WO ALLE GLEICH DENKEN, DENKT KEINER SEHR VIEL

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Kochende_Zwerge_Strizelmarkt-Dresden_2016Ganz sicher gehöre ich nicht zu den Ja-Sagern. Nirgends. Auch nicht im Interim-Business.

 

Hierbei achte ich sehr genau darauf, dass ich nicht als übertrieben kritisch gelte!

 

Es ist halt so, dass jeder Mensch seine individuelle Prägung erhält: Durch das Elternhaus, die Schule, die Ausbildung, den Berufsweg, den Freundeskreis und was weiß ich noch was.

 

Meine Prägung ist deshalb wie sie ist: Sie hat ihre Vorzüge und – wie stets – auch ihre Schattenseiten. Ich muss damit leben. Die Welt um mich herum auch.

 

Sehr dankbar bin ich jedoch für eine ganz ausgeprägte Facette meiner Prägung: „Nimm niemals etwas als gegeben – und hinterfrage stets!“

 

Ich gebe gern zu: Das ist durchaus nicht immer einfach!

 

Völlig egal für welche Meinung (welchen Vorschlag, welche Idee, welche Position) heutzutage jemand eintreten mag: Unmittelbar darauf vertritt ein anderer die völlig andere Meinung.

Schwarz oder aber Weiß – sonst nichts

 

Und ich meine „völlig“! Schwarz und weiß. Die einen behaupten „richtig“ – und die anderen sind sich sicher: „falsch“. Bei der exakt gleichen Sache, wohlgemerkt.

 

Ein Hinterfragen im Sinne von „ich möchte Dich zunächst einmal verstehen“ findet so gut wie nie statt. Stattdessen werden Positionen ausgetauscht. Wobei die eigene stets die richtige ist.

 

Denken wir an die Feinstaub-Diesel-Geschichte:

 

Die einen sehen uns kurz vor dem Erstickungstod. Die anderen bestreiten das vehement. Für die einen stehen die Messgeräte falsch für die anderen werden die falschen Schlüsse aus den Daten eben dieser Messgeräte gezogen. Garniert wird das dann mit einem Rechenfehler. Und der beliebte Hinweis auf Hamburg: „Ich darf 500 Meter nicht mit meinem Diesel fahren – aber da vorn am Hafen raucht ein Kreuzfahrer, dass es nur so kracht!“

 

Und wenn alle Stricke reißen muss eine Verschwörung herhalten: Die Deutsche Umwelthilfe, finanziell massiv finanziert durch ausländische Autobauer, die in der Dieseltechnik vom deutschen Auto-Siegfried uneinholbar abgehängt wurden – und nun eben diesen deutschen grau-staubigen Technologieführer hinterrücks verschlagen durch den wuchtigen Stoß mit der grün schimmernden Lanze des Umweltschutzes meucheln möchten.

 

Was machst Du dann?

 

Zunächst müssen wir festhalten: Jeder – auch ich – ist durch seine eine individuelle Interessenlage, seine ureigenen Motive gesteuert.

 

Das war schon immer so, das ist jetzt so – und das wird aller Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft so sein.

Macht, Geld und Sex

 

Auch, wenn der eine oder andere das als zu vereinfachend ansehen wird: Ich habe für mich drei Motive identifiziert, die die Menschen treiben: Macht, Geld und Sex.

 

Selbstverständlich sind diese Motive nicht offensichtlich!

 

Man stelle sich vor: „Nehmen wir mal an, wir würden keine Diesel mehr verkaufen können: Wir verlören Milliarden! Das geht ja mal gar nicht. Und deshalb müssen wir dagegen sein: Das verstehen Sie sicher!“

 

Oder die Gegenposition: „Wir haben enorme Summen in „E-Mobilität“ investiert. Aber wir kommen einfach nicht weiter! Auch nicht mit Prämien! Weil die Menschen weiterhin mit diesem blöden Diesen zufrieden sind. Also müssen wir über Bande spielen – und den Diesel dann eben diskreditieren! Wenn ich nicht besser werden kann, dann muss ich halt den anderen schlechter machen. Das kennen Sie doch sicher auch aus Ihrem privaten Umfeld. Dort heißt es Neid!“

 

Warum schreibe ich darüber?

 

Ich bin immer wieder beeindruckt, mit welcher Vehemenz diese diametral auseinanderliegenden Positionen verfochten werden! Und dabei sind die „Kontrahenten“ durchaus nicht immer zimperlich…

 

Wo doch jeder halbwegs ausgebildete Mensch weiß: Bei zwei derart auseinanderliegenden Positionen kann in aller Regel nur eine richtig sein: Wenn überhaupt! Aus diesem „wenn überhaupt“ hat der Volksmund seine eigene Weisheit abgeleitet: „Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte…!“

 

Ich vermisse daher den offenen und ehrlichen Diskurs. Auf der Basis eines gegenseitigen Respektes, der durchaus mal ein „Oh, das habe ich nie so gesehen!“ vertragen kann, ohne dass damit ein wenn auch nur impliziter Gesichtsverlust einhergeht. Förster & Kreutz sind erst in dieser Woche darauf eingegangen: DIE KUNST DES EFFEKTIVEN STREITENS

Zu wenig Streitkultur auch im Interim-Business

 

Das gilt selbstverständlich auch fürs Interim-Business.

 

Hier laufen – wen kann es wundern – die gleichen Mechanismen ab:

 

Aktuell fallen z. B. aktuell wieder Pressemitteilungen auf, deren Schalmaienklänge („Alles Super-dooper!“) nicht mit dem harmonieren, was ich aus der (Automotive-) Industrie höre:

 

„Wir steuern gegen, indem wir Mitarbeiter, die kündigen, nicht ersetzen. Auf alle Fälle setzen wir keine Freelancer ein!“

 

Schwarz – Weiss!

 

Oder:

 

„Vielen Dank für die Info. Ich habe mir das Modell von UNITEDINTERIM angeschaut, dieses kommt allerdings für mich nicht infrage, da ich nicht die Katze im Sack kaufen will.

 

Ganz offensichtlich nicht vollständig informiert – den Dialog nicht gesucht – nicht gefragt – nicht diskutiert – nicht gestritten!

 

Folglich muss sich jeder, der in diesem Geschäft tätig ist, seinen eigenen Reim draus machen.

 

Und mit solchen Positionen auch:

 

„Die Welt ändert sich, klar! Ich will aber nix verändern. Feddich…“

 

Meine Güte:

 

Ich habe vor genau einem Jahr geschrieben „INTERIM MANAGER, BLEIBT NEUGIERIG“ – und mich gerade mal sechs Wochen später korrigieren zu müssen: „INTERIM MANAGER, WERDET ENDLICH NEUGIERIG!

 

Ich sehne mich sehr nach dieser diskursiven Streitkultur auf der Grundlage gegenseitigen Respekts, aber ich habe den Eindruck als entfernte ich mich davon jeden Tag ein wenig mehr…

 

Und mir fällt der Satz von Walter Lippmann* ein:

 

„Wo alle gleich denken, denkt keiner sehr viel.“

 

 

 

 

*amerikanischer Journalist und Publizist

1889 – 1974

 

SOWEIT ICH WEISS, SIND SAURIER AUSGESTORBEN!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Drei_Jungs_und_ein_SmartphoneMitunter musst Du „Big Points“ spielen – und Du solltest sie möglichst gewinnen. Zeigt doch alle Erfahrung, dass Du in aller Regel das Match gewinnst, wenn Du die „Big Points“ holst…

 

Auch in aller Regel sind die „Big Points“ schwer zu spielen – weil die andere Seite eben diese „Big Points“ unbedingt verhindern will.

 

„Big Points“ gibt es nicht nur im Sport, sondern auch im Business. Vorgestern, am Mittwoch den 27. Februar 2019, haben wir einen solchen „Big Point“ gespielt!

 

Als erster offener Internet-Marktplatz für das professionelle Interim Management setzt UNITEDINERIM nun auf Diagnostic Tools, um die Persönlichkeit der Interim Manager und Interim Managerinnen abzubilden.

 

Und es sieht so aus, als würde die weit überwiegende Anzahl der Interim Manager das gut finden.

 

Zitat eines Interim Managers: „Dieses ‘Wir wollen Sie unbedingt persönlich kennenlernen!‘, das dieses kurzberockte junge Mädel da bei dem Provider [Name aus Diskretion gestrichen] da mit mir veranstaltet hat, war nett und freundlich: Mehr aber auch nicht! Und dafür bin ich fast 500 Kilometer gefahren! Ein Weg…“

Ein Treppenwitz im Interim-Business

 

Und ein anderer: „Die Aussage, ‘Wir kennen alle unsere Interim Manager‘, halte ich für völlig wirklichkeitsfremd. Über die Unterlagen hinaus und einen gemeinsamen Kaffee kennen die Provider doch die Interim Manager nur dann, wenn sie auf eigene Projekterfahrung zurückreifen können. Nehmen wir also an, dass ein Provider 20 Projekte im Jahr besetzt – und wir wissen beide, dass die meisten weniger machen – dann lernen sie im Laufe von 10 Jahren also 200 Kandidaten kennen. Und das auch nur, wenn sie jedes Projekt mit einem anderen Interim Manager besetzen – was auch nicht der Praxis entspricht. Hier also von „Tausenden“ zu sprechen, ist ein TreppenWitz!“

 

Nun mag das in der Vergangenheit und in Zeiten, in denen Kunden die Intransparenz des Interim-Business erdulden mussten, nicht so wirklich kritisch gewesen sein. Heute, wo Unternehmen explizit etwas anderes verlangen, ist das kaum noch machbar.

 

Deshalb bilden wir bei UNITEDINTERIM die Persönlichkeit der Interim Manager und Managerinnen über das Diagnostic Tool „PSA“ ab.

 

Ich bin darauf in einem Video eingegangen: https://youtu.be/A1Ss2PnEkgw

 

Wir hatten unser Vorhaben seit Juni vergangenen Jahres mehrfach und im Detail angekündigt (allein schon, weil die Vorbereitung Monate gedauert hat!) und dass wir die Kosten dafür übernehmen würden.– Dann haben wir´s jetzt gemacht. Und haben klipp und klar formuliert, welche Auswirkungen das haben wird.

Zwischen Label zum Wohlfühlen und Rundumschlag

 

Seitdem führen wir recht viele Gespräche. Wenn ich diese Gespräche maximal verdichte, dann hat eine bemerkenswerte Zahl von Interim Managern keinerlei Probleme damit, sich in Sachen Softskills dem individuellen Regelwerk des jeweiligen Providers zu unterwerfen – mit demselben Vorgehen, nun aber auf einer wissenschaftlichen Basis, geht das jedoch nicht so ohne Weiteres, wie diese Reaktion zeigt:

 

“Wie lösen Sie die Vorbehalte bei den Interimern auf? … Und wenn sich jemand damit nicht wohlfühlt? Weil er erfolgreich unter anderem „Label“ tätig war? Und sich mit dem neuen Label nicht wohlfühlt? Oder auch in 2 Kategorien punkten könnte?“

 

Nach meiner Lesart deutet dies auf eine Erwartungshaltung hin, nach der wir die Softskills so lange zurechtbiegen sollten, bis sich der Interim Manager wohlfühlt. Offenbar gibt es Marktteilnehmer, die das tun: UNITEDINTERIM hat das noch nie getan – und MANATNET vorher auch nicht.

 

Und, sicher: Es gab schon immer Interim Manager, die sich z. B. als Sanierer anboten, jedoch nicht ein einziges Sanierungs-nahes Projekt nachweisen konnten. Ebenso, wie es schon immer Interim Manager gab, die als erfahrener Gründer warben, jedoch noch nie ein Start-up von innen gesehen hatten.

 

Wenn wir dann nachhakten, kam eine der Reaktion bei fehlenden Hardskills („Ich kann mir das fehlende Wissen schnell aneignen!“) vergleichbare Replik: „Ich kann mich auf jede Situation leicht einstellen! Das ist ja das Wesen des Interim Managers!“

 

Aber nun mal ehrlich: Welchen Kunden soll das denn überzeugen?

 

Drei Typen von Reaktionen fallen darüber hinaus auf:

 

(1) Ich werde kritisiert für meine Kommunikation: „Wie das jetzt? Ich weiß von nix!“

(2) Ich werde kritisiert für meine „ultimativ forsche Art“.

(3) Ich werde kritisiert – für alles:

 

„Sehr geehrter Herr Becker,

 

vielen Dank für den Vorschlag, meine „soft skills“ ins Internet zu stellen!

 

Meine „soft skills“ sind so ziemlich das letzte individuelle Merkmal meiner Person, die noch nicht im Internet stehen. Und das müssen sie auch nicht. Ein bisschen Privatheit und Diskretion sollte schon noch sein. Kunden, die auch diese Feinheiten a priori geliefert haben wollen, interessieren mich nicht, da sie den letzten Respekt vor ihren potentiellen Geschäftspartnern vermissen lassen. Ein Vorab-Persönlichkeits-Striptease ist das Letzte, was ich veröffentlichen möchte.

 

Es kann wohl nicht sein, dass potentielle Kunden sich damit ein persönliches Gespräch ersparen wollen, bei dem und nur bei dem die „Persönlichkeit“ in all ihren Facetten klar zu Tage gebracht werden kann. Das ist eine Respektlosigkeit sonders Gleichen.

 

Wenn das die zur Zeit so hochgepushte „Digitalisierung“ unseres Geschäfts sein soll, lehne ich eine solche „Innovation“ rundweg ab. Big brother doesn’t watch me! Ich bleibe für die restliche Zeit meines erfolgreichen Interim Manager-Lebens in einem Marktsegment mit den paar Steinzeit-Kunden, die noch über Stil und Wertschätzung verfügen. Für die lege ich mich ultimativ ins Zeug, denn mit diesen Kunden entsteht eine wertschöpfende win-win-Situation. Alle anderen, die nur sehr viel für wenig Geld wissen und haben wollen, passen nicht zu mir.

 

UNITEDINTERIM empfehle ich, nicht allzu bereitwillig den Vorreiter für fragwürdige Outing-Aktionen in unserer Zunft zu spielen und nicht technisch machbares Mainstream-Blingbling mit sinnvoll Angemessenem zu verwechseln. Vielleicht gibt es noch den einen oder anderen anspruchsvollen Saurier, der jedoch zu den Top-Managern in unserem Marktsegment gehört und der diesen Trend nicht mit machen will? Wenn wir nicht dabei sind und das ein Ausschlusskriterium beim Kampf um den Kunden sein soll, verarmt die Qualität Ihrer Plattform.“

 

Tja, so recht weiß ich jetzt auch nicht, was ich darauf sagen soll…

 

Außer vielleicht:

 

Soweit ich weiß, sind Saurier ausgestorben!

 

GLÜCKWUNSCH: SIE HABEN ALLES RICHTIG GEMACHT!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Junge_in_der_Daemmerung_2018Ich schreibe. Es ist Donnerstag. Wie immer. Doch irgendwie fällt mir das diesmal recht schwer.

 

Womöglich liegt das daran, dass morgen wieder gedreht wird. Videos für UNITEDINTERIM. Ich beobachte, dass mein Hirn mit Prozessen ausgelastet ist, die durchaus etwas anders sind: Text lernen. Aussprache, Mimik, Gestik. Licht. Ton.

 

Wir drehen selbst – und wir machen auch das „Postprocessing“ selbst. Auch, um „authentisch“ rüberzukommen, wie`s so schön neudeutsch heißt.

 

Es war absolut klar: Die Entscheidung, den Focus dramatisch zu ändern und in der Außenkommunikation nicht länger auf Mailing, sondern auf Video zu setzen, würde ein umfangreiches Lernpaket nach sich ziehen.

 

Bücher zum Video (Technik und Marketing) – ungezählte Tutorials zum „Was macht gute Videos aus?“, über das „Wie mache ich Videos, die sich auch jemand anschauen wird?“ und dem „Wie sorge ich dafür, dass das möglichst viele sind – und nicht nur Deine Familie?“ – bis hin zum Crash-Kurs im Postprocessing.

 

Neugier. Neuland. Vorantasten und lernen…

 

Niemand sagt, dass das einfach ist: Auch ich nicht!

 

Jedoch, ist es nicht genau das, was uns die Auguren seit Jahren predigen: Neues ausprobieren, Feedback einsammeln, lernen und besser machen – weiter ausprobieren, Feedback einsammeln, lernen und wieder besser machen?

 

Ich hatte lange Zeit geglaubt, Interim Manager seien jene Spezies, die dieses Credo aus tiefer Überzeugung tief verinnerlich hätten – nicht zuletzt, Achtung!, um ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit auch in Zukunft sicherzustellen. Als Bild hatte ich den „Wissens-Sauger“ stets vor Augen – nicht den heroischen „Feuerwehrmann“, den die Presse stets plakatierte (und dies offenbar noch immer tut)

Interim Manager als Innovationstreiber?

 

Inzwischen bin ich davon nicht mehr überzeugt! Ja, selbstverständlich gibt es solche Menschen auch unter den Interim ManagerInnen: Aber eben bei weitem wohl nicht so viele, wie ich lange Jahre angenommen habe…

 

Völlig losgelöst von den Interim Managern: Meine Leser wissen, dass ich die Gruppe der nicht so sehr Innovations-nahen Menschen seit einiger Zeit liebevoll als „Brauche-mer-net!“-Fraktion bezeichne.

 

Manchmal, wenn meine Phasen der Selbstreflexion erst in abgründigen Tiefen Halt finden – dann frage ich mich durchaus, ob ich nicht vielleicht ungerecht bin.

 

Nun ist es jedoch so, dass das täglich Allerlei durchaus seine Akzente setzt:

 

So habe ich in der Vergangenheit sehr viel über Mail kommuniziert – und auf diesem Weg und in kargen Worten stets auch Neues angekündigt.

 

Bis heute ist es so, dass – noch während Outlook meine Mails an knapp 1.000 Empfänger (personalisiert) versendet (das dauert ja einige Minuten!) – bereits schnellgefeuert die Antworten der ersten Adressaten aufschlagen.

 

Sie lauteten zur PSA: „Braucht kein Mensch!“ oder „Aber doch nicht im Interim-Business…!“ Nicht etwa: „Mhm, kann ich nicht abschließend einordnen – und deshalb möchte ich gern mehr wissen…!“

 

Sie lauteten zum Schwenk von UNITEDINTERIM weg von der Mail- und hin zur Videokommunikation: „Das ist eine fatale Entscheidung! Never ever – Personalmanagement wie auch Interim Management ist und bleibt People Management.“ Gemeint ist sicher: „People Business“ – aber das nur am Rande.

 

Rums! Nicht etwa: „Ich muss zugeben, ich habe das Gefühl, dass sich in unserem Markt gerade dramatisch etwas ändert: Stehen Sie mir zu einer Standort-Bestimmung zur Verfügung?“

 

Tja, ich muss kleinlaut zugeben: Ich steh´ dann doch regelmäßig ein wenig konsterniert da! Und hinterfrage mal wieder alles …

 

Da kommt dann der Anruf des Geschäftspartners aus der Interim-Szene recht, den ich als ausgesprochen kritisch kennengelernt und respektiert habe:

 

„Herr Becker, ich habe in letzter Zeit ausgiebig mit Markteilnehmern aller Couleur über UNITEDINTERIM gesprochen. Ich kann nur sagen:

 

Glückwunsch: Sie haben alles richtig gemacht!“

 

WENN DAS INTERIM-GESCHÄFT ABSCHMIERT!

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Veef_und_Andres_Althistorische_Narrenzunft_Offenburg_2019Mein Blogeintrag vom vergangenen Freitag hat für ziemliche Aufmerksamkeit in der Interim-Szene gesorgt – und gehört folglich zu meinen Beiträgen mit den höchsten Zugriffen innerhalb einer Woche.

 

Das freut mich.

 

Und ich frage mich: Weshalb ist das so?

 

Selbstverständlich gebe ich zu, dass ich versuche, meine Beiträge so zu titeln, dass sie Aufmerksamkeit beim potentiellen Leser erzeugen. Dass ich hierbei auf „Klickbaits“ verzichte („10 Dinge, die Sie beim ersten Date niemals sagen sollten!“), versteht sich von selbst.

 

Worauf sind dann die außergewöhnlich hohen Zugriffe zurückzuführen?

 

Ich denke, es liegt an der Kombination der drei Begriffe „HR“, „Digital“ und „Mainstream“.

 

HR: Also Human Resources. Natürlich gibt es noch genügend Marktteilnehmer, die das hohe Lied des „Interim Management ist Chefsache“ singen. Tief im Innern jedoch weiß jeder Interim Manager, der auch nur im Entferntesten ein Gefühl dafür hat, was sich in seinem Markt tut: Interim Management ist auch HR-Sache. Man mag darüber streiten, welchen Anteil die Personaler an der Entscheidung für oder gegen einen Interim Manager haben. Zu unterstellen, sie hätten keinerlei Einfluss ist jedoch ein fataler Fehler. Erst gestern wies mich der CFO eines Kunden darauf hin, dass ich mich an seine Personalleiterin wenden sollte. Was ich gern getan habe.

 

Digital: Der eine oder andere kann’s sicher nicht mehr hören. Dennoch ist es nicht zu leugnen: Die Digitalisierung hat begonnen. Vergleichbar mit der Einführung des E-Commerce oder des Smartphones – beidem standen viele in den Anfängen skeptisch gegenüber (Steve Ballmer zum neuen IPhone: „Braucht kein Mensch!“) – nimmt die Entwicklung an Fahrt zu. Sie wird jene aus der Kurve fliegen lassen, die nicht angeschnallt sind.

 

Mainstream: Das nun ist das Schlimmste, was der „Brauche-mer-net!“-Fraktion passieren kann! Wenn Dinge, die sie vehement und aus tiefer Überzeugung ablehnt, im Mainstream ankommen. Auf gut Deutsch: Wenn´s praktisch jeder hat oder jeder nutzt. Dann sind solche Menschen urplötzlich die „Außenseiter“ oder die „ewig Gestrigen“! Sie gehören nicht länger dazu – und das ist etwas, das die allermeisten Menschen nicht mögen.

 

Ich habe das schon oft erlebt: Menschen, die heute noch einen Röhrenfernseher nutzen, Menschen, die noch kein Smartphone ihr Eigen nennen oder – ja, das gibt´s! – Menschen, die keine E-Mailadresse haben.

 

Und wenn wir ehrlich sind, nehmen diese Menschen sogar Nachteile in Kauf: Dein Bild ist kleiner und dennoch schlechter, Du kannst keine Apps nutzen und die schriftliche Kommunikation mit Dir ist unfassbar langsam und teuer.

 

Da braucht’s dann schon ein gesundes Selbstbewusstsein, um locker mit einem „Ist mir grad egal!“ zu reagieren. Und die meisten Menschen haben dieses Selbstbewusstsein nicht – und deshalb bewundere ich stets die anderen.

 

Die meisten erkennen – vielleicht instinktiv – dann doch die Nachteile. Und es gibt einen Nachteil, auf die jeder professionelle Interim Manager letztlich immer reagieren wird:

 

Wenn das Interim-Geschäft abschmiert!

 

WIE ALT IST IHR NETZWERK EIGENTLICH?

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_moderne_Kommunikation_in_historischem_Umfeld_Florenz_2018Natürlich denke auch ich in den Tagen über den Jahreswechsel nach – über das, was war und das, was ich tun könnte, um die Zeiten vor mir stets ein wenig besser zu machen.

 

Dies steckt wahrscheinlich tief in uns Menschen – und Du brauchst wohl schon den Trubel und den selbstgeschaffenen Stress über Weihnachten plus die traditionelle Umtauschorgie danach, um diese Ur-Reflexion nicht an die Oberfläche dringen zu lassen.

 

Die Frage, weshalb ich mir mit meinen Kollegen die überbordende Arbeit für das Narrentreffen 2019 in Offenburg angetan habe, war schnell beantwortet: Ich wusste ganz simpel nicht, was da auf mich zurollen sollte. Ganz unter uns: Dagegen war die Organisation von 7 AIMP-Jahresforen ein sonniger Osterspaziergang. Jetzt, als Meister des „Reframings“, belohne ich mich selbst mit dem gülden schimmerden, virtuellen Orden: „Du aber warst dabei!“

 

Die Frage, weshalb ich mir mit meinem Partner, Dr. Harald Schönfeld, die überbordende Arbeit für UNITEDINTERIM angetan habe, statt mir den Hintern auf meinen MANATNET-Lorbeeren auszuruhen, kann nur mit missionarischem Sendungsbewusstsein zu tun haben.

Unbekanntes, schwierig einzusehendes Geläuf

Das war ja schon einmal so – 2003 aufwärts: als ich MANATNET neu an den Markt brachte.

 

Ich liebe es halt, in dem Geschäft, in dem ich tätig bin, als Innovationsführer vornweg zu rennen. Auf unbekanntem, nicht befriedetem und in aller Regel schwierig einzusehendem Geläuf trittst Du so sicher, wie ich das schreibe, beizeiten auf eine Harke, rennst vor einen Baum, vielleicht eine Mauer – und mitunter fällst Du auch eine Klippe herunter.

 

In der Folge trägst Du Beulen, Wunden und mitunter auch Brüche davon.

 

Es ist völlig klar, dass das nicht jedermanns Sache ist.

 

Es ist völlig nachvollziehbar, dass abzuwarten, wie die Vorhut durchkommt, Körper und Seele weit weniger in Anspruch nimmt. Auch das ist sehr menschlich und aus meiner ganz persönlichen Sicht auch in keiner Weise ehrenrührig.

 

Vornweg zu rennen erfordert Mut – und viele Menschen sind halt nicht mutig, sondern vorsichtig. Die allermeisten: Aus meiner Sicht.

 

Auch die meisten Interim Manager sind vorsichtig geprägt – was mich stets verblüfft hat! Denn Interim Manager werden in besonderen Unternehmenssituationen gebraucht (in anderen braucht´s keinen Interim Manager!) – und da kann eine Portion Mut sicher nicht schaden.

 

Inzwischen hat so ziemlich jeder Interim Manager mitbekommen, dass die Interim-Szene im Umbruch ist. Ja, UNITEDINTERIM hat die Szene ganz schön erschüttert!

 

Nun würde ein Mensch, der so seltsam geprägt ist wie ich, erwarten, dass hoch qualifizierte Zeitgenossen – wie Interim Manager und Interim Managerinnen – sich nun konsequent mit der Frage beschäftigen:

 

„Was kann dieser Umbruch für mich und mein Geschäft möglicherweise bedeuten?“

 

Aus zahllosen Gesprächen weiß ich, dass die mit Abstand größte Gruppe der Interim Manager das nochchalanter Weise nicht tut. Stattdessen ist diese Gruppe der festen Überzeugung, „Weitermachen wie bisher“, sei der Königsweg in die Zukunft.

 

Natürlich hat jeder das Recht auf seine eigenen Überzeugungen und es steht mir nicht zu, dies zu kritisieren.

Die Krux des „Weitermachen wie bisher“

 

Aber ich frage halt.

 

Und so frage ich dann stets: „Was genau machen Sie denn, das Sie unverändert so weitermachen werden?“

 

Auf regelmäßig überraschte Blicke folgt dann fast regelmäßig in etwa dieser Dialog:

 

„Wissen Sie, Herr Becker, auf die Provider kann ich mich nicht verlassen. Da kommt so gut wie nichts!“

 

„Aber wenn das so ist: Wie bekommen Sie dann Ihre Projekte?“

 

„Ich baue auf mein Netzwerk, das mich trägt.“

 

„Verstehe! Wie groß ist denn Ihr Netzwerk?“

 

„Wie meinen Sie das?“

 

„Na, auf wie viele Menschen bauen Sie, um von denen Projekte zu bekommen?“

 

„So gute zwanzig!“

 

„Und worauf geht diese Beziehung zurück?“

 

„Ich kenn‘ die von früher! Waren mal meine Chefs oder so…“

 

„Ah, verstehe. Und diese Zielgruppe, aus der Sie Ihre Mandate generieren, betreuen Sie. Betreuen sie so zu sagen im Rahmen eines professionellen Key Account-Managements…“

 

„Äh, das würde ich so nicht sagen…!“

 

„Okay, wie muss ich mir das dann vorstellen?“

 

„Wenn ich ehrlich bin, Herr Becker: Ich warte darauf, dass mich einer anruft!“

 

„Das ist ein eher opportunistisches Vorgehen, nicht wahr?“

 

„Ja, das stimmt schon, aber ich bin ja damit klargekommen!“

 

„Verstehe!“

 

„Sehen Sie, Herr Becker! Und deshalb brauche ich so etwas Neues wie UNITEDINTERIM nicht!“

 

„Ah! Das ist natürlich auch ein Ansatz. Aber, sagen Sie: Wenn Sie heute, Anfang 2019, mal nach vorne schauen:

 

Wie alt ist Ihr Netzwerk eigentlich?“

 

20 STUNDEN PUSHEN MEINEN TAGESSATZ UM 50%

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker__Figur_Hagerer_Mann_die_Richtung_zeigend_Florenz_2018Das Webinar vom Mittwoch hallt noch immer nach! Zugegeben: Ich bin grundsätzlich skeptisch, wenn Webinare kostenlos angeboten werden, denn meine bisherige Erfahrung waren unterm Strich enttäuschend – und zudem entnervend.

 

All jenen Webinaren war gemeinsam, dass für mich attraktive Themen angeboten wurden wie z. B. Neukundengewinnung durch E-Mail-Marketing oder Suchmaschinen-Optimierung.

 

Ich möchte nicht einmal sagen, dass diese Webinare völlige Zeitverschwendung waren, jedoch hatten alle eins gemeinsam: Am Ende wollte man mir etwas verkaufen! DVD-Kurse oder Bücher oder beides.

 

Dies ist letztlich legitim in unserer Wirtschaftsordnung. Ebenso legitim ist auch meine Entscheidung, dann nicht zu kaufen.

 

Was ich dann jedoch als nur noch bedingt witzig empfand, war der folgende „Sales-Prozess“:

 

Das „Super-Sonder-Angebot“ als Dank an alle Webinar-Teilnehmer belief sich unmittelbar nach dem Webinar z.B. auf 69 Euro.

 

Als ich dann nach 24 Stunden noch nicht gekauft hatte, wollte man mich „unbedingt als Kunden gewinnen“ und reduzierte den Preis „jetzt für Dich“ auf „sensationelle“ 49 Euro.

 

Als ich nach weiteren 48 Stunden dann bockbeinig noch immer nicht zum Kunden werden wollte, bot man mir ein Super-Paket an – für „unfassbare 29 Euro“ und legte noch ein paar Bücher drauf.

 

Mir kam der Hamburger Fischmarkt in den Sinn („…und noch’n Aal!“) und mein Mitleid galt all denen, die im Anschluss an das Webinar gekauft hatten…

 

Ich mied Webinare seither.

Altruismus als Kern des Netzwerkens

 

Bis Rafael Knuth, bloggender Interim Manager bei UNITEDINTERIM, ein kostenloses Webinar anbot: Die eigene digitale Transformation für Interim Manager – Basiswissen Big Data & Künstliche Intelligenz für Interim Manager. [Hier finden Sie das Video des kompletten Webinars auf dem YouTube-Kanal von UNITEDINTERIM]

 

Klar, dass ich dabei war – und, soweit ich weiß, einige namhafte Interim Manager und Managerinnen aus der ersten Reihe ebenfalls.

 

Bereits im Vorfeld war klar: Herr Knuth wollte nichts verkaufen, sondern nur seine – Achtung! – eigenen Erfahrungen an die Interim-Kollegen weitergeben. In allerbester Netzwerk-Manier – und so formulierte er tatsächlich im Webinar: „Heute gebe ich nur – aber ich denke: Irgendwann kommt auch mal was zurück!“

 

Die Inhalte des Webinars waren zum Teil „furchteinflößend“, denn im Kern lautete die Botschaft:

 

Die Kunden erwarten Technologische Kompetenz – und Interim Manager, die diese Kompetenz nicht mitbringen, werden in spätestens fünf Jahren keine Chance mehr haben am Markt.

 

Ups!

 

Ich möchte an dieser Stelle nicht dafür oder dagegen argumentieren: Das muss jeder für sich ganz persönlich einordnen.

 

Dass ich selbst jedoch zu den Befürwortern dieser Aussage zähle, wissen meine regelmäßigen Leser längst.

 

Dennoch ist das „Wissen Sie, Herr Becker, ich höre in fünf Jahren ohnehin auf!“ eines Interim Managers fairerweise und sogar für mich ein überzeugendes Argument dafür, sich dennoch auch selbst jetzt und trotz allem noch entspannt zurückzulehnen.

Investitionen ins eigene Business zahlen sich für Interim Manager aus

 

Mindestens ebenso beeindruckt hat mich etwas anderes:

 

Herr Knuth berichtete aus eigener Erfahrung, beschrieb die vier wesentlichen Lernfelder für die Interim Manager, skizzierte wo welche Lernangebote zur Verfügung stehen und bezifferte den Lernaufwand auf wöchentlich zwischen 10 bis 20 Stunden über jeweils etwa sechs Monate für jeden der vier Blöcke. Und empfand das offensichtlich als vollkomen normal und weiterer Worte nicht wert.

 

Herr Knuth hatte auf alles, was gefragt wurde, eine Antwort: überzeugend, authentisch und ohne groß nachzudenken.

 

Die Antworten auf zwei dieser Fragen brennen sich ein:

 

„Wenn Sie wöchentlich 10 bis 20 Stunden ansetzen: Arbeiten Sie dann nur Teilzeit für Ihre Kunden?“ Antwort: „Nein. Ich arbeite volle Kapazität für meine Kunden. Die 10 bis 20 Stunden kommen hinzu.“

 

Ups!

 

„Sie haben gerade erwähnt, dass Ihre Kunden Ihre Kenntnisse z. B. in Python wertschätzen und dass Sie daher einen höheren Tagessatz erzielen können: Können Sie uns ein Gefühl dafür geben, um wieviel Ihr Tagessatz dadurch höher ist!“

 

Antwort: „50 Prozent!“

 

Ups! Wenn das kein fabelhafter Return on Investment ist:

 

20 Stunden pushen meinen Tagessatz um 50%!

 

ANTIQUITÄTEN SIND NICHT ZWINGEND WERTVOLL!

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker__Drei_Jahreszeiten_Weihnachtsmart_Dresden_2016Übermorgen ist der erste Advent! Seit Mittwoch haben die ersten Weihnachtsmärkte ihre Pforten geöffnet.

 

Die Menschen stimmen sich so langsam auf Weihnachten ein – mit einem Glas Glühwein in der Hand. Oder auch einem Glas zu viel, was dann prompt zum vorweihnachtlichen Entzug des Führerscheins führte! So geschehen gestern, hier in Offenburg!

 

Während die Weihnachtsmärkte ihre Pforten öffnen, hat die Cebit ihre für immer geschlossen!

 

Irgendwie geht das schon recht tief rein!

 

Ich gebe gern zu: Die Cebit war ein Teil meiner Sozialisierung in der IT-Welt: Als wir 1997 Platz für den ersten PC auf dem Messestand des Schlachtschiffs debis Systemhaus (Spezialist für Software-Entwicklung und Rechenzentren) freimachten – dezidiert für diesen neuen Internet-Kram: Damals haben wir schon alle richtig Neuland betreten. Und ich vornweg!

 

Noch einmal gebe ich gern zu: In jenen Tagen habe ich mir nicht vorstellen können, wo wir heute, gut 20 Jahre später stehen würden. Wie unfassbar schnell sich die Dinge entwickelt haben! Das übersieg dann doch unsere kühnsten Erwartungen!

 

Seinerzeit war ich sicher völlig anders drauf als gefühlt 85 Prozent aller Besucher in meiner kleinen Internet-Exklave in der massiv schwergewichtigen Software- und Rechenzentrumswelt!

 

„Das braucht kein Mensch!“, „Sie wollen mir doch nicht allen Erstes erzählen, dass Menschen Autos über dieses Internet beschaffen werden!“ oder aber „Kleidung? Nie im Leben!“

 

So lauteten drei typische Reaktionen aus der damals schon vorhandenen „Brauche mer net“-Fraktion.

 

Und meine Leser können sicher sein: Jeden Abend habe ich mich gefragt, ob ich mich stante pede entleiben sollte oder doch noch erst das Frühstück bei Oma Schenkers abwarten sollte. Ja, tatsächlich, die Nachfrage war seinerzeit mit in der Spitze deutlich über 800.000 Besuchern derart hoch, dass Du kein Hotelzimmer außerhalb des Wucherparagrafen bekommen konntest. Und dennoch waren alle Zimmer ausgebucht…!

 

Also kam man privat unter: Und Oma Schenkers, die mich unverständlicher Weise in ihr Herz geschlossen hatte, trieb allmorgendlich nur eine schwere Sorge um: „Dass ich zu wenig gefrühstückt hätte – für den langen Messetag!“

Dem Internet-Hype folgte die Ächtung

 

Die großen Jahre der Cebit waren wohl die folgenden vier Jahre – bestimmt durch die Euro-Einführung, die Jahrtausendwende samt all ihrer prognostizierten Horror-Szenarien und – natürlich – das Internet mit der jetzt neuen Ausprägung „Geld verdienen“!

 

Ich erinnere mich nicht mehr genau, ob´s 1999 oder erst 2000 gewesen ist, als man praktisch keinen Messebesucher treffen konnte, der keine Tasche von IBM mit dem innovativen Aufdruck „e-Business“ durch die Hallen schleppte.

 

Im September 2001 änderte sich die Welt, in der Folge platzte die „dot-com-Blase“ – und für mich persönlich begann damit der Anfang vom Ende der Cebit. Internet und „all dieser neumodische Kram“ wurden praktisch von heute auf morgen vom „Must have“ zum „Teufelszeug“. Gerade in Deutschland – dem Hort der „Ich hab´s ja immer gewusst!“-Ex-Post-Propheten.

 

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, als ich im Jahr 2002 Fördermittel für den „auf das professionelle Interim Management spezialisierten Internet-Marktplatz MANATNET“ auftreiben wollte. Dass man mich nicht unmittelbar einem versierten Exorzisten vorgeführt hatte, grenzt rückblickend für mich an ein Wunder!

 

Dennoch ließ sich der Siegeszug des Internets nicht aufhalten. Nicht mehr so hip zwar, aber dennoch mit einer massiven, praktisch alles verändernden Kraft.

 

So waren Amazon seit 1995 am Markt und Google seit 1997. YouTube jedoch (2005), LinkedIn (2003) Xing (2003), Twitter (2006) oder gar Facebook (2003) gab´s noch nicht einmal.

 

Ich denke ganz persönlich, dass wir noch nicht am Ende dieser Entwicklungen sind! Und deshalb werde ich am Webinar von Rafael Knuth am kommenden Mittwoch zum Thema Basiswissen Big Data & Künstliche Intelligenz für Interim Manager teilnehmen.

 

Meines Wissens hat es solch ein Webinar für Interim Manager bisher noch nicht gegeben! Es ist für mich bemerkenswert, dass ein solches Webinar von einem Interim Manager angeboten wird – und nicht etwa von den Providern oder der DDIM.

 

Es verstand sich daher von selbst, dass wir Herrn Knuth alle Kanäle von UNITEDINTERIM zur Verfügung gestellt haben, um auf dieses – natürlich kostenlose – Webinar hinzuweisen.

 

Zwanzig Jahre sind vergangen seit meiner intensiven Cebit-Zeit. Diese zwanzig Jahre waren gekennzeichnet durch permanentes Lernen – ja, durchaus auch noch durch Bücher, vermehrt jedoch über Video- oder Online-Kurse.

 

Inzwischen bin ich fast zweiundsechzig – und neugierig wie eh und je!

 

Auch außerhalb der Interim-Szene. So gehört die additive Fertigung (3D-Druck) derzeit zu meinen Lieblingsthemen.

 

Unbestritten: Das ist durchaus nicht immer einfach – für mich als nicht-Techniker. Und sicher muss ich mir Freiräume fürs Lernen schaffen, die dann typischerweise zu Lasten anderer Themen gehen.

 

Aber über eins sind wir uns wohl einig – auch, und vor allem in der Interim-Szene:

 

Antiquitäten sind nicht zwingend wertvoll!

 

PFLICHTENHEFT? HAB‘ ICH NOCH NIE GEMACHT!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Hausnummer_in_Vernazza_2018Gestern war´s mal wieder so weit: Ich habe ein Pflichtenheft geschrieben! Es liegt nun bei den „Stakeholdern“, wie´s heute so schön heißt – also bei allen, die etwas beitragen können, um das Ganze zu verbessern.

 

Gern gebe ich zu: Ich hasse es, Pflichtenhefte zu schreiben!

 

Dummerweise geht´s nur so. Es ist „alternativlos“, würde die Kanzlerin sagen. Und in der Tat wird kein professionelles IT-Unternehmen – und mit anderen arbeite ich nicht! – mit der Programmierung beginnen, ohne dass ein solches Pflichtenheft vorliegt.

 

Es gab Zeiten, da war mir das völlig neu – aber seit 1996 und meiner Arbeit im debis Systemhaus ist mir dies in Fleisch und Blut übergegangen.

 

Es steht halt eine nennenswerte Weiterentwicklung an, denn wir definieren die Soft-Skills bei UNITEDINTERIM neu – auf der Grundlage von „Diagnostic Tools“. Sie werden dadurch vergleichbar und vor allem überprüfbar. Ende Januar werden wir damit live gehen.

 

Und einen bisher nicht dagewesenen Mehrwert für die nachfragenden Unternehmen schaffen – aber auch für die anbietenden Interim Manager! Denn „Diagnostic Tools“, besser: deren Ergebnisse, provozieren Selbstreflexion. Und werden immer wichtiger. Auch, selbstverständlich, im Interim Management. Im modernen zumindest…

 

An dieser Stelle wird deutlich, wie sehr sich der Ansatz von UNITEDINTERIM von dem der Provider unterscheidet. Ich sage nicht, dass er besser ist: Ich sage, dass er sich deutlich unterscheidet.

 

Wenn Unternehmen bei UNITEDINTERIM nach Interim ManagerInnen suchen, dann werden sie – trotz der enormen Preisvorteile – kaum auf vertraute Dienstleistungskomponenten, die sie von den Providern kennen, verzichten wollen.

 

Deshalb muss UNITEDINTERIM das „Ich kenne die Stärken und Schwächen meiner Interim Manager persönlich!“ auf einem innovativen, auf einem belastbaren Weg abbilden. Aus meiner Sicht sind „Diagnostic Tools“ hier der Königsweg.

Sie treiben die meisten Menschen in den Wahnsinn!

 

Wir wissen aus Vorgesprächen, dass der eine oder andere sagen wird: „“Diagnostic Tools“ können das gar nicht!“. Der klassische „Es-geht-nicht-weil“-Ansatz!

 

Nun, aus mehr als 15 Jahren Erfahrung mit „Das-funktioniert-im-Leben-nicht!“-Reaktionen und gleichermaßen augeprägter Routine im Umgang mit der „Brauche-mer-net!“-Fraktion weiß ich: Hier verbirgt sich viel menschliche Angst! Angst vor dem krass Neuen!

 

Ich respektiere das seit mindestens 20 Jahren, denn damals gab mir ein Coach mit auf den Weg: „Herr Becker, Sie müssen damit umgehen, dass ein Typ Mensch, wie Sie es sind, mit seinem permanenten Drang nach Neuem die weit überwiegende Mehrheit der Menschheit in den Wahnsinn treibt! Denn die meisten Menschen ticken völlig anders – und haben eine archaisch verankerte Angst vor allem Neuen: in unterschiedlicher Ausprägung …“

 

Zur Gegenseite der Medaille gehört, dass ich hingegen wahnsinnig werde, wenn ich mich mit Administration beschäftigen muss. So weit so wenig ungewöhnlich – und selbstverständlich hat unser „Diagnostic Tool“ dies im Beta-Test offengelegt!

 

Auch hier ist weder das eine gut noch das andere schlecht! Aber es hilft jedem Kunden ganz sicher ganz erheblich, wenn er weiß, mit welcher Ausprägung von Wahnsinn er beim jeweiligen Interim Manager umgehen muss.

 

Die Provider weisen ihre Kunden ja bereits seit Jahren auf solche Ausprägungen in der Persönlichkeit der Interim Manager in ihren Pools hin. Allerdings hallt die Aussage eines Providers, mit dem ich mich vor kurzem ausgetauscht habe, doch noch immer sehr nach:

 

Pflichtenheft? Hab‘ ich noch nie gemacht!

 

DIE ANDEREN INTERIM MANAGER WERDEN AUSSTERBEN!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Juedischer_Friedhof2_Sulzburg_2017Vor Urzeiten habe ich hier einen Beitrag gebracht, der zum meistgelesenen Beitrag meines Blogs überhaupt geworden ist – wohl weil er in englischer Sprache getitelt wurde: YOU ALWAYS HAVE TO BE THREE MONTHS AHEAD OF YOUR ADVISORY BOARD.

 

Nichts, aber auch rein gar nichts, hat sich in der Zwischenzeit ereignet, dass mich diesen Beitrag heute anders schreiben ließe!

 

Nun, von unserer Regierung einmal abgesehen, die für mich (wie stets: Jeder darf das anders sehen!) nicht den Eindruck erweckt, als hätte sie auch nur die kommenden drei Wochen auf dem Radarschirm…

 

Für mich hat dieses Credo jedoch zur Folge, dass für UNITEDINTERIM die Planung für 2019 fertigzustellen ist. Sie ist fertig gestellt.

 

Natürlich ist der Sinn einer solchen Planung, die Leitplanken für das kommende Jahr einzuziehen. Ich weiß, es wird inzwischen mitunter empfohlen, ganz auf eine Planung zu verzichten. Ich möchte dies nicht, sondern empfinde den rollierenden Plan-/Ist-Abgleich durchaus als wertvoll – selbst, wenn die Ergebnisse nicht immer erfreulich sind.

 

Wir wissen also, woher im kommenden Jahr die Erlöse kommen sollen – und wofür wir sie investieren wollen. Und wann.

 

Wir haben somit ein recht klares Bild davon, wie UNITEDINTERIM am Ende des kommenden Jahres aussehen soll. Auch das ist gut, weil es Arbeit, Zeit und Geld richtig kanalisiert. Dies ist durchaus keine triviale Aufgabe, denn hier schlagen im Wochen-Takt Ideen und Wünsche der Nutzer auf, wie UNITEDINTERIM noch besser zu machen wäre.

 

Gute Ideen, mitunter. Aber für uns oftmals nicht mit hoher Priorität zu verknüpfen.

Aus der Vergangenheit lernen

 

Die Arbeit an einer Planung führt zwangsläufig zur Vergangenheit – und zur Frage, was können wir aus der Vergangenheit lernen? Fakt ist: Wir haben viel gelernt!

 

Und letztlich kommt man nicht am „Wo stehen wir heute?“ vorbei – und sei´s als Aufsetzpunkt:

 

(1) UNITEDINTERIM wurde in der vergangenen Woche erstmals als „Führende Plattform“ bezeichnet. (Anmerkung: Going live war der 1. April 2017)

 

(2) Die Anzahl der Provider, die bei UNITEDINTERIM nach Kandidaten suchen, liegt mit 38 sehr viel höher als erwartet.

 

(3) Die Anzahl der monatlichen Abfragen (also Kandidaten-Suche) lag in den vergangenen beiden Monaten klar über 300 – und der September wird diese Hürde ebenso nehmen.

 

(4) Je Arbeitstag wird somit durchschnittlich fünfzehnmal nach einem Interim Manager oder einer Interim Managerin gesucht! Ich möchte den Provider sehen, der da mithalten kann…

 

(5) Wir gehen mit unserer Persönlichkeits-Struktur-Analyse (PSA) erste Schritte in Richtung „Diagnostic Tools“ – die zum Standard auch im Interim Management werden, will man der Prognose von Herrn Prof. Peter Hartz folgen. [INTERIM-BUSINESS DICHT AM KULTURSCHOCK]

 

(6) Unser „Interim4Interim“-Programm gibt den Interim Managern das Zeug in die Hand, selbst zum „Micro-Provider“ zu werden – und im Kerngeschäft nennenswert zusätzliches Geld zu verdienen.

 

(7) Unser „Member-gets-Member“-Programm ermöglicht den Interim Managern und Interim Managerinnen Geld zu verdienen – sozusagen im Vorbeigehen.

 

Nicht so wirklich schlecht!

 

In der Rückschau stellen wir des Weiteren fest:

 

(a) Es gibt eine große Gruppe von digital affinen, modernen Interim Managern und Managerinnen: Sie erkennen die Möglichkeiten, die ihnen UNITEDINTERIM bietet – und die Wucht, die der digitale Vertriebskanal für sie und ihr eigenes Geschäft entwickeln kann. Die 30.077 Zugriffe auf den Blogbeitrag von Judith Geiß SO WÄHLEN SIE NACH EINER ÜBERNAHME DEN RICHTIGEN INTERIM MANAGER AUS (Stand heute, 11.16h), stehen stellvertretend für vieles Andere, von dem wir in alten Zeiten nicht zu träumen wagten. [MITTENDRIN STATT NUR DABEI]

 

(b) Eine andere große Gruppe bildet die „Brauche mer net!“-Fraktion: Sie erkennen die Möglichkeiten, die ihnen UNITEDINTERIM bietet, nicht und bauen weiterhin ausschließlich auf die traditionellen Regeln in der analogen Welt. Ich respektiere dies ohne jede Einschränkung – auch wenn ich dies für eine fatale, hochgefährliche Einstellung halte [HIMMEL, VERLIER BLOSS NICHT DEN ANSCHLUSS]. Wenn die Visitenkarte dann noch ausweist: „Digitalisierungs-Spezialist“ oder „Experte für Was-auch-immer-4.0“ ausweist, wird´s kribbelig.

 

Wir werden mit beiden Gruppen leben, wobei wir uns ausschließlich der einen, der ersten Gruppe widmen werden – aus sicher nachvollziehbaren Gründen.

 

Zudem – und jetzt müssen Sie stark sein! – bin ich sicher:

 

Die anderen Interim Manager werden aussterben!

NEUGIER IST WOHL DER BESTE LEHRER!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Violet_im_Dom_zu_Salzburg_2018Nicht erst seit 1991, als Reinhard K. Sprengers „Mythos Motivation“ die Management-Etagen in Deutschland erschütterte, habe ich mich mit der Frage beschäftigt:

 

Was eigentlich motiviert mich ganz persönlich?

 

Und das Bild, von der „Möhre“, die man dem Mitarbeiter hinhalte, auf dass er schneller renne, hat Sprenger in seinem Buch belächelt – und ich ebenso. Zudem habe ich nie begriffen, weshalb man Spitzenleistung nur gegen zusätzliches Entgelt erwarten könne – und im Umkehrschluss – allein auf der Grundlage des Arbeitsvertrags halt nur Durchschnitt.

 

Sicher war von Anfang an: Geld wird, oberhalb des „Existenzminimums“, zum Hygienefaktor, mit und ohne „Möhre“ – und motivieren wird Dich sicher nicht Dein jeweiliger Chef!

 

Hieraus ist durchaus keine Geringschätzung meiner jeweiligen Chefs abzuleiten. Ganz im Gegenteil! Ich hatte das große Glück, mit vielen erstklassigen Menschen zusammenzuarbeiten: Allen voran Dr. Peter Weidermann und Gerd Bolls, seinerzeit Vorstände bei Burda Medien und ganz besonders Karl Heinz Achinger, Chef des debis Systemhauses, dessen „Schaffen´s mir solch´ ein Team hier!“ mir unvergesslich bleiben wird…

 

Wir kannten uns nur aus Verhandlungen im Rahmen der Insolvenz von Europe Online – aber dieser Mensch war so gut, dass er nicht lange brauchte, um zu erkennen, wie er mich ködern konnte: „Schick den Burschen auf unbekanntes Terrain!“

Sie erschrecken die allermeisten Menschen

Das war es, das ist es, was mich motiviert – und das wird es immer bleiben. Und damit mache ich viele Menschen um mich herum das Leben nicht leicht. Ich erinnere mich an meinen (externen) Coach im Rahmen der Management-Ausbildung bei Daimler-Chrysler:

 

„Ihnen muss klar sein: Sie sind ein Mensch, der ständig auf der Suche nach Neuem ist. Und Sie sind vom Typ her so veranlagt, dass Sie sich – sobald Sie´s gefunden haben – auf die abermalige Suche nach Neuem begeben. Damit erschrecken Sie die allermeisten Menschen, denn die fürchten sich exakt davor!“

 

Nun hilft es sicher, sich dies bewusst zu machen, sich selbst kritisch zu beobachten und durchaus auch einmal selbst gegenzusteuern, wenn Dir klar wird: Achtung, Du verfällst wieder in Deine bekannten Verhaltensmuster!

 

Dennoch bin ich davon überzeugt: So ganz raus aus seiner Haut kann niemand!

 

Und so sind – trotz des Coachings – mir nach wie vor Admin-lastige Themen ein Gräuel. Hierzu gehören Buchhaltung und Steuern – und seit kurzem, dafür auf einem sicheren Medaillen-Rang – die Datenschutz-Grund-Verordnung: Meine ganz persönliche Höchststrafe!

 

Aber wehe, Start-ups – wehe, neue Ideen kreuzen meinen Weg….

 

Wenn lauter neue Dinge angefasst werden – und Du niemanden fragen kannst „Wie habt Ihr das denn damals gemacht?“ Wenn Probieren über Studieren geht. Dann bin ich in meinem Element: Und das ganz ohne Möhre!

 

Wenn Menschen um mich herum sind, die ähnlich gestrickt sind. Wo niemand erwartet, dass ihn der Chef motiviert – oder sie.

 

Wenn der eigentliche Treiber die ur-kindliche Neugier ist: „Ich will wissen, ob das funktioniert!“

 

„Neugier“ lautete denn auch meine knappe Antwort auf die Frage: „Was muss ein Interim Manager heute unbedingt mitbringen, um in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben?“

 

Heute, im beginnenden Herbst 2018, bin ich zutiefst davon überzeugt:

 

Neugier ist wohl der beste Lehrer!