ENTWEDER IST ES „PEOPLE´S BUSINESS“ – ODER EBEN NICHT!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_KommunikationGebetsmühlenartig wird von Interim-Providern angemerkt, das Interim-Business sei ein „People´s Business“!

 

Ganz sicher als Gegenpol immer dann, wenn ich von den Vorteilen der Plattform-Ökonomie spreche, die auch für das Interim-Business gilt.

 

In aller Regel wird diese Aussage von einem mehr oder weniger ausgeprägt mitleidigem Blick begleitet.

 

Verdichtet soll mir diese verbale und non-verbale Kommunikation ‚rüberbringen: „Becker, das funktioniert im Leben nicht…!“

 

Ich bestreite das bekanntlich.

 

Nun mag ich ja völlig falsch liegen. So etwas gibt es ja.

 

Jedoch ist es so, dass die Signale, die Feedbacks, die ich erhalte, nicht darauf hindeuten. Vielmehr deuten sie darauf hin, dass es nicht schaden kann, wenn die Provider mal in sich gehen…

 

Also:

Wie definieren wir eigentlich „People´s Business“?

 

Wenn wir einmal an der Oberfläche dieses glänzend schillernden Imperativs „People´s Business“ kratzen wollen und Antworten darauf suchen, was damit tatsächlich gemeint ist, dann tun wir uns bemerkenswerter Weise schon mit einer Google-Recherche schwer.

 

Zwar finden wir sogar eine gleichnamige Domain (http://www.peoplesbusiness.coop/de/) und ein ebensolches Blog (http://www.thepeoplebusiness.net/blog/): Allerdings definieren beide den Begriff keineswegs.

 

Andere Fundstellen auf den ersten paar Seiten bei Google tun das auch nicht!

 

Stattdessen wird das „People´s Business“ sehr gern in Überschriften verwendet – wie z. B. in der Agenturwelt: „It´s a People´s Business“ und „Werbung ist ein People´s Business“. Offenbar zieht der Begriff recht gut.

 

Es scheint so, als wäre dieser Begriff in die eine oder andere dafür offene Szene eingesickert, um dort von jedermann leichtfüßig verwendet zu werden – in einer Art stillschweigenden Übereinkunft, jeweils die Bedeutung zu kennen.

 

Und genau das ist mein Eindruck seit mehr als 15 Jahren: In bestimmten Marktsegmenten redet jeder davon (nicht allen: der Bau z. B. misst ihm nur marginale Bedeutung bei) und führt dieses „People´s Business“ in schöner Regelmäßigkeit an: Im Kern soll dadurch das eigene Geschäft aufgewertet und als etwas Tolles, nur von ebenso tollen Menschen Darzustellendes geadelt werden.

 

Einverstanden.

 

Ich möchte hier und heute mal den Versuch wagen, dieses „People´s Business“ zu definieren – darauf vorbereitet, dass ich wieder Prügel beziehen werde.

 

„People´s Business“ ist ein Geschäft, das zwischen (in der Regel zwei) Menschen getätigt wird – und das nur deshalb gut funktioniert, weil eben diese Menschen empathisch und wertschätzend miteinander kommunizieren sowie interagieren.

 

Aufgrund der zwischenmenschlichen Kommunikation und der Interaktion zwischen den beteiligten Menschen wird Vertrauen aufgebaut – vor allem auf Seiten des „Käufers“ –, der dann auf der Grundlage eben dieses Vertrauens sich für das „Angebot“ des „Verkäufers“ entscheiden und seiner Empfehlung und seinem Rat folgen wird.

 

Ohne ein solches Verhalten kann somit ein „People´s Business“ nicht erfolgreich sein.“

 

In dieser Denkwelt bedeutet das zudem: Dieses Geschäft wird in dem Augenblick nicht mehr funktionieren, wenn ich einen dieser Menschen durch „etwas anderes“ ersetze. Für das Interim-Business ersetzen Sie bitte „etwas anderes“ durch „Plattform“ vulgo „UNITEDINTERIM“.

„People´s Business“ und der Nasenfaktor

 

Ich kann meinen Lesern diesen Satz leider nicht ersparen: Wenn meine Definition denn stimmen sollte, dann gilt auch die andere Seite der Medaille!

 

Wenn die menschliche Komponente dominiert, dann wird´s halt auch sonst menscheln! Ich werde meinen Lebtag nicht vergessen, wie mein Kunde (Vorstandsebene!) den Interim Manager aus der ersten Liga abgeschossen hat mit dem Hinweis, „der Typ passt nicht zu uns!“

 

Auf mein verblüfftes Nachfragen erläuterte er mit entwaffnender Offenheit: „So arrogant, wie der war – mit seiner Siegel-beringten Hand auf der Sessellehne: Das geht gar nicht! Mir war in den ersten Minuten klar: Der ist es nicht!“

 

Es ist also wie immer: Yin und Yang. Es gibt nichts Gutes ohne etwas Schlechtes darin. Und umgekehrt.

 

Es gibt somit keinen Grund, „People´s Business” in irgendeiner Weise zu verklären!

 

Dennoch bin ich zutiefst der Meinung, dass Menschen aktuell noch einen ganz entscheidenden Vorteil haben: Sie sind in der Lage, gut zu kommunizieren.

 

Allerdings tun sie´s nicht. Erst gestern schrieb mir ein Interim Manager:

 

Hallo Herr Becker,

 

vielen Dank für Ihre Info!

 

Gestatten Sie mir noch eine Anmerkung:

 

Ich bin wirklich sehr begeistert von der Kommunikation mit UNITEDINTERIM. Auf meine Anfragen bekomme ich immer sehr schnell und kompetent Rückantworten. Vielen Dank auch dafür!

 

Man merkt, dass Sie und Herr Dr. Schönfeld mit „großem Herzblut“ bei der Sache sind. Leider ist die Kommunikation mit anderen „Partnern“, die sich im Interim Business tummeln, nicht so vorbildlich.

 

Ich spreche hier von Providern, wohlwissend, dass UNITEDINTERIM kein Provider ist. 😉

 

Viele Grüße

 

Interim Manager

 

Offenbar haben mehr Provider als man glauben mag zu wenig Zeit, um gut zu kommunizieren. Ich wiederhole mich: Möglicherweise hält sie das aufwendige, eigene Poolmanagement (Admin) davon ab, mit den eigenen Kunden professionell zu kommunizieren (Vertrieb).

 

Ein Hammer, eigentlich, verrät dies doch die Eckpfeiler des von so gut wie jedem Provider propagierten „People´s Business“ – in dem „eben diese Menschen empathisch und wertschätzend miteinander kommunizieren sowie interagieren.“

 

Merke:

 

Entweder ist es „People´s Business“ – oder eben nicht!

 

VERLASSEN WIR ENDLICH DIE KOMFORTZONE!

Hoch ging´s her nach meinem Blogeintrag vom vergangenen Freitag: Bei Xing vor allem – aber auch in Mails an mich. Sehr viele Zugriffe. Also: alles gut!

 

Gestern war´s zudem anstrengend: Dr. Schönfeld und ich haben drei neue Videos für UNITEDINTERIM gedreht.

 

Anschließend fand noch das zweite Webinar mit Rafael Knuth statt:

 

Wie kann ich mich als Interim Manager digital transformieren?“ Auch nicht so ohne – und mit Aussagen, die durchaus schon einmal den Atem stocken liessen: (1) Sie müssen in einem mit einem Abendstudium vergleichbaren Zeitaufwand Neues lernen“; (2) Sie müssen mit Ihren Kosten runter! und (3) „Grundsätzlich können Sie als Interim Manager jetzt auch global agieren: Folglich stellt sich die Standortfrage…!“

 

Deshalb widme ich mich heute einmal einem etwas weniger konfliktären Thema: Coopetition

 

Es geht mir heute keineswegs darum, rechtzeitig zum Wochenende meine Leser mit einer wissenschaftlichen Abhandlung zu quälen.

 

Nein, es geht mir vielmehr darum, zu zeigen, dass selbst Denkansätze, die jahrelang als Tabu – als absolutes „No-Go“ – galten, irgendwann ihren Durchbruch erleben können.

Einst Undenkbares wird Realität

 

So galt es seit den Anfängen der Informationstechnologie als völlig undenkbar, dass Banken keine Rechenzentren ihr Eigen nennen würden. Argumente wie „super vertrauliche Daten können wir nicht an irgendeinen Dritten weitergeben“ und der Tausendsassa „Bankgeheimnis“ blockten aber auch alles ab, was an Gegenargumenten auch nur ansatzweise denkbar war. Solange, bis die Kosten überhandnahmen…

 

Ebenso undenkbar, dass sich Microsoft jemals Open Source öffnen würde.

 

Oder dass die Plattformstrategie, die innerhalb der jeweiligen Automobil-Konzerne populär wurde, auf Unternehmen auch außerhalb des eigenen Konzerns ausgeweitet werden könnte. Und doch haben es der VW-Konzern (mit dem VW Sharan sowie Seat Alhambra) und Ford (mit dem Galaxy) gemacht.

 

Und schließlich: Ich hätte gern aus Unternehmens-interner Sicht die Diskussionen mitbekommen, als Klöckner entschied, zunächst für den Stahlhandel nicht länger Telefon und Fax einzusetzen, sondern ausschließlich digitale Kommunikationskanäle, dann das gesamte Stahlgeschäft 7 Tage 24 Stunden über eine digitale Plattform abzuwickeln – und schließlich, Achtung!, diese Plattform auch für Wettbewerber zu öffnen.

 

Ja, geht’s noch?!

 

Mit dem Begriff der Coopetition musste ich mich erstmals im Rahmen der Projekte innerhalb der internen Unternehmensberatung bei Burda beschäftigen:

 

Im internen Sprachgebrauch verstanden wir darunter einfach die Kooperation mit Wettbewerbern (Cooperation with Competition). Und folglich sprach man mit Bertelsmann und Springer über Aufgaben, die man gemeinsam besser als allein erledigen könnte.

Nicht jeder muss mit jedem ins Bett!

 

Auch dieses Bild habe ich vor Augen, wenn ich mir die Interim-Szene anschaue. Und ich sage ja nicht, dass jeder jetzt mit jedem ins Bett gehen soll!

 

Aber mal über alternative Wege nachzudenken, ist sicher nicht falsch. Ganz besonders nicht in dieser Branche, die eben dies ihren eigenen Kunden gegenüber postuliert: „Geht mal neue Wege in der Personalbeschaffung!“

 

Einmal unbefangen darüber nachzudenken, ob die enorm fragmentierte Welt der Interim-Provider so, wie sie sich jetzt darstellt, wirklich eine Zukunft hat, ist sicher eher ein professionell unternehmerischer Ansatz als ehrenrührig. Ganz besonders dann, wenn wir uns mal die sich daraus ergebenden Marktanteile für die einzelnen Provider vor Augen halten.

 

Mit dieser Sehnsucht, mal neue Wege zu gehen, die Dinge mal anders, mal besser zu machen, bin ich nicht allein! So konstatiert Dr. Peter Förster von Förster & Kreuz in seinem Podcast: „Für den digitalen Change-Prozess braucht es Querdenker“. Ich empfehle meinen Lesern: Unbedingt anhören!

 

Wir haben Frühling. Die Natur bricht auf nach dem kalten und trüben Winter. Alles ist neu, jung und frisch. Zudem stehen wir zwei Wochen vor dem Osterfest, für das der Begriff „Auferstehung“ eine zentrale Bedeutung hat.

 

Also auf, Leute:

 

Verlassen wir endlich die Komfortzone!

 

MEHR GIBT´S HEUTE NICHT ZU SAGEN …

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Kommunizierende_Statuene_Kampen/Sylt_2018Mein Providergeschäft nimmt mich inzwischen deutlich weniger in Anspruch als noch vor zwei, drei Jahren. Selbstredend ist das darauf zurückzuführen, dass ich nur noch den Browser öffne und die Interim ManagerInnen bei UNITEDINTERIM finde, die ich meinem Kunden vorschlage: Fertig!

 

Im Zweifel von Sylt aus…

 

Kein Erfassen neuer Interim ManagerInnen, keine neuen Verträge mit eben diesen Interim Managern, keine Systeme, keine Software samt Weiterentwicklung, kein Back-up und Admin und keine Mitarbeiter.

 

Stattdessen wähle ich mich einfach ein!

 

Das war von Beginn an der Sinn der Sache.

 

Den mit weitem Abstand größere Teil meines Arbeitsvolumens investiere ich folglich in UNITEDINTERIM. Manchmal frage ich mich durchaus: Was wäre, wenn ich diesen Teil meiner Arbeit jetzt in den Vertrieb bei MANATNET investierte…

 

Letztlich ist die Frage müßig: Wenn ich meine Arbeit nicht in UNITEDINTERIM investieren würde, gäb´s das Unternehmen nicht.

 

Es sieht derzeit so aus, als hätte UNITEDINTERIM die Zeiten der Prügel und Beschimpfungen hinter sich gelassen: Nach rund zwei Jahren eine durchaus ermutigende Erkenntnis!

 

Derzeit erkennen die ersten Provider die Vorteile, wie ich sie soeben für MANATNET skizziert habe. Darüberhinaus sprechen uns Unternehmen an, die für ihr eigenes Projektgeschäft Interim- und ProjektmanagerInnen benötigen, um eine Partnerschaft mit UNITEDINTERIM einzugehen. Der entscheidende Beweggrund hierfür ist: Die Beschaffung über Provider sehen sie als zu teuer an.

 

„Aus persönlicher Überzeugung, dass Ihr Konzept das einzig faire und zukünftig marktkonforme ist, würde ich mit meinem Unternehmen gerne näher mit Ihnen zusammenarbeiten!“

Fair und zukünftig marktkonform

 

Donnerwetter!

 

Das ist schon ein radikal anderer Ansatz als in jenen dunklen Tagen des Juli 2017: „Sie sind wohl nicht gescheit, Herr Interim Manager!“

 

Es ist halt so in unserem Land – und wahrscheinlich auch in anderen Ländern: Weil´s so urmenschlich ist. Ein archaisch bedingter Reflex: Neu? Vorsicht!

 

Abstand halten: Das Smilodon könnte mich fressen!

 

Nun ist UNITEDINTERIM nicht mehr ganz neu. Und mit dem abnehmenden Grad des Neuen sinkt stets die Angst. Auch, weil sich die Berichte über bluttriefende Smilodon-Attacken in Grenzen halten.

 

Und in der Folge UNITEDINTERIM wächst. Langsamer als wir gedacht haben. Aber es wächst.

 

An Interim Managern. An Kunden. An Partnern.

 

Und das „Service Offering Portfolio“ wächst auch. Ich liebe dieses Wort aus längst vergangenen debis Systemhaus-Tagen: Interim Manager können Kollegen suchen für Projekte, die sie selbst nicht übernehmen können, Video, Blog und PSA sowie Einkaufsvorteile (z. B. bei Sixt), von denen viele noch nicht einmal gehört haben.

 

Und die Zustimmung wächst.

 

So schrieb gestern eine neue Interim Managerin:

 

„Lieber Herr Becker,

 

das Engagement von Ihnen, Herrn Dr. Schönfeld und Ihrer Kolleginnen ist wirklich großartig. Es ist absolut zu spüren, wie ernst sie alle die Unterstützung Ihrer Mandanten nehmen und das ist sicher ein wichtiger Bestandteil des Erfolgs von UNITEDINTERIM. Ich bin wirklich begeistert!

 

Toll! Und ganz herzlichen Dank!“

 

Mehr gibt es heute nicht zu sagen …

 

WO´S ENG WIRD, SCHLACHTEST DU JEDE HEILIGE KUH!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Skulptur_Boboli_Garten_Florenz_2018„Das Provider-Geschäft ist sehr unschön geworden, Herr Becker“, eröffnete der Geschäftsführer des Providers unser Gespräch. Er ist seit gut zwei Dekaden im Markt tätig.

 

Nun, diese Aussage verwundert niemanden, der das Interim-Business kritisch beobachtet – und dessen Aufmerksamkeit nicht durch das Gift des eigenen Erfolges aus vergangenen Tagen gelähmt ist. Ich frage nach:

 

„Weshalb denken Sie das?“

 

„Die Entwicklungen sind in der Summe schon dramatisch, Herr Becker!“

 

„Welche Entwicklungen summieren sich, Herr Provider?“

 

„Zunächst, Herr Becker, ist das Geschäft rückläufig! China, die besonderen Verhaltensmuster des US-Amerikanischen Präsidenten, dann das Hick-Hack um den Brexit und natürlich die zahlreichen Baustellen im eigenen Land bilden eine Gemengelage, die nicht gut ist.“

 

„Dem stimme ich uneingeschränkt zu, Herr Provider!“

 

„Dann: Ich finde mich plötzlich regelmäßig im Wettbewerb mit zwei, drei anderen Providern wieder!“

 

„Das, Herr Provider, ist aber nicht neu!“

 

„Für mich schon, Herr Becker! Und in diesem Wettbewerb geht´s dann nur noch um die Preise …“

 

„Das sehe ich auch so!“

 

„Dann, das wissen wir beide, Herr Becker, ist der entscheidende Faktor in unserem Geschäft der Kundenzugang. Und folglich treten sichtbar neue Player in den Markt ein, die eben diesen Kundenzugang haben – vor allem Personalberater und Unternehmensberater. Da sagt dann der Kunde, „Wenn Sie Interim jetzt auch anbieten, dann machen wir das aufgrund unserer Geschäftsbeziehung natürlich gemeinsam mit Ihnen!“ – und wir Provider sehen dieses Geschäft nicht einmal mehr!“

Das Brot- und Butter-Geschäft bricht weg!

„Das ist richtig, Herr Provider, und genau deshalb sind Unternehmens- und Personalberater eine wichtige Zielgruppe für UNITEDINTERIM: Denn die haben alle keinen leistungsfähigen Pool!“

 

„Richtig. Und schließlich spüren wir das, was die Personalberater schon längst erleben: Das Brot- und Butter-Geschäft bricht weg! Hier fragt doch niemand mehr nach einem Controller! Den beschaffen die Kunden über eigene, digitale Kanäle selbst. Dem Controller ist das doch so was von egal, woher die Anfrage kommt: Hauptsache, sie kommt!“

 

„Ich weiß, Herr Provider. Weshalb auch sollte ein Kunde für ein solches Standard-Projekt die Providermarge zahlen – völlig unabhängig davon, wie hoch sie sein mag!“

 

„Wenn wir das alles zusammenfegen, Herr Becker, dann haben wir ein sinkendes Nachfragevolumen – bei steigendem Angebot – und gleichzeitig abschmierender Lead-to-Deal-Quote! Ganz großes Kino…!“

 

„Und was folgern Sie aus all dem, Herr Provider?“

 

„Ich bin davon überzeugt: Das Providergeschäft steht mitten in einem nie dagewesenen Umbruch. Wenn das Volumen rückläufig ist und gleichzeitig die Margen sinken, dann besteht akuter Handlungsbedarf auf der Kostenseite. Das ist doch keine „Rocket-Science!“

 

„Ich folge Ihrem Gedankengang, Herr Provider! Aber, was empfehlen Sie dann zu tun?“

 

„Sie müssen mit den Kosten runter! Schauen Sie sich also die größten Kostenblöcke an: Von einigen Providern abgesehen, wo auch die Büros richtig zu Buche schlagen, werden Sie bei den Mitarbeitern landen!“

 

„Nicht beim Pool?“

 

„Sicher, damit ist doch ein gehöriger Teil der Mitarbeiter beschäftigt!“

 

„Das ist aber die heilige Kuh im Provider-Geschäft!“

 

„Glauben Sie mir, Herr Becker,

 

Wo´s eng wird, schlachtest Du jede heilige Kuh!“

 

EINIGE VON UNS HALTEN SIE FÜR EINEN GURU!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_David_Michelangelo_Florenz_2018Als Eigentümer eines auf das professionelle Interim Management spezialisierten Online-Geschäftes telefonierst Du kaum noch: Dafür schlagen Mails und Nachrichten über alle sonstigen möglichen Kanäle auf, dass es nur so kracht…

 

In den vergangenen Jahren hat sich mein Telefonverhalten deshalb dramatisch verändert. Etwas überspitzt gesagt, telefoniere ich nur noch nach Terminvereinbarung. Auf den ersten Blick mag das zunächst recht arrogant erscheinen: Ist es aber nicht! Ganz im Gegenteil!

 

Denn auf diese Weise habe ich Zeit für das jeweilige Telefonat – und muss nicht (vielleicht auch nur unbewusst) bestrebt sein, das Telefongespräch möglichst schnell wieder zu beenden. Stattdessen kann ich mich meinem Gegenüber uneingeschränkt widmen – und bin zudem vorbereitet.

 

Dann liebe ich die Telefonate mit den Interim Managern und Managerinnen:

 

„Jetzt simmer alle agil, Herr Becker!“

 

„Wie meinen Sie das, Herr Interim Manager?“

Jeder predigt jetzt „agil“

 

„Ist Ihnen noch nicht aufgefallen: Jeder, der was auf sich hält, predigt jetzt agil!“

 

„Na ja, ist ja kein schlechtes Thema. Wenn ich allein an die Prozess-Organisation in deutschen Großkonzernen denke, die die Mitarbeiter praktisch entmündigt hat. Und wenn jede Prozess-Störung zu einer Art „Re-Boot“ des ganzen Vorgangs führt: Da kann etwas agiles Denken und Handeln sicher nicht schaden…!“

 

„Sehen Sie, Herr Becker, genau das ist es! Das hat einem aber schon vor 10 Jahren der gesunde Menschenverstand gesagt. Aber heute muss man dem Kind ja einen modernen Namen geben…!“

 

„…. und mit Vornamen „Agil“ taufen, Herr Interim Manager?“

 

„Exakt: Die Kinder früherer Berater-Generationen hießen z. B. „Sales Force Effectiveness“, „Shareholder Value“ oder – gar nicht so lang her – „Lean Management“!

 

„Na ja, sein Sie gnädig! Berater müssen doch stets etwas Neues anbieten, damit ihre Kunden kaufen: Macht Apple doch auch so!“

 

„Ja sicher, Herr Becker: Aber Apple weiß, was es tut…!“

 

„Gilt der Umkehrschluss, Herr Interim Manager?“

 

„Aber sicher!“

 

„Zum Teil vielleicht – aber sicher nicht generell, Herr Interim Manager!“

 

„Nicht generell – aber doch zum weit überwiegenden Teil, Herr Becker!“

 

„Schlecht drauf heute?“

 

„Nein, ganz und gar nicht, Herr Becker! Es fällt halt nur auf, wer sich heute alles als Spezialist fürs Agile anbietet – aber noch nie im agilen Umfeld gearbeitet hat. Geschweige denn, Spezialistenwissen mitbringt. Man kennt sich doch in der Szene…!“

 

„Hoppla!“

 

„Doch, doch, Herr Becker! Das ist so. Schauen Sie sich die Profil-Änderungen an. Oder die Visitenkarten: Für mich sind das Rösselsprünge auf dem Schachbrett des Marketing-Gelabers. Mehr nicht! Aber bei Ihnen ist das anders!“

 

„Ich mache nicht in Agil, Herr Interim Manager!“

 

„Richtig! Genau das ist es! Sie rennen nicht der neuesten Sau hinterher, die gerade durchs Dorf getrieben wird – und: Sie sind sehr stringent. Keine Rösselsprünge. Offenbar glauben Sie tief an das, was Sie tun!“

 

„Das stimmt schon, Herr Interim Manager. Und?“

 

„Nun ja: Sie haben schon kurz nach der Jahrtausendwende gesagt, dass das Interim Management viel transparenter und zudem noch schneller werden müsse.“

 

„Stimmt nochmal. Und?“

Providerszene verschläft die Digitalisierung

 

„Sie haben das damals schon gepredigt und z. B. offen, aber mit SSL-Verschlüsselung, gearbeitet – als Ihre Provider-Kollegen nicht einmal wussten, was das ist. Einige wissen’ s immer noch nicht – und auch nicht, dass sie deshalb von Google abgestraft werden…“

 

„Wenn Sie sich nicht für Digitalisierung interessieren, Herr Interim Manager, dann wissen Sie das halt nicht. Ich weiß auch vieles nicht…!“

 

„Klar, aber schauen Sie sich doch mal um, wo die Provider in Sachen Digitalisierung stehen! Da ist doch rein gar nichts, von ein paar Ausnahmen vielleicht einmal abgesehen, aber die können Sie locker an einer Hand abzählen. Das ist wie mit den Krankenkassen. Kommen seit 10 Jahren auch keinen Schritt weiter….!“

 

„Ich bin mir nicht sicher, ob ich Ihnen gerade folgen kann, Herr Interim Manager!“

 

„Auf den Punkt gebracht, Herr Becker: Die Providerszene verschläft die Digitalisierung!“

 

„Mag sein. Aber Sie wissen ja: Ich bin praktisch raus aus dem Providergeschäft!“

 

„Eine weise Entscheidung, Herr Becker!“

 

„Das muss sich erst noch zeigen, Herr Interim Manager! Unabhängig davon: Jeder Provider kann einen Riesen-Satz in Sachen Digitalisierung machen, wenn er Pool-Partner von UNITEDINTERIM wird. Muss er aber nicht. Das ist doch eine rein unternehmerische Entscheidung!“

 

„Wenn ich Provider wäre, würde ich das machen!“

 

„Schaun mer mal…!“

 

„Die haben doch keine Alternative – oder glauben Sie wirklich, dass irgendein Provider Sie noch einholen kann?“

 

„Sicher ist das möglich, Herr Interim Manager. Sie müssen nur ordentlich Geld anfassen und zwei Jahre Zeit einbringen – oder einkaufen, was die erforderlichen Cash Mittel wohl verdoppeln wird.“

 

„Auch dann wird das nicht klappen: Sie kennen sich da wirklich aus, wo andere sich nicht auskennen! Ist wie mit dem Thema „agil“ von eben…“

 

„Oh, danke für die Blumen, Herr Interim Manager! Was brauchen Sie?“

 

„Nix! Aber Sie sollten wissen:

 

Einige von uns halten Sie für einen Guru!“

 

KI: MONTAG, 22.07H – DIE MASCHINE HAT SICH ENTLEIBT!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Graffitto_Westerland_Sylt_2017In den vergangenen Wochen ist tatsächlich zweimal der Begriff „Künstliche Intelligenz“ gefallen – und das im Umfeld des Interim Managements. Da höre ich natürlich genau hin – wenn auch mit skeptischer Miene.

 

Besonders, wenn das nicht nur ein „Buzzword-Dropping“ ist, sondern ein wenig konkretisiert wird, wie im Rahmen der vergangenen Mitgliederversammlung des AIMP, als es hieß: „Wir haben vor, Künstliche Intelligenz im internen Search-Prozess einzusetzen.“

 

Nicht, dass ich mir die skeptische Miene als langjähriger Minister der Finsternis schuldig wäre…!

 

Doch es überrascht mich – durchaus freudig erregt – wenn ein Interim-Provider plötzlich so derart neu denkt! Aus einer Branche, die sich über lange Jahre durch ein eher traditionelles Denken ausgezeichnet hat – was durchaus nicht zwingend schlecht sein muss.

 

Jedoch werden meine Leser mir zustimmen: Niemand assoziiert mit dem Begriff „Innovation“ sofort die Interim-Branche!

 

Nun ist der Begriff „Künstliche Intelligenz“ weit gefasst. Wikipedia überschreibt seinen Artikel mit „muss überarbeitet werden“ und beginnt dann: „Künstliche Intelligenz (KI, auch Artifizielle Intelligenz (AI bzw. A. I.), englisch artificial intelligence, AI) ist ein Teilgebiet der Informatik, welches sich mit der Automatisierung intelligenten Verhaltens und dem Maschinellen Lernen befasst.“

 

Konzentrieren wir uns hier und heute auf das „Maschinelle Lernen“. Und wenden wir´s beispielhaft einmal an! Wenden wir´s an auf die Grundlagen des Interim-Business: Auf die Daten der Interim Manager – über die dann der „Search“ laufen wird, um die passenden Interim Manager zu identifizieren.

 

Eine Arbeit, die bisher ausgeprägt fleißige und leidensfähige Helfer, ja: meist Helferinnen!, in den Büros der Provider erledigen. Eine Arbeit – man möge mir diese Sichtweise an dieser Stelle gestatten! –, die ich stets als elementares Fundament der Existenzberechtigung der Provider angesehen habe. Ja, ich weiß: Es gibt weitere – aber ohne dieses Fundament geht halt nix!

We would like to enter into an new era!

Wenn also unsere neue Maschine, wenn sie am Montagmorgen – frisch lackiert und gefettet – bei einem imaginären Provider ihre Arbeit aufnehmen müsste, dann in etwa sähe so der erste Arbeitstag aus:

 

„Welcome, we are glad to have you on board. We intend to enter into a new era of tailormade service offerings to our clients and you are supposed to drive this process. Thus, we have lots of task for you, however, as a kick-off we have to do our homework and would like you to start with an in depth analysis of our Interim Manager database. Please start immediately.”

 

Der neue maschinelle Kollege quittiert die Aufgabe mit einem freudigen „Biep!“ und nimmt seine Arbeit unverzüglich auf:

 

Task 1 – Check completeness of data. Nach nur kurzer Zeit meldet die Maschine – noch in keiner Weise beunruhigt: „73,4 % of all records are incomplete. I have identified as typically missing: picture, industries, turnover and detailed, facts and figures-based description of tasks and achievements rather than job titles and hierarchy-patterns.”

 

Oh, thanks! Move on!

 

Task 2 – Check USP for availability. Schnell meldet die Maschine – ein wenig irritiert: „usp is missing in 83.1 % of all documents.“

 

Oh, thanks! Move on!

 

Task 3 – Check picture for professional standards. Unfassbar schnell meldet die Maschine zurück – sichtbar irritiert: „45.2 % of all pictures do not match professional standards“.

 

Oh, thanks! Move on!

 

Task 4 – Earmark all CVs older than 15 months from today. Zack, die Maschine meldet knirschend: “26.1 % of all cvs were identified as outdated.”

 

Oh, thanks! Move on!

 

Task 5 – Select all CVs, which explicitely outline the individual value contribution of the respective Interim Manager to his potential client: “….????….. biep….option 1: syntax error. option2: you are seriously kidding me….!”

 

Ich weiß nicht, wie diese neue Künstliche Intelligenz auf diese kleine Übung reagieren wird. Ich würde aber die folgende Reaktion auf keinen Fall ausschließen:

 

KI: Montag, 22.07h – die Maschine hat sich entleibt!

 

THE TIMES THEY ARE A CHANGIN‘

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Besucherin_fotografiert_Michelangelos_David_Florenz_2018Es gibt Big Points im Leben, im Sport – und im Business. Du weißt genau: Das ist jetzt wirklich wichtig, dass Du den machst.

 

Dein Leben, Dein Match – und Dein Business werden mit hoher Wahrscheinlichkeit in anderen Bahnen verlaufen – abhängig davon, ob Du diesen einen Punkt machst! Oder aber ihn versemmelst…

 

In einer spektakulären Fleißarbeit meines kongenialen Partners, Dr. Harald Schönfeld, und unseres Technik-Partners, April&June in Berlin, haben wir – nur kurze Zeit nach unserem kostenlosen „Verzeichnis der Provider und Sozietäten in der DACH-Region“ – kräftig nachgelegt:

 

UNITEDINTERIM hat gestern das „Who´s Who in der mittelständischen Unternehmensberatung“ veröffentlicht – und verlinkt seitdem auf die Homepage dieser für die Interim Manager und Managerinnen wichtigen Nachfrager-Branche mit aktuell knapp 100 Unternehmen allein in Deutschland: die Schweiz und Österreich werden in Kürze folgen.

 

Warum ist diese Branche für das Interim-Business wichtig?

 

Unternehmen verlangen von Beratern verstärkt die Realisierung ihrer Empfehlungen. Da mittelständische Beratungsunternehmen in aller Regel nicht umfangreiche Ressourcen für eine solche Umsetzung vorhalten können, bietet ihnen UNITEDINTERIM hierfür den kostenlosen Zugang zu den Interim Professionals bei UNITEDINTERIM.

 

Im Quartal, in dem UNITEDINTERIM den Interim-Providern und Sozietäten den kostenlosen Zugang eröffnete, hat sich die Anzahl der Anfragen nach Interim Managern und Ausschreibungen im Vergleich zum Vorquartal in etwa verdoppelt.

 

Ich erwarte deshalb sehenden Auges, dass sich in den kommenden Monaten das Nachfragevolumen, das über UNITEDINTERIM bei den Interim Managern und Managerinnen ankommt, noch einmal verdoppeln wird.

Wenn das kein Big Point ist, weiß ich´s nicht!

 

Für UNITEDINTERIM – vor allem aber für die Interim Manager – bedeutet das: Neben dem kompletten Markt der Unternehmen als Endkunden können jetzt über 200 Multiplikatoren im Interim-Business die Interim Manager an einer einzigen, zentralen Stelle erreichen – jederzeit: 24/7. Stets aktuell und qualitätsgesichert. Und, glauben Sie mir: Sie tun´s auch…

 

Da ist sie wieder: Die brachiale Wucht des offenen Systems – offen und zum Wohle aller! Auf der anderen Seite steht das geschlossene, das proprietäre System („Unsere Interim Manager“), das gezwungen ist, die eigenen Provisionsansprüche zu schützen…

 

Das ist neu. Mutig. Krass. Erschütternd!

 

Und: ja, sicher doch: Nicht jeder erkennt und versteht das. Ganz normal also…

 

Ich kann nichts dafür und ich bitte um Nachsicht: Einer meiner absoluten Favorites von Blackmore´s Night sucht sich seinen Weg in mein Hirn:

 

The Times They Are A Changin‘

 

WOMÖGLICH LERNEN PROVIDER VON DER PHOTOKINA!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Light_and_Shadow_Photokina_2018Gestern habe ich – wie alle zwei Jahre – die Photokina in Köln besucht. Ich besuche die Photokina seit Anfang der 70er Jahre und ich habe somit die Entwicklung der Foto-Industrie über einen Zeitraum von nahezu 50 Jahren verfolgen können.

 

Für mich lautet die Quintessenz aus all diesen fast 50 Jahren: Wenn irgendwo die Wucht einer disruptiven Entwicklung zu sehen ist, dann hier!

 

Die erste Hälfte dieser 50 Jahre war bestimmt durch Firmen wie Braun, Contax, Minox, Rollei, Voigtänder, Yashica, Zeiss-Ikon, Agfa, Kodak, Ilford, Tetenal oder Durst. Ich habe bewusst diese Namen gewählt, denn fast ausnahmlos sind sie vom Markt verschwunden (und wenn nicht, dann haben sie ihre einst starke Position eingebüßt) – vornweg der einstige Weltmarktführer Kodak.

 

Die Gründe sind sicher mannigfach. Dennoch lassen sie sich letztlich auf eine völlige Fehleinschätzung zurückführen: „Digitale Fotografie? Neumodischer Kram! Brauche mer net! Wir bleiben beim Silber-Halogenid!“

 

Heute charakterisieren neben den „traditionellen“ Biggies, von denen niemand mehr analoge Kameras herstellt (z. B. Canon, Nikon, Olympus), viele neue Namen die Messe – z. B. Sony – ein Mischkonzern – vor allem aber: Handyhersteller! Dass dies einmal so kommen würde, hätten wir in den Anfängen meiner Fotozeit müde belächelt – was sage ich: Das war zu Zeiten der Telefone mit Wählscheibe und Kupferdraht-Wand-Anschluss einfach jenseits jeden Vorstellungsvermögens!

 

Jenseits jeden Vorstellungsvermögens…

 

Und doch ist es so gekommen. Ebenso, wie schier unglaubliche, auch hier das damalige Vorstellungsvermögen bei Weitem übersteigende technische Innovationen: Vom Live-View über Kontrast-Autofokus und Pixel-Shift bis zur Fünf-Achsen-Bildstabilisierung.

Völlig neue Angebote während der Messe

 

Mir ganz persönlich fällt jedoch auf, dass die großen Anbieter längst mehr machen, als tumb ihre Produkte am Stand zu zeigen und anfassen zu lassen!

 

Sie runden ihr technisches Messeangebot ab durch Vorträge (z. B. ein Stern-Fotograf zum Thema „Foto-Reportage“ andere zum Thema „Elemente“ oder „Videos“), Workshops (z. B. „Bildkomposition“, „Dos and Don´ts“ bei Instagram oder „Arbeiten mit Blitz“). Oder aber, indem man die Meute ganz dicht an professionelle, im wahren Wortsinne „bildschöne“ Models heranlässt, die eigens für solche Shootings engagiert werden.

 

Spätestens dann fühlt sich Otto-Normal-Foto-Amateur für eine wertvolle Zeit als kleiner Helmut Newton – und geht beschwingt und überglücklich mit einem „Shot“ heim, von dem er noch lange zehren wird.

 

Das erklärt zudem, weshalb überragend viele Messebesucher ihre eigene Kamera dabei haben.

 

Den Vogel abgeschossen hat Olympus, die nahezu eine komplette Halle mit einem „Playground“ (Spielwiese aus Formen, Farben, Licht und Spiegeln) ausgestattet  und einen gefühlten Tieflader voll Kameras mitgebracht hatten – zum Ausleihen und „Spielen“! Es versteht sich von selbst, dass Menschenschlangen die Eingänge zierten. Mein heutiges Foto ist am Rande dieses Playgrounds entstanden – mit meinem IPhone: Kamera und 40-150mm Zoom waren zu dieser Zeit bei Olympus zum kostenlosen (!) Check.

 

Warum schreibe ich das hier in meinem Interim Management-Blog?

 

Weil alle anderen Industrien  in den kommenden Jahren ähnliche Umwälzungen durchlaufen werden! Das ist unstrittig, denke ich.

Interim-Provider mitten im Change-Prozess

 

Das gilt selbstverständlich auch für das Interim-Business. Und damit auch für die Provider. Interim Provider, die heute auf eine „Weitermachen wie bisher“-Strategie setzen, werden sich in die lange Liste der oben genannten Unternehmen einreihen. Davon bin ich zutiefst überzeugt.

 

Ich sage jedoch keineswegs, dass die Interim-Provider keine Bedeutung mehr haben werden!

 

Diese Meinung habe ich in der Vergangenheit nicht vertreten – und ich vertrete sie auch heute nicht. Auch wenn mir das gern angehängt wird – und ich in der Folge für dieses Anhängsel dann heftig kritisiert werde.

 

Achtung, aufgepasst: Wenn das meine Überzeugung wäre, dann hätte ich doch zwingend MANATNET zusperren müssen!

 

Habe ich aber nicht…

 

Stattdessen habe ich MANATNET vom Provider mit Marktplatz zum reinen Interim-Dienstleister für Interim-Mandate im Umfeld der Digitalisierung (im Mittelstand) umgebaut – und das alles ohne eigenen Pool!

 

Denn das ist der Kern meines Credos: Das „Weitermachen wie bisher“ hat keine Zukunft, weil ich das reine Vermitteln (vulgo Kandidaten vorstellen) nicht länger für eine Wertschöpfung an sich halte. Und weil ich nicht glaube, dass die Kunden dauerhaft dafür bezahlen werden – denn das tun sie sonst auch nicht (Ja ich weiß: „Das Interim-Business ist völlig anders!“).

 

Aber ich bin vollkommen davon überzeugt, dass smarte Interim-Provider Angebote schneidern werden, die ihre Kunden brauchen, gut finden und deshalb auch honorieren werden.

 

Auf den Punkt und nicht neu: Interim-Provider stehen mitten in einem Change-Prozess. Der Vorteil der Provider: Sie haben in den vergangenen Jahren zwischen 17 und 23 Prozent aller Projekte im Change-Management gemacht (Quelle: AIMP-Providerumfrage) – und somit zahlreiche solcher Veränderungs-Projekte ihrer Kunden mit Interim Managern begleitet. Sie betreten somit keineswegs Neuland, sondern sie kennen sich aus. Das macht doch Mut!

 

Sicher: Hierfür brauchts eine gehörige Portion Kreativität, aber warum in Gottes Namen sollten nicht auch die Interim-Provider Kreativität entwickeln, wenn sie dazu gezwungen werden?

 

Und von anderen lernen. Vielleicht sogar von anderen Branchen.

 

Und wer weiß:

 

Womöglich lernen Provider von der Photokina!

 

SCHAU MAL KRITISCH AUF DAS, WAS DU TUST!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Kopf_im_Garten_Keitum_2018Mir fällt auf, dass vermehrt Impulse einer eher ungewohnten Art bei mir aufschlagen: „Konzentriere Dich“, „Entschlacke Deinen Tag“, „Höre auf, die Dinge zu tun, die nichts bringen oder die Du nicht gern tust“.

 

Meine wesentlichen Quellen sind hier Susanne Grieger-Langer sowie Förster & Kreutz, denen ich meinen Blogbeitrag vom 3. August gewidmet habe und über deren Beitrag ich in dieser Woche gestolpert bin: „Picasso am Strand – oder: Wozu arbeitet Ihr überhaupt?“

 

Der Aufhänger ist die Diskussion über die 4-Stunden-Woche, die Tim Ferris in seinem gleichnamigen Buch mit dem Untertitel „Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben“ bereits im Jahr 2015 vorgeschlagen hatte.

 

Ich bin fest davon überzeugt, dass es dieses Programm aus dem Stand zur absoluten Mehrheit in Deutschland schaffen würde – so man es denn nur wählen könnte!

 

Die oben angesprochenen Impulse konzentrieren sich auf zwei Bereiche. Der erste lautet: „Macht, was ihr liebt! Und liebt, was ihr macht!“

Zwischen Beruf und Berufung

 

Wer würde ernsthaft bestreiten, dass man das als „Beruf“ tun sollte, was man gern tut. Nicht zufällig steht dieses Wort dicht am Begriff „Berufung“ – und die Alternative hieße: Etwas tun, was man nicht gern tut – und sich jahrzehntelang durch dieses Jammertal schleppen!

 

Mein ganz persönlicher Eindruck ist dennoch, dass die meisten Menschen nicht gern tun, was sie tun. Sie tun es, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Mir steht es nicht an, dies zu kritisieren.

 

Der zweite Impuls lautet: „Lehn‘ Dich mal zurück – und schau´ kritisch auf das, was Du tust!“

 

Auch dem stimme ich aus tiefer Überzeugung zu: Denken wir nur an den Mail-Wahnsinn, der inzwischen auf unseren Rechnern tobt!

 

Denken wir daran, wer alles den ganzen lieben Tag lang um unsere Aufmerksamkeit buhlt, über unsere Zeit verfügen möchte – wer, ja, vielleicht sogar an uns zerrt…

Fünf Provider arbeiten sicher für die Tonne!

 

In dieser Woche leitete ein Interim Manager eine direkte (!) Anfrage eines großen Unternehmens an mich weiter, die er aus Kapazitätsgründen nicht annehmen konnte. Dafür bin ich stets dankbar.

 

Das Anforderungsprofil gehört zum Schwierigsten, was mir seit langem untergekommen ist – und so kann es nicht verwundern, dass die Position bisher nicht in Festanstellung besetzt werden konnte – trotz erheblicher Anstrengungen.

 

Also muss ein Interim Manager her!

 

Ich investiere regelmäßig einiges in die Auftragsklärung und – man sehe mir dies nach – durchaus auch in das Bewerten der eigenen Erfolgschancen.

 

„Gestatten Sie mir bitte eine Quittungsfrage zu Beginn: Wie viele Provider oder Vermittler haben Sie für dieses Mandat bereits angesprochen?“

 

„Ich habe bis jetzt 6 verschiedene Unternehmen kontaktiert aber nur 4, die in Interim Management spezialisiert sind.“

 

„Es tut mir leid, aber dann kann ich nicht helfen: Diese sechs Unternehmen haben einen Zeitvorsprung, den ich selbst als „schnellster Provider in der DACH-Region“ nicht einholen kann.“

 

„Also der Suchauftrag wurde diese Woche an verschiedene Firmen beauftragt, zeitlich sind Sie nicht im Nachteil. Andere Unternehmen haben bis jetzt kein einziges Profil weitergeleitet. Werden Sie sich denn darum kümmern?“

 

„Okay, ich sende Ihnen bis 15.00 Uhr mein Angebot.“

 

Mein Angebot beschreibt über zwei Seiten im Detail, was ich tun und was ich liefern werde. Und es beinhaltet stets diesen Passus:

 

Dieses Beratungs- und Dienstleitungspaket stellt MANATNET dem Auftraggeber für pauschal 2.500 Euro plus MwSt. bereit. Das Entgelt wird unverzüglich erstattet, wenn der Auftraggeber einen von MANATNET vorgeschlagenen Interim Manager beauftragt.

 

„Ich habe mit der Teamleitung über Ihr Angebot gesprochen und leider können wir dies nicht annehmen.“

 

Wir halten fest:

 

(1) Der Kunde ist sich ziemlich sicher, dass er den Kandidaten nicht über mich beschaffen wird – und damit würden meine 2.500 Euro den Rekrutierungs-Prozess insgesamt verteuern.

 

(2) Sechs Unternehmen rennen alle im gleichen Markt herum, um diese schwierige Aufgabe zu lösen. Hierbei ist sicher, dass mindestens fünf Unternehmen diese Arbeit ohne jedes Entgelt erbringen – und am Ende leer ausgehen werden.

 

(3) Der Interim Manager, der das Projekt an mich weitergeleitet hatte, wurde inzwischen von einem der Provider auf dieses Projekt angesprochen – und war gezwungen, abzulehnen. Der Kunde hatte somit nicht einmal den Katalog mit den Namen, die nicht mehr angesprochen werden müssen, weitergereicht. Somit muss neben mehrfacher auch noch unnütze Arbeit erledigt werden.

 

So betrachtet, ist jener Impuls schlichtweg unbezahlbar:

 

Schau mal kritisch auf das, was Du tust!

 

DAS VERROHEN DER SITTEN ADELT DIE „SITTENWIDRIGKEIT“

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Maedchen_mit_Krauerterbueschel_Kraeuterbueschelfest_Gengenbach_2018Mehrfach habe ich an dieser Stelle darüber geschrieben, welche enorme Bandbreite dieses Interim-Business kennzeichnet. Manchmal ersetzt mein Hirn auch den Begriff „enorm“ durch „seltsam“.

 

Da schreibt mir ein Interim Manager, den ich für ein Projekt beim Kunden vorgeschlagen hatte und ihm folglich als Vorbereitung fürs Erstgespräch mein Briefing habe zukommen lassen:

 

„Herr Becker, ich möchte die Gelegenheit nutzen und Ihnen auch ein großes Lob aussprechen. In Punkto Transparenz, Offenheit und Antwortverhalten kann man Sie nur weiterempfehlen. Auch ein Briefing in solcher Detaillierung und Tiefe haben wir noch nicht erhalten. Vielen Dank dafür!“

 

Meine treuen Leser wissen: Das ist kein Einzelfall! Ich bin geneigt, in den Interim-Wald hineinzurufen: „Hey, Leute, was macht Ihr denn da draußen für Euer Geld…?!“

 

Dann haben wir zum Relaunch von UNITEDINTERIM das Verzeichnis der Provider in der DACH-Region veröffentlicht. Das umfasste alle Anbieter, die wir in aufwendiger Recherche identifizieren konnten.

The Place to be in Interim Management

 

Aus Sicht von UNITEDINTERIM eine zwingende Dienstleistung unter der Strategie des Unternehmens „Erste Anlaufstelle für alle Fragen rund ums Interim Management“, verdichtet im Slogan „The Place to be in Interim Management“.

 

Natürlich kann ich verstehen, dass ein Marktteilnehmer nun unglücklich ist, weil er eine in etwa vergleichbare Aufstellung über Jahre nur gegen Entgelt herausgegeben hatte.

 

Die allermeisten Interim-Provider finden unser Verzeichnis der Provider auch richtig gut. Verständlich: Bilden wir sie doch mit eigenem Logo (man bedenke den Aufwand) werbewirksam ab, in alphabetischer Reihenfolge und ohne eigene Wertung. Und wir geben zudem jedem Provider die Möglichkeit, in einem Satz seinen USP (Unique Selling Proposition; Alleinstellungsmerkmal) abzubilden und verlinken schließlich auf die Homepage des jeweiligen Providers.

 

UNITEDINTERIM macht somit nachhaltig Werbung für die Provider! Als Infrastrukturanbieter und als Partner, nicht als Wettbewerber der Provider, kann man das machen!

 

Während typischerweise für solche Backlinks von einer starken Site wie UNITEDINTERIM gezahlt wird, bietet UNITEDINTERIM dies kostenlos für die Provider an!

 

Um das noch einmal klar zu sagen: UNITEDINTERIM zieht durch eigene Vertriebs- und Marketing-Aktivitäten Nutzer auf die eigene Site und leitet sie dann kostenlos an die Provider weiter – und ermöglicht ihnen somit Zusatzgeschäft. Danach leckst Du Dir die Finger – als Provider!

 

Nun gibt es tatsächlich einige wenige Provider, die möchten das nicht. Und einer hat uns sogar seine Anwaltskanzlei auf den Hals gehetzt, die in sage und schreibe 5 (in Worten: fünf) Seiten unsere Dienstleistung geißelte.

 

Selbstverständlich wollen wir niemanden zu seinem Glück zwingen – und löschen diese Anbieter dann aus dem Provider-Verzeichnis. Das dadurch nicht mehr vollständig sein kann – aber so ist es halt. Im Ergebnis existieren solche Unternehmen für den einen oder anderen Interessenten dann aber auch nicht.

 

Wie man eine solche Alternative bevorzugen kann, erschließt sich mir beim besten Willen nicht!

Nervosität in der Interim-Szene nimmt zu

 

Allerding verfestigt sich für mich persönlich inzwischen der Eindruck, dass die Nervosität innerhalb der Interim-Szene zunimmt.

 

Das liegt auch daran, dass die Interim Manager – nicht alle, aber viele – sehr viel kritischer mit dem umgehen, was Provider tun.

 

So habe ich aus zwei zuverlässigen Quellen erfahren, in welchem Umfang Kunden noch immer „abgezockt“ (O-Ton Quelle) werden. Ich habe es schon immer als nicht partnerschaftlich angeprangert, dass Provider auch gerne mal 65% und eben nicht weniger als 25% aufschlagen. Inzwischen halte ich das für enorm gefährlich. Gefährlich für die geamte Branche!

 

Wenn das offen wird (ich erinnere daran: in einigen Branchen gibt es so genannte Open-Book-Policies): Gibt´s wirklich jemanden, der glaubt, die Reaktion der Kunden sein ein lockeres „Passt scho!“?

 

Es gab heute einen kleinen Mailverkehr zu diesem Thema, den ich wie folgt abgeschlossen habe:

 

„Dennoch wird das im Markt gemacht. Nun kann man niemandem vorwerfen, da mitzumachen – unter der Überschrift „Geht doch!“.

 

Man könnte aber fragen: Weshalb lassen die Interim Managern das zu? Die Antwort ist ganz einfach: Die Interim Manager sind in der Masse froh, wenn sie ein Mandat bekommen. Da wird dann zwar über die Sklavenhändler vulgo Provider hergezogen – aber im Kern zieht man sich darauf zurück, dass „das ja der Kunde zahlt“.

 

Irgendwann aber werden die Kunden das nicht mehr mitmachen! Ich glaube: Spätestens in der nächsten Krise!

 

Bis dahin muss sich UNITEDINTERIM von (nicht wenigen) Interim Managern „Wucher“ oder „Sittenwidrigkeit“ vorwerfen lassen, weil wir statt einer Provision von 25 bis 65 % nur 45 Euro im Monat aufrufen – für die Nutzung der kompletten Infrastruktur!

 

Merke:

 

Das Verrohen der Sitten adelt die „Sittenwidrigkeit!“