an ihrer eigenen Marke, ihrer eigenen, eindeutigen Positionierung. Und sie erhalten auch in diesen Zeiten Anfragen neuer (!) Kunden. In einem für mich durchaus überraschenden Ausmaß. Der guten Ordnung halber möchte ich erwähnen, dass das gemeinhin mit spürbarer Arbeit auf Seiten der Interim Manager einhergeht. Hierzu gehört zwingend, dass sich diese Interim Manager und Managerinnen in diese neuen Themen eingearbeitet haben – um nicht zu sagen: eingebuddelt haben!

 

Und eben andere werden sich nie mehr ganz erholen. Der eine Teil erkennt das bereits – und steigt aus dem Geschäft aus. Aus Altersgründen – was völlig in Ordnung ist. Einer ergänzte: „Das tue ich mir nicht mehr an, Herr Becker!“

 

Der andere Teil baut strategisch auf ein „Weitermachen wie bisher“, während die Welt um uns herum sich genau davon verabschiedet hat. Ich bin fest davon überzeugt – wie stets, hat jeder das Recht, das völlig anders zu sehen! – dass diese Strategie des „Ich bin wieder verfügbar – und hier ist mein aktueller CV!“ nicht mehr erfolgreich sein wird.

 

Gefühlt sind sehr viele Interim Manager und Managerinnen aus der ersten Gruppe bei UNITEDINTERIM dabei. Und wir und alle anderen Marktteilnehmer sehen ganz klar, „was die drauf haben“ – im CV und vor allem: Darüber hinaus! Und das ist jede Menge!

 

Unabhängig davon stellt sich für jeden Interim Manager und jede Interim Managerin derzeit:

 

Die K-Frage im Interim Management.

 

 

 

 

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Freitag 11. September 2020

MEHR ZIEHT DIE FRAGE, WAS WAR – ALS WAS WIRD!

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Nachdenklich_in_Murnau_(Bayern)_2018Heftiger kann der Umbruch in der Automobilindustrie kaum sein! Der politisch gewollte Schwenk in Richtung E-Mobilität verlangt zusätzliches Knowhow abseits der Welt des Verbrennungsmotors und Investitionen in neue Produktionsanlagen, während andere nicht ausgelastet sind. Jedoch können die Mittel für diese Investitionen nicht aus dem laufenden Cash-Flow erwirtschaftet werden, weil der Absatz Corona-bedingt stockt.

 

Wen also wundert es, wenn die Automobilhersteller Mitarbeiter entlassen müssen. Und in Ihrem Kielwasser die Zulieferer.

 

Gestern erst hat Schaeffler bekannt gegeben, 4.400 Stellen streichen zu wollen – von derzeit rund 84.000. Hauptsächlich an den deutschen Standorten. Für die Mathematiker unter uns: Dies entspricht einer Reduzierung von 5,2 Prozent – und das nach rund 9 Prozent, die seit 2018 bereits abgebaut wurden.

 

Diejenigen unter meinen Lesern, die seit Jahren mit der Wirtschaft, ihren Spielregeln und Reaktionsmustern vertraut sind, werden jetzt sicher fragen: „So what, Becker?!“

 

Richtig! Diese Nachricht wird niemanden erschüttern – abgesehen, natürlich, von den 4.400 betroffenen Menschen samt Familien. Viele davon leben hier in der Ortenau sowie in Bühl.

„Entsetzt über Sparprogramm“

 

Prompt titelte das Lokalbladl, „Offenburger Tageblatt“: „Entsetzt über Sparprogramm“ und zitierte damit die IG-Metall.

 

Und genau der Schaeffler-Standort Bühl zeigt, wenn auch erst im zweiten Hinsehen, vor welchen erdrutschartigen Verwerfungen wir stehen:

 

Bühl wird zum Kompetenzzentrum für E-Mobilität ausgebaut – und 500 neue Jobs sollen entstehen.

 

Also auf gut deutsch und vereinfacht: „Wir bauen alle aus dem Bestand ab, die wir nicht mehr brauchen – und holen 500 andere, die wir brauchen.“

 

Diese Erkenntnis ließ den dortigen Betriebsratsvorsitzenden, Volker Röbl, prompt dazwischengrätschen: „“Es kann aber nicht sein, dass wir beispielsweise 300 Stellen abbauen und 500 neue entstehen!“ Vielmehr müssten die jetzigen Mitarbeiter fortgebildet und auf die neuen Jobs in der [Elektro-] Motorenfertigung vorbereitet werden.“ (Quelle: Offenburger Tageblatt).

 

Vereinfacht für dieses Blog formuliert: „Wir müssen die Mechaniker zu Elektronikern umschulen!“

 

Für mich persönlich klingt dieser Trend hochgradig vertraut – macht doch mein Sohn derzeit seinen Master in der Additiven Fertigung (3D-Druck) und erklärt beim Dinner: „Wir müssen die alten Ingenieure umschulen, denn die denken alle im „Wegnehmen vom Werkstück“, während wir im „Hinzufügen“ denken. Das ist eine Mammut-Aufgabe.“

Dramatische Auswirkungen auf das Interim-Business

 

Ich denke, so langsam dürfte dem letzten, mit langjährig erprobten Verdrängungsmechanismen gesegneten Interim Manager – der letzten Interim Managerin aus der „Wird alles nicht so heiß gegessen, wie gekocht“-Fraktion klar werden: Das wird, das muss in der Folge dramatische Auswirkungen auf das Interim-Business haben!

 

Mit einem dramatischen Unterschied:

 

Während die Schaefflers dieser Welt eine solche Mammutaufgabe planen, umsetzen und womöglich auch noch bezahlen werden, stehen Interim Manager und Managerin weit und breit allein auf weiter Flur.

 

Und haben keine Ahnung, wie sie sich fitmachen sollen für zukünftige Anforderungen. Und selbst wenn sie es wüssten: Wär würde denn dann diese Ausbildungsprogramme anbieten?

 

Ich persönlich habe den Eindruck – wie stets, mag dieser Eindruck völlig falsch sein –, dass die weit überwiegende Zahl der Interim Manager und Managerinnen diese Auswirkungen ganz und gar nicht so sieht.

 

Für diesen meinen Eindruck gibt es ein paar Indizien:

 

Im Februar dieses Jahres hatten wir bei UNITEDINTERIM eine Umfrage gemacht unter der Überschrift: „Welche Themen sollen wir im Videokanal abdecken?“ Hier landete das Thema „Weiterbildung“ auf Rang 8 (von 10) – abgeschlagen und unter ferner liefen. Nur „Verbände“ und „Steuertipps“ interessierten noch weniger.

 

Im Rahmen unserer 1. Virtuellen Fachtagung Interim Management (die 2. Virtuelle Fachtagung findet am 24. Oktober statt) war der Workshop „Weiterbildung: Sinn oder Unsinn?“ kaum besucht.

 

Auch der Mitschnitt dieses Workshops, den wir seit Ende Mai offen bei YouTube zur Verfügung stellen, hat gerade mal 19 Aufrufe erhalten. Das sind gerade mal knapp 19 Prozent der Zugriffe auf die AIMP-Providerstudie, die wir gleichzeitig freigegeben hatten.

 

Mit anderen Worten:

 

Mehr zieht die Frage, was war – als was wird!

 

Samstag 15. August 2020

DIE LEIDEN DES ALTEN B.

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Marionette_Gengenbach_2018Zum Ende 2018 bin ich aus dem AIMP ausgestiegen, dessen Gründungsmitglied ich gewesen bin. Unter der Überschrift „Alles hat seine Zeit: Der Dank aber bleibt“ hatte ich diesem Abschied einen eigenen Blogbeitrag gewidmet.

 

Mir ist das wahnsinnig schwergefallen!

 

Aber es war schon seit eben diesem Jahr 2018 vollkommen klar, dass meine Arbeit für UNITEDINTERIM ganz anders sein würde als meine fünfzehn Jahre dauernde Arbeit für MANATNET. Und damit hätte ich keine Mehrwerte mehr für den AIMP bringen können – und als Provider-Organisation der AIMP für mich auch nicht.

 

Heute, wir sind knapp zwei Jahre weiter, muss ich zugeben: Das gesamte Ausmaß dieses „Anders- Seins“ habe ich mir seinerzeit nicht im Traum vorstellen können.

 

Wenn Sie dieses „Anders-Sein“ nicht weiter interessiert – was ich sofort verstehen werde – dann sollten Sie an dieser Stelle aufhören zu lesen. Und sich etwas Erfreulicherem zuwenden.

 

Für alle anderen habe ich ein paar nette Anekdoten parat:

Ich habe noch nie so viel Prügel bezogen

 

Unmittelbar nachdem UNITEDINTERIM an den Markt gegangen war, kam der erste Anschiss eines Providerkollegen, dem wir übrigens von der Idee an angeboten hatten, als Gesellschafter dabei zu sein und das Ganze mitzugestalten. Er nahm daran Anstoß, dass wir direkt auf der Homepage gesagt hatten, die Providerprovision eines typischen Projektes betrüge rund 5.000 Euro im Monat. Jeder, der auch nur einigermaßen professionell in der Interim-Szene unterwegs ist, wird allenfalls kritisieren, dass die Summe wohl doch zu gering sei.

 

Die nächste Prügel kam, als wir nach der Testphase für die Nutzung der kompletten Infrastruktur tatsächlich Geld verlangten. Und dann noch sage und schreibe 45 Euro im Monat – ein Betrag, der sich seinerzeit für viele Interim Manager aus der Liga „Tagessatz 1.000 Euro plus“ jenseits aller Vorstellungskraft bewegte. Die Schimpfwörter, die ich mir habe anhören müssen, reichten von „sittenwidriges Verhalten“ über „Raubrittertum“ bis zu „Wegelagerei ungeahnten Ausmaßes“.

 

Ich habe Prügel bezogen, als wir das Blog für alle brachten („Braucht kein Mensch“) und dann – ein Highlight in meiner ganz persönlichen Geißelei! –, als wir für die Softskills auf die Persönlichkeits-Struktur-Analyse setzen: Ausnahmslos jeder Mitarbeiter aber auch jeden Providers könne das besser einschätzen als solch ein „Diagnostic Tool“.

 

Ich sollte ein weiteres Highlight der modernen Prügelstrafe erleben, als wir zu Beginn der Corona-Krise die Aktion „Besserungsschein“ brachten und man mich nach allen Regeln der Kunst steinigte. Mit DDIM-Interim Managern in der ersten Reihe, von denen der eine oder andere daraufhin entrüstet die Geschäftsverbindung beendete.

 

Auch das Ende der Geschäftsverbindung bedeutete unser Video Interim Management – Phönix aus den Trümmern von Armageddon? für einen Interim Manager, der aus unserem Kommentar zur Heuse-Studie seine ganz persönlichen Konsequenzen zog. Die in diesem Zusammenhang bei LinkedIn abgelaufene Wettstreit zwischen den Pro- und dem Contra-Lagern ist in unsere noch junge Unternehmensgeschichte eingegangen.

 

Der Effekt aus all dem ist jedoch, dass es mich nicht mehr trifft. Es perlt inzwischen ab wie Wassertropfen auf einer Nano-Beschichtung. Hierzu gehören auch die zwei, drei „Fans2, die zuverlässig jedes Flashlight mit einem „Daumen `runter bewerten, kaum dass wir es veröffentlicht haben. Das musst Du inzwischen abkönnen in der Digitalen Welt! Kannst Du das nicht, dann lass die Finger davon…

Ich verbringe ein Drittel meiner Zeit mit digitaler Technik

 

„Ich müsste mal meine Website aktualisieren!“, lautete eine populäre Aussage noch zu Providerzeiten. Inzwischen lebe ich in der Digitalen Welt. Wenn ich morgens – noch vor dem Frühstück – den Rechner hochfahre, dann öffnen sich: UNITEDINTERIM-Frontend, UNITEDINTERIM-Backend, Twitter, Xing, YouTube, Hootsuite und der Entwicklungsserver bei April&June in Berlin – ich habe dort regelmäßig zu testen. Es gibt praktisch keine 48 Stunden, ohne dass ich irgendein Thema, irgendeine Idee, irgendeinen Verbesserungsvorschlag in Berlin einkippe.

 

Um das alles abzurunden lädt Outlook Mails ab in einem Stakkato, das mich an meine Zeiten bei Daimler Chrysler/Debis und Accenture erinnert. Telefonate führe ich kaum noch – und wenn, dann nur nach Terminvereinbarung: Unterm Strich wohl im Verhältnis 1 zu 10 verglichen mit Teams, Zoom oder Skype.

Ich verbringe ein weiteres Drittel meiner Zeit mit dem Schreiben

 

Im engeren Freundeskreis heißt es inzwischen, ich hätte meine eigentliche Berufung als Journalist verfehlt. So weit würde ich nicht gehen, jedoch bleibt Fakt: Verglichen mit meiner Aversion gegen Aufsätze und sonstiges freies Schreiben während der Schulzeit ist mein jetziges Tun in höchstem Maße verstörend! Zu den meine Zeit aufsaugenden Aufgaben gehören Texte für die Website, Artikel, Tweets, Video-Scripts – und natürlich auch dieses Blog, nicht zuletzt die gegen unendlich tendierende Anzahl von Antworten auf das Mail-Stakkato aus dem zweiten Punkt.

Ich verbringe die restlichen beiden Drittel meiner Zeit mit der Qualitätssicherung

 

Die Qualitätssicherung für die Unterlagen der Interim Manager: Kein Witz! Ich bin an dieser Stelle mehrfach darauf eingegangen, dass ich diese Aufgabe dramatisch unterschätzt habe! Und je mehr Unterlagen die Interim Manager über die Infrastruktur von UNITEDINTERIM bereitstellen können (CV, PSA, 3 Case Studies, Video und Blog), umso mehr Arbeit landet auf meinen Tisch. Dahinter steckt keineswegs die Botschaft, die Interim Manager seien zu blöde dafür. Ganz im Gegenteil! Was fehlt, ist die Erfahrung mit diesen Dingen – und dann der Abgleich mit den aktuellen Erwartungshaltungen der Kunden in den Unternehmen. Und die kenne ich halt nicht nur aus bald 20 Jahren: Fatalerweise sind diese Anforderungen in den vergangenen Jahren dramatisch gestiegen!

 

Und da wird halt nicht goutiert, wenn ein Interim Manager eine Projekt-Station aus dem CV über „Cut&Paste“ in eine andere Ecke unseres Systems überträgt und „Case Study“ drüberschreibt. Nein, der typische Kunde fühlt sich verschaukelt, zumindest jedoch nicht ernst genommen.

 

Ebenso wenig wird ein Kunde frohlocken, wenn seine Wissbegierde auf einen Hort von Bullet Points trifft, die beinahe naturgegeben mehr Fragen offenlassen, denn beantworten. Oder, wie in dieser Woche, wenn die Case Study sich in Allgemeinplätzen ergeht, statt konkret zu beschreiben, was der jeweilige Interim Manager denn nun tatsächlich gemacht hat. „Öffnen Sie doch mal die Motorhaube!“, habe ich dem Interim Manager geraten. Inständig bitte ich darum, mir nicht die Frage zu stellen, wie sich das bei einem jährlichen Erlös von 540 Euro rentieren soll…

 

Ich tue es dennoch – und durchaus reagiert der eine oder andere Interim Manager irritiert, wenn ich sein Werk nicht einfach durchwinke. Ich habe mir angewöhnt, in solchen Situationen auf diese Weise zu antworten:

 

„Ich möchte Ihnen gern erläutern, weshalb ich so derart darauf dringe, dass wir für Sie als Interim Professional mit der Positionierung [USP] und einem Tagessatz von [Betrag] Euro ein überzeugendes Dokument zur Verfügung stellen können – und ich möchte unbedingt vermeiden, dass ich als „Oberlehrer“ auf Sie wirke.

 

Für Sie ist ein exzellentes Dokument – bei dieser Positionierung – absolut alternativlos, um mit der Kanzlerin zu sprechen.

 

Für mich gilt das Gleiche, denn der Markt weiß, dass ich hier die Case-Studies qualitätssichere: Und ich muss – auch hier geht es um Reputation – ein Feedback aus der Ecke „Was hat der Becker denn da freigeschaltet?“ um jeden Preis vermeiden. An dieser Stelle bitte ich Sie aufrichtig um Nachsicht, dass ich so handeln muss.

 

Inzwischen habe ich 112 Case Studies freigeschaltet und 83 Blogbeiträge…

Ich habe praktisch keine Zeit mehr fürs Projektgeschäft

 

Auch hier zeigt sich, dass es für mich zwingend war, den AIMP zu verlassen: Denn ein Projektgeschäft wie es vor Jahren bei MANATNET üblich war und bei den Providern heute üblich ist, mache ich nicht mehr. Kann ich nicht mehr machen. Tut mir das leid? Nein, überhaupt rein gar nicht!

 

Inzwischen sorge ich mit der einzigen offenen Plattform im Interim-Business der DACH-Region dafür, dass viele andere mit vielen anderen ihr Projektgeschäft selbst machen können: Und das noch provisionsfrei. Das hat sehr viel mehr Dynamik – und so etwas liebe ich.

 

Die Rückseite dieser Medaille hat jedoch eine andere Prägung:

 

Die Leiden des alten B.

 

 

Freitag 10. Juli 2020

ZEIT VERBRENNEN SIEHT WIRKLICH ANDERS AUS!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_List_Sylt_2020Ich schreibe meinen ersten Blog im neuen Monats-Rhythmus. Ich gebe gern zu, dass sich die Donnerstage und Freitage anfangs recht ungewöhnlich angefühlt haben.

 

Aber nicht weniger arbeitsreich: Die neuen Flashlights, die wir bei UNITEDINTERIM jetzt jeden Freitag um 15.00 Uhr bei YouTube veröffentlichen, erfordern die gleiche Arbeit, wenn nicht sogar etwas mehr.

 

Wie erwartet, ist die Resonanz sehr viel größer – und damit ist alle bestens.

 

„Wie die Muppet-Show!“, kommentierte prompt eine Interim Managerin. Danke für dieses riesige Lob – hatte doch die Muppets-Show ausgesprochen viele Freunde. Und jeder Star war wild darauf, zumindest in einer Folge mal dabei zu sein.

 

Prompt schlug die Interim Managerin vor: „Nehmt doch mal einen Gast hinzu!“

 

Machen wir: Versprochen!

 

Im Video von heute [Fake News und Fake-Profile? Vorsicht, Falle!] sprechen wir über Kuratierung – und über Kuratierung schreibe ich heute auch hier in meinem Blog. Allerdings mit einem anderen Schwerpunkt – und aus meiner ganz persönlichen Sicht.

Kuratierung ist richtig viel Arbeit

 

Denn während wir im heutigen Video nur davon sprechen, dass „das richtig viel Arbeit“ sei, möchte ich heute den Teil der Arbeit skizzieren, den ich persönlich übernehme: Mein Partner, Dr. Harald Schönfeld, übernimmt weitere Teile – ebenso, wie unser Poolmanagement.

 

Ich widme mich vor allem den Case-Studies, den Blogbeiträgen, den (nach der initialen Qualitätssicherung im Laufe der Zeit hochgeladenen) CVs und den Videos.

 

Eine Ausprägung meiner Arbeit, die ich in lang vergangenen Provider-Tagen mir nicht hätte vorstellen können.

 

In der erste Juli-Woche habe ich zur Kuratierung jeweils 12 Case-Studies und neue CVs auf dem Tisch gehabt. Interne Analysen haben ergeben, dass ich durchschnittlich 30 Minuten für diese Kuratierung verwende – für jede Case-Study und für jeden CV, wohlgemerkt.

12 Stunden in für nur 2 Themen

 

Denn: Eine Kuratierung ist grundsätzlich nur dann möglich, wenn ich den gesamten Text zunächst einmal lese.

 

„Da reden wir ja von 12 Stunden! In nur einer Woche!“, kommentierte jemand.

 

Richtig!

 

„Wie kannst Du nur so viel Zeit verbrennen?!“

 

Falsch! Aber aus der traditionellen Sicht des Interim-Business eine zumindest nachvollziehbare Einschätzung.

 

Und doch sehe ich das inzwischen als einen der elementaren Mehrwerte an, den wir bei UNITEDINTERIM schaffen – und verblüffender Weise profitiere ich ganz persönlich von einem dieser Mehrwerte:

 

Selbstverständlich profitieren die Interim Manager davon, dass ich gegenlese, auf Tipp- und Formatierungsfehler hinweise – aber noch viel mehr davon, dass ich jedes Dokument gegen die besten Dokumente bei UNITEDINTERM abgleichen, und mit konkreten Empfehlungen zurückkommen kann.

 

Die Top drei Empfehlungen lauten beim CV:

 

(1) Ihre Positionierung fehlt. Beantworten Sie die beiden Fragen „Was können Sie richtig gut – und besser als andere?“ Und „Warum sollte ein Kunde mich beauftragen – und nicht einen Wettbewerber.

(2) Nennen Sie durchgängig für jede berufliche Station Branche, Umsatz und Anzahl der Mitarbeiter. Das ist inzwischen Standard am Markt.

(3) Bilden Sie die Dauer Ihrer Projekte im Format MM/JJJJ bis MM/JJJJ ab. Hinter der Formatierung 2018/19 können sich 2 oder 24 Monate verbergen: Für Ihre potentiellen Kunden ist das durchaus eine wesentliche Information.

 

Die Top-Empfehlung für die Case-Studies lautet:

 

Reichern Sie Ihre Bullets mit konkreten Informationen an – über das, wie Sie genau vorgegangen sind und was genau Sie gemacht haben. Im Segment Ergebnisse untermauern Sie Ihre Aussagen durch Zahlen.

 

Da geht dann halt die halbe Stunde drauf. Aber – und hier sind wir beim ganz persönlichen Mehrwert für mich persönlich:

 

Ich lerne die Interim Manager sehr gut kennen – auch außerhalb von gemeinsamen Projekten:

 

(1) Ich lerne ihre Kundenorientierung kennen.

(2) Ich lerne ihre Rektionsgeschwindigkeit kennen.

(3) Ich lerne kennen, wie sie sich schriftlich ausdrücken.

(4) Ich lerne kennen, wo sie sich durchgekämpft haben und welche tolle Arbeit abgeliefert wurde.

(5) Ich lerne ihre Kritikfähigkeit kennen.

(6) Ich lerne kennen, wie sie sich im Online-, im digitalen Umfeld bewegen.

 

Das ist eine ganz überraschend positive Erfahrung für mich, auf die ich für kein Geld der Welt mehr verzichten möchte!

 

Auf den Punkt gebracht:

 

Zeit verbrennen sieht wirklich anders aus!

 

Freitag 12. Juni 2020

MIT COVID-19 HAT DAS REIN GAR NICHTS ZU TUN!

Nun also ist es soweit!

 

Ich habe mich entschieden, meine Blog-Aktivitäten deutlich zu reduzieren.

 

Ja, ich habe mich sogar mit dem Gedanken getragen, mein Blog einzustellen – aber das hätte sich nicht gut angefühlt. Für mich ganz persönlich.

 

Denn mein Blog ist ein Teil von mir geworden, ohne das mir tatsächlich etwas fehlen würde. Immerhin geht mein Blogarchiv allein hier unter dieser Domain zurück bis zum Januar 2012: Mindestens fünf weitere Jahre, in denen ich unter einer anderen Domain schrieb, kommen hinzu.

 

Künftig werde ich also nur noch einmal im Monat für mein Blog schreiben.

 

Was sind die Beweggründe dafür?

 

„In a nutshell“ – wie die Engländer sagen: Videos haben dem Text den Rang abgelaufen.

 

Daran gibt es aber auch rein gar nichts mehr zu deuteln! Ein Video erreicht sehr viel mehr Menschen als das ein Text-(Blog) tut. Ich schätze – das ist also keine wissenschaftliche und belastbare Aussage – um den Faktor 10 mehr. Mindestens.

 

Aufmerksames Beobachten – und das ist eine der Königsdisziplinen im Interim Management – lieferte feine Signale seit langem. Die ersten überdeutlichen Hinweise kamen dann vor gut einem Jahr – und ich bin in meinem Beitrag „VIDEO KILLS THE RADIO STAR“ darauf eingegangen.

 

Und seitdem wächst in mir die Erkenntnis: Du musst ein Video-Blog, kurz Vlog bringen. Da jedoch selbst meine Kapazitäten irgendwann an ihre Grenzen stoßen, muss ich dafür Freiräume schaffen. Ich tue das, in dem ich Kapazitäten meinem Text-Blog entziehe.

 

Nun hat MANATNET, meine eigene Provider-Marke, nicht mehr den Hauch einer Chance gegen die Wucht der Plattform UNITEDINTERIM.

 

Und genau deshalb bringe ich dort jetzt – in kongenialer Gemeinschaft mit meinem Partner, Dr. Harald Schönfeld – ein Video-Blog.

 

Wir nennen es Flashlight. Ich empfehle es Ihrer Aufmerksamkeit.

 

Mit diesem neuen Format können wir schnell vor allem auf aktuelle Themen im Interim-Business eingehen – und wir werden das in einer eher informeller Weise tun. Wir können zudem auf Themen eingehen, die die Interim Manager einreichen – und wir werden das sehr gern tun. Wir können hin und wieder Gäste einladen. Und wir werden – auf absehbare Zeit und aus heutiger Sicht – das Flashlight hin und wieder live bringen.

 

Freitags. Stets um 15.00h. Immer. Es sei denn, es geschieht etwas absolut Außergewöhnliches.

 

Meinen Beitrag für mein Text-Blog werde ich im Gegenzug nur noch jeweils am zweiten Freitag im Monat bringen. In unveränderter Ausrichtung: Offen, kritisch und typischerweise weit weg vom „Mainstream“.

 

Und:

 

Mit COVID-19 hat das rein gar nichts zu tun!

 

Freitag 08. Mai 2020

EIN GESCHLOSSENES SYSTEM KANN DAS NIEMALS!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_rostiges_Fahrrad_Westerland (2019), SyltIch denke, es ist an der Zeit zuzugeben, dass mein Blog unter den Videos leidet, die wir bei YouTube im eigenen UNITEDINTERIM-Kanal bereitstellen. Ein wenig betrübt mich das, aber es ist nicht zu ändern.

 

Letztlich habe ich das bereits vor exakt einem Jahr kommen sehen, als ich hier titelte „Video kills the Radio Star!“.

 

Nun ist der Mensch regelmäßig geneigt, zu denken: „Das betrifft alle – nur nicht mich!“ und ganz offensichtlich kann auch ich mich nicht dagegen abschotten.

 

Auch das ist eine Lehre!

 

Festzuhalten bleibt: Videos kommen mit Macht. Auch im Interim Management – auch durch die Corona-Krise. Und ich bin sicher: Es wird keinen Weg zurück geben.

 

Ich habe das Gefühl, dass während der Corona-Krise das Volumen an Videos in und für die Interim-Szene deutlich zugenommen hat. Einige gehen ihre ersten Schritte, was ich bewundere und respektiere: Denn andere tun genau das nicht!

 

Und wieder andere drehen ein Webinar – professionell, mit zwei Kameras und allem Drum und dran.

 

Dazu gehört Jürgen Kaiser, Interim Manager des Jahres 2020 in Österreich, der gemeinsam mit der Fachgruppe Unternehmensberater (UBIT NÖ) der Wirtschaftskammer Österreich mal eben ein Webinar aufsetzt zum Thema:

 

Liquiditätsmanagement in Krisenzeiten

 

Wie Sie Ihren Kunden helfen können, erfolgreich durch diese turbulenten Zeiten zu navigieren

 

Und in diesem Webinar arbeitet Herr Kaiser eine Checkliste mit 100 Maßnahmen durch. Jede einzelne und im Detail. Respekt!

 

Ich behaupte ohne großes Risiko: Das hätte es vor dem Ausbruch der Corona-Krise nicht gegeben!

 

Gut, es gibt einen Spaßvogel bei XING, der hinter „Checklist mit 100 Maßnahmen“ Spam – vulgo Clickbaiting – erkennen möchte. Nun, er hätte sich das Video halt mal anschauen sollen – was er nachweislich nicht getan hat.

 

Herr Kaiser ist Interim Manager bei UNITEDINTERIM und hat uns gebeten, sein Webinar auch über den YouTube-Kanal von UNITEDINTERIM zu publizieren. Dieser Bitte sind wir sehr gern nachgekommen!

Die Wucht einer offenen Plattform

 

Weshalb?

 

Nun, es zeigt die Wucht einer offenen Plattform!

 

Wir stellen die Plattform für hochgradig relevanten Content zur Verfügung: Samt Kontaktdaten des „Content“-Lieferanten. Jeder, der mehr wissen möchte oder gar über ein gemeinsames Projekt sprechen möchte, kann das jederzeit, direkt und ohne jede Hürde wie z. B. einen zwischengeschalteten Vermittler tun.

 

Selbstverständlich hat auch UNITEDINTERIM als Plattform etwas davon: Auch unser Altruismus hat Grenzen!

 

Google erkennt immer mehr für das Thema Interim Management relevanten Content unter der UNITEDINTERIM-Domain.

 

Und so bekommt die Domain noch mehr Gewicht im Internet – was sie wiederum für andere „Content“-Lieferanten ” attraktiv macht.

 

Ein sich selbst nährendes System.

 

Voraussetzung hierfür ist jedoch: Das System muss nach allen Seiten offen sein!

 

Ein geschlossenes System kann das niemals!

 

Freitag 17. April 2020

DAS ERWARTE ICH VOM INNOVATIONSFÜHRER DER INTERIM-SZENE

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Kirschbluete_Ribeauville_(F)_2018Tatsächlich hätte ich mir nicht vorstellen können, dass ich einmal über geschlagene vier Wochen mein Blog aussetzen würde.

 

Mein Blog, das mir heilig ist! Und auf das eine treue Leserschaft freitags wartet. Sie hat viermal vergeblich gewartet. Das tut mir leid – und ich bedauere das aufrichtig!

 

Nun habe ich mir ebenso wenig vorstellen können, dass einmal ein Virus in unser Leben in einer Art und Weise einschlagen könnte, wie dies COVID 19 – umgangssprachlich: „Corona-Virus“ – getan hat.

 

Und zum ersten „Shutdown“ in der Deutschen Geschichte führen würde. Mit Auswirkungen, die wir noch nicht einmal ansatzweise abschätzen können.

 

Mir steht es nicht zu, den „Shutdown“ zu bewerten oder gar zu kritisieren: Dafür fehlt mir das Spezialistenwissen auf diesem Feld! Aber ich muss für mich – als Mensch und als Unternehmer – bewerten, was das für mich und mein Umfeld bedeutet – zumindest bedeuten kann.

 

Und selbstverständlich bin ich zusammengezuckt, als der Begriff „Ermächtigungsgesetze“ fiel! Und selbstverständlich muss ich verstört zur Kenntnis nehmen, wie leicht derzeit Grundrechte kassiert werden können, ohne dass es auch nur eine Spur eines nachhallenden Protestes gibt. Wenn ich von einzelnen Kämpfern, denen meine Sympathie gilt, einmal absehe…

Was bedeutet die Corona-Krise fürs Interim-Business

 

Ganz besonders, wen wird das wundern?, treibt mich die Frage um: „Was bedeutet das alles fürs Interim-Business?“

 

Um es kurz zu machen: Nichts Gutes!

 

Wenn wir auf der Grundlage der allgemeinen Einschätzung, die Corona-Krise würde die Wirtschaft heftiger treffen als die Finanzkrise 2008, dann müssen wir uns wohl oder übel auf folgendes einstellen:

 

(1) Das Brutto-Inlandsprodukt dürfte zwischen 7 und 19 Prozent absacken, je nachdem, wie lange der Shutdown andauern wird.

 

(2) Die Masse der deutschen Unternehmen sitzt in einer derartigen Krise ganz breitbeinig auf der Kasse und stellt die „Heiligen Drei Könige der Ausgaben“ auf „Null“: Dienstreisen, Weiterbildung und Berater – und Interim Manager zählen in der Kostenartenrechnung als Berater. Warum tun die Unternehmen das? Diese Entscheidung ist unmittelbar „Cash-wirksam“ (im Sinne von: Es fließt kein Cash aus dem Unternehmen ab) und kein Mitarbeiter wird deswegen kündigen. Das haben die Unternehmen stets so gemacht – und ich erwarte in der gegenwärtigen Gemengelage unseres Landes nicht, dass sich das ändern wird. Vergessen wir zudem nicht: Nichts tun hat keine Kostenstelle…!

 

(3) In der Folge wird das Interim-Business auf breiter Front zurückgehen. Dass in einzelnen Bereichen das Geschäft möglicherweise sogar zunehmen kann (vielleicht im Segment Restrukturierungen) ändert an dieser Großwetterlage nichts. Zum Vergleich: Im auf die Bankenkrise folgenden Jahr 2009 war das Interim-Business laut AIMP-Providerstudie von 1,60 Mrd. Euro auf 1,25 Mrd. Euro – also um satte 22 Prozent – eingebrochen. Auf der Grundlage vorsichtiger Kaufmanns-Tradition sollten wir dies als Benchmark verwenden – für unsere Planungen in diesem und im nächsten Jahr.

 

(4) Ich erwarte, dass dies ein neuerliches Nachdenken im Interim-Business zur Folge haben wird – und über sein seit gut vierzig Jahren unverändertes und damit überaltertes Geschäftsmodell. Ganz besonders gilt dies für die formidablen Ineffizienzen – und hierzu gehört vornweg der bürokratische Irrsinn der dezentralen Pools – jeder für sich führend, handverlesen und super-dooper. Vor gut einem Jahr bin ich bereits in meinem Video darauf eingegangen: Ein eigener Pool ist kein Wettbewerbsvorteil mehr.

 

(5) Der Shutdown hat die Menschen dazu gezwungen, neue und vor allem digitale Wege zu beschreiten. Glauben Sie nicht? Dann versuchen Sie mal, eins der populären Micros zu bekommen, die für z. B. Zoom-Konferenzen empfohlen werden. Hier bin ich der festen Überzeugung: There will be no way back! Es wird keinen Weg zurück mehr geben! Dienstreisen, Vielfliegerkarten und Übernachtungen werden davon betroffen werden – mit all den daraus folgenden Auswirkungen auf die jeweiligen Branchen.

Wie kommuniziert die Interim-Szene, wenn alle analogen Foren entfallen?

 

(6) Alle Events der Interim-Szene sind bis Ende August dieses Jahres abgesagt: Das Forum des DÖIM in Salzburg sowie das AIMP-Jahresforum auf Burg Schwarzenstein fielen dem zum Opfer – und wenn wir alle Pech haben, dann wird es auch noch den DDIM-Kongress im November erwischen. Die Kommunikation untereinander, der so wichtige gegenseitige Erfahrungs-Austausch der Interim Manager entfällt somit – zumindest bis nach dem Sommer.

 

Als das AIMP-Jahresforum abgesagt wurde, war es für UNITEDINTERIM klar:

 

Wir müssen die erste digitale Fachtagung für das Interim-Business bringen!

 

Und wenn wir den populären Termin, 25. April, der für das AIMP-Jahresforum vorgesehen war, nutzen wollten, dann hatten wir gerade mal 5 Wochen zur Verfügung! 5 Wochen, um die Fachtagung komplett neu aufzusetzen – inhaltlich und technisch! Ein Gewaltmarsch durch weite, unberührte Lande, dem mein Blog zum Opfer fiel, ja nachgerade fallen musste.

 

Aber, wir haben es geschafft: Das Programm steht und die Technik auch – so dass wir die nächste Woche für´s Testen verwenden können. Am kommenden Samstag sind wir dann soweit…

 

Sind wir stolz darauf? Ein wenig schon, denke ich.

 

Auf der anderen Seite denke ich aber auch:

 

Das erwarte ich vom Innovationsführer der Interim-Szene!

 

Freitag 13. März 2020

WENN NICHT JETZT, WANN DANN?

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Kirschblueten_vor_Fussgaengerschild_Gengenbach_2017Ich muss schon tief in meinen persönlichen Annalen buddeln, um mich an eine Zeit zu erinnern, die auch nur im Ansatz vergleichbar mit der vergangenen Woche war:

 

Wenn ich mir die Verluste an den Börsen anschaue, dann kann ich mit viel gutem Willen die Zeit nach dem 11. September nennen oder aber das Platzen der dotcom-Blase und die Bankenkrise.

 

Redakteure, die das genau recherchiert haben, sprechen vom schlimmsten Börsencrash seit 1987.

Online-Unterricht: geht nicht?

 

Aber ich kann mich nicht erinnern, dass Veranstaltungen in dieser Weise abgesagt wurden oder dass, wie gerade bekannt gegeben, in den ersten europäischen Ländern und deutschen Bundesländern ab der kommenden Kitas, Schulen und Universitäten geschlossen wurden.

 

Die FDP nutzt die Chance und weist bei Twitter wieder auf Versäumnisse ihrer „Lieblingsfeindin“ hin:

 

„Jetzt rächt sich, dass Digitalisierung jahrzehntelang verschleppt wurde: Schulen sind nicht gerüstet, um bei Schulschließungen Online-Unterricht zu machen. Karliczek muss ein Notprogramm aufsetzen, das schnell Online-Bildungsangebote bereit stellt.“

 

Und schließlich, jenseits aller Vorstellungen, soll nun sogar des Deutschen wohl immer noch liebstes Kind – der Fußball! – einfach ausfallen. Es geistert die Idee durch die Stadien, die Bundesliga für beendet zu erklären. Man stelle sich vor!

 

Ich denke, ohne Übertreibung können wir das als Ausnahmezustand bezeichnen.

 

Selbstverständlich fragen wir uns: Was bedeutet das für uns alle, für unser Land, für die Wirtschaft und schließlich für unseren Mikrokosmos Interim-Business.

 

Zum Mikrokosmos haben wir die Welt mit einen Blogbeitrag beglückt „Corona – Brandbeschleuniger einer Umbruchs – Was für Interim Manager jetzt ansteht“.

 

Das Feedback war typisch breit gefächert für unsere digitalen Zeiten – von „Cooler Text! Aber viel Arbeit dahinter.“ und „Sie haben den Finger in die Wunde gelegt!“ bis zu den Highlights samt Orthografie-Fehler bei Xing: „Banalitäten!“ und „Das sind ja Bahnbrechende Informationen….. Da wäre sicherlich keiner draufgekommen 😂!“

 

Tränen vor Lachen – und ich halte noch immer die Augen auf nach einem Text zum gleichen Thema, auf den ein beliebiger Anderer aus der Interim-Szene gekommen wäre. Fehlanzeige! Letztlich verwundert mich das dann aber doch nicht…

Home-Office: Geht nicht?

 

Und die Unternehmen? Ich denke, sie tun in Sachen Corona, was sie nur eben können!

 

Hier kommen aber die dollsten Sachen an – z. B. „Externe haben keinen Zutritt mehr zum Firmengelände! Das gilt auch für Interim Manager!“

 

Oder: „Die Unternehmen sollten jetzt zulassen, dass die Mitarbeiter weitgehend vom Home Office aus arbeiten: Aber die wissen gar nicht, wie das geht!“

 

All das sind Zeichen für eine Ausnahmesituation – auf die wir alle nicht vorbereitet sind. Ich stelle eine vielleicht rhetorische Frage: Kann man auf eine solche Situation vorbereitet sein? Ich denke ganz persönlich: Ja, das kann man sehr wohl.

 

Und, wenn ich mich nicht sehr irre, dann gelten Panik und irrationales Handeln (wie jetzt an den Börsen IMHO) durchaus nicht als die besten Ratgeber. Stattdessen sind die Menschen gefragt, die mit einem kühlen Kopf an die Ausnahmesituation herangehen – womit ich keineswegs die diplomierten „Wird schon wieder!“-Verdränger meine.

 

Aber es gibt durchaus Menschen, die sich mit den Themen Home-Office und E-Learning richtig gut auskennen.

 

Auch das Interim Management kommt nicht ohne blaue Flecken davon: Die Konferenz Interim Management des DÖIM, geplant für dieses Wochenende, wurde abgesagt. Nach meinen – noch unbestätigten! – Informationen das AIMP-Jahresforum im April auch. Man stelle sich vor!

 

Seitdem macht sich der eine oder andere Interim Manager verstärkt Gedanken: Wie überlebe ich, wenn mein persönliches Netzwerk ausfällt? Und landet zwingend beim digitalen Netzwerk – erschaudernd, weil er typischerweise erkennen muss, dass er hier, in der digitalen Welt noch vollkommen unterbelichtet ist: „Wer digital nicht sichtbar ist, kann auch kein Interesse wecken!“

 

Ich empfehle, Quarantäne-ähnliche Tage dafür zu nutzen, um hier nachzurüsten:

 

Wenn nicht jetzt, wann dann?

 

Freitag 06. März 2020

LASS ES – UND NIMM DAS UNITEDINTERIM-BLOG!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Holzfigur_Keitum_(Sylt)_2019Wir können den Umbruch spüren, in dem wir seit einiger Zeit leben – wenn wir aufmerksam, unsere Sinne wachsam sind. Selbstverständlich gilt das auch für das Interim Management:

 

Ungezählte Male bin ich an dieser Stelle darauf eingegangen.

 

Und ganz offensichtlich gilt das auch für mein Blog…

 

Immerhin: Ich schreibe das älteste Blog der Interim-Szene – und man sagt, es sei auch das populärste.

 

Dennoch stehe ich derzeit vor der Frage, ob mein Blog noch sinnvoll ist.

 

Zwei Gedanken-Stränge beherrschen dabei diese existentielle Frage:

 

Zahlreiche Interim Manager, mit denen ich über ein eigenes Blog zur eigenen Positionierung, als wesentlicher Bestandteil der eigenen Markenbildung gesprochen habe, haben unmissverständlich abgewunken.

 

Stets mit zwei Argumenten:

 

(1) „Ich habe dafür nicht die Zeit!“

(2) „Ich weiß nicht, was ich da schreiben soll!“

Kann ich den Aufwand noch rechtfertigen?

 

Beide Argumente haben mich regelmäßig erschüttert!

 

Argument (1) entkräftet jeder Meister des Zeitmanagements: „Du hast die Zeit, aber Du nimmst sie Dir nicht, weil Du andere Dinge tust, die Du für wichtiger hältst – und von denen Du rein gar nichts für Deinen Blog aufgeben möchtest!“ So schaut´s aus!

 

Über das Argument (2) breite ich respektvoll den Mantel des Schweigens – und stelle keinesfalls die Frage: „Du hast tatsächlich dem Markt, Deinen potentiellen Kunden rein gar nichts von irgendeiner Relevanz zu sagen?“ Der Markt kennt hier andere Beispiele – z. B. Ulvi Aydin oder Dr. Bodo Antonic – und demonstriert, was machbar ist, wenn man es tatsächlich will.

 

Auch ich habe in den vergangenen vier Wochen meine Prioritäten verschieben müssen – und dem Videothema „Wie sehen gute Unterlagen aus – mit Malte Borchardt“ bei UNITEDINTERIM meine eigenen Blogbeiträge opfern müssen. Nicht schön, aber eine bewusste Entscheidung: Die Arbeiten erledigen sich halt nicht von selbst. Zudem ist auch mein Kreativ-Potential irgendwann begrenzt: Ja, tatsächlich.

Kann ich jemals gegen UNITEDINTERIM ankommen?

 

Ich muss – und als Blog-Veteran schmerzt das tatsächlich! – zugeben, dass mein Blog nicht mehr gegen einen einzelnen (!) Blogbeitrag, der im UNITEDINTERIM-Blog veröffentlicht wird, ankommt. Ein über mehr als eine Dekade etabliertes Blog verliert im Wettbewerb gegen eine mit drei Jahren noch recht junge Plattform! So schaut´s aus!

 

Sicherlich ist das Thema „Corona-Virus“ derzeit in aller Munde – und sicher muss ich das diskontieren. Aber dennoch:

 

Der Blogbeitrag von Dietmar von Polenz, „Corona – die Krone der Panik“ ist gut geschrieben und durch attraktiven Inhalt (Content) gekennzeichnet. Er erreicht innerhalb von 48 Stunden nachweislich 821 Zugriffe – zudem haben den Beitrag bei XING 497 Menschen gesehen (nicht zwingend sofort aufgerufen) und bei LinkedIn kommen 906 weiter Menschen hinzu.

 

Ganz offen: Das schaffe ich im Leben nicht mit meinem MANATNET-Blog!

 

Was also ist zu tun?

 

Wenn ich ehrlich bin, dann weiß ich noch nicht, was das für mich und mein Blog bedeutet. Hinnehmen? Aufgeben? Oder noch mehr bringen als meinen wöchentlichen Content? Möglicherweise in Werbung investieren?

 

Ich weiß es noch nicht.

 

Genau weiß ich aber, was das für alle anderen Interim Manager bedeutet, die noch kein eigenes Blog betreiben – und darüber nachdenken, jetzt – im härter werdenden Wettbewerb – damit anzufangen! Ihnen werde ich ab jetzt ausnahmslos raten:

 

Lass es – und nimm das UNITEDINTERIM-Blog!

 

Freitag 07. Februar 2020

LOW-PERFORMER-KRITIK ZÄHLT NICHT!

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Tobi_Henschke_AHNZ_Kellerabend_3_2019Mein Video „Die Top 10 Videothemen für die Interim ManagerInnen in 2010“ war keine zwei Stunden online, da kam der erste kritische Kommentar:

 

„Inhaltlich durchaus interessant – aber leider sehr amateurhaft gemachtes Video. Wie kann man über professionelle Außendarstellung als „Top Thema“ der Branche berichten und dann selber mit der Außenwirkung eines Grundschulprojektes auftreten?“

 

Ein anderer kritisierte wenig später – per E-Mail – dass meine Kleidung nicht angemessen und mein Haupthaar zu strubbelig sei. Nun gut: Ich werde Bugatti auf Sylt im Mai ein fröhliches „Moin, aber so geht´s nicht, Leute!“ entgegenschleudern – und Nicci bei der nächsten Coiffeur-Session ins Gebet nehmen…

 

Ich bin’s gewohnt, dass ich kritisiert werde. Und je mehr sich das Interim-Business digitalisiert – mein Interim-Business zumindest – umso mehr wächst die Anzahl der (potentiellen) Kritiker. Jeder, der auch nur ansatzweise z. B. bei Twitter oder Facebook unterwegs ist, weiß das.

 

Nun ist es so, ja!, tatsächlich: Ich überprüfe in aller Regel, ob die Kritik einen Kern beinhaltet, den ich verwenden kann, um besser zu werden.

 

Im ersten Schritt schaue ich mir an, mit wem ich’s zu tun habe. Wie sieht heutzutage der erste Schritt hierfür aus? Genau: Man googelt!

 

Ergebnis in diesem Fall: Nichts! In Worten: Nix!

 

Ich habe so etwas kaum einmal erlebt: Du gibst den vollen Namen ein – in Anführungszeichen – und Google hat nichts…! Also ein Fake, möglicherweise?

 

Aber, mein Kritiker hat einen eigenen Kanal bei YouTube. Also doch eher ein Schwergewicht…?!

 

Ich rufe den Kanal auf: Nichts! In Worten: Nix! YouTube meldet verschämt: „Auf diesem Kanal gibt es keine Inhalte“.

 

Kein einziges Video! Nicht einmal ein einziges Wort unter der Rubrik „Übersicht“. Insgeheim wundere ich mich, dass YouTube so etwas zulässt.

 

Ich treffe einen Entschluss:

 

Low-Performer-Kritik zählt nicht.