Friday 29. August 2014

VERTRIEBSKOSTEN IM INTERIM MANAGEMENT EXPLODIEREN!

Quelle_www.piqs.de_Fotograf_Steve_Jurvetson_sweet_peaNach meinem Blogeintrag am letzten Freitag „5 goldene Interim Management-Regeln für Unternehmen“, einer Art persönlichen Marathon-Laufs über die Tastatur, konnte ich mir kaum vorstellen, dass ich an diesem Freitag in der Lage sein würde, irgendeinen lesenswerten Artikel zu schreiben.

 

Immer dann, wenn ich mich in solchen, Golum-nahen Phasen der Verzweiflung befinde, kommt meine Glücksfee daher und beschenkt mich:

 

Der Anruf kam am Mittwoch, um 9.50 Uhr. Aus Berlin. Nicht aus London.

 

Aufhänger ist, wie stets, das Projektvolumen von Interim Management bei DAX-Konzernen. Nunmehr, natürlich, für das Jahr 2015, das mit ausgesuchten Interim-Providern festgezurrt werden soll. Die unterschwellige Botschaft: MANATNET, Du bist auserwählt! Frohlocke – und öffne die Kasse. Ich weiß: 25.000 Euro stehen am Ende dieses Telefonates.

 

Solche Anrufe kommen so sicher, wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Bereits im Oktober 2011 bin ich darauf eingegangen – noch im alten Blog. Nichts ändert sich. Von den Orten und den Jahreszahlen abgesehen. Dachte ich!

 

Immer geht es im Kern um folgendes:

 

Die Entscheider der besten europäischen oder eben halt DAX-Unternehmen werden mit zum Thementag passenden, ausgewählten Anbietern wie MANATNET an spektakulären Orten zusammengebracht – diesmal: Heiligendamm. Der Ausrichter garantiert 10 bis 12 Einzel-Gespräche mit eben diesen Entscheidern der besten europäischen Unternehmen. Damit die Entscheider alle kommen (Wer wollte nicht längst mal wieder nach Heiligendamm?), ist das Ganze für die Entscheider kostenlos.

 

Und folglich für die MANATNETs dieser Welt nicht – aber das dürfen die Telefonverkäufer auf keinen Fall zu Beginn des Telefonates preisgeben.

 

Ich entschied: Am Mittwoch war es Zeit für ein etwas anderes Telefonat!

 

Ich: „Wissen Sie, wenn die DAX-Vorstände alle nach Heiligendamm kommen wollen, um mit mir zu reden, dann komme ich gern!“ [Mit sofortiger, uneingeschränkter Zustimmung und dem erzwungenen Rollentausch, denn Sie übernehmen sofort die Gesprächsführung, überrumpeln Sie Ihr Gegenüber!]

 

Berlin: „…Ähh, das ist ja super! Ähh, ganz toll!”

 

Ich: „Gut. Wann soll ich wo sein?“

 

Berlin: „Wir garantieren Ihnen 10 bis 12 Gespräche mit den Entscheidern, die sich nur um das Thema Interim Management drehen….“

 

Ich: „… Klar, anderenfalls brauchten wir uns nicht zu treffen!“

 

Berlin: „Ähh, richtig. Diese 10 – 12 Gespräche werden alle in separaten Räumen…[Mein Gegenüber spricht erstaunlich schnell, aber ich kann auch schnell zuhören. Mein Blick geht zur Uhr…] … Tolles Ambiente…. Erfahrungsgemäß ….. Projektvolumina von garantiert mindestens 1 Mio. Euro…. Bevorzugte Lieferantenbeziehungen aufbauen…..“

 

[Nach 80 Sekunden] Ich: „Tut mir leid, wenn ich das so offen sage. Aber Sie texten mich gerade zu – unnötigerweise!“

 

Berlin: „….?“

 

Ich: „Wir sind doch schon durch: Ich habe ihnen doch gesagt, dass ich gerne komme. Wenn die DAX-Vorstände nach Heilgendamm kommen und sich die Zeit nehmen, um mit mir zu sprechen, dann komme ich doch selbstverständlich auch gerne. Ist doch gar keine Frage! Also: Wann soll ich wo sein?“

 

Berlin: „Aber das sind so viele Gespräche, da müssen Sie schon zu zweit kommen….!“

 

Ich: „Auch kein Problem! Dann bringe ich Kai Otte mit!“

 

Berlin: „… Und achtundreißigtausend Euro!“

 

Ich – tatsächlich, ich stehe dazu – ich habe schallend gelacht: „Wollen Sie mich auf den Arm nehmen? Sind wir hier bei irgendeiner Jux-Sendung im Radio? Der kleine Nils oder sonst etwas in der Art?“

 

Berlin: „Nö. Wieso?“

 

Ich: „Auf den Punkt gebracht: Wenn DAX-Vorstände mich als Eigentümer meines Unternehmens in Heiligendamm treffen möchten, dann folge ich diesem Wunsch gern. Die Vorstände und ich als Eigentümer, wir investieren beide unsere Zeit und tragen beide unsere Reisekosten selbst. Und möglicherweise spendieren wir uns gegenseitig ein Drink – abends an der Bar. So agieren Profis. Alles andere ist absurd.“

 

Berlin: „Aber andere Anbieter machen das!“

 

Ich: „Das ist gut für Sie, wenn andere das machen, denn ich mache das ganz sicher nicht. Ich möchte unser Gespräch jetzt gern beenden, wenn Sie einverstanden sind.“

 

Berlin: „Auf Wiedersehen. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg mit Ihrem Geschäftsansatz….!

 

Beste Transaktionsanalyse: „Du bist böse!“ So soll ich mich auch noch schlecht fühlen. Tu ich aber nicht.

 

Viel mehr beschäftigt mich, dass im Oktober 2011 noch 25.000 Euro aufgerufen wurden – und heute, gerade einmal drei Jahre später: 38.000 Euro!

 

Und irgendwer in der Providerlandschaft scheint das ja zu machen. Anderenfalls wären diese Anrufe längst Geschichte. Meine Güte:

 

Vertriebskosten im Interim Management explodieren!

 

Friday 22. August 2014

5 GOLDENE INTERIM MANAGEMENT-REGELN FÜR UNTERNEHMEN

Quelle_www.piqs.de_Fotograf_Ilagam_Titel_Grosse_StrasseZwar ist Interim Management in Deutschland inzwischen wesentlich bekannter als noch vor zehn Jahren. Eine Selbstverständlichkeit in deutschen Unternehmen ist es deshalb – anders als z. B. in UK oder BENELUX – noch lange nicht. Viele Unternehmen betreten deshalb Neuland, wenn sie einen Interim Manager an Bord holen möchten. Folgende 5 Regeln weisen Ihr Unternehmen als Profi aus:

 

1. MEIDEN SIE SCHNELLSCHÜSSE: „Ich schaue mal, was es so an Interim Managern am Markt gibt, und dann sehen wir mal weiter…!“ Es gibt tatsächlich Unternehmen, die so am Markt vorgehen. Sie sprechen Interim Management-Provider an (möglichst viele, denn dann bekommt man ja den allerbesten Überblick über einen Markt, den man noch nicht gut genug kennt!) oder sie beuten eigene Netzwerke aus.

 

Wen auch immer solche Unternehmen ansprechen, sie lösen unmittelbar Arbeit auf der anderen Seite aus: Denn jeder Profi auf der Gegenseite wird das anfragende Unternehmen, selbstverständlich!, als professionellen Marktteilnehmer ansehen und seinen Wunsch deshalb ernst nehmen.

 

Umfangreiche, am Anforderungsprofil des Kunden ausgerichtete Suchprozesse werden gestartet, Vorab-Gespräche mit Kandidaten werden geführt und deren Eignung verifiziert. Kandidatenprofile werden dann an das Unternehmen geliefert, Telefoninterviews geplant, aufgesetzt und die Briefings an die Kandidaten erarbeitet. Und abschließend werden persönliche Interviews vor Ort beim Kunden durchgeführt.

 

Der sicherste Weg für ein Unternehmen, seinen Ruf in dem kleinen und überschaubaren Interim-Markt auf absehbare Zeit zu ruinieren ist es, jetzt zu kommunizieren: „Tut mir leid, wir benötigen jetzt überraschenderweise doch keinen Interim Manager, denn wir haben eine interne Lösung gefunden!“

 

Glauben Sie mir: Professionelle Marktteilnehmer vergessen so etwas nicht – und werden bei der nächsten Bitte dieses Unternehmens entsprechend reserviert und vorsichtig vorgehen. Manche Marktteilnehmer schließen intern eine Zusammenarbeit mit solchen Unternehmen aus, solange die „Player“ dieselben bleiben.

 

Deshalb lautet die Regel Nr. 1: Fahnden Sie in Ihrem Unternehmen! Klären Sie im Detail, ob Sie nicht irgendwo einen Mitarbeiter für die anstehende Aufgabe freisetzen können. Erst wenn Sie sicher sind, dass das nicht möglich ist, dann suchen Sie einen Interim Manager. Wenn Ihr Unternehmen schlank aufgestellt ist, wird es sicher Widerstände gegen ein solches Freisetzen geben. Überlegen Sie in einem solchen Fall, ob sich die Widerstände gegen das Freisetzen des für die Projektaufgabe geeigneten Mitarbeiters in Luft auflösen, wenn ein Interim Manager die so entstehende Lücke schließt. In diesem Fall suchen Sie hierfür einen Interim Manager – mit einem dann anderen Anforderungsprofil.

 

2. MEIDEN SIE SCHLEPPNETZE: Es gibt Unternehmen, die suchen sich die Namen möglichst vieler Interim Management-Provider über Google. Und schreiben dann all diese Interim Provider an und bitten per Massen-Mail an „Sehr geehrte Damen und Herren“ um Vorschläge für Interim Manager. Die umfangreichste Massenmail, die ich kenne, ging an sage und schreibe 17 Interim Management-Provider: Wenn Sie viele der professionellen Interim Management-Provider verärgern möchten, ist dies ein vielversprechender Weg! Sie werden es kaum glauben, jedoch erkennen die Profis im Interim Management-Geschäft solche Massenmails. Zudem hilft der eine oder andere Anruf bei einem Kollegen, um den eigenen Eindruck zu verifizieren. Und dann antworten Ihnen mehr professionelle Interim-Provider als Sie glauben mögen: „Danke für Ihre Anfrage, jedoch möchten wir keine Kandidaten vorschlagen!“ MANATNET gehört ganz sicher auch dazu.

 

Ein Interim Management-Provider wird in aller Regel nur bei Erfolg Geld für sein Unternehmen verdienen. Selbst diejenigen, die in Mathematik auch nur die Grundlagen beherrschen, werden nachvollziehen, dass angesichts von 16 Mitbewerbern die Erfolgswahrscheinlichkeit Lotterie-nahe Quoten erreicht.

 

Was solche Unternehmen möglicherweise übersehen: Auf diese Weise schließen Sie vor allem die Profis aus, die ihnen eine Qualitäts-Dienstleistung anbieten können – jedoch nicht Lotto spielen möchten. Die sie aber sicher gern als zuverlässigen und starken Partner an ihrer Seite gehabt hätten.

 

Deshalb lautet die Regel Nr. 2: Lassen Sie nicht jeden in Ihren Endlauf! Schauen Sie sich die Website des Interim-Providers an. Erkennen Sie bereits dort einen konkreten Nutzen für sich oder nur Marketing-Geblubber samt Beratersprech? Ist der Provider im AIMP oder der DDIM organisiert? Das garantiert Ihnen einen recht hohen Qualitätslevel für die jeweiligen Provider. Hat der Provider einen Schwerpunkt in seiner Arbeit, der zu Ihrem Unternehmen, Ihrem Markt oder Ihrer Aufgabe besonders passt? Oder hat der Provider sonst etwas, das Ihnen gefällt – z. B. räumliche Nähe zu Ihrem Unternehmen oder räumt der Provider Ihnen sogar direkten Zugang auf seine Datenbank und damit alle Interim Manager ein?

 

3. MEIDEN SIE TAGTRÄUME: Wenn Sie umziehen, dann brauchen Sie einen Kombi. Oder einen Sattelzug. Sicher wird der Kombi günstiger sein als der Sattelzug. Daher werden Sie versuchen, mit einem Kombi klarzukommen. Das wird in einigen Fällen auch die richtige Lösung sein – zum Beispiel, wenn Sie Ihre Junggesellenbude aufgeben und zu Ihrer Liebsten ziehen. Allerdings werden Sie mit dem Kombi nicht weit kommen, wenn Sie zum Beispiel Ihre Finanz- oder Personalabteilung umziehen müssen.

 

Professionelle Interim Manager haben ihren Preis. Dieser Preis ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern fußt auf dem, was ein Interim Manager für Ihr Unternehmen mitbringt und, ganz wichtig!, auch darauf, welche Aufgabenstellung Sie an den Interim Manager vergeben wollen. Und: Wenn Sie wirklich ehrlich rechnen, dann ist das Honorar eines Interim Managers nicht weit weg von dem, was Sie einem vergleichbaren Mitarbeiter in einer Festanstellung zahlen müssen. Es gibt am Markt zahlreiche Analysen, die Ihnen ein gutes Gefühl dafür geben können, mit welchen Preisen Sie rechnen müssen: Hierzu gehören die jährliche AIMP-Providerstudie und der vierteljährliche INTERIMTREND, das Trendbarometer von MANATNET. Seien Sie überragend skeptisch, wenn Sie auf Kandidaten treffen, die die Marktpreise deutlich unterschreiten, denn es wird einen Grund geben, weshalb solche Kandidaten sich unter dem Marktniveau andienen müssen. Sollte es sich hierbei jedoch um einen Kandidaten handeln, den Sie aus der Vergangenheit gut kennen: Greifen Sie zu – und freuen Sie sich über dieses Geschenk!

 

Deshalb lautet die Regel Nr. 3: Gehen Sie keinen Schritt ohne Budget! Schätzen Sie die Laufzeit Ihres Projekts (6 Monate oder mehr?), die Auslastung Ihres Interim Managers vor Ort (Vollzeit oder weniger?), greifen Sie auf die durchschnittlichen Tagessätze aus der AIMP-Providerumfrage zurück und suchen Sie sich den Tagessatz heraus, der der Aufgabe in Ihrem Unternehmen am besten entspricht (z. B. Geschäftsführung oder Projektmanagement). Erhöhen Sie den Tagessatz um 150 Euro: Damit decken Sie die Reisekosten ab und dann multiplizieren Sie das Ganze. So erhalten Sie einen finanziellen Rahmen, den Sie sich intern freigeben lassen müssen. Anderenfalls kann Ihr schönes Projekt noch auf der Ziellinie sterben, weil Sie die Mittel nicht freibekommen haben – mit fatalen Auswirkungen auf das Image Ihres Unternehmens. In einer solchen Situation sollten Sie sich auf keinen Fall wiederfinden!

 

4. MEIDEN SIE BEWERBUNGSRITUALE: Aus Festanstellungen sind Sie es gewohnt, dass Ihnen die Kandidaten präsentieren, weshalb sie genau der richtige Kandidat für den Job in Ihrem Unternehmen sind. Sie selbst überprüfen das als geschulter Profi durch gezieltes Fragen und andere Maßnahmen – zum Beispiel, indem Sie Referenzen einholen.

 

Wenn Sie über einen Interim Management-Provider einen Kandidaten erhalten, dann ist all dies bereits im Vorfeld erfolgt und die grundsätzliche Eignung des Interim Managers sichergestellt (wenn Sie den Interim Manager selbst am Markt suchen, dann natürlich nicht!).

 

So seltsam das für Sie klingen mag: Nicht der Interim Manager bewirbt sich jetzt bei Ihnen, sondern Sie bewerben sich beim Interim Manager! Denn professionelle Interim Manager haben stets die Wahl ebenso wie Sie! Zwar wird Ihnen im Interview der eine Kandidat besser gefallen als der andere. Stellen Sie sich jedoch darauf ein, dass es durchaus dann Interim Manager geben wird, die nach dem Interview das Mandat bei Ihnen ablehnen werden. Hierfür kann es mannigfache Gründe geben, die von einem „Im Interview wollten die, dass ich nochmal meinen Lebenslauf ´runterbete – statt mit mir über die anstehende Aufgabe zu sprechen.“ bis hin zu „Der Kunde steht aus meiner Sicht nicht uneingeschränkt hinter der Sache.“ reichen können. Bedenken Sie: Jedes Interim Mandat ist existenziell wichtig für einen Interim Manager – und nur ein erfolgreiches Mandat ist eine Referenz für potenzielle Neukunden. Er braucht sie, um in einem wettbewerbsintensiven Umfeld erfolgreich zu sein. Sollte ein Interim Manager nicht einigermaßen sicher sein, das Mandat zum Erfolg führen zu können, wird er es lassen.

 

Deshalb lautet die Regel Nr. 4: Werben Sie für Ihr Projekt! Sie treffen auf einen potenziellen Geschäftspartner, der – gemeinsam mit Ihnen – eine besondere Aufgabe in Ihrem Unternehmen erledigen soll. Beschreiben Sie Ihr Projekt im Detail und darüber hinaus den Kontext, in dem das Projekt steht. So seltsam das für Sie klingen mag: Zeigen Sie dem Interim Manager die Vorteile auf, die es für ihn haben wird, wenn er Ihr Projekt erfolgreich abgeschlossen haben wird. Sie treffen nicht auf einen Bewerber für eine abhängige Beschäftigung.

 

Beachten Sie: Es ist im Zweifel unerheblich, ob ein Interim Manager in Ihr Team passt. Denn er geht auf absehbare Zeit wieder. Es ist stattdessen von überragender Bedeutung, ob er die anstehende Aufgabe in Ihrem Unternehmen lösen kann.

 

5. MEIDEN SIE HÄNGEPARTIEN: In sehr vielen Unternehmen wird im Konsens entschieden. Daraus folgt, dass mehr als eine Person über den Einsatz des Interim Managers entscheidet. Wenn Sie alle Entscheider nicht frühzeitig einbeziehen, wird der Prozess auf Ihrer Seite bis zum Auftrag für den Interim Manager tendenziell zu lange dauern. Wenn Sie dann obendrein den Interim Manager nicht gut informieren und womöglich sich über zwei Wochen nicht melden, dann gefährden Sie Ihr Projekt in signifikanter Weise.

 

Bedenken Sie: Interim Management ist ein schnelles Geschäft und Sie stehen im Wettbewerb mit anderen Unternehmen um die professionellen Interim Manager, die ausnahmslos ein Ziel gemeinsam haben: Ihre Auslastung und dadurch ihren Lebensunterhalt sicherzustellen. Ein Interim Manager wird daher niemals, auf Ihre Entscheidung wartend, ein anderes Projekt absagen – und es zu riskieren, am Ende ohne beide Mandate dazustehen: Der Albtraum jedes Interim Managers.

 

Deshalb lautet die Regel Nr. 5: Arbeiten Sie zügig und kommunizieren Sie vorbildlich! Aus der Tatsache, dass sich Ihr Unternehmen beim Interim Manager bewirbt – und nicht umgekehrt – ergibt sich zwingend, dass Sie den Interim Manager über den Fortschritt des Entscheidungsprozesses auf Ihrer Seite eng informieren. Das kann zur Not auch ein „Ich kann mich erst in einer Woche wieder bei Ihnen melden!“ Alles andere werden professionelle Interim Manager als Desinteresse auf Ihrer Seite auslegen – und das nächste Projektangebot annehmen: Ganz sicher!

 

Mit diesen fünf goldenen Regeln im Hinterkopf können Unternehmen heute auf viel mehr professionelle Interim-Provider mit wesentlich mehr qualitätsgesicherten Interim Managern zugreifen als noch vor zehn Jahren. Im gleichen Zeitraum ist das Interim-Geschäft wesentlich breiter und unkomplizierter geworden: Heute ist deshalb jedes Unternehmen in der Lage, relativ unkompliziert den richtigen Interim Manager für die jeweilige Aufgabe zu finden – oder die richtige Interim Managerin. Zahlreiche Beispiele verdeutlichen das – zum Beispiel dieses hier.

 

Mein längster Blogeintrag aller Zeiten…..

 

Friday 15. August 2014

KEIN INTERIM MANAGER KENNT DIESE ANGST!

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Sommerzeit.

 

Und wenn wir von den schlimmen, zum Teil entsetzlichen Nachrichten aus den aktuellen Krisenherden absehen, herrscht Flaute.

 

Daher kümmern wir uns um epochale Themen. Zum Beispiel: Das E-Mail-Aufkommen, das die Mitarbeiter in Unternehmen so arg drangsaliert. Aktuell das von mir hoch geschätzte Unternehmen Daimler – Volkswagen und die Telekom waren schon in der Vergangenheit dran.

 

So schrieb die FAZ gestern:

 

ZITAT

 

Wer von den Mitarbeitern des Autobauers Daimler möchte, kann nun während der Urlaubszeit eingehende E-Mails automatisch löschen lassen. Die Mitarbeiter „sollen sich im Urlaub erholen und keine geschäftlichen E-Mails lesen“, erklärte Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth am Mittwoch in Stuttgart. Und nach dem Urlaub erwarte die Beschäftigten dank der Löschaktion „kein Stau im elektronischen Postfach“ mehr. „Das ist eine emotionale Entlastung“, beschrieb Porth.

 

ZITAT ENDE

 

Ja, ich weiß: Ich bin mit meinen siebenundfünfzig Jahren doch arg durch meine ganz persönliche Antike geprägt und ich bin ganz sicher nicht das Maß aller Dinge.

 

Aber so ein ganz klein wenig meinen (noch gesunden?) Menschenverstand nutzen, das darf ich schon noch, gelle?

 

Nun muss man sich beim Thema „E-Mail-Flut“ nicht unbedingt dem radikalen, ein eigenständig-professionelles Verhalten der Mitarbeiter einfordernden „Damit müssen´s halt klarkommen!“ meines Ex-Chefs beim debis Systemhaus anschließen.

 

Aber ich denke schon, dass hinter seiner Aussage wohl Ansätze für die Lösungen zu finden sind:

 

Ich frage mich schon, wie weit es mit der Selbstständigkeit der Mitarbeiter her ist, wenn sie mit dem eigenen elektronischen Briefkasten nicht klarkommen. In der analogen Welt daheim wird doch auch der meiste Kram weggeschmissen, der im heimischen Briefkasten landet.

 

Ich frage mich schon, wie weit es mit der Belastbarkeit der Mitarbeiter her ist, wenn der Arbeitgeber den elektronischen Briefkasten zunageln muss, um eben diese Mitarbeiter „emotional zu entlasten“ – und vor einem „Stau im elektronischen Briefkasten“ zu bewahren. Das hierzu passende Bild aus der analogen Welt: Wir entführen den Briefträger – und seine Urlaubsvertretung gleich mit. Die daraus folgende „emotionale Belastung“ (für die Briefträger) können wir vernachlässigen: Die digitale Welt hat ihre Vorteile.

 

Du lieber Himmel!

 

Nun gehen Kommentare, auch gallenbittrige, auf diese Nachricht durchs Internet vor allem unter der Überschrift „E-Mail-Fluten kann man durch Filter in Outlook recht gut Herr werden!“ (Sicher gibt´s diese Filter in anderen, professionellen Mail-Programmen auch!)

 

So gesehen lassen sich “emotionale Belastungen” sicher reduzieren.

 

Mir stößt etwas ganz anderes auf:

 

Ich empfinde das als weitere Bevormundung, die letztlich widerspiegelt: Ihr seid zu blöde, um auch nur mit Euren E-Mails klarzukommen!

 

Nicht vergessen: Die Unternehmen, auch Daimler, stellen bekanntlich nur hochqualifizierte Mitarbeiter ein, die folglich auch das Wichtigste sind, was sie für ihre Hochglanzbroschüren haben!

 

Nur, denke ich, ein hochqualifizierter Mitarbeiter hat verinnerlicht:

 

–        Es gibt keine Verpflichtung, jede Mail zu lesen

–        Alle CC-Mails muss ich nicht lesen, denn ich bin nicht der Adressat

–        Vom Rest sind die meisten Mails unwichtig

–        Mails vom Chef lese ich dennoch immer, solange er mich nicht zuspammt

 

Und ein richtig guter, qualifizierter und Konzern-erfahrener Mitarbeiter weiß ganz sicher:

 

Sollte mir eine wichtige Mail einmal durchrutschen, wird sich der Absender ganz sicher noch einmal bei mir melden, denn er oder sie braucht ja irgendetwas von mir.

 

Was hat das alles mit Interim Management zu tun?

 

Nur vordergründig nichts. Tatsächlich jedoch denke ich, dass der wirkliche Grund für die „emotionale Belastung“ ein ganz anderer ist: Angst!

 

Angst davor, einen Schnipsel an Informationen zu verpassen. Ein fehlender Schnipsel, der dann den eigenen Job gefährden könnte, weil in der Außenwirkung und durch nachklassige Führungskräfte dies gern als fehlendes „Commitment“ ausgelegt wird: „Interessiert Dich wohl alles nicht wirklich, oder?“

 

Kein Interim Manager kennt diese Angst!

 

Friday 08. August 2014

MANATNET: SEINER ZEIT 11 JAHRE VORAUS!

Quelle_www.piqs.de_Fotograf_jenny_downing_Titel_morse_codeIm AIMP haben sich zum Ende Juli vier weitere Interim-Provider zusammengeschlossen: GroNova (Schweiz), IMS Interim Management Solutions, MSP Management Support Partners und REM Plus. Ein Grund zur Freude!

 

Ein Aufwand, kaum der Rede wert: Immerhin bin ich erfahren als Webmaster des AIMP und integriere mal schnell die Informationen über die neuen Kollegen in die AIMP-Site: Schließlich sind wir ein Arbeitskreis!

 

Die Vorbereitungen für das 3. AIMP-Regional-Forum am 1. Oktober in Stuttgart sind abgeschlossen, das MANATNET gemeinsam mit butterflymanager zum Thema „Qualität im Interim Management“ ausrichtet.

 

Ein Aufwand, kaum der Rede wert: Immerhin konnte ich beim AIMP-Jahresforum im April auf Burg Schwarzenstein ein wenig üben.

 

Vier Anfragen von Kunden nach Interim Managern in dieser ersten August-Woche: Zwei davon haben noch „keine Erfahrung mit Interim Management“. Ich betreue solche Kunden gern, auch wenn viele Dinge, die für uns selbstverständlich sind, für diese Kunden eben längst nicht selbstverständlich sind. Und ich weiß: Nicht jede Anfrage wird in ein Projekt münden: Leider!

 

Ein Aufwand, kaum der Rede wert: Immerhin ist das mein Kerngeschäft.

 

Und im Umfeld ewig neuer Sicherheitslücken und spektakulären Datendiebstahls, entschließt sich Google offenbar, Websites mit https-Verschlüsselung beim Ranking höher zu bewerten. So schreibt Spiegel Online:

 

ZITAT

 

„Bisher wird https offenbar kaum eingesetzt: Noch betreffe die Änderung weniger als ein Prozent der globalen Suchanfragen, heißt es in dem Blogpost. Andere Faktoren wie die Qualität der Seiteninhalte würden außerdem höher bewertet als eine angebotene Verschlüsselung. Künftig könne man die sicheren Verbindungen aber stärker gewichten, kündigt Google an.

 

Eine verschlüsselte Verbindung bedeutet, dass Daten unterwegs nicht mitgelesen werden können, etwa von neugierigen Hackern, Kriminellen oder Geheimdiensten.“

 

ZITAT ENDE

 

Kein Aufwand: MANATNET nutzt die (im Übrigen nicht kostenlose) https/ssl-Verschlüsselung auf der Grundlage von Verisign-Zertifikaten seit seiner Gründung im Jahr 2003.

 

Ein Schelm, der daraus schließt:

 

MANATNET: Seiner Zeit elf Jahre voraus!

 

Friday 01. August 2014

FLÖHE HÜTEN IM INTERIM MANAGEMENT

Quelle_www.piqs.de_Fotograf_nordynator_Titel_Kinderstube_auf_der_TerrasseMöglicherweise steht MANATNET, der auf das professionelle Interim Management spezialisierte Internet-Marktplatz für die D-A-CH-Region, auch an dieser Stelle allein da:

 

Für MANATNET haben stets aktuelle Informationen der Interim Manager überragende Bedeutung. Wie könnte es auch anders sein, wenn die Unternehmen direkt darauf zugreifen können?

 

Ich stelle jedoch verstört fest, dass ich durchaus – anders als ich das in einem professionellen Umfeld erwarten würde – nicht davon ausgehen kann, dass die Informationen eines jeden registrierten Interim Managers stets aktuell sind.

 

Um fair zu bleiben und auch, um das an dieser Stelle ganz offen zu sagen: Es gibt auch andere – und denen bin ich inzwischen zutiefst dankbar!

 

Allein, das ist halt keineswegs die Mehrheit. Und so gibt es diese anderen, die muss ich darauf hinweisen, dass die eigenen Daten nicht aktuell sind. Und ein Lebenslauf aus dem Jahr 2012 gilt halt heute, im Jahr 2014, nicht mehr als aktuell – ganz zu schweigen von 2009. Das ist digitales Altpapier!

 

Ich kann das in keiner Weise nachvollziehen. Aus professioneller Sicht nicht, aber auch aus vertrieblicher Sicht nicht, denn:

 

Jedes neu abgeschlossene Projekt erhöht den Marktwert eines Interim Managers.

 

Jedes neu abgeschlossen Projekt könnte genau die Erfahrung nachweisen, die ein potenzieller Kunde sucht.

 

Aber viele, erstaunlich viele Interim Manager scheinen das keinesfalls verinnerlicht zu haben.

 

Stattdessen höre ich – nach Absolution heischend: „Ich bin so beschäftigt, ich kann mich nicht um solche administrativen (!) Dinge kümmern…“ Na großartig!

 

Es ist das Eine, wenn mir das auffällt – weil ich im Kundenauftrag die MANATNET-Datenbank durchwühle.

 

Es ist eine ganz andere Sache, wenn das den Kunden auffällt – weil sie selbst in der MANATNET-Datenbank nach einem Interim Manager suchen – und dann auf solche veralteten Informationen stoßen!

 

Die Wirkung ist verheerend: Zunächst ordnet der Kunde einen solchen Interim Manager, wenn nicht als unprofessionell, dann zumindest aber als „schon von der Papierform her wenig überzeugend ein“ [O-Ton eines Kunden].

 

Darüber hinaus, und das verstehen die wenigsten Interim Manager, beschädigt so etwas die Reputation von MANATNET im Markt. Und das kann ich rein gar nicht leiden!

 

So sagte mir ein CFO wörtlich: “Wenn ich eins nicht ausstehen kann, dann sind das veraltete Informationen!”  Und damit war die Sache für ihn zuende. Projekt weg. Geschäft weg. Cashflow weg! Auch das kann ich rein gar nicht leiden!

 

Also muss ich gegensteuern.

 

Also muss ich das manuell überwachen:

 

Den Interim Manager anschreiben.

 

Das Schreiben an den Interim Manager auf Wiedervorlage legen.

 

Die Aktualisierung durch den Interim Manager überwachen – und wenn sie nicht erfolgt ist (was häufiger der Fall ist, als man glauben möchte!), die Daten des jeweiligen Interim Managers sperren.

 

Erneut schreiben, mitteilen, dass die Daten gesperrt wurden, den Rücklauf überwachen – und gegebenenfalls die Daten wieder freischalten.

 

Oder eben die Geschäftsverbindung kündigen.

 

Ein Heidenaufwand!

 

Aber ich mache es dennoch – im Interesse der Interim Manager und im Interesse von MANATNET. Denn letztlich macht das die Qualität des MANATNET-Pools aus, der sich hinter keinem der Wettbewerber verstecken muss: Ganz im Gegenteil!

 

Jedoch: Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich mir so etwas auf Dauer nicht antun werde.

 

Und daher arbeiten die Techniker daran, die Aktualität der Daten aller Interim Manager bei MANATNET systemseitig zu überwachen. Aber, wie so vieles bei MANATNET, ist das keine triviale Übung.

 

Aber Anfang des letzten Quartals dieses Jahres wird es wohl soweit sein.

 

Bis dahin bin ich beschäftigt mit etwas, was ich niemals erwartet hätte:

 

Flöhe hüten im Interim Management.