DIE GÖTTERDÄMMERUNG DES TRADITIONELLEN INTERIM-BUSINESS?

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Toter_Baum_mit_einem_lebenden_Ast_Sylt_2019„Ihre Branche steht ja auch vor schwierigen Zeiten“, sagte der Geschäftsführer eines Top-Automobilzulieferers vorgestern während eines unserer regelmäßigen Telefonate.

 

„Über die Automobilindustrie müssen wir wohl nicht reden, aber die schlechte Lage hat inzwischen so ziemlich alle Branchen erreicht!

 

Und selbst das Verbrauchervertrauen ist im dritten Monat in Folge gefallen. Auch die Prognose für den August sieht nicht besser aus. Insgesamt keine gute Gemengelage. Auch für Ihr Geschäft nicht!“

 

„Ich weiß! Aber wie immer, werden wir damit umgehen müssen: Welche Alternative haben wir? Wir werden Sie darauf reagieren?“

 

„Na, auch wie immer. Kosten runter. Und keine Externen! Ich weiß, das ist keine gute Nachricht für Sie, aber wir machen jetzt alles mit eigenen Leuten…“

 

Solche Gespräche – vor allem: solche Schlussfolgerungen – kenne ich seit 2003. Bereits damals sagte mir ein Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn:

 

„Herr Becker, wie um Himmels Willen soll ich intern kommunizieren, dass wir einen externen Interim Manager an Bord holen, während wir gleichzeitig eigene Mitarbeiter entlassen?!“

Das Interim Management lebt längst nicht mehr von der Krise

 

Zwar gibt es immer noch eine Handvoll Menschen, die meinen, eine wirtschaftliche Krise sei ein El Dorado für die Interim-Branche: Dies jedoch ist ein Trugschluss!

 

Zwar werden die Restrukturierungsmandate wohl zunehmen, aber – wie alle inzwischen wissen sollten – machen diese Mandate nur irgendwo um 15% aller Mandate aus (Quelle: AIMP-Providerstudie). Dieses Segment wird also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zunehmen.

 

Die anderen Segmente, die jedoch um 85% aller Mandate repräsentieren, werden unter erheblichen Druck kommen. Hierfür gibt es einen ganz entscheidenden Grund, der in der Interim-Szene gern einmal verdrängt wird:

 

Ein Interim Mandat bedeutet stets „Cash-Outflow“ für das auftraggebende Unternehmen! Selbst ein sechs-Monats-Projekt bei einem unterdurchschnittlichen Tagessatz von 1.000 Euro (der vom AIMP genannte durchschnittliche Tagessatz liegt gut 10% höher!) führt zu einem Mittelabfluss von satten 120.000 Euro.

 

Da winkt er dann durchaus gern einmal ab, der typische deutsche Mittelständler – wo bekanntlich weit über die Hälfte aller Interim-Mandate vergeben werden (Quelle: AIMP)

 

Denn ein Abschmelzen der Kassenbestände ist das Letzte, was deutsche Unternehmen in schwierigen Zeiten wollen. Zumindest war das bisher so.

 

Dann können die Banken das ja finanzieren…

 

Gute Idee, jedoch ist es nicht unbedingt Banken-typisch, in Krisenzeiten leichterhand zusätzliches Geld herauszulegen!

 

Das ändert sich jedoch dann, wenn die Banken in dem einen oder anderen Unternehmen „stark engagiert sind“, und eben dieses „Engagement“ als gefährdet ansehen. Dann werden durchaus Interim ManagerInnen hinzugezogen, um „aufzuräumen“ – aber dann sind wir wieder bei den Restrukturierungsmandaten.

 

Was folgt aus alldem?

Was dann ist zu tun in einer Krise?

 

Hier ist meine ganz persönliche Sicht:

 

(1) Wenn unsere Kunden den Gürtel enger schnallen, dann sollten wir das auch tun: Interim ManagerInnen und Interim Management-Provider. Ich habe diese Meinung schon immer vertreten, weil ich sie überragend simpel ist.

 

(2) Interim Manager werden sich darauf einstellen müssen, dass weniger Anfragen an den Markt kommen. Sie werden akzeptieren müssen, dass sie dies nicht aus eigenen Kräften werden ändern können.

 

(3) Die Auslastung der Interim Manager wird zurückgehen – und damit stellt sich die Frage: „Was mache ich mit dieser freien Zeit?“ Antworten hierauf gibt UNITEDINTERIM in einem Video: „Wie Sie als Interim Manager auf eine wirtschaftliche Schwäche reagieren“.

 

(4) Interim Provider werden ohnehin wissen, was zu tun ist – und (zumindest) drei entscheidende Fragen für die Zukunft beantworten. Ein jeder für sich – und eine allgemeingültige Antwort gibt es wohl nicht:

 

(4.1) Kann ich mich durch meinen Pool vom Wettbewerb differenzieren? Die Antwort lautet „nein“ – zumindest aus meiner Sicht. Meine Meinung habe ich ein meinem Video „Weshalb der eigene Pool kein Wettbewerbsvorteil mehr ist“ im Detail erläutert. Ich muss daher an dieser Stelle nicht mehr darauf eingehen.

 

(4.2) Was werde ich künftig meinen Kunden als Dienstleistung anbieten? Die reine Vermittlung – das Zusammenbringen von Angebot und Nachfrage – hat in einer sich digitalisierenden Welt keine Zukunft. Aus meiner Sicht.

 

(4.3) Wie werde ich schwer austauschbar für meine Kunden? Hier gibt es sicher die meisten Möglichkeiten – z. B. durch Spezialisierung: Technisch („Spezialisten für den 3D-Druck finden Sie nur bei mir“), Linie („Wir sind Ihr Partner für den Einkauf“) oder Branche („Wir verstehen Ihr Pharma-Geschäft) bis zur Region („Unsere Interim Manager wohnen nebenan!“). Vieles mehr ist hier denkbar – ein „Weitermachen wie bisher“ jedoch sicher nicht!

 

„Ach, geh‘! Der Minister der Finsternis wieder! Mit seinen turnusmäßigen Apokalypsen mal wieder!“, höre ich den einen oder anderen aus der Interim-Szene abwinken.

 

Nun, ich denke, diese Nachrichten kann ich nicht mehr übersehen:

 

ZF Friedrichshafen kappt Umsatzprognose um eine Milliarde Euro

 

Gewinn von BMW bricht erwartungsgemäß ein – Prognose bestätigt

 

Immer weniger Aufträge für Deutz

 

„Marktumfeld ist sehr herausfordernd“ – Warum Siemens unter Druck gerät

 

Schwächelnde Autoindustrie bremst Arcelor-Mittal aus

 

Eisenmann ist pleite

 

US-Präsident Trump bricht ein Versprechen und überrascht mit neuen China-Zöllen

 

Selbstverständlich kann man sich auf das Köllsche Grundgesetz §3 zurückziehen: Et hätt noch immer jot jegange!

 

Man kann aber durchaus auch – nach fast einem Wonne-Jahrzehnt mit all seinen einschläfernden Auswirkungen – diese massiven Verwerfungen zur Kenntnis nehmen und sich fragen: Welche Auswirkungen könnten sie haben? Auf die Welt, auf Deutschland, auf mich, auf das Interim-Business.

 

Und dann kann man durchaus diese eine Frage stellen, die 95 Prozent der Szene bestimmt verneinen werden:

 

Ist das

 

die Götterdämmerung des traditionellen Interim-Business?

 

ALLE ANDEREN SIND HIER NICHT GUT AUFGEHOBEN!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Katze_doesend_Vernazza_2018Gesten war ein historischer Tag für mich ganz persönlich: Nichts Weltbewegendes – aber immerhin!

 

Ich habe erstmals an einem Tag drei Videokonferenzen über Skype geführt – davon zwei mit Interim Managern, die bei UNITEDINTERIM mitmachen möchten. Insgesamt zweieinhalb Stunden.

 

Ich setze inzwischen stark auf Skype-Konferenzen und meide das Telefon – und hierfür gibt es im Wesentlichen vier Gründe:

 

(1) Eine Skype-Konferenz ist ein hochgradig kosteneffizienter Kommunikations-Weg – auch und gerade im Interim-Business.

 

(2) In einer Skype-Konferenz kann ich meinen Bildschirm mit meinem Gegenüber teilen und auf diese Weise einfach Dinge zeigen – was ich im Telefonat nicht kann: „Sind Sie gerade online?“ „Nö! Bin doch am Telefon…“

 

(3) In einer Skype-Konferenz bekommen beide Seiten einen recht guten Eindruck vom jeweiligen Gegenüber. Unter den Überschriften „People´s Business“ und „Chemie“ kommen beide somit einen erheblichen Schritt weiter. Mehr bringt ein persönliches Erst-Gespräch auch nicht – abgesehen davon, dass wir gemeinsam Standard-Kekse knabbern.

 

(4) Interim Manager und weitere potentielle Geschäftspartner, die kein Skype-Account haben (oder von mir aus slack oder Google-Hangouts), rutschen auf der nach unten offenen Eignungs-Skala spürbar ab. Wenn dann auch noch die Bereitschaft fehlt, schnell ein solches Account zu eröffnen (eine 3 Minuten-Übung), dessen Eignung für UNITEDINTERIM ist praktisch gleich Null.

 

He, Du arrogante Socke! Schlecht drauf?!

 

Nein, keineswegs!

 

Inzwischen ist mir allerdings überdeutlich klar geworden, dass ich weder mich, noch UNITEDINTERIM am kleinsten gemeinsamen Nenner ausrichten kann.

 

Wer die modernen Tools jetzt nicht beherrscht, wird sich bereits jetzt schwerer tun als nötig.

 

Wer aber jetzt nicht bereit ist, sich den neuen Tools zu öffnen – vulgo zu lernen – gibt sich und damit seine Zukunftsfähigkeit auf.

 

Quatsch, Becker!

51% sind nicht fit für die Digitale Welt

 

Ich denke nicht. Erst gestern las ich einen Bericht in der Welt (der leider jetzt Abo-pflichtig ist), dass die deutschen Unternehmen 51% ihrer Mitarbeiter als nicht fit für das Arbeiten in einem digitalen Umfeld ansehen. Und dass aus der Sicht der Unternehmen, die Menschen das Lernen verlernt hätten und deshalb zunächst einmal wieder Lernen lernen müssten. Ups!

 

Ich vermute mal stark, dass das in der Interim-Welt, deren Protagonisten eher der zweiten Lebenshälfte zuzuordnen sind, nicht unbedingt besser sein wird.

 

Gleichzeitig wird berichtet [Auf innovativen Wegen zu neuen Mitarbeitern], dass Unternehmen im Recruiting verstärkt auf – Achtung! – Skype-Interviews und – nochmal Achtung ! – auf zeitversetzte Videos setzen: Bewerber, nennen wir sie Interessenten, erhalten ein paar Fragen und müssen sie im Rahmen eines kleinen Videos beantworten:

 

Weiter im Bewerbungsprozess erfährt auch das Video-Vorstellungsgespräch eine Neuerung: Anders als das traditionelle Skype-Interview, das bereits von 50 Prozent der befragten Bewerber und 45 Prozent der Unternehmen angewandt und live durchgeführt wird, geht die Tendenz neuerdings zum aufgenommenen Bewerbungsgespräch per Video hin. Hierbei wird eine Reihe von Fragen an den Bewerber weitergeleitet, die er per Video beantworten soll. Rund sechs Prozent der Unternehmen nutzen schon diese Methode.

 

Wie ich lese, tun sich mit letzterem die Bewerber noch schwer. Noch …!

 

Aber, Becker, Du weißt doch: Überall wird sich das in diese Richtung entwickeln – aber nicht im Interim-Business…

 

Und genau das, meine Leser wissen das, glaube ich eben nie und nimmer!

 

Das haben die drei Konferenzen gestern glashart untermauert.

 

Möchten Sie wissen, auf welche Weise?

 

Nur einer in den drei Videokonferenzen war mit seinen 39 Jahren deutlich unter 50. Einer war über 50, einer 60 und ich halt, als Grufti, 62.

 

Daraus können wir folgern, dass es in der bisher typischen Altersgruppe der Interim Manager (50 bis 70) durchaus Menschen gibt, die auf den neuen Wege mitgehen können.

 

Auf die gilt es sich zu konzentrieren. Auf die werde ich mich, wird sich UNITEDINTERIM konzentrieren

 

Alle anderen sind hier nicht gut aufgehoben!

 

INTERIM MANAGER, NEHMT DIE RABATTE MIT!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Detail_Rolls_Royce_Kühler_mit_Emily_Paul_Pietsch_Classic_Offenburg_2019Ich erinnere mich noch ganz genau. Als wir im Spätsommer 2016 die Idee „UNITEDINTERIM“ – damals noch geheimnisumwoben „NEWCO“ – mit einigen ausgewählten Interim Management-Providern besprachen: Wir luden sie ein, mitzumachen, und boten im Gegenzug Anteile an einem für die Interim-Branche völlig neuen Unternehmen an.

 

Von Beginn an war klar für Dr. Harald Schönfeld und mich, dass UNITEDINTERIM Mehrwertdienste anbieten würde! Denn für uns war es ebenso klar, dass ein Geschäft, das auf das Schneiden von (oft hohen, mitunter absurd hohen) Provisionen zwischen dem Preis für den Unternehmens-Kunden und dem Honorar für den Interim Manager baut, zukünftig kein tragfähiges Geschäftsmodell mehr sein würde.

 

Zudem waren wir schon damals davon überzeugt, dass das Bündeln der Nachfragemacht vieler Einzelkämpfer zu Einkaufsvorteilen führen würde, die dann wiederum dem einsamen Einzelämpfer zugute kämen.

 

Unisono wurde beim Thema „Einkaufsvorteile für die Interim Manager“ abgewunken – in der tiefen Überzeugung: „Interim Manager wollen das nicht!“ Ein Provider überraschte mich mit der Aussage: „Das hat Geschmäckle!“

 

Gern gebe ich zu, dass diese Antworten sehr, sehr lange nachgehallt hatten!

 

Zunächst, weil das ausnahmslos ganz persönliche Einschätzungen der Provider-Kollegen waren. Sicher: Alle waren langjährig im Interim-Business tätig – aber niemand hatte die Interim Manager jemals gefragt…

 

UNITEDINTERIM hatte dann mal gefragt.

 

Und – kaum überraschend: Viele Interim Manger waren an Dienstleistungen interessiert, die

 

(1) ihre Kosten senken,

(2) ihre Admin vereinfachen oder

(3) ihr Leben leichter

 

machen würden.

 

Und im Umfeld von persönlichen Preisvorteilen konnte ein „Geschmäckle“ rein niemand erschmecken.

 

Folglich bietet UNITEDINTERIM von Beginn an Mehrwert-Dienste für Interim Manager an – ausgerichtet an dieser skizzierten Logik.

 

Zum gesamten Portfolio an Sonderkonditionen gehörte – weil für Interim Manager besonders wichtig – von Beginn an das Mietwagen-Geschäft. Inzwischen wurde das Angebot auf das komplette „Mobility-Concept“ von Sixt ausgeweitet: Von Sixt Unlimited über Sixt Flat Seasons bis – besonders cool! – hin zu Sixt mydriver: Interim Manager werden zum Kundentermin gefahren, während sie sich im Fond intensiv vorbereiten – zu Kosten, kaum höher als eine Taxifahrt.

 

Und dabei nehmen sie sich vielleicht noch einmal die Auskunft der Creditreform vor – eine brandneue Dienstleistung von UNITEDINTERIM: Auf einen Vorschlag hin – von einer Interim Managerin aus der ersten Liga während des AIMP-Jahresforums auf Burg Schwarzenstein!

Ein unerwarteter Ritterschlag durch die DDIM

 

Nun hat sich die DDIM dazu entschieden, ihren Mitgliedern ebenfalls Rabatte anzubieten. Einem Verband entsprechend (Frau Dr. Strack möge mir dies nachsehen!) ein wenig spät – aber immerhin.

 

Die DDIM folgt somit dem Innovationsführer UNITEDINTERIM (ja, ich sprechen das jetzt hier mal ganz offen aus!) und natürlich freuen wir uns darüber!

 

Nun stellt sich mir die Frage: Wie reagieren die traditionellen Interim-Provider auf diese Entscheidung? Es ist doch nicht auszuschließen, dass diese Zusatzleistungen von UNITEDINTERIM und – wenn auch mit anderer Prägung – der DDIM die Erwartungshaltung der Interim Manager auch gegenüber den Providern verändern wird – über die reine Provisionsbeziehung hinaus.

 

Wie dem auch sei:

Die Interim-Szene entdeckt Mehrwertleistungen!

 

Interim Manager, die stets darauf konzentriert sind, das Geschäft ihrer Kunden zu optimieren, tun sich traditionell schwer, ihr eigenes Geschäft zu optimieren: Ein Einzelkämpfer kann halt keine Kräfte bündeln.

 

Das Bündeln der Kräfte aller Interim Manager ist deshalb eine der tragenden Säulen des Geschäftsmodells von UNITEDINTERIM. Auch hier ganz offen: Das Ausmaß der Einkaufsvorteile wäre nicht durch UNITEDINTERIM allein möglich – durch die Zusammenarbeit mit einer Einkaufsgenossenschaft hingegen schon: Auch diese Kooperation dürfte in der Interim-Szene beispiellos sein…

 

Auch wenn die DDIM weitaus weniger Kräfte (Mitglieder) bündeln kann als UNITEDINTERIM (Interim Manager), so bleibt doch ein spürbarer Mehrwert festzuhalten:

 

Ein Interim Manager, der seine Kostenbasis senken möchte, kann entweder zur DDIM oder zu UNITEDINTERIM gehen. Der eine Partner konzentriert sich bewundernswert auf die Verbandsarbeit für die Interim Manager und Managerinnen. Der andere Partner konzentriert sich auf deren Business.

 

Wo, auf welcher Basis und in welcher Kombination auch immer (denn viele Verbandsmitglieder bieten ihre Dienstleistung über UNITEDINTERIM an): Wer im heutigen Umfeld solche Preisvorteile als Interim Manager oder Managerin leichtfertig verschenkt, ist selber schuld!

 

Deshalb schließe ich heute mit meinem Appell:

 

Interim Manager, nehmt die Rabatte mit!

 

WO´S ENG WIRD, SCHLACHTEST DU JEDE HEILIGE KUH!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Skulptur_Boboli_Garten_Florenz_2018„Das Provider-Geschäft ist sehr unschön geworden, Herr Becker“, eröffnete der Geschäftsführer des Providers unser Gespräch. Er ist seit gut zwei Dekaden im Markt tätig.

 

Nun, diese Aussage verwundert niemanden, der das Interim-Business kritisch beobachtet – und dessen Aufmerksamkeit nicht durch das Gift des eigenen Erfolges aus vergangenen Tagen gelähmt ist. Ich frage nach:

 

„Weshalb denken Sie das?“

 

„Die Entwicklungen sind in der Summe schon dramatisch, Herr Becker!“

 

„Welche Entwicklungen summieren sich, Herr Provider?“

 

„Zunächst, Herr Becker, ist das Geschäft rückläufig! China, die besonderen Verhaltensmuster des US-Amerikanischen Präsidenten, dann das Hick-Hack um den Brexit und natürlich die zahlreichen Baustellen im eigenen Land bilden eine Gemengelage, die nicht gut ist.“

 

„Dem stimme ich uneingeschränkt zu, Herr Provider!“

 

„Dann: Ich finde mich plötzlich regelmäßig im Wettbewerb mit zwei, drei anderen Providern wieder!“

 

„Das, Herr Provider, ist aber nicht neu!“

 

„Für mich schon, Herr Becker! Und in diesem Wettbewerb geht´s dann nur noch um die Preise …“

 

„Das sehe ich auch so!“

 

„Dann, das wissen wir beide, Herr Becker, ist der entscheidende Faktor in unserem Geschäft der Kundenzugang. Und folglich treten sichtbar neue Player in den Markt ein, die eben diesen Kundenzugang haben – vor allem Personalberater und Unternehmensberater. Da sagt dann der Kunde, „Wenn Sie Interim jetzt auch anbieten, dann machen wir das aufgrund unserer Geschäftsbeziehung natürlich gemeinsam mit Ihnen!“ – und wir Provider sehen dieses Geschäft nicht einmal mehr!“

Das Brot- und Butter-Geschäft bricht weg!

„Das ist richtig, Herr Provider, und genau deshalb sind Unternehmens- und Personalberater eine wichtige Zielgruppe für UNITEDINTERIM: Denn die haben alle keinen leistungsfähigen Pool!“

 

„Richtig. Und schließlich spüren wir das, was die Personalberater schon längst erleben: Das Brot- und Butter-Geschäft bricht weg! Hier fragt doch niemand mehr nach einem Controller! Den beschaffen die Kunden über eigene, digitale Kanäle selbst. Dem Controller ist das doch so was von egal, woher die Anfrage kommt: Hauptsache, sie kommt!“

 

„Ich weiß, Herr Provider. Weshalb auch sollte ein Kunde für ein solches Standard-Projekt die Providermarge zahlen – völlig unabhängig davon, wie hoch sie sein mag!“

 

„Wenn wir das alles zusammenfegen, Herr Becker, dann haben wir ein sinkendes Nachfragevolumen – bei steigendem Angebot – und gleichzeitig abschmierender Lead-to-Deal-Quote! Ganz großes Kino…!“

 

„Und was folgern Sie aus all dem, Herr Provider?“

 

„Ich bin davon überzeugt: Das Providergeschäft steht mitten in einem nie dagewesenen Umbruch. Wenn das Volumen rückläufig ist und gleichzeitig die Margen sinken, dann besteht akuter Handlungsbedarf auf der Kostenseite. Das ist doch keine „Rocket-Science!“

 

„Ich folge Ihrem Gedankengang, Herr Provider! Aber, was empfehlen Sie dann zu tun?“

 

„Sie müssen mit den Kosten runter! Schauen Sie sich also die größten Kostenblöcke an: Von einigen Providern abgesehen, wo auch die Büros richtig zu Buche schlagen, werden Sie bei den Mitarbeitern landen!“

 

„Nicht beim Pool?“

 

„Sicher, damit ist doch ein gehöriger Teil der Mitarbeiter beschäftigt!“

 

„Das ist aber die heilige Kuh im Provider-Geschäft!“

 

„Glauben Sie mir, Herr Becker,

 

Wo´s eng wird, schlachtest Du jede heilige Kuh!“

 

SICHTBARE INTERIM MANAGER – UND UNSICHTBARE

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Schild_in_Vernazza_2019„Ach, wissen Sie, Herr Becker: Ich bekomme meine Aufträge aus meinem eigenen Netzwerk!“

 

Diese Aussage von Interim Managern (bemerkenswerter Weise kaum von Interim Managerinnen) begleitet mich, seitdem ich mich im Interim-Business tummele – und das sind ja inzwischen auch schon fröhliche 17 Jahre.

 

Mich hat diese Aussage der Interim Manager immer beeindruckt – und das meine ich ganz ehrlich und ohne, dass da irgendeine andere Schwingung durch meine Zeilen wabern würde.

 

Wir glücklich nennt sich ein Mensch, der so viele Kontakte, Bekannte und Freunde hat, die als Kollektiv für derart viele Aufträge sorgen, dass dieser Mensch sein Auskommen findet!

 

Kleinlaut gebe ich zu: Ich gehöre nicht zu diesen glücklichen Menschen – aber auch nicht die Spur! Was wiederum meine tiefe Bewunderung erklärt…

 

Irgendwann formulierte der erste Interim Manager ein existenzielles Risiko, das ich offen gestanden bis dahin so nicht gesehen hatte:

 

„Herr Becker, mir stirbt mein Netzwerk weg! Ich muss jetzt etwas tun – und daher möchte ich die Zusammenarbeit mit Providern aufnehmen!“ („aufnehmen“ – nicht „ausbauen“).

 

„Wie meinen Sie das? Haben Sie tatsächlich so viele Todesfälle zu verkraften?“

 

„Nein, nein. Natürlich nicht! Ich meine: Meine Kontakte haben jetzt ein Alter erreicht, wo sie aus ihren Unternehmen ausscheiden – und nichts mehr für mich tun können! Also müssen die Projekte von woanders herkommen – und da habe ich an die Provider gedacht!“

 

Nun bleibt es jedem Provider überlassen, wie wohl er sich als Notnagel fühlt…

 

Ich möchte an dieser Stelle noch ein wenig beim Netzwerk bleiben.

 

Ein Netzwerk kann Dich, wie oben skizziert, tragen – ja, es kann Dich offenbar sogar längerfristig ernähren. Das funktioniert, weil Dich die Mitglieder Deines Netzwerks – die Knotenpunkte – kennen und schätzen – und deshalb Dich empfehlen, wenn ein Knotenpunkt ihres jeweiligen eigenen Netzwerkes um eine solche Empfehlung bittet.

Eigenes Netzwerk aus 20 bis 30 Kontakten

 

Ich habe sie nicht gezählt – meine Erstberatungs-Gespräche für Einsteiger ins Interim-Business. Aber – mit dem Blick auf den Vertrieb über das eigene Netzwerk habe ich sicher ein paar zig hundertmal diese Frage gestellt:

 

„Wenn ich Sie bitte, Ihr eigenes Netzwerk in Zahlen zu fassen – also die Anzahl der Menschen, die Sie heute ansprechen und von denen Sie realistischerweise einen Auftrag erwarten können: Welche Zahl nennen Sie dann?“

 

„Vielleicht 20 – allerhöchstens 30!“

 

Meine nächste Frage: „Wie soll dann Ihr Vertrieb in Richtung dieser „Key Accounts“ aussehen?“ wurde dann regelmäßig mit einem Fragezeichen auf der Stirn quittiert.

 

Die allermeisten waren davon überzeugt, der eine oder andere Brief sei ausreichend und, wenn überhaupt, würde dem Netzwerk hie und da ein Essen spendiert; ansonsten würde halt „der Kontakt gehalten“…

 

Wenn Sie heute in Netzwerken denken, dann denken Sie typischerweise in digitalen Netzwerken – keinesfalls in analogen. Ich denke: Analoge Netzwerke werden auch in Zukunft wichtig sein – möglicherweise anders wichtig – aber sie haben nun mal nicht die Wucht digitaler Netzwerke: Allein schon nicht aufgrund ihrer eklatanten Größen-Nachteile.

Erst musst Du geben – dann kannst Du nehmen

Wer sich damit beschäftigt, der muss – für den einen oder anderen: bedauerlicherweise! – erkennen: Ein digitales Netzwerk erwartet, dass Du zunächst einmal dem Netzwerk gibst – vulgo investierst! Erwarte folglich nicht, dass Du gleich zu Beginn vom Netzwerk etwas bekommst.

 

Aber Du kannst sicher sei: Wenn Du vom Netzwerk als wertvoll angesehen wirst, dann wird jede Menge zurückkommen!

 

Aber eben auch nur dann: Leider!

 

Das ist das Kernproblem, mit dem sich viele Interim Manager derzeit auseinandersetzen müssen – auf dem Weg in die digitale(re) Welt. Wer konditioniert wurde in einer Welt, in der es ausreichte, „den Kontakt zu halten“, der ist es in aller Regel nicht gewohnt, dem Netzwerk zu geben – in sein Netzwerk zu investieren:

 

Keine Artikel, keine Blogs, keine Podcasts, keine Videos – rein gar nichts. In der Folge machen sich diese Interim Manager unsichtbar in digitalen Netzwerken!

 

„War ja bisher auch nicht erforderlich, Herr Becker!“

 

Richtig. Bisher!

 

Inzwischen aber ist der Zug angefahren – und ich kann ihm auf seinen Hochgeschwindigkeits-Geleisen noch recht gut folgen – nicht zuletzt in dieser Woche, als Eckhart Hilgenstock bei UNITEDINTERIM veröffentlichte: Was ist wichtig, wenn Sie über Digitalisierung nachdenken?

 

Es steht deshalb für mich völlig außer Frage: Es bilden sich derzeit in der Interim-Welt zwei Gruppen heraus:

 

Sichtbare Interim Manager – und unsichtbare.

 

SCHAU MAL KRITISCH AUF DAS, WAS DU TUST!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Kopf_im_Garten_Keitum_2018Mir fällt auf, dass vermehrt Impulse einer eher ungewohnten Art bei mir aufschlagen: „Konzentriere Dich“, „Entschlacke Deinen Tag“, „Höre auf, die Dinge zu tun, die nichts bringen oder die Du nicht gern tust“.

 

Meine wesentlichen Quellen sind hier Susanne Grieger-Langer sowie Förster & Kreutz, denen ich meinen Blogbeitrag vom 3. August gewidmet habe und über deren Beitrag ich in dieser Woche gestolpert bin: „Picasso am Strand – oder: Wozu arbeitet Ihr überhaupt?“

 

Der Aufhänger ist die Diskussion über die 4-Stunden-Woche, die Tim Ferris in seinem gleichnamigen Buch mit dem Untertitel „Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben“ bereits im Jahr 2015 vorgeschlagen hatte.

 

Ich bin fest davon überzeugt, dass es dieses Programm aus dem Stand zur absoluten Mehrheit in Deutschland schaffen würde – so man es denn nur wählen könnte!

 

Die oben angesprochenen Impulse konzentrieren sich auf zwei Bereiche. Der erste lautet: „Macht, was ihr liebt! Und liebt, was ihr macht!“

Zwischen Beruf und Berufung

 

Wer würde ernsthaft bestreiten, dass man das als „Beruf“ tun sollte, was man gern tut. Nicht zufällig steht dieses Wort dicht am Begriff „Berufung“ – und die Alternative hieße: Etwas tun, was man nicht gern tut – und sich jahrzehntelang durch dieses Jammertal schleppen!

 

Mein ganz persönlicher Eindruck ist dennoch, dass die meisten Menschen nicht gern tun, was sie tun. Sie tun es, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Mir steht es nicht an, dies zu kritisieren.

 

Der zweite Impuls lautet: „Lehn‘ Dich mal zurück – und schau´ kritisch auf das, was Du tust!“

 

Auch dem stimme ich aus tiefer Überzeugung zu: Denken wir nur an den Mail-Wahnsinn, der inzwischen auf unseren Rechnern tobt!

 

Denken wir daran, wer alles den ganzen lieben Tag lang um unsere Aufmerksamkeit buhlt, über unsere Zeit verfügen möchte – wer, ja, vielleicht sogar an uns zerrt…

Fünf Provider arbeiten sicher für die Tonne!

 

In dieser Woche leitete ein Interim Manager eine direkte (!) Anfrage eines großen Unternehmens an mich weiter, die er aus Kapazitätsgründen nicht annehmen konnte. Dafür bin ich stets dankbar.

 

Das Anforderungsprofil gehört zum Schwierigsten, was mir seit langem untergekommen ist – und so kann es nicht verwundern, dass die Position bisher nicht in Festanstellung besetzt werden konnte – trotz erheblicher Anstrengungen.

 

Also muss ein Interim Manager her!

 

Ich investiere regelmäßig einiges in die Auftragsklärung und – man sehe mir dies nach – durchaus auch in das Bewerten der eigenen Erfolgschancen.

 

„Gestatten Sie mir bitte eine Quittungsfrage zu Beginn: Wie viele Provider oder Vermittler haben Sie für dieses Mandat bereits angesprochen?“

 

„Ich habe bis jetzt 6 verschiedene Unternehmen kontaktiert aber nur 4, die in Interim Management spezialisiert sind.“

 

„Es tut mir leid, aber dann kann ich nicht helfen: Diese sechs Unternehmen haben einen Zeitvorsprung, den ich selbst als „schnellster Provider in der DACH-Region“ nicht einholen kann.“

 

„Also der Suchauftrag wurde diese Woche an verschiedene Firmen beauftragt, zeitlich sind Sie nicht im Nachteil. Andere Unternehmen haben bis jetzt kein einziges Profil weitergeleitet. Werden Sie sich denn darum kümmern?“

 

„Okay, ich sende Ihnen bis 15.00 Uhr mein Angebot.“

 

Mein Angebot beschreibt über zwei Seiten im Detail, was ich tun und was ich liefern werde. Und es beinhaltet stets diesen Passus:

 

Dieses Beratungs- und Dienstleitungspaket stellt MANATNET dem Auftraggeber für pauschal 2.500 Euro plus MwSt. bereit. Das Entgelt wird unverzüglich erstattet, wenn der Auftraggeber einen von MANATNET vorgeschlagenen Interim Manager beauftragt.

 

„Ich habe mit der Teamleitung über Ihr Angebot gesprochen und leider können wir dies nicht annehmen.“

 

Wir halten fest:

 

(1) Der Kunde ist sich ziemlich sicher, dass er den Kandidaten nicht über mich beschaffen wird – und damit würden meine 2.500 Euro den Rekrutierungs-Prozess insgesamt verteuern.

 

(2) Sechs Unternehmen rennen alle im gleichen Markt herum, um diese schwierige Aufgabe zu lösen. Hierbei ist sicher, dass mindestens fünf Unternehmen diese Arbeit ohne jedes Entgelt erbringen – und am Ende leer ausgehen werden.

 

(3) Der Interim Manager, der das Projekt an mich weitergeleitet hatte, wurde inzwischen von einem der Provider auf dieses Projekt angesprochen – und war gezwungen, abzulehnen. Der Kunde hatte somit nicht einmal den Katalog mit den Namen, die nicht mehr angesprochen werden müssen, weitergereicht. Somit muss neben mehrfacher auch noch unnütze Arbeit erledigt werden.

 

So betrachtet, ist jener Impuls schlichtweg unbezahlbar:

 

Schau mal kritisch auf das, was Du tust!

 

DAS VERROHEN DER SITTEN ADELT DIE „SITTENWIDRIGKEIT“

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Maedchen_mit_Krauerterbueschel_Kraeuterbueschelfest_Gengenbach_2018Mehrfach habe ich an dieser Stelle darüber geschrieben, welche enorme Bandbreite dieses Interim-Business kennzeichnet. Manchmal ersetzt mein Hirn auch den Begriff „enorm“ durch „seltsam“.

 

Da schreibt mir ein Interim Manager, den ich für ein Projekt beim Kunden vorgeschlagen hatte und ihm folglich als Vorbereitung fürs Erstgespräch mein Briefing habe zukommen lassen:

 

„Herr Becker, ich möchte die Gelegenheit nutzen und Ihnen auch ein großes Lob aussprechen. In Punkto Transparenz, Offenheit und Antwortverhalten kann man Sie nur weiterempfehlen. Auch ein Briefing in solcher Detaillierung und Tiefe haben wir noch nicht erhalten. Vielen Dank dafür!“

 

Meine treuen Leser wissen: Das ist kein Einzelfall! Ich bin geneigt, in den Interim-Wald hineinzurufen: „Hey, Leute, was macht Ihr denn da draußen für Euer Geld…?!“

 

Dann haben wir zum Relaunch von UNITEDINTERIM das Verzeichnis der Provider in der DACH-Region veröffentlicht. Das umfasste alle Anbieter, die wir in aufwendiger Recherche identifizieren konnten.

The Place to be in Interim Management

 

Aus Sicht von UNITEDINTERIM eine zwingende Dienstleistung unter der Strategie des Unternehmens „Erste Anlaufstelle für alle Fragen rund ums Interim Management“, verdichtet im Slogan „The Place to be in Interim Management“.

 

Natürlich kann ich verstehen, dass ein Marktteilnehmer nun unglücklich ist, weil er eine in etwa vergleichbare Aufstellung über Jahre nur gegen Entgelt herausgegeben hatte.

 

Die allermeisten Interim-Provider finden unser Verzeichnis der Provider auch richtig gut. Verständlich: Bilden wir sie doch mit eigenem Logo (man bedenke den Aufwand) werbewirksam ab, in alphabetischer Reihenfolge und ohne eigene Wertung. Und wir geben zudem jedem Provider die Möglichkeit, in einem Satz seinen USP (Unique Selling Proposition; Alleinstellungsmerkmal) abzubilden und verlinken schließlich auf die Homepage des jeweiligen Providers.

 

UNITEDINTERIM macht somit nachhaltig Werbung für die Provider! Als Infrastrukturanbieter und als Partner, nicht als Wettbewerber der Provider, kann man das machen!

 

Während typischerweise für solche Backlinks von einer starken Site wie UNITEDINTERIM gezahlt wird, bietet UNITEDINTERIM dies kostenlos für die Provider an!

 

Um das noch einmal klar zu sagen: UNITEDINTERIM zieht durch eigene Vertriebs- und Marketing-Aktivitäten Nutzer auf die eigene Site und leitet sie dann kostenlos an die Provider weiter – und ermöglicht ihnen somit Zusatzgeschäft. Danach leckst Du Dir die Finger – als Provider!

 

Nun gibt es tatsächlich einige wenige Provider, die möchten das nicht. Und einer hat uns sogar seine Anwaltskanzlei auf den Hals gehetzt, die in sage und schreibe 5 (in Worten: fünf) Seiten unsere Dienstleistung geißelte.

 

Selbstverständlich wollen wir niemanden zu seinem Glück zwingen – und löschen diese Anbieter dann aus dem Provider-Verzeichnis. Das dadurch nicht mehr vollständig sein kann – aber so ist es halt. Im Ergebnis existieren solche Unternehmen für den einen oder anderen Interessenten dann aber auch nicht.

 

Wie man eine solche Alternative bevorzugen kann, erschließt sich mir beim besten Willen nicht!

Nervosität in der Interim-Szene nimmt zu

 

Allerding verfestigt sich für mich persönlich inzwischen der Eindruck, dass die Nervosität innerhalb der Interim-Szene zunimmt.

 

Das liegt auch daran, dass die Interim Manager – nicht alle, aber viele – sehr viel kritischer mit dem umgehen, was Provider tun.

 

So habe ich aus zwei zuverlässigen Quellen erfahren, in welchem Umfang Kunden noch immer „abgezockt“ (O-Ton Quelle) werden. Ich habe es schon immer als nicht partnerschaftlich angeprangert, dass Provider auch gerne mal 65% und eben nicht weniger als 25% aufschlagen. Inzwischen halte ich das für enorm gefährlich. Gefährlich für die geamte Branche!

 

Wenn das offen wird (ich erinnere daran: in einigen Branchen gibt es so genannte Open-Book-Policies): Gibt´s wirklich jemanden, der glaubt, die Reaktion der Kunden sein ein lockeres „Passt scho!“?

 

Es gab heute einen kleinen Mailverkehr zu diesem Thema, den ich wie folgt abgeschlossen habe:

 

„Dennoch wird das im Markt gemacht. Nun kann man niemandem vorwerfen, da mitzumachen – unter der Überschrift „Geht doch!“.

 

Man könnte aber fragen: Weshalb lassen die Interim Managern das zu? Die Antwort ist ganz einfach: Die Interim Manager sind in der Masse froh, wenn sie ein Mandat bekommen. Da wird dann zwar über die Sklavenhändler vulgo Provider hergezogen – aber im Kern zieht man sich darauf zurück, dass „das ja der Kunde zahlt“.

 

Irgendwann aber werden die Kunden das nicht mehr mitmachen! Ich glaube: Spätestens in der nächsten Krise!

 

Bis dahin muss sich UNITEDINTERIM von (nicht wenigen) Interim Managern „Wucher“ oder „Sittenwidrigkeit“ vorwerfen lassen, weil wir statt einer Provision von 25 bis 65 % nur 45 Euro im Monat aufrufen – für die Nutzung der kompletten Infrastruktur!

 

Merke:

 

Das Verrohen der Sitten adelt die „Sittenwidrigkeit!“

 

MITTENDRIN – STATT NUR DABEI

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis. Der neue, bereits in jenen Tagen der späten 1980er Jahre für das Establishment irritierend innovative Chef des Firmenkundengeschäfts erhielt zwei Aufträge.

 

(1) Restrukturieren Sie unser Firmenkundengeschäft: Machen Sie es schlank, effizient und profitabel.

 

(2) Wir möchten ins Privatkundengeschäft einsteigen: Machen Sie das.

 

Der Vorstand der National Westmister Bank im noblen Frankfurter Westend hatte das „High Potential“ aus der Kaderschmiede von Chase Manhattan exakt dafür abgeworben – und wusste beide Themen in guten Händen.

 

Die erste Aufgabe war ein Kinderspiel – verglichen mit der zweiten.

 

Nichts war vorhanden: Keine „Produkte“ und Dienstleistungen, keine Mitarbeiter, keine Kunden. Nichts.

 

Nachdem Electronic Banking im Firmenkundengeschäft eingeführt worden war – bereits damals trotz des „German-typical“ ‚Brauche mer net!‘“ – wurde die zweite Aufgabe in Angriff genommen.

Der Albtraum jedes Marketing-Chefs

 

Wir schufen das erste Mehrwert-Konto, dem wir den brachial-innovativen Namen „Prokonto“ spendierten – und vieles, was der seinerzeit typische Kunde gebrauchen konnte.

 

Dann ging es ans Vermarkten – an Kunden, die uns nicht kannten und die allesamt bereits ein Konto bei einem der in Frankfurt ungezählten starken Wettbewerber hatten.

 

Der Alptraum jedes Marketing-Chefs!

 

Heute würde man sagen: „Wir haben uns der Herausforderung gestellt!“ Seinerzeit hieß es: „Wie zum Teufel sollen wir das schaffen?“

 

Wir entschieden uns für Direktmarketing – also Mailings per Post. E-Mails gab’s damals nicht! Damals, weit vor den Segnungen der DSGVO, ein recht kommodes Unterfangen:

 

Adressen kaufen, Anschreiben texten, versenden, Abwarten und Bestellungen einsammeln.

 

Bedauerlicherweise hatten bereits damals die Response-Quoten (Bestellungen durch Anzahl der Aussendungen in Prozent) die Ein-Prozent-Marke deutlich gerissen und somit galt eine Quote von 0,5% in jenen Jahren als schöner Erfolg.

 

Diese Quote hatte ich als zu niedrig angesehen – und deshalb haben wir uns nur noch damit beschäftigt, wie wir eine höhere Rücklaufquote erzielen konnten.

 

Der Königsweg lautete schließlich: Wir müssen das Anschreiben drastisch aufwerten und dem Empfänger etwas schenken, das ihn emotional berührt und er idealerweise auf seinen Schreibtisch stellen wird.

 

Wir entschieden uns für einen roten Londoner Doppeldeckerbus von Matchbox, dessen Reklameflächen das Banner der National Westminster Bank zierte. Wir präsentierten den Bus in einem silberfarbenen Karton (ja doch: schon damals aus recyceltem Material) – aufklappbar. Auf der aufgeklappten Innenseite prangte das Anschreiben in Büttenpapier (!) und von mir eigenhändig (!) unterschrieben.

 

Unsere Mailingaktion hatte 5.000 Empfänger, ruinierte die Feinmotorik meiner rechten Hand für die kommende Woche – und brachte 160 neue Kunden. Die daraus abgeleitete Response Quote von 3,2 Prozent sorgte weithin für Beachtung – in der Bankenwelt und darüber hinaus.

 

Alles toll also!

 

Es sei denn, wir stellen die Kosten für diese Aktion dagegen: Herstellung des Mailings plus Porto beliefen sich pro Stück ziemlich genau auf 12 DM, also der Einfachheit halber hier rund 6 Euro – Opportunitätskosten wie z. B. meine Signierstunden nicht eingerechnet. Also: Wir haben rund 30.000 Euro investiert, um 160 Kunden zu bekommen – also knapp 190 Euro je Neukunde.

 

Warum diese Überlieferung an dieser Stelle?

Viel zu aufwendig – viel zu teuer!

 

Nun, niemand käme wohl heute auf eine solche Idee. Viel zu aufwendig und damit viel zu teuer!

 

Die Risikoschwelle liegt zudem erheblich höher, denn normale Mailing-Aktionen landen heute typischerweise direkt und ungeöffnet im Papierkorb. Folglich sind die Response-Rates im Keller: Lang schon misst man nicht mehr in Prozent, sondern in Promille.

 

Was bedeutet das für die Interim Manager, die ja stets vor den Fragen stehen; „Wie komme ich an neue Kunden?“ und „Wie komme ich an neues Geschäft?“

 

Hierbei allein auf die Provider zu setzen, ist sicher eine riskante Strategie.

 

Interim Managern, die mir heute berichten, dass sie Mailings planen oder Telefonaktionen, rate ich dringend davon ab. Eigenen Erfahrungen haben gezeigt: Es ist sinnvoller, wenn sie diese Gelder spenden.

 

„Was schlagen Sie denn dann vor, Herr Becker?“

 

„Wenn Sie schon keine großen Response-Quoten erwarten dürfen, dann bedauern sie das nicht, sondern akzeptieren diese Gegebenheit. Und dann gehen Sie damit professionell um. Nutzen Sie alles, was Ihnen kostengünstig zur Verfügung steht. Ich empfehle Twitter und besonders Blogbeiträge, auf die Sie sehr einfach und so gut wie kostenlos verlinken können. Obendrein wird ein guter Blogbeitrag Ihre Kompetenz im Markt untermauern.“

 

Ja, ich weiß, auch ein Blog kostet Geld. Wohl 1.000 Euro pro Jahr, wenn Sie´s selbst aufsetzen.

 

Als smarter Interim Manager können Sie aber auch das Blog von UNITEDINTERIM nutzen, das allen registrierten Interim Managern kostenlos zur Verfügung steht. Und das wir für Sie bewerben – und nicht Sie selbst, wie Sie das für Ihr eigenes Blog tun müssen.

 

Dann können Sie erleben, was Judith Geiß erlebt: 24.798 Zugriffe auf ihren Blogbeitrag „So wählen Sie nach einer Übernahme Ihren Interim Manager aus“!

 

 

Fragen Sie sich, was gerade diesen Beitrag so stark macht!

Fragen Sie sich, wie Sie das auch schaffen können!

 

Und fragen Sie sich vor allem, ob Sie es sich leisten können, außen vor zu bleiben, wenn Ihr Wettbewerb all diese Dinge nutzt.

 

Lassen Sie die Finger von Mailings und Telefonakquise: Damit nerven Sie nur noch! Gehen Sie stattdessen neue, moderne Wege – und erschließen Sie sich Ihre Zielgruppen mit Inhalten, die Ihre Zielgruppe als wertvoll empfindet.

 

Selbstverständlich macht auch das Arbeit! Aber glauben Sie mir: Der rote Doppeldeckerbus war spürbar noch sehr viel mehr Arbeit.

 

Und auf einmal sind Sie als Interim Manager:

 

Mittendrin – statt nur dabei.

 

SMART INTERIM-PROVIDERS` DIGITAL PIGGYBACKING

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Sitzgruppe_vor_reetgedecktem_Haus_Westerland_2017Spätestens bei Chase Manhattan Bank, ganz sicher aber bei Burda, habe ich gelernt, mich an den Besten zu orientieren. Von ihnen zu lernen – und dann, idealweise – besser zu werden als meine „Benchmarks“.

 

An dieser Stelle ganz offen, weil der eine oder andere Leser das assoziieren mag: „Die Besten“ meint nicht zwingend die, die am meisten umsetzen, den höchsten Cash-Flow generieren oder die beste Net Profit Margin. Ich gehöre zum kleinen Grüppchen von Unentwegten, die dieses Mantra-gleiche „Wachstum, Wachstum, Wachstum“ und „Profit, Profit, Profit“ für wenig zeitgemäß hält – nicht erst seit der Bankenkrise und Dieselgate.

 

Benchmarks begleiten mich somit seit über zwanzig Jahren. Auch bei MANATNET – und damit natürlich auch bei UNITEDINTERIM.

 

Nach gut einem Dreivierteljahr (Merke: UNITEDINTERIM ging erst am 1. April 2017 live!) war es an der Zeit, die relative Stärke von UNITEDINTERIM im Internet mit den gemeinhin als die besten angesehenen Provider von einem unabhängigen Dritten analysieren und bewerten zu lassen.

 

Nun, UNITEDINTERIM gewann im Januar die Silbermedaille – unter 16 Startern. Gold ging an die Management Angels und mein Freund Thorsten Becker weiß, dass ich ihm diese Position gönne. Er weiß aber auch, dass ich alles daran setzen werde, die Angels im Laufe des Jahres vom Thron zu holen.

 

Bronze ging an einen Provider im Süden Deutschlands. Auf den Plätzen wird es dann schnell eng…

 

So weit olympisch, so weit gut.

 

Wenn wir ein wenig tiefer bohren, dann sind allenfalls 5 von 16 Unternehmen (für die Mathematiker unter uns: ein knappes Drittel) gut aufgestellt! Für die anderen besteht ausnahmslos Handlungsbedarf – zum Teil: akut!

 

Wie wollen wir damit umgehen, werden sich diese Kollegen fragen? Denn sicher macht ein jeder von ihnen sein eigenes Benchmark und orientiert sich an den Besten! Also an den Management Angels und UNITEDINTERIM…

 

Also, noch einmal: Wie wollen wir damit umgehen?

 

Ebenfalls seit der Zeit bei Burda bin ich es gewohnt, in Optionenbäumen zu denken. Für jedes Problem im Geschäftsleben gibt es mehr als einen Lösungsansatz (auch, wenn es Manager geben soll, die das aus Bequemlichkeitsgründen gern verdrängen!) – und deshalb bildet ein Optionenbaum jede denkbare Alternative ab. Die Alternativen beginnen links mit dem starken Ast mit der Aufschrift „Weitermachen wie bisher“ und enden mit dem starken Ast rechts außen mit der Markierung „Alles stoppen“. Dazwischen werden die anderen Äste (vulgo Optionen) abgebildet.

 

Und jetzt kommt´s: Jede einzelne Option wird dann nachvollziehbar mit den gleichen Maßstäben (!) bewertet – qualitativ und quantitativ. Und ich habe es mehrfach erlebt, dass der quantitativ schlechteren, aber qualitativ besseren Option der Vorzug gegeben wurde.

 

Der Optionenbaum der Provider ab Position 6 muss aus meiner Sicht zwingend zumindest drei Optionen beinhalten:

 

Option 1: „Weitermachen wie bisher“.

 

Option 2: „Wir wollen aus eigener Kraft dorthin, wo die Angels und UNITEDINTERIM bereits heute sind.“

 

Option 3: „Wir nutzen die Stärke der hier tatsächlich – und nicht nur vermeintlich – führenden Unternehmen.“ Nicht ohne Grund empfiehlt sogar McKinsey die Zusammenarbeit mit einem digitalen Vorreiter („Huckepack-Strategie“).

 

Option 1 ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der quantitativ günstigste Weg. Qualitativ bedeutet sie gleichzeitig den siechenden Tod des Unternehmens, das nicht mehr zukunftsfähig ist. In Zeiten der Digitalisierung (und wir stehen hier noch ganz am Anfang!) wird diese Option wohl auch dazu führen, dass Unternehmen solche Provider nicht mehr als ernsthaft professionell tätigen Dienstleister wahrnehmen werden.

 

Ich kann Ihnen versichern: Wenn Sie Option 2 in einem Jahr erreichen wollen, dann müssen Sie ein unfassbares Geld in die Hand nehmen, sich mit Leuten umgeben, die wissen, was Sie tun – und nicht nur darüber schlau reden können. Und über ein geschlagenes Jahr sollten Sie den Begriff „Privatleben“ oder „Freizeit“ aus Ihrem Hirn verbannen. Wenn Sie also nicht unbedingt zur Selbst-Kasteiung neigen: Lassen Sie die Finger davon…!

 

Option 3, also die „Huckepackstrategie“, werden die Management Angels im Rahmen des Magnalia-Verbundes für sich entscheiden müssen: Dazu kann ich somit nichts sagen.

 

Für UNITEDINTERIM kann ich an jedoch an dieser Stelle sagen: In der UNITEDINTERIM-Welt ist vieles denkbar, denn UNITEDINTERIM ist ein zu so gut wie allen Seiten offener Dienstleister im Interim-Business! Das ist neu – mit einem völlig neuen Ansatz und einem völlig neuen Geschäftsmodell. UNITEDINTERIM kann somit vieles neu und ohne Vorbehalte denken ….

 

Interim Manager nutzen die starke Plattform UNITEDINTERIM für ihren Vertrieb – und wir halten es für sehr gut denkbar, dass auch Provider die starke Plattform UNITEDINTERIM nutzen. Sich hinzugesellen zu dem, was bereits da ist, statt alles selbst und teuer und aufwendig und nochmals aufzubauen.

 

Dies erscheint vor allem dann als eine besonders attraktive Option, wenn ein Provider auf der quantitativen Seite der günstigsten Option „Weitermachen wie bisher“ möglichst nahe kommen – gleichzeitig jedoch auf keinen Fall die digitale Nabelschnur durchtrennen möchte.

 

Ich verwende dafür seit einiger Zeit den Begriff:

 

Smart Interim-Providers` Digital Piggybacking

 

NIEMAND HIER RUFT WENIGER ALS 540 EURO AUF

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Spendenkasse_Althistorische_Narrenzunft_Offenburg_2018Über das Jahresende hat mich so einiges beschäftigt. Das eine oder andere private Thema. Ja, tatsächlich: kaum zu glauben!

 

Urlaubspläne: Sylt, natürlich. Major cash outflow forecasted. Merke: Wenn Dich Grenz-Kosten beschäftigen, solltest Du nicht nach Sylt fahren! Merke darüber hinaus: Jede Sucht ist teuer!

 

Irgendwie kommen mir der Rotwein und der Whisky in den Sinn. Und in der Folge schliddern meine Gedanken dann in die nicht privaten Bereiche.

 

Zur Investition in ein neues Objektiv der Spitzenklasse. 90mm „Prime Lens“ (für die nicht-Insider: Eine Festbrennweite). „Nicht mal´n Zoom!“, sagte erschüttert der Amateur kürzlich, „und das für sage und schreibe 1.299 Euro. Dafür bekomme ich zwei komplette Digitale…!“ Stimmt. Oder eben 14 Linsen in 10 Gruppen. Nie, wirklich nie, nannte ich besser Glas mein Eigen!

 

Meine Gedanken driften ab zur avisierten Rechnung an meine Zunft – für die neue „Spenden-Kasse“ (denn ohne Spenden geht´s heute nicht mehr!). Echte Handarbeit aus dem Schwarzwald und ich hatte entschieden, diese Kosten zu übernehmen. Und der Schnitzer ruft fast den Gegenwert eines halben Tagessatzes auf, den ein Interim Manager im Schnitt am Tag verdient (Quelle: AIMP-Providerumfrage 2017). Aber sensationell ist´s geworden!

 

Ich frage mich, ob die vielen Hunderter, die monatlich ans Rechenzentrum gehen, wirklich sein müssen. Oder das Doppelte davon in Suchmaschinen-Optimierung. Oder die monatlichen Investitionen in die technische Seite von UNITEDINTERIM, die alles, was ich je bei MANATNET gemacht habe, als Beitrag für den klerikalen Klingelbeutel erscheinen lassen.

 

Die Antwort gebe ich mir selbst. Sie ist denkbar einfach: Wie zum Teufel willst Du sonst in diesem – sichtbar auf die digitale Welt einschwenkenden Interim-Business – jemals erfolgreich sein? Wie, bitte, soll das auch nur ansatzweise funktionieren?

 

Die Alternative heißt natürlich: Nichts tun! Ja, ja, ich weiß: Darin sind wir Deutschen halt groß – und dennoch halte ich das für grundlegend falsch! Denn noch immer heißt mein Job „Geschäfts-Führer“ – und nicht „Geschäfts-Verweser“! So dissonant das für einen oder anderen klingen mag.

Teuer? Verglichen mit was?

Unmittelbar nach diese Phase inniger Reflexion beginnen die Diskussionen mit einigen Interim Managern. Weil UNITEDINTERIM die Rechnungen für das neue Jahr gestellt hat. Ein Standard-Prozess für uns – ein markerschütternder Vorgang für den einen oder anderen Interim Manager!

 

Im Rahmen dieser quälenden Diskussionen – die wir leider führen müssen und die deshalb tiefe Löcher in unsere Zeitbudgets reißen – fällt irgendwann so sicher, wie ich das hier schreibe, der Begriff „teuer“.

 

Ich frage neuerdings immer: „Teuer, verglichen mit was?“

 

Dann wird es in aller Regel sehr still auf der anderen Seite.

 

In diese Stille hinein frage ich ausnahmslos: „Sagen Sie, Frau Interim Managerin/Herr Interim Manager, ich habe mal eben nachgesehen: Wenn Sie 540 Euro für ein ganzes Jahr als teuer empfinden, was sagen denn Ihre Kunden zu Ihrem ganz persönlichen Tagessatz von [EURO] – den Preis, den Sie somit für nur einen einzigen Tag aufrufen?“

 

[EURO] ist an dieser Stelle der Platzhalter für den tatsächlichen Preis des jeweiligen Interim Managers. Er hat bei UNITEDINTERIM eine Bandbreite von 655 bis 2.100 Euro.

 

Und eins ist so sicher, wie mich diese Diskussionen quälen:

 

Niemand ruft hier weniger als 540 Euro auf!