ENTWEDER IST ES „PEOPLE´S BUSINESS“ – ODER EBEN NICHT!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_KommunikationGebetsmühlenartig wird von Interim-Providern angemerkt, das Interim-Business sei ein „People´s Business“!

 

Ganz sicher als Gegenpol immer dann, wenn ich von den Vorteilen der Plattform-Ökonomie spreche, die auch für das Interim-Business gilt.

 

In aller Regel wird diese Aussage von einem mehr oder weniger ausgeprägt mitleidigem Blick begleitet.

 

Verdichtet soll mir diese verbale und non-verbale Kommunikation ‚rüberbringen: „Becker, das funktioniert im Leben nicht…!“

 

Ich bestreite das bekanntlich.

 

Nun mag ich ja völlig falsch liegen. So etwas gibt es ja.

 

Jedoch ist es so, dass die Signale, die Feedbacks, die ich erhalte, nicht darauf hindeuten. Vielmehr deuten sie darauf hin, dass es nicht schaden kann, wenn die Provider mal in sich gehen…

 

Also:

Wie definieren wir eigentlich „People´s Business“?

 

Wenn wir einmal an der Oberfläche dieses glänzend schillernden Imperativs „People´s Business“ kratzen wollen und Antworten darauf suchen, was damit tatsächlich gemeint ist, dann tun wir uns bemerkenswerter Weise schon mit einer Google-Recherche schwer.

 

Zwar finden wir sogar eine gleichnamige Domain (http://www.peoplesbusiness.coop/de/) und ein ebensolches Blog (http://www.thepeoplebusiness.net/blog/): Allerdings definieren beide den Begriff keineswegs.

 

Andere Fundstellen auf den ersten paar Seiten bei Google tun das auch nicht!

 

Stattdessen wird das „People´s Business“ sehr gern in Überschriften verwendet – wie z. B. in der Agenturwelt: „It´s a People´s Business“ und „Werbung ist ein People´s Business“. Offenbar zieht der Begriff recht gut.

 

Es scheint so, als wäre dieser Begriff in die eine oder andere dafür offene Szene eingesickert, um dort von jedermann leichtfüßig verwendet zu werden – in einer Art stillschweigenden Übereinkunft, jeweils die Bedeutung zu kennen.

 

Und genau das ist mein Eindruck seit mehr als 15 Jahren: In bestimmten Marktsegmenten redet jeder davon (nicht allen: der Bau z. B. misst ihm nur marginale Bedeutung bei) und führt dieses „People´s Business“ in schöner Regelmäßigkeit an: Im Kern soll dadurch das eigene Geschäft aufgewertet und als etwas Tolles, nur von ebenso tollen Menschen Darzustellendes geadelt werden.

 

Einverstanden.

 

Ich möchte hier und heute mal den Versuch wagen, dieses „People´s Business“ zu definieren – darauf vorbereitet, dass ich wieder Prügel beziehen werde.

 

„People´s Business“ ist ein Geschäft, das zwischen (in der Regel zwei) Menschen getätigt wird – und das nur deshalb gut funktioniert, weil eben diese Menschen empathisch und wertschätzend miteinander kommunizieren sowie interagieren.

 

Aufgrund der zwischenmenschlichen Kommunikation und der Interaktion zwischen den beteiligten Menschen wird Vertrauen aufgebaut – vor allem auf Seiten des „Käufers“ –, der dann auf der Grundlage eben dieses Vertrauens sich für das „Angebot“ des „Verkäufers“ entscheiden und seiner Empfehlung und seinem Rat folgen wird.

 

Ohne ein solches Verhalten kann somit ein „People´s Business“ nicht erfolgreich sein.“

 

In dieser Denkwelt bedeutet das zudem: Dieses Geschäft wird in dem Augenblick nicht mehr funktionieren, wenn ich einen dieser Menschen durch „etwas anderes“ ersetze. Für das Interim-Business ersetzen Sie bitte „etwas anderes“ durch „Plattform“ vulgo „UNITEDINTERIM“.

„People´s Business“ und der Nasenfaktor

 

Ich kann meinen Lesern diesen Satz leider nicht ersparen: Wenn meine Definition denn stimmen sollte, dann gilt auch die andere Seite der Medaille!

 

Wenn die menschliche Komponente dominiert, dann wird´s halt auch sonst menscheln! Ich werde meinen Lebtag nicht vergessen, wie mein Kunde (Vorstandsebene!) den Interim Manager aus der ersten Liga abgeschossen hat mit dem Hinweis, „der Typ passt nicht zu uns!“

 

Auf mein verblüfftes Nachfragen erläuterte er mit entwaffnender Offenheit: „So arrogant, wie der war – mit seiner Siegel-beringten Hand auf der Sessellehne: Das geht gar nicht! Mir war in den ersten Minuten klar: Der ist es nicht!“

 

Es ist also wie immer: Yin und Yang. Es gibt nichts Gutes ohne etwas Schlechtes darin. Und umgekehrt.

 

Es gibt somit keinen Grund, „People´s Business” in irgendeiner Weise zu verklären!

 

Dennoch bin ich zutiefst der Meinung, dass Menschen aktuell noch einen ganz entscheidenden Vorteil haben: Sie sind in der Lage, gut zu kommunizieren.

 

Allerdings tun sie´s nicht. Erst gestern schrieb mir ein Interim Manager:

 

Hallo Herr Becker,

 

vielen Dank für Ihre Info!

 

Gestatten Sie mir noch eine Anmerkung:

 

Ich bin wirklich sehr begeistert von der Kommunikation mit UNITEDINTERIM. Auf meine Anfragen bekomme ich immer sehr schnell und kompetent Rückantworten. Vielen Dank auch dafür!

 

Man merkt, dass Sie und Herr Dr. Schönfeld mit „großem Herzblut“ bei der Sache sind. Leider ist die Kommunikation mit anderen „Partnern“, die sich im Interim Business tummeln, nicht so vorbildlich.

 

Ich spreche hier von Providern, wohlwissend, dass UNITEDINTERIM kein Provider ist. 😉

 

Viele Grüße

 

Interim Manager

 

Offenbar haben mehr Provider als man glauben mag zu wenig Zeit, um gut zu kommunizieren. Ich wiederhole mich: Möglicherweise hält sie das aufwendige, eigene Poolmanagement (Admin) davon ab, mit den eigenen Kunden professionell zu kommunizieren (Vertrieb).

 

Ein Hammer, eigentlich, verrät dies doch die Eckpfeiler des von so gut wie jedem Provider propagierten „People´s Business“ – in dem „eben diese Menschen empathisch und wertschätzend miteinander kommunizieren sowie interagieren.“

 

Merke:

 

Entweder ist es „People´s Business“ – oder eben nicht!

 

VERLASSEN WIR ENDLICH DIE KOMFORTZONE!

Hoch ging´s her nach meinem Blogeintrag vom vergangenen Freitag: Bei Xing vor allem – aber auch in Mails an mich. Sehr viele Zugriffe. Also: alles gut!

 

Gestern war´s zudem anstrengend: Dr. Schönfeld und ich haben drei neue Videos für UNITEDINTERIM gedreht.

 

Anschließend fand noch das zweite Webinar mit Rafael Knuth statt:

 

Wie kann ich mich als Interim Manager digital transformieren?“ Auch nicht so ohne – und mit Aussagen, die durchaus schon einmal den Atem stocken liessen: (1) Sie müssen in einem mit einem Abendstudium vergleichbaren Zeitaufwand Neues lernen“; (2) Sie müssen mit Ihren Kosten runter! und (3) „Grundsätzlich können Sie als Interim Manager jetzt auch global agieren: Folglich stellt sich die Standortfrage…!“

 

Deshalb widme ich mich heute einmal einem etwas weniger konfliktären Thema: Coopetition

 

Es geht mir heute keineswegs darum, rechtzeitig zum Wochenende meine Leser mit einer wissenschaftlichen Abhandlung zu quälen.

 

Nein, es geht mir vielmehr darum, zu zeigen, dass selbst Denkansätze, die jahrelang als Tabu – als absolutes „No-Go“ – galten, irgendwann ihren Durchbruch erleben können.

Einst Undenkbares wird Realität

 

So galt es seit den Anfängen der Informationstechnologie als völlig undenkbar, dass Banken keine Rechenzentren ihr Eigen nennen würden. Argumente wie „super vertrauliche Daten können wir nicht an irgendeinen Dritten weitergeben“ und der Tausendsassa „Bankgeheimnis“ blockten aber auch alles ab, was an Gegenargumenten auch nur ansatzweise denkbar war. Solange, bis die Kosten überhandnahmen…

 

Ebenso undenkbar, dass sich Microsoft jemals Open Source öffnen würde.

 

Oder dass die Plattformstrategie, die innerhalb der jeweiligen Automobil-Konzerne populär wurde, auf Unternehmen auch außerhalb des eigenen Konzerns ausgeweitet werden könnte. Und doch haben es der VW-Konzern (mit dem VW Sharan sowie Seat Alhambra) und Ford (mit dem Galaxy) gemacht.

 

Und schließlich: Ich hätte gern aus Unternehmens-interner Sicht die Diskussionen mitbekommen, als Klöckner entschied, zunächst für den Stahlhandel nicht länger Telefon und Fax einzusetzen, sondern ausschließlich digitale Kommunikationskanäle, dann das gesamte Stahlgeschäft 7 Tage 24 Stunden über eine digitale Plattform abzuwickeln – und schließlich, Achtung!, diese Plattform auch für Wettbewerber zu öffnen.

 

Ja, geht’s noch?!

 

Mit dem Begriff der Coopetition musste ich mich erstmals im Rahmen der Projekte innerhalb der internen Unternehmensberatung bei Burda beschäftigen:

 

Im internen Sprachgebrauch verstanden wir darunter einfach die Kooperation mit Wettbewerbern (Cooperation with Competition). Und folglich sprach man mit Bertelsmann und Springer über Aufgaben, die man gemeinsam besser als allein erledigen könnte.

Nicht jeder muss mit jedem ins Bett!

 

Auch dieses Bild habe ich vor Augen, wenn ich mir die Interim-Szene anschaue. Und ich sage ja nicht, dass jeder jetzt mit jedem ins Bett gehen soll!

 

Aber mal über alternative Wege nachzudenken, ist sicher nicht falsch. Ganz besonders nicht in dieser Branche, die eben dies ihren eigenen Kunden gegenüber postuliert: „Geht mal neue Wege in der Personalbeschaffung!“

 

Einmal unbefangen darüber nachzudenken, ob die enorm fragmentierte Welt der Interim-Provider so, wie sie sich jetzt darstellt, wirklich eine Zukunft hat, ist sicher eher ein professionell unternehmerischer Ansatz als ehrenrührig. Ganz besonders dann, wenn wir uns mal die sich daraus ergebenden Marktanteile für die einzelnen Provider vor Augen halten.

 

Mit dieser Sehnsucht, mal neue Wege zu gehen, die Dinge mal anders, mal besser zu machen, bin ich nicht allein! So konstatiert Dr. Peter Förster von Förster & Kreuz in seinem Podcast: „Für den digitalen Change-Prozess braucht es Querdenker“. Ich empfehle meinen Lesern: Unbedingt anhören!

 

Wir haben Frühling. Die Natur bricht auf nach dem kalten und trüben Winter. Alles ist neu, jung und frisch. Zudem stehen wir zwei Wochen vor dem Osterfest, für das der Begriff „Auferstehung“ eine zentrale Bedeutung hat.

 

Also auf, Leute:

 

Verlassen wir endlich die Komfortzone!

 

SIE VERÄNDERN DAS INTERIM-BUSINESS IN SEINEM INNERSTEN

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Puppenspielerin_Vogtsbauernhof_Schiltach_2018Offensichtlich habe ich einen Nerv getroffen.

 

„Ein typischer Becker wieder“, schrieb der Interim Manager, „das ganze Pool-Gedöns mal in Frage zu stellen. Wir müssen festhalten: Die gesamte heute tätige Interim Manager-Generation ist in der ,Jeder hat seinen eigenen tollen Pool‘-Welt konditioniert worden. So ziemlich alle meine Kollegen fluchen zwar über den damit verbundenen administrativen Wahnsinn, aber keiner von uns hat je das Grundkonzept in Frage gestellt. Verblüffender Weise, denn ist nicht genau das der Kern unserer Dienstleistung – auf den wir alle so stolz sind? Eigentlich sollten wir Interim Manager uns schämen…!“

 

Was war passiert?

 

Vor genau 21 Tagen habe ich das Video „Im Interim-Business ist der eigene Pool kein Wettbewerbsvorteil mehr!“ in den YouTube-Kanal von UNITEDINTERIM hochgeladen. Dieses Video ist das mit Abstand am meisten aufgerufene Video des noch jungen Kanals. Die drei anderen Videos bringen gemeinsam nicht so viel auf die Waage!

 

Das Feedback, das hier ankam war – wie stets – breit gefächert und reichte an seinen Extremen vom „Völliger Blödsinn: Wir gehen weiter unseren eigenen Weg!“ bis hin zu „Brillante Idee: Das wird das Interim-Business in seinem Innersten verändern!“

 

Diese Bandbreite zwischen „Mist“ und „Super“, zwischen „schwarz“ und „weiß“, ist typisch, wenn Menschen mit wirklich neuem Denken konfrontiert werden.

Der eigene Interim Manager-Pool hat an Glanz verloren

 

Heute möchte ich einen weiteren Mosaikstein aus der Interim-Praxis mit meinen Lesern teilen, der untermauert, wie weit der eigene Pool der Provider inzwischen an Glanz verloren hat:

 

Die Ausschreibungen von Providern, Unternehmens- und Personalberatern [nicht zufällig drei der vier Kernzielgruppen von UNITEDINTERIM] in den vier einschlägigen Gruppen bei XING: (1) Flexible Arbeit/Interim Management, (2) Interim Management | Interim Project Management, (3) Interim Manager und (4) Executive Interim Network.

 

Ich analysiere seit Anfang des Jahres das Geschehen in diesen vier Gruppen. Sehr mühsam, aber sehr aufschlussreich. Hier sind die Ergebnisse für den März (Stand 29. 3., 12.00h):

 

Anzahl der ausschreibenden Unternehmen: 32

Anzahl der ausgeschriebenen Projekte: 163

 

Also richtig satt!

 

Bevor jetzt irgendjemand einwirft: „Das sind doch alles keine richtigen Interim-Projekte…!“

 

Doch, das sind sie sehr wohl. Sicher: Auch Kurzläufer sind darunter. Keine CEO/Restrukturierer-Mandate, sondern ganz normale Aufgaben, wie sie bei ganz normalen Unternehmen eben heutzutage anfallen: z. B. Finanzer, Personaler, Einkäufer, Logistiker und IT-Leute.

Interim-Projekte im Volumen von rund 1,2 Mio. Euro

 

Machen Sie mal folgende, ausgesprochen vorsichtige Rechnung auf: Nehmen Sie einen durchschnittlichen Tagessatz von 800 Euro an, eine durchschnittliche Laufzeit von (nur) 3 Monaten bei durchschnittlich 4 Arbeitstagen in der Woche und schließlich eine Lead-to-Deal-Quote von 6: 1.

 

Dann kommen Sie auf ein Projektgeschäft von satt 1,2 Mio. Euro. In nur einem Monat!

 

Aus meiner Sicht sind hier zwei Dinge bemerkenswert:

 

(1) Für 32 Unternehmen war der eigene Pool offenbar nicht ausreichend, um die jeweiligen Projekte besetzen zu können – anderenfalls hätten sie diese Projekte bei XING nicht ausgeschrieben. Daran ist rein nichts Ehrenrühriges – selbst wenn ein Drittel aus namhaften Providern besteht mit dem üblichen „Wir haben einen riesigen, aber handverlesenen Pool!“-Abziehbild auf der Homepage.

 

(2) Ich spreche von Ausschreibungen – ausnahmslos: In wie weit diese 32 Unternehmen zusätzlich in den Untiefen von XING recherchiert haben, kann ich nicht sagen, weil ich das naturgemäß nicht sehen kann. Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass die Unternehmen sich bei XING inzwischen auf Ausschreibungen verlegt haben, weil das wesentlich einfacher ist.

 

Dies zeigt eine Facette des modernen Interim-Geschäftes, die noch gern unter den Tisch gekehrt wird – an der dennoch kein Weg vorbeiführt:

 

Interim-Provider beschaffen schon heute Interim ManagerInnen „Just in Time“. In dem Moment, wo die Anfrage kommt, wird der Suchprozess gestartet – über den eigenen Pool hinaus. Und erst dann erfolgt die Qualitätssicherung – und nicht umgekehrt, wie´s die historisch reine Provider-Lehre gebietet.

 

Was auch leicht nachvollziehbar ist: Interim Manager sind aktuell gut ausgelastet und gute Interim Manager, die nicht im Projekt gebunden sind, sind heute schwerer zu finden. Und jeder Provider, der ehrlich ist, wird zugeben, dass es mehr Interim Manager außerhalb des eigenen Pools gibt – als innerhalb.

 

Folglich sucht man auch außerhalb des eigenen Pools, in der Hoffnung, fündig zu werden. (Und die Frage darf erlaubt sein, weil lange sich dieses „auch“ noch halten wird…)

 

Dann – und erst dann – erfolgt die Qualitätssicherung im Einzelfall! Auf gut Deutsch, das Prüfen, ob die Unterlagen dem jeweiligen Kunden präsentiert werden können. Was dann durchaus zu einer umfangreichen Aufgabe werden kann – und aus meiner Sicht dem klassischen Bewerbungsprozess (für Festanstellungen) recht nahekommt.

 

Wie gut, wenn dann ein zentraler Pool die Qualitätssicherung – im modernen Jargon „Kuratierung von Content“ – bereits erledigt hat. Nachweislich und professionellen Provider-Ansprüchen genügend: „Alle Profile, die ich bisher über UNITEDINTERIM erhalten habe, waren top.“ (Florian Goeser, Geschäftsführer REM PLUS GmbH)

 

So gesehen trifft das oben genannte Feedback wohl den Kern:

 

Sie verändern das Interim-Business in seinem Innersten.

 

MEHR GIBT´S HEUTE NICHT ZU SAGEN …

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Kommunizierende_Statuene_Kampen/Sylt_2018Mein Providergeschäft nimmt mich inzwischen deutlich weniger in Anspruch als noch vor zwei, drei Jahren. Selbstredend ist das darauf zurückzuführen, dass ich nur noch den Browser öffne und die Interim ManagerInnen bei UNITEDINTERIM finde, die ich meinem Kunden vorschlage: Fertig!

 

Im Zweifel von Sylt aus…

 

Kein Erfassen neuer Interim ManagerInnen, keine neuen Verträge mit eben diesen Interim Managern, keine Systeme, keine Software samt Weiterentwicklung, kein Back-up und Admin und keine Mitarbeiter.

 

Stattdessen wähle ich mich einfach ein!

 

Das war von Beginn an der Sinn der Sache.

 

Den mit weitem Abstand größere Teil meines Arbeitsvolumens investiere ich folglich in UNITEDINTERIM. Manchmal frage ich mich durchaus: Was wäre, wenn ich diesen Teil meiner Arbeit jetzt in den Vertrieb bei MANATNET investierte…

 

Letztlich ist die Frage müßig: Wenn ich meine Arbeit nicht in UNITEDINTERIM investieren würde, gäb´s das Unternehmen nicht.

 

Es sieht derzeit so aus, als hätte UNITEDINTERIM die Zeiten der Prügel und Beschimpfungen hinter sich gelassen: Nach rund zwei Jahren eine durchaus ermutigende Erkenntnis!

 

Derzeit erkennen die ersten Provider die Vorteile, wie ich sie soeben für MANATNET skizziert habe. Darüberhinaus sprechen uns Unternehmen an, die für ihr eigenes Projektgeschäft Interim- und ProjektmanagerInnen benötigen, um eine Partnerschaft mit UNITEDINTERIM einzugehen. Der entscheidende Beweggrund hierfür ist: Die Beschaffung über Provider sehen sie als zu teuer an.

 

„Aus persönlicher Überzeugung, dass Ihr Konzept das einzig faire und zukünftig marktkonforme ist, würde ich mit meinem Unternehmen gerne näher mit Ihnen zusammenarbeiten!“

Fair und zukünftig marktkonform

 

Donnerwetter!

 

Das ist schon ein radikal anderer Ansatz als in jenen dunklen Tagen des Juli 2017: „Sie sind wohl nicht gescheit, Herr Interim Manager!“

 

Es ist halt so in unserem Land – und wahrscheinlich auch in anderen Ländern: Weil´s so urmenschlich ist. Ein archaisch bedingter Reflex: Neu? Vorsicht!

 

Abstand halten: Das Smilodon könnte mich fressen!

 

Nun ist UNITEDINTERIM nicht mehr ganz neu. Und mit dem abnehmenden Grad des Neuen sinkt stets die Angst. Auch, weil sich die Berichte über bluttriefende Smilodon-Attacken in Grenzen halten.

 

Und in der Folge UNITEDINTERIM wächst. Langsamer als wir gedacht haben. Aber es wächst.

 

An Interim Managern. An Kunden. An Partnern.

 

Und das „Service Offering Portfolio“ wächst auch. Ich liebe dieses Wort aus längst vergangenen debis Systemhaus-Tagen: Interim Manager können Kollegen suchen für Projekte, die sie selbst nicht übernehmen können, Video, Blog und PSA sowie Einkaufsvorteile (z. B. bei Sixt), von denen viele noch nicht einmal gehört haben.

 

Und die Zustimmung wächst.

 

So schrieb gestern eine neue Interim Managerin:

 

„Lieber Herr Becker,

 

das Engagement von Ihnen, Herrn Dr. Schönfeld und Ihrer Kolleginnen ist wirklich großartig. Es ist absolut zu spüren, wie ernst sie alle die Unterstützung Ihrer Mandanten nehmen und das ist sicher ein wichtiger Bestandteil des Erfolgs von UNITEDINTERIM. Ich bin wirklich begeistert!

 

Toll! Und ganz herzlichen Dank!“

 

Mehr gibt es heute nicht zu sagen …

 

WO´S ENG WIRD, SCHLACHTEST DU JEDE HEILIGE KUH!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Skulptur_Boboli_Garten_Florenz_2018„Das Provider-Geschäft ist sehr unschön geworden, Herr Becker“, eröffnete der Geschäftsführer des Providers unser Gespräch. Er ist seit gut zwei Dekaden im Markt tätig.

 

Nun, diese Aussage verwundert niemanden, der das Interim-Business kritisch beobachtet – und dessen Aufmerksamkeit nicht durch das Gift des eigenen Erfolges aus vergangenen Tagen gelähmt ist. Ich frage nach:

 

„Weshalb denken Sie das?“

 

„Die Entwicklungen sind in der Summe schon dramatisch, Herr Becker!“

 

„Welche Entwicklungen summieren sich, Herr Provider?“

 

„Zunächst, Herr Becker, ist das Geschäft rückläufig! China, die besonderen Verhaltensmuster des US-Amerikanischen Präsidenten, dann das Hick-Hack um den Brexit und natürlich die zahlreichen Baustellen im eigenen Land bilden eine Gemengelage, die nicht gut ist.“

 

„Dem stimme ich uneingeschränkt zu, Herr Provider!“

 

„Dann: Ich finde mich plötzlich regelmäßig im Wettbewerb mit zwei, drei anderen Providern wieder!“

 

„Das, Herr Provider, ist aber nicht neu!“

 

„Für mich schon, Herr Becker! Und in diesem Wettbewerb geht´s dann nur noch um die Preise …“

 

„Das sehe ich auch so!“

 

„Dann, das wissen wir beide, Herr Becker, ist der entscheidende Faktor in unserem Geschäft der Kundenzugang. Und folglich treten sichtbar neue Player in den Markt ein, die eben diesen Kundenzugang haben – vor allem Personalberater und Unternehmensberater. Da sagt dann der Kunde, „Wenn Sie Interim jetzt auch anbieten, dann machen wir das aufgrund unserer Geschäftsbeziehung natürlich gemeinsam mit Ihnen!“ – und wir Provider sehen dieses Geschäft nicht einmal mehr!“

Das Brot- und Butter-Geschäft bricht weg!

„Das ist richtig, Herr Provider, und genau deshalb sind Unternehmens- und Personalberater eine wichtige Zielgruppe für UNITEDINTERIM: Denn die haben alle keinen leistungsfähigen Pool!“

 

„Richtig. Und schließlich spüren wir das, was die Personalberater schon längst erleben: Das Brot- und Butter-Geschäft bricht weg! Hier fragt doch niemand mehr nach einem Controller! Den beschaffen die Kunden über eigene, digitale Kanäle selbst. Dem Controller ist das doch so was von egal, woher die Anfrage kommt: Hauptsache, sie kommt!“

 

„Ich weiß, Herr Provider. Weshalb auch sollte ein Kunde für ein solches Standard-Projekt die Providermarge zahlen – völlig unabhängig davon, wie hoch sie sein mag!“

 

„Wenn wir das alles zusammenfegen, Herr Becker, dann haben wir ein sinkendes Nachfragevolumen – bei steigendem Angebot – und gleichzeitig abschmierender Lead-to-Deal-Quote! Ganz großes Kino…!“

 

„Und was folgern Sie aus all dem, Herr Provider?“

 

„Ich bin davon überzeugt: Das Providergeschäft steht mitten in einem nie dagewesenen Umbruch. Wenn das Volumen rückläufig ist und gleichzeitig die Margen sinken, dann besteht akuter Handlungsbedarf auf der Kostenseite. Das ist doch keine „Rocket-Science!“

 

„Ich folge Ihrem Gedankengang, Herr Provider! Aber, was empfehlen Sie dann zu tun?“

 

„Sie müssen mit den Kosten runter! Schauen Sie sich also die größten Kostenblöcke an: Von einigen Providern abgesehen, wo auch die Büros richtig zu Buche schlagen, werden Sie bei den Mitarbeitern landen!“

 

„Nicht beim Pool?“

 

„Sicher, damit ist doch ein gehöriger Teil der Mitarbeiter beschäftigt!“

 

„Das ist aber die heilige Kuh im Provider-Geschäft!“

 

„Glauben Sie mir, Herr Becker,

 

Wo´s eng wird, schlachtest Du jede heilige Kuh!“

 

SOWEIT ICH WEISS, SIND SAURIER AUSGESTORBEN!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Drei_Jungs_und_ein_SmartphoneMitunter musst Du „Big Points“ spielen – und Du solltest sie möglichst gewinnen. Zeigt doch alle Erfahrung, dass Du in aller Regel das Match gewinnst, wenn Du die „Big Points“ holst…

 

Auch in aller Regel sind die „Big Points“ schwer zu spielen – weil die andere Seite eben diese „Big Points“ unbedingt verhindern will.

 

„Big Points“ gibt es nicht nur im Sport, sondern auch im Business. Vorgestern, am Mittwoch den 27. Februar 2019, haben wir einen solchen „Big Point“ gespielt!

 

Als erster offener Internet-Marktplatz für das professionelle Interim Management setzt UNITEDINERIM nun auf Diagnostic Tools, um die Persönlichkeit der Interim Manager und Interim Managerinnen abzubilden.

 

Und es sieht so aus, als würde die weit überwiegende Anzahl der Interim Manager das gut finden.

 

Zitat eines Interim Managers: „Dieses ‘Wir wollen Sie unbedingt persönlich kennenlernen!‘, das dieses kurzberockte junge Mädel da bei dem Provider [Name aus Diskretion gestrichen] da mit mir veranstaltet hat, war nett und freundlich: Mehr aber auch nicht! Und dafür bin ich fast 500 Kilometer gefahren! Ein Weg…“

Ein Treppenwitz im Interim-Business

 

Und ein anderer: „Die Aussage, ‘Wir kennen alle unsere Interim Manager‘, halte ich für völlig wirklichkeitsfremd. Über die Unterlagen hinaus und einen gemeinsamen Kaffee kennen die Provider doch die Interim Manager nur dann, wenn sie auf eigene Projekterfahrung zurückreifen können. Nehmen wir also an, dass ein Provider 20 Projekte im Jahr besetzt – und wir wissen beide, dass die meisten weniger machen – dann lernen sie im Laufe von 10 Jahren also 200 Kandidaten kennen. Und das auch nur, wenn sie jedes Projekt mit einem anderen Interim Manager besetzen – was auch nicht der Praxis entspricht. Hier also von „Tausenden“ zu sprechen, ist ein TreppenWitz!“

 

Nun mag das in der Vergangenheit und in Zeiten, in denen Kunden die Intransparenz des Interim-Business erdulden mussten, nicht so wirklich kritisch gewesen sein. Heute, wo Unternehmen explizit etwas anderes verlangen, ist das kaum noch machbar.

 

Deshalb bilden wir bei UNITEDINTERIM die Persönlichkeit der Interim Manager und Managerinnen über das Diagnostic Tool „PSA“ ab.

 

Ich bin darauf in einem Video eingegangen: https://youtu.be/A1Ss2PnEkgw

 

Wir hatten unser Vorhaben seit Juni vergangenen Jahres mehrfach und im Detail angekündigt (allein schon, weil die Vorbereitung Monate gedauert hat!) und dass wir die Kosten dafür übernehmen würden.– Dann haben wir´s jetzt gemacht. Und haben klipp und klar formuliert, welche Auswirkungen das haben wird.

Zwischen Label zum Wohlfühlen und Rundumschlag

 

Seitdem führen wir recht viele Gespräche. Wenn ich diese Gespräche maximal verdichte, dann hat eine bemerkenswerte Zahl von Interim Managern keinerlei Probleme damit, sich in Sachen Softskills dem individuellen Regelwerk des jeweiligen Providers zu unterwerfen – mit demselben Vorgehen, nun aber auf einer wissenschaftlichen Basis, geht das jedoch nicht so ohne Weiteres, wie diese Reaktion zeigt:

 

“Wie lösen Sie die Vorbehalte bei den Interimern auf? … Und wenn sich jemand damit nicht wohlfühlt? Weil er erfolgreich unter anderem „Label“ tätig war? Und sich mit dem neuen Label nicht wohlfühlt? Oder auch in 2 Kategorien punkten könnte?“

 

Nach meiner Lesart deutet dies auf eine Erwartungshaltung hin, nach der wir die Softskills so lange zurechtbiegen sollten, bis sich der Interim Manager wohlfühlt. Offenbar gibt es Marktteilnehmer, die das tun: UNITEDINTERIM hat das noch nie getan – und MANATNET vorher auch nicht.

 

Und, sicher: Es gab schon immer Interim Manager, die sich z. B. als Sanierer anboten, jedoch nicht ein einziges Sanierungs-nahes Projekt nachweisen konnten. Ebenso, wie es schon immer Interim Manager gab, die als erfahrener Gründer warben, jedoch noch nie ein Start-up von innen gesehen hatten.

 

Wenn wir dann nachhakten, kam eine der Reaktion bei fehlenden Hardskills („Ich kann mir das fehlende Wissen schnell aneignen!“) vergleichbare Replik: „Ich kann mich auf jede Situation leicht einstellen! Das ist ja das Wesen des Interim Managers!“

 

Aber nun mal ehrlich: Welchen Kunden soll das denn überzeugen?

 

Drei Typen von Reaktionen fallen darüber hinaus auf:

 

(1) Ich werde kritisiert für meine Kommunikation: „Wie das jetzt? Ich weiß von nix!“

(2) Ich werde kritisiert für meine „ultimativ forsche Art“.

(3) Ich werde kritisiert – für alles:

 

„Sehr geehrter Herr Becker,

 

vielen Dank für den Vorschlag, meine „soft skills“ ins Internet zu stellen!

 

Meine „soft skills“ sind so ziemlich das letzte individuelle Merkmal meiner Person, die noch nicht im Internet stehen. Und das müssen sie auch nicht. Ein bisschen Privatheit und Diskretion sollte schon noch sein. Kunden, die auch diese Feinheiten a priori geliefert haben wollen, interessieren mich nicht, da sie den letzten Respekt vor ihren potentiellen Geschäftspartnern vermissen lassen. Ein Vorab-Persönlichkeits-Striptease ist das Letzte, was ich veröffentlichen möchte.

 

Es kann wohl nicht sein, dass potentielle Kunden sich damit ein persönliches Gespräch ersparen wollen, bei dem und nur bei dem die „Persönlichkeit“ in all ihren Facetten klar zu Tage gebracht werden kann. Das ist eine Respektlosigkeit sonders Gleichen.

 

Wenn das die zur Zeit so hochgepushte „Digitalisierung“ unseres Geschäfts sein soll, lehne ich eine solche „Innovation“ rundweg ab. Big brother doesn’t watch me! Ich bleibe für die restliche Zeit meines erfolgreichen Interim Manager-Lebens in einem Marktsegment mit den paar Steinzeit-Kunden, die noch über Stil und Wertschätzung verfügen. Für die lege ich mich ultimativ ins Zeug, denn mit diesen Kunden entsteht eine wertschöpfende win-win-Situation. Alle anderen, die nur sehr viel für wenig Geld wissen und haben wollen, passen nicht zu mir.

 

UNITEDINTERIM empfehle ich, nicht allzu bereitwillig den Vorreiter für fragwürdige Outing-Aktionen in unserer Zunft zu spielen und nicht technisch machbares Mainstream-Blingbling mit sinnvoll Angemessenem zu verwechseln. Vielleicht gibt es noch den einen oder anderen anspruchsvollen Saurier, der jedoch zu den Top-Managern in unserem Marktsegment gehört und der diesen Trend nicht mit machen will? Wenn wir nicht dabei sind und das ein Ausschlusskriterium beim Kampf um den Kunden sein soll, verarmt die Qualität Ihrer Plattform.“

 

Tja, so recht weiß ich jetzt auch nicht, was ich darauf sagen soll…

 

Außer vielleicht:

 

Soweit ich weiß, sind Saurier ausgestorben!

 

GLÜCKWUNSCH: SIE HABEN ALLES RICHTIG GEMACHT!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Junge_in_der_Daemmerung_2018Ich schreibe. Es ist Donnerstag. Wie immer. Doch irgendwie fällt mir das diesmal recht schwer.

 

Womöglich liegt das daran, dass morgen wieder gedreht wird. Videos für UNITEDINTERIM. Ich beobachte, dass mein Hirn mit Prozessen ausgelastet ist, die durchaus etwas anders sind: Text lernen. Aussprache, Mimik, Gestik. Licht. Ton.

 

Wir drehen selbst – und wir machen auch das „Postprocessing“ selbst. Auch, um „authentisch“ rüberzukommen, wie`s so schön neudeutsch heißt.

 

Es war absolut klar: Die Entscheidung, den Focus dramatisch zu ändern und in der Außenkommunikation nicht länger auf Mailing, sondern auf Video zu setzen, würde ein umfangreiches Lernpaket nach sich ziehen.

 

Bücher zum Video (Technik und Marketing) – ungezählte Tutorials zum „Was macht gute Videos aus?“, über das „Wie mache ich Videos, die sich auch jemand anschauen wird?“ und dem „Wie sorge ich dafür, dass das möglichst viele sind – und nicht nur Deine Familie?“ – bis hin zum Crash-Kurs im Postprocessing.

 

Neugier. Neuland. Vorantasten und lernen…

 

Niemand sagt, dass das einfach ist: Auch ich nicht!

 

Jedoch, ist es nicht genau das, was uns die Auguren seit Jahren predigen: Neues ausprobieren, Feedback einsammeln, lernen und besser machen – weiter ausprobieren, Feedback einsammeln, lernen und wieder besser machen?

 

Ich hatte lange Zeit geglaubt, Interim Manager seien jene Spezies, die dieses Credo aus tiefer Überzeugung tief verinnerlich hätten – nicht zuletzt, Achtung!, um ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit auch in Zukunft sicherzustellen. Als Bild hatte ich den „Wissens-Sauger“ stets vor Augen – nicht den heroischen „Feuerwehrmann“, den die Presse stets plakatierte (und dies offenbar noch immer tut)

Interim Manager als Innovationstreiber?

 

Inzwischen bin ich davon nicht mehr überzeugt! Ja, selbstverständlich gibt es solche Menschen auch unter den Interim ManagerInnen: Aber eben bei weitem wohl nicht so viele, wie ich lange Jahre angenommen habe…

 

Völlig losgelöst von den Interim Managern: Meine Leser wissen, dass ich die Gruppe der nicht so sehr Innovations-nahen Menschen seit einiger Zeit liebevoll als „Brauche-mer-net!“-Fraktion bezeichne.

 

Manchmal, wenn meine Phasen der Selbstreflexion erst in abgründigen Tiefen Halt finden – dann frage ich mich durchaus, ob ich nicht vielleicht ungerecht bin.

 

Nun ist es jedoch so, dass das täglich Allerlei durchaus seine Akzente setzt:

 

So habe ich in der Vergangenheit sehr viel über Mail kommuniziert – und auf diesem Weg und in kargen Worten stets auch Neues angekündigt.

 

Bis heute ist es so, dass – noch während Outlook meine Mails an knapp 1.000 Empfänger (personalisiert) versendet (das dauert ja einige Minuten!) – bereits schnellgefeuert die Antworten der ersten Adressaten aufschlagen.

 

Sie lauteten zur PSA: „Braucht kein Mensch!“ oder „Aber doch nicht im Interim-Business…!“ Nicht etwa: „Mhm, kann ich nicht abschließend einordnen – und deshalb möchte ich gern mehr wissen…!“

 

Sie lauteten zum Schwenk von UNITEDINTERIM weg von der Mail- und hin zur Videokommunikation: „Das ist eine fatale Entscheidung! Never ever – Personalmanagement wie auch Interim Management ist und bleibt People Management.“ Gemeint ist sicher: „People Business“ – aber das nur am Rande.

 

Rums! Nicht etwa: „Ich muss zugeben, ich habe das Gefühl, dass sich in unserem Markt gerade dramatisch etwas ändert: Stehen Sie mir zu einer Standort-Bestimmung zur Verfügung?“

 

Tja, ich muss kleinlaut zugeben: Ich steh´ dann doch regelmäßig ein wenig konsterniert da! Und hinterfrage mal wieder alles …

 

Da kommt dann der Anruf des Geschäftspartners aus der Interim-Szene recht, den ich als ausgesprochen kritisch kennengelernt und respektiert habe:

 

„Herr Becker, ich habe in letzter Zeit ausgiebig mit Markteilnehmern aller Couleur über UNITEDINTERIM gesprochen. Ich kann nur sagen:

 

Glückwunsch: Sie haben alles richtig gemacht!“

 

EINIGE VON UNS HALTEN SIE FÜR EINEN GURU!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_David_Michelangelo_Florenz_2018Als Eigentümer eines auf das professionelle Interim Management spezialisierten Online-Geschäftes telefonierst Du kaum noch: Dafür schlagen Mails und Nachrichten über alle sonstigen möglichen Kanäle auf, dass es nur so kracht…

 

In den vergangenen Jahren hat sich mein Telefonverhalten deshalb dramatisch verändert. Etwas überspitzt gesagt, telefoniere ich nur noch nach Terminvereinbarung. Auf den ersten Blick mag das zunächst recht arrogant erscheinen: Ist es aber nicht! Ganz im Gegenteil!

 

Denn auf diese Weise habe ich Zeit für das jeweilige Telefonat – und muss nicht (vielleicht auch nur unbewusst) bestrebt sein, das Telefongespräch möglichst schnell wieder zu beenden. Stattdessen kann ich mich meinem Gegenüber uneingeschränkt widmen – und bin zudem vorbereitet.

 

Dann liebe ich die Telefonate mit den Interim Managern und Managerinnen:

 

„Jetzt simmer alle agil, Herr Becker!“

 

„Wie meinen Sie das, Herr Interim Manager?“

Jeder predigt jetzt „agil“

 

„Ist Ihnen noch nicht aufgefallen: Jeder, der was auf sich hält, predigt jetzt agil!“

 

„Na ja, ist ja kein schlechtes Thema. Wenn ich allein an die Prozess-Organisation in deutschen Großkonzernen denke, die die Mitarbeiter praktisch entmündigt hat. Und wenn jede Prozess-Störung zu einer Art „Re-Boot“ des ganzen Vorgangs führt: Da kann etwas agiles Denken und Handeln sicher nicht schaden…!“

 

„Sehen Sie, Herr Becker, genau das ist es! Das hat einem aber schon vor 10 Jahren der gesunde Menschenverstand gesagt. Aber heute muss man dem Kind ja einen modernen Namen geben…!“

 

„…. und mit Vornamen „Agil“ taufen, Herr Interim Manager?“

 

„Exakt: Die Kinder früherer Berater-Generationen hießen z. B. „Sales Force Effectiveness“, „Shareholder Value“ oder – gar nicht so lang her – „Lean Management“!

 

„Na ja, sein Sie gnädig! Berater müssen doch stets etwas Neues anbieten, damit ihre Kunden kaufen: Macht Apple doch auch so!“

 

„Ja sicher, Herr Becker: Aber Apple weiß, was es tut…!“

 

„Gilt der Umkehrschluss, Herr Interim Manager?“

 

„Aber sicher!“

 

„Zum Teil vielleicht – aber sicher nicht generell, Herr Interim Manager!“

 

„Nicht generell – aber doch zum weit überwiegenden Teil, Herr Becker!“

 

„Schlecht drauf heute?“

 

„Nein, ganz und gar nicht, Herr Becker! Es fällt halt nur auf, wer sich heute alles als Spezialist fürs Agile anbietet – aber noch nie im agilen Umfeld gearbeitet hat. Geschweige denn, Spezialistenwissen mitbringt. Man kennt sich doch in der Szene…!“

 

„Hoppla!“

 

„Doch, doch, Herr Becker! Das ist so. Schauen Sie sich die Profil-Änderungen an. Oder die Visitenkarten: Für mich sind das Rösselsprünge auf dem Schachbrett des Marketing-Gelabers. Mehr nicht! Aber bei Ihnen ist das anders!“

 

„Ich mache nicht in Agil, Herr Interim Manager!“

 

„Richtig! Genau das ist es! Sie rennen nicht der neuesten Sau hinterher, die gerade durchs Dorf getrieben wird – und: Sie sind sehr stringent. Keine Rösselsprünge. Offenbar glauben Sie tief an das, was Sie tun!“

 

„Das stimmt schon, Herr Interim Manager. Und?“

 

„Nun ja: Sie haben schon kurz nach der Jahrtausendwende gesagt, dass das Interim Management viel transparenter und zudem noch schneller werden müsse.“

 

„Stimmt nochmal. Und?“

Providerszene verschläft die Digitalisierung

 

„Sie haben das damals schon gepredigt und z. B. offen, aber mit SSL-Verschlüsselung, gearbeitet – als Ihre Provider-Kollegen nicht einmal wussten, was das ist. Einige wissen’ s immer noch nicht – und auch nicht, dass sie deshalb von Google abgestraft werden…“

 

„Wenn Sie sich nicht für Digitalisierung interessieren, Herr Interim Manager, dann wissen Sie das halt nicht. Ich weiß auch vieles nicht…!“

 

„Klar, aber schauen Sie sich doch mal um, wo die Provider in Sachen Digitalisierung stehen! Da ist doch rein gar nichts, von ein paar Ausnahmen vielleicht einmal abgesehen, aber die können Sie locker an einer Hand abzählen. Das ist wie mit den Krankenkassen. Kommen seit 10 Jahren auch keinen Schritt weiter….!“

 

„Ich bin mir nicht sicher, ob ich Ihnen gerade folgen kann, Herr Interim Manager!“

 

„Auf den Punkt gebracht, Herr Becker: Die Providerszene verschläft die Digitalisierung!“

 

„Mag sein. Aber Sie wissen ja: Ich bin praktisch raus aus dem Providergeschäft!“

 

„Eine weise Entscheidung, Herr Becker!“

 

„Das muss sich erst noch zeigen, Herr Interim Manager! Unabhängig davon: Jeder Provider kann einen Riesen-Satz in Sachen Digitalisierung machen, wenn er Pool-Partner von UNITEDINTERIM wird. Muss er aber nicht. Das ist doch eine rein unternehmerische Entscheidung!“

 

„Wenn ich Provider wäre, würde ich das machen!“

 

„Schaun mer mal…!“

 

„Die haben doch keine Alternative – oder glauben Sie wirklich, dass irgendein Provider Sie noch einholen kann?“

 

„Sicher ist das möglich, Herr Interim Manager. Sie müssen nur ordentlich Geld anfassen und zwei Jahre Zeit einbringen – oder einkaufen, was die erforderlichen Cash Mittel wohl verdoppeln wird.“

 

„Auch dann wird das nicht klappen: Sie kennen sich da wirklich aus, wo andere sich nicht auskennen! Ist wie mit dem Thema „agil“ von eben…“

 

„Oh, danke für die Blumen, Herr Interim Manager! Was brauchen Sie?“

 

„Nix! Aber Sie sollten wissen:

 

Einige von uns halten Sie für einen Guru!“

 

SICHTBARE INTERIM MANAGER – UND UNSICHTBARE

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Schild_in_Vernazza_2019„Ach, wissen Sie, Herr Becker: Ich bekomme meine Aufträge aus meinem eigenen Netzwerk!“

 

Diese Aussage von Interim Managern (bemerkenswerter Weise kaum von Interim Managerinnen) begleitet mich, seitdem ich mich im Interim-Business tummele – und das sind ja inzwischen auch schon fröhliche 17 Jahre.

 

Mich hat diese Aussage der Interim Manager immer beeindruckt – und das meine ich ganz ehrlich und ohne, dass da irgendeine andere Schwingung durch meine Zeilen wabern würde.

 

Wir glücklich nennt sich ein Mensch, der so viele Kontakte, Bekannte und Freunde hat, die als Kollektiv für derart viele Aufträge sorgen, dass dieser Mensch sein Auskommen findet!

 

Kleinlaut gebe ich zu: Ich gehöre nicht zu diesen glücklichen Menschen – aber auch nicht die Spur! Was wiederum meine tiefe Bewunderung erklärt…

 

Irgendwann formulierte der erste Interim Manager ein existenzielles Risiko, das ich offen gestanden bis dahin so nicht gesehen hatte:

 

„Herr Becker, mir stirbt mein Netzwerk weg! Ich muss jetzt etwas tun – und daher möchte ich die Zusammenarbeit mit Providern aufnehmen!“ („aufnehmen“ – nicht „ausbauen“).

 

„Wie meinen Sie das? Haben Sie tatsächlich so viele Todesfälle zu verkraften?“

 

„Nein, nein. Natürlich nicht! Ich meine: Meine Kontakte haben jetzt ein Alter erreicht, wo sie aus ihren Unternehmen ausscheiden – und nichts mehr für mich tun können! Also müssen die Projekte von woanders herkommen – und da habe ich an die Provider gedacht!“

 

Nun bleibt es jedem Provider überlassen, wie wohl er sich als Notnagel fühlt…

 

Ich möchte an dieser Stelle noch ein wenig beim Netzwerk bleiben.

 

Ein Netzwerk kann Dich, wie oben skizziert, tragen – ja, es kann Dich offenbar sogar längerfristig ernähren. Das funktioniert, weil Dich die Mitglieder Deines Netzwerks – die Knotenpunkte – kennen und schätzen – und deshalb Dich empfehlen, wenn ein Knotenpunkt ihres jeweiligen eigenen Netzwerkes um eine solche Empfehlung bittet.

Eigenes Netzwerk aus 20 bis 30 Kontakten

 

Ich habe sie nicht gezählt – meine Erstberatungs-Gespräche für Einsteiger ins Interim-Business. Aber – mit dem Blick auf den Vertrieb über das eigene Netzwerk habe ich sicher ein paar zig hundertmal diese Frage gestellt:

 

„Wenn ich Sie bitte, Ihr eigenes Netzwerk in Zahlen zu fassen – also die Anzahl der Menschen, die Sie heute ansprechen und von denen Sie realistischerweise einen Auftrag erwarten können: Welche Zahl nennen Sie dann?“

 

„Vielleicht 20 – allerhöchstens 30!“

 

Meine nächste Frage: „Wie soll dann Ihr Vertrieb in Richtung dieser „Key Accounts“ aussehen?“ wurde dann regelmäßig mit einem Fragezeichen auf der Stirn quittiert.

 

Die allermeisten waren davon überzeugt, der eine oder andere Brief sei ausreichend und, wenn überhaupt, würde dem Netzwerk hie und da ein Essen spendiert; ansonsten würde halt „der Kontakt gehalten“…

 

Wenn Sie heute in Netzwerken denken, dann denken Sie typischerweise in digitalen Netzwerken – keinesfalls in analogen. Ich denke: Analoge Netzwerke werden auch in Zukunft wichtig sein – möglicherweise anders wichtig – aber sie haben nun mal nicht die Wucht digitaler Netzwerke: Allein schon nicht aufgrund ihrer eklatanten Größen-Nachteile.

Erst musst Du geben – dann kannst Du nehmen

Wer sich damit beschäftigt, der muss – für den einen oder anderen: bedauerlicherweise! – erkennen: Ein digitales Netzwerk erwartet, dass Du zunächst einmal dem Netzwerk gibst – vulgo investierst! Erwarte folglich nicht, dass Du gleich zu Beginn vom Netzwerk etwas bekommst.

 

Aber Du kannst sicher sei: Wenn Du vom Netzwerk als wertvoll angesehen wirst, dann wird jede Menge zurückkommen!

 

Aber eben auch nur dann: Leider!

 

Das ist das Kernproblem, mit dem sich viele Interim Manager derzeit auseinandersetzen müssen – auf dem Weg in die digitale(re) Welt. Wer konditioniert wurde in einer Welt, in der es ausreichte, „den Kontakt zu halten“, der ist es in aller Regel nicht gewohnt, dem Netzwerk zu geben – in sein Netzwerk zu investieren:

 

Keine Artikel, keine Blogs, keine Podcasts, keine Videos – rein gar nichts. In der Folge machen sich diese Interim Manager unsichtbar in digitalen Netzwerken!

 

„War ja bisher auch nicht erforderlich, Herr Becker!“

 

Richtig. Bisher!

 

Inzwischen aber ist der Zug angefahren – und ich kann ihm auf seinen Hochgeschwindigkeits-Geleisen noch recht gut folgen – nicht zuletzt in dieser Woche, als Eckhart Hilgenstock bei UNITEDINTERIM veröffentlichte: Was ist wichtig, wenn Sie über Digitalisierung nachdenken?

 

Es steht deshalb für mich völlig außer Frage: Es bilden sich derzeit in der Interim-Welt zwei Gruppen heraus:

 

Sichtbare Interim Manager – und unsichtbare.

 

WENN DAS INTERIM-GESCHÄFT ABSCHMIERT!

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Veef_und_Andres_Althistorische_Narrenzunft_Offenburg_2019Mein Blogeintrag vom vergangenen Freitag hat für ziemliche Aufmerksamkeit in der Interim-Szene gesorgt – und gehört folglich zu meinen Beiträgen mit den höchsten Zugriffen innerhalb einer Woche.

 

Das freut mich.

 

Und ich frage mich: Weshalb ist das so?

 

Selbstverständlich gebe ich zu, dass ich versuche, meine Beiträge so zu titeln, dass sie Aufmerksamkeit beim potentiellen Leser erzeugen. Dass ich hierbei auf „Klickbaits“ verzichte („10 Dinge, die Sie beim ersten Date niemals sagen sollten!“), versteht sich von selbst.

 

Worauf sind dann die außergewöhnlich hohen Zugriffe zurückzuführen?

 

Ich denke, es liegt an der Kombination der drei Begriffe „HR“, „Digital“ und „Mainstream“.

 

HR: Also Human Resources. Natürlich gibt es noch genügend Marktteilnehmer, die das hohe Lied des „Interim Management ist Chefsache“ singen. Tief im Innern jedoch weiß jeder Interim Manager, der auch nur im Entferntesten ein Gefühl dafür hat, was sich in seinem Markt tut: Interim Management ist auch HR-Sache. Man mag darüber streiten, welchen Anteil die Personaler an der Entscheidung für oder gegen einen Interim Manager haben. Zu unterstellen, sie hätten keinerlei Einfluss ist jedoch ein fataler Fehler. Erst gestern wies mich der CFO eines Kunden darauf hin, dass ich mich an seine Personalleiterin wenden sollte. Was ich gern getan habe.

 

Digital: Der eine oder andere kann’s sicher nicht mehr hören. Dennoch ist es nicht zu leugnen: Die Digitalisierung hat begonnen. Vergleichbar mit der Einführung des E-Commerce oder des Smartphones – beidem standen viele in den Anfängen skeptisch gegenüber (Steve Ballmer zum neuen IPhone: „Braucht kein Mensch!“) – nimmt die Entwicklung an Fahrt zu. Sie wird jene aus der Kurve fliegen lassen, die nicht angeschnallt sind.

 

Mainstream: Das nun ist das Schlimmste, was der „Brauche-mer-net!“-Fraktion passieren kann! Wenn Dinge, die sie vehement und aus tiefer Überzeugung ablehnt, im Mainstream ankommen. Auf gut Deutsch: Wenn´s praktisch jeder hat oder jeder nutzt. Dann sind solche Menschen urplötzlich die „Außenseiter“ oder die „ewig Gestrigen“! Sie gehören nicht länger dazu – und das ist etwas, das die allermeisten Menschen nicht mögen.

 

Ich habe das schon oft erlebt: Menschen, die heute noch einen Röhrenfernseher nutzen, Menschen, die noch kein Smartphone ihr Eigen nennen oder – ja, das gibt´s! – Menschen, die keine E-Mailadresse haben.

 

Und wenn wir ehrlich sind, nehmen diese Menschen sogar Nachteile in Kauf: Dein Bild ist kleiner und dennoch schlechter, Du kannst keine Apps nutzen und die schriftliche Kommunikation mit Dir ist unfassbar langsam und teuer.

 

Da braucht’s dann schon ein gesundes Selbstbewusstsein, um locker mit einem „Ist mir grad egal!“ zu reagieren. Und die meisten Menschen haben dieses Selbstbewusstsein nicht – und deshalb bewundere ich stets die anderen.

 

Die meisten erkennen – vielleicht instinktiv – dann doch die Nachteile. Und es gibt einen Nachteil, auf die jeder professionelle Interim Manager letztlich immer reagieren wird:

 

Wenn das Interim-Geschäft abschmiert!