INTERIM-BUSINESS IST HALT NICHT ALLES!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Adventsmotive_Collage_2019„Adventsstündchen“ ist ein Begriff aus meiner Kindheit! Ab dem ersten Dezember wurde am Adventskalender frühmorgens das entsprechende Türchen aufgemacht – zu Zeiten, als in der Rückschau das Unternehmen Pea wohl ein Monopol auf Adventskalender hatte. Heute werden solche alten Pea-Kalender für rund 110 Euro bei ebay angeboten. Ohne Schokolade, natürlich.

 

Mutter lud meinen Bruder und mich – bestimmt aber herzlich – zum täglichen Adventsstündchen ein und las bei Kerzen und eigens gefertigtem Weihnachtgebäck vorweihnachtliche Geschichten vor. Aus immer dem gleichen Buch mit grünem Einband – und ich bin mir heute recht sicher, dass wir das schön fanden: Die Kekse und die Geschichten.

 

Dass bis dahin die Schulaufgaben fertig zu sein hatten, war ungeschriebenes Gesetz. Heute würde man sagen: „Nicht verhandelbar“…

 

Ein hochgradig analoges Unterfangen, das sicherlich nicht so einfach in die digitale Welt zu übertragen ist.

 

Dennoch wollte ich einen Versuch wagen – und den Kern dieses „sich auf Weihnachten Einstimmens“ in unsere digitale Zeit transponieren.

 

Ich habe bei Twitter ein „Adventsstündchen“ eingeführt: Täglich um 15.00 Uhr stelle ich ein zur Adventszeit passendes Bild im Twitter-Kanal von UNITEDINTERIM zur Verfügung.

 

Mein Fundus an solchen Bildern ist groß genug, habe ich doch seit Jahren nach solchen Motiven gesucht, um sie für den MANATNET-Weihnachtsgruß zu verwenden. Dass ich hierbei nicht auf Stock-Fotos zurückgriff und nicht zurückgreife, versteht sich von selbst.

 

Verblüffender Weise findet das tägliche Adventsstündchen sehr viel Freunde – und rangiert auf Twitter-Analytics von Beginn an unter unseren Top-Medien-Tweets.

 

Grund genug, das „Adventsstündchen“ tatsächlich – und wie vorgesehen – bis zum 24. Dezember zu bringen.

 

Auch wenn´s mitunter anders erscheinen mag:

 

Interim-Business ist halt nicht alles!

 

DIE ERSTE CYBERWEEK IM INTERIM-BUSINESS

„Ich finde Ihren Ansatz sehr zukunftsweisend, Herr Becker, bin mir aber aus meiner Erfahrung nicht sicher, ob der Markt das schon so annimmt!“, so lautete gestern ein Feedback eines Interim Managers bei XING, den ich kontaktiert hatte – um ihn als Kunden für UNITEDINTERIM zu gewinnen.

 

Dieses Feedback spiegelt sehr gut wider, wie Deutschland aktuell „tickt“: Neues wird sehr skeptisch betrachtet – selbst dann, wenn ich es selbst als „sehr zukunftsweisend“ einordne.

 

Das „sehr zukunftsweisend“ freut mich – ganz ehrlich! Die Skepsis nicht, aber ich werde sie nicht heilen können: Dafür ist die Zeit zuständig…

 

Im neuen Video von UNITEDINTERIM sage ich den Satz: „Jeder, der auch nur ansatzweise in der Lage ist, die letzten 20 Jahre zu überblicken, weiß, wo wir durch neues Denken hingekommen sind – und wo wir geblieben wären, wenn wir nicht neu gedacht hätten.“

 

Es ist für mich immer wieder verblüffend, wie wenig Menschen das auch so sehen!

 

Aber ich habe gelernt, dies zu akzeptieren und auch zu respektieren. Die Menschen sind halt recht unterschiedlich geprägt – und daraus leiten sich in der Folge auch unterschiedliche Stärken ab, was nicht zuletzt die PSA bei UNITEDINTERIM offenlegt.

 

Eine meiner Stärken, so sagt man, sei das ständige Streben nach Neuem. Irgendjemand hat mich mal als „innovativsten Menschen in der Interim-Szene“ bezeichnet. Mag sein.

 

Allerdings deutet die Tatsache, dass ich in den vergangenen rund 17 Jahren einige Prügel habe einstecken müssen, darauf hin, dass ich Dinge wirklich neu und spürbar anders angegangen bin als andere. Als Beispiel nur und fernab jeder Digitalisierung sei hier der „Solidaritäts-Abschlag“ Anfang 2009 genannt, als die Wirtschaft in die Knie ging – und MANATNET in einer gemeinsamen Anstrengung mit den Interim ManagerInnen die Tagessätze um 20% senkte.

 

Der Wettbewerb reagiert mit einem „Das wollen die Kunden nicht!“ über „Das tut man einfach nicht!“ und „Das hat Geschmäckle!“ bis hin zu „Übler Nestbeschmutzer!“

Mal wieder was Neues von UNITEDINTERIM

 

So etwas in der Art steht mir wohl wieder bevor, wenn UNITEDINTERIM ab dem kommenden Montag wieder etwas krass Neues bringt:

 

Die CYBERWEEK 2019

 

Warum machen wir das?

 

(1) Der Cybermonday und die Cyberweek passen ideal zu den Attributen digital, modern und innovativ, die UNITEDINTERIM attestiert werden.

 

(2) Der Cybermonday und die Cyberweek sind in so ziemlich jeder Branche angekommen: Im Interim Business als Hochburg des Traditionalismus selbstverständlich nicht.

 

(3) Cybermonday und Cyberweek haben einen hohen Aufmerksamkeitswert, den UNITEDINTERIM nutzen möchte.

 

„Mag ja alles schön und gut sein, Becker, im B2C! Aber doch nicht im Interim-Business!“, werde ich sicher hören.

 

Wir werden sehen. Ich denke, der eine oder andere Interim Manager (oder, sehr gern: die eine oder andere Interim Managerin) werden es nicht unbedingt als Frevel empfinden, wenn wir ihnen während der kommenden Woche die Kosten für die Qualitätssicherung und die PSA schenken.

 

Zumindest kann ich mir das vorstellen – und damit sind wir beim vierten, ganz offensichtlichen Grund:

 

(4) Natürlich möchten wir die Anzahl der bei UNITEDINTERIM anbietenden Interim Professionals erhöhen.

 

Also schauen wir mal in aller Ruhe, wie der Markt reagieren wird, auf

 

die erste CYBERWEEK im Interim-Business.

 

SANIEREN – ODER GLEICH ABRISS?

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Verfallenes_Haus_Kampen_Sylt_2017Interim ManagerInnen können im Rahmen des Premium-Paketes bei UNITEDINTERIM die Performance ihrer eigenen Website checken lassen.

 

In dieser Woche habe ich einen solchen Check zweimal gemacht. Selbstverständlich nutzen wir dafür ein „Tool“, das die jeweilige Site auf mehrere Kriterien prüft und für jedes dieser Kriterien Punkte vergibt und addiert: Das gesamte Ergebnis erhält dann zwischen im Minimum „0“ (schlecht) und im Maximum 100 Punkte (Spitze).

 

Als Maßstab für meine Leser: Die FAZ, ein Dickschiff, erzielt rund 77 Punkte. Das zeigt, wie schwer es ist, die maximale Punktzahl zu erhalten.

 

UNITEDINTERIM erreicht im dritten Jahr immerhin deutlich über 37 Punkte.

 

Die Websites der beiden Interim Manager, die ich getestet habe, erreichten hingegen 8 und 10 Punkte. Beide sind knapp viermal so lange am Markt wie UNITEDINTERIM.

 

Was ist da passiert?

 

Die Antwort ist ganz einfach: Beide Interim Manager haben irgendwann eine Website gebaut – und das war´s dann!

 

Zeit ging ins Land – und mit dieser Zeit änderten sich die Zeiten. Mit ihnen änderte sich die Erwartungshaltung der Nutzer. Und von Google – dem Monopol-nahen Maßstab aller Internet-Dinge.

 

Über die Zeit wurden von Google zudem die „Dos and Donts“ geändert: So wird eine Website ohne SSL-Zertifikat, ohne „Responsive Design“ oder gar mit „Frame-Technology“ heute von Google nicht mehr nur als „nicht gut genug“ eingestuft – sie wird sogar von Google abgestraft: „Nicht die Zeit der Nutzer wert!“

 

Von „Relevantem Content“, „Speed“ und “Social Media-Relevanz” reden wir hier noch nicht einmal.

 

Wenn wir uns dann den Lebenslauf dieser Kollegen anschauen, dann bleibt festzuhalten: Der jeweilige CV kann nun nicht gerade als Benchmark dienen – aber selbst dann liefert er mehr relevante Informationen als die eigene Website. Kaum vorstellbar – dennoch ist es so!

 

Daraus resultiert zwingend die Frage: „Welchen Zweck verfolgen Sie mit Ihrer Website?“

Der Marketing-Kubus für professionelle Interim Manager

 

Im Rahmen des DDIM-Kongresses vor zwei Wochen hat Malte Borchardt von forma interim diesen viel beachteten Workshop gehalten: „10.000 Interim Manager: Und warum soll man nun grad mich beauftragen?

 

In diesem Workshop ging es um den eigenen Marketing-Kubus professionell tätiger Interim Manager. [Info für alle anderen: Brauche mer net!]

 

Zu den Themen gehören, der Klassiker, USP – und dann Bild, CV, Video bis Marktauftritt und damit letztlich eben auch die eigene Website.

 

In den Unterlagen zu diesem Workshop, die ich hier mit meinen Lesern teilen darf, heißt es:

 

„Die eigene Website ist Ihre Homebase der digitalen Positionierung!“

 

Es gilt der Umkehrschluss: Wenn die Homebase nix ist, dann wird das auch nix mit der digitalen Positionierung!

 

Ganz kritisch ist das im heutigen Umfeld, wo gefühlt die Hälfte aller Interim ManagerInnen die Digitalisierung als neues Geschäftsfeld für sich entdeckt hat. Ich bin an dieser Stelle bereits darauf eingegangen: IN DER DIGITALEN WELT ZÄHLT NUR DEIN TRACK-RECORD!

 

Wer soll mir auch nur ein Minimum an digitaler Kompetenz abnehmen, wenn meine Homebase vulgo Homepage schrottig ist?

 

Ich habe beiden Interim Managern geraten, ihre Website an die aktuellen Standards anzupassen – so schnell wie nur eben möglich. Und bis dahin im CV den Hinweis zu streichen: „Weiter Informationen finden Sie auf [URL]“.

 

Verlassen wir mal die digitale Welt für einen Moment und tauchen ein in eine „Brick-and-Mortar“-Welt: z. B. die Immobilienwelt. Dort würde man sich in einer solchen Situation intensiv mit der Frage beschäftigen:

 

Sanieren – oder gleich Abriss?

 

KINDER, DIE UNTERHALTEN WERDEN MÜSSEN!

In der vergangenen Woche gab´s wieder herbe Kritik an meinem Blog. Nicht nur, aber eben auch:

 

Zitat

 

„- viele postings mit teilweise banalem dialog, .. wir sind keine kinder die unterhalten werden müssen

– zuletzt ein posting mit einem foto eines gewehres und mit einer frauenhand mit blauen fingernägel: what’s the message“

 

Zitat Ende

 

Ach, ja…. Mit meinem „Rekord-Blog“ bin ich offenbar ganz besonders angeeckt: „IRGENDWANN HAUT MIR MAL EINER AUFS MAUL!

 

Dieser Interim Manager hat deshalb die Zusammenarbeit mit UNITEDINTERIM aufgekündigt. Nicht nur deshalb, aber dies sind die beiden Punkte, die er zuerst genannt hat.

 

Nun nehme ich jede Kritik ernst. Ich durchdenke sie und frage mich, ob ich irgendetwas an dieser Kritik gebrauchen kann, um besser zu werden. Und das ist durchaus mal der Fall. Um für mich die individuelle Wertigkeit solcher Kritik einzuordnen, suche ich das Blog meines Kritikers auf, um zu sehen, wie er oder sie schreiben. In aller Regel finde ich dann nichts: So auch in diesem Fall.

 

Dann lasse ich ein kleines Programm laufen – einen Quick-Check der Website meines Kritikers. Die gibt´s dann durchaus öfter: So auch in diesem Fall. Der Quick-Check spendiert der Website 27 von 100 möglichen Punkten – und merkt an: Die Seite ist in sozialen Medien und größeren Bookmarkdiensten nicht erfasst.

 

Typischerweise lass‘ ich’s dann auf sich beruhen – und investiere keine weitere Zeit. Mitunter zögere ich jedoch – so wie in diesem Fall, denn der Interim Manager beendete seine Kündigungs-Mail mit dieser Grußformel:

 

„ich freue mich trotzdem über weitere gute kontakte.“

 

Da überlege ich dann durchaus, ob ich darauf eingehen oder die Zeit für Sinnvolleres verwenden sollte. Kleinlaut muss ich zugeben, dass ich mich in Zeiten, in denen ich mich zunehmend Absurditäten ausgesetzt fühle, doch öfter dafür entscheide als mir letzlich lieb ist.

Kein Zeichen eines C-Level-Managers?

 

So auch hier:

 

„Danke für Ihr Feedback, Herr Interim Manager,

 

das ich respektiere.

 

Ihre Hoffnung auf weiterhin gute Kontakte wird sich schwerlich erfüllen, weil Sie die Geschäftsverbindung gekündigt haben.“

 

Neun Minuten später meldete Outlook eine Antwort:

 

„sehr geehrter herr becker, 

 

ich habe keine „hoffnung“, aber wenn sie keine verbindung mehr wollen, ist das auch ok, 

aber kein zeichen eines c-level managers ? – consultant ?- dienstleisters ?“

 

Es wird meine Leser nicht weiter verwundern, dass ich mich dann doch anderen Dingen zuwenden musste. Wollte.

 

Immerhin stand gestern der Dreh für unser neues Video „Wir über uns“ an. Ein elementar wichtiges Video – die eine oder andere Stimme sagt, es sei dieses Video, das die Besucher einer Website als allererstes erwarten.

 

Heute ist Allerheiligen. In zwei Monaten beginnt das Jahr 2020. Und anders als vielleicht die „Sissi“-Trilogie oder „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ haben Unternehmens-Videos die fatale Eigenschaft, zu veralten.

 

Also musst Du Dein „Wir über uns“ regelmäßig aktualisieren.

 

Das haben wir gestern gemacht. Anstrengend zwar – aber cool!

 

Mit unserem Partner Visiris. Selbst ein Start-up – so wie UNITEDINTERIM. Und gleichermaßen voller Ideen und Power. Dabei unkompliziert.

 

Ende nächster Woche sollte das Video fertig sein.

 

Und eins hatten wir alle dabei ganz sicher nicht im Sinn – trotzt Greenscreen und Drohnenflug :

 

Kinder, die unterhalten werden müssen!

 

DIE HABEN HALT NICHT BEI UNITED INTERNET GESUCHT!

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Ensemble_Aussenwand_Toepferei_Guarda_2019Mein Blogeintrag vom vergangenen Freitag „Irgendwann haut mir mal einer aufs Maul!“ hat einen neuen Rekord für dieses Jahr aufgestellt.

 

Klar: Der Titel war etwas reißerisch und im ersten Satz fanden sich aktuell wohl sehr viele Interim ManagerInnen wieder.

 

Meine Leser mögen es mir nachsehen, dass ich es heute etwas ruhiger angehen lasse – auch wenn mich gestern, vergraben in einer ellenlangen Mail, diese Information erreichte:

 

Zitat-Anfang

 

„Was soll man von ‚Kollegen‘ halten, die sich über Provider und deren (neue) Geschäftsmodelle arrogant abwertend, ja primitiv äußern, ohne dass diese eigene Performance dem entgegensetzen können. Übrigens sind UNITEDINTERIM und Sie persönlich davon nicht verschont [Anmerkung von mir: UNITEDINTERIM ist kein Provider!].

 

Leute, von denen ich persönlich weiß, dass diese noch nie mit Ihnen kooperiert haben, erblöden sich zu Geringschätzungen und unverschämt arroganten Äußerungen „weil sie ja da etwas gehört haben und schon so lange in der Branche sind…“.

 

Letzte Woche erhielt ich eine selbsterklärende E-Mail von einer Netzwerkveranstaltung:  „…. Erfahrungsaustausch zu Digitale Plattformen wie United Internet u.a.“

 

Schmunzeln & Kopfschütteln. Mit „United Internet“ ist tatsächlich UNITEDINTERIM gemeint. Naja, jeder blamiert sich so gut er kann! Schlimm ist nur, dass es kaum jemand merkt, aber alle mitklatschen.“

 

Zitat-Ende

 

Na ja, da kann man sich ja schon einmal vertun – mit diesem ganzen neumodischen Kram, während man weiter tapfer versucht, die Risse in seinem ehrwürdigen, aber verwitternden Netzwerk zu flicken.

 

Ist heute auch nicht mehr so wichtig, dass man weiß, wovon man redet. Ist auch nicht mehr so wahnisnnig populär, einfach mal nachzufragen, wenn man nicht genug weiß.

 

Oder aber: Einfach mal eben jenes Maul halten, das ich in der vergangenen Woche für mich als hochgradig gefährdet angesehen habe…

 

Oder dass man mal ein wenig reflektiert – nur ein ganz klein wenig und vorsichtig tastend.

 

Womöglich über diese beiden Aussagen aus der zu Ende gehenden Woche:

 

Interim Manager: „UNITEDINTERIM ist definitiv der beste und zukunftsorientierteste Weg für Interim Manger, sich am Markt zu positionieren.“

 

Provider: „Wir haben heute das erste Mal UNITEDINTERIM genutzt und waren positiv überrascht ob der relativ vielen Rückmeldungen seitens der Kandidaten.“

 

Ich muss allerdings fairerweise zugeben:

 

Die haben halt nicht bei United Internet gesucht!

 

ALLE ANDEREN SIND HIER NICHT GUT AUFGEHOBEN!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Katze_doesend_Vernazza_2018Gesten war ein historischer Tag für mich ganz persönlich: Nichts Weltbewegendes – aber immerhin!

 

Ich habe erstmals an einem Tag drei Videokonferenzen über Skype geführt – davon zwei mit Interim Managern, die bei UNITEDINTERIM mitmachen möchten. Insgesamt zweieinhalb Stunden.

 

Ich setze inzwischen stark auf Skype-Konferenzen und meide das Telefon – und hierfür gibt es im Wesentlichen vier Gründe:

 

(1) Eine Skype-Konferenz ist ein hochgradig kosteneffizienter Kommunikations-Weg – auch und gerade im Interim-Business.

 

(2) In einer Skype-Konferenz kann ich meinen Bildschirm mit meinem Gegenüber teilen und auf diese Weise einfach Dinge zeigen – was ich im Telefonat nicht kann: „Sind Sie gerade online?“ „Nö! Bin doch am Telefon…“

 

(3) In einer Skype-Konferenz bekommen beide Seiten einen recht guten Eindruck vom jeweiligen Gegenüber. Unter den Überschriften „People´s Business“ und „Chemie“ kommen beide somit einen erheblichen Schritt weiter. Mehr bringt ein persönliches Erst-Gespräch auch nicht – abgesehen davon, dass wir gemeinsam Standard-Kekse knabbern.

 

(4) Interim Manager und weitere potentielle Geschäftspartner, die kein Skype-Account haben (oder von mir aus slack oder Google-Hangouts), rutschen auf der nach unten offenen Eignungs-Skala spürbar ab. Wenn dann auch noch die Bereitschaft fehlt, schnell ein solches Account zu eröffnen (eine 3 Minuten-Übung), dessen Eignung für UNITEDINTERIM ist praktisch gleich Null.

 

He, Du arrogante Socke! Schlecht drauf?!

 

Nein, keineswegs!

 

Inzwischen ist mir allerdings überdeutlich klar geworden, dass ich weder mich, noch UNITEDINTERIM am kleinsten gemeinsamen Nenner ausrichten kann.

 

Wer die modernen Tools jetzt nicht beherrscht, wird sich bereits jetzt schwerer tun als nötig.

 

Wer aber jetzt nicht bereit ist, sich den neuen Tools zu öffnen – vulgo zu lernen – gibt sich und damit seine Zukunftsfähigkeit auf.

 

Quatsch, Becker!

51% sind nicht fit für die Digitale Welt

 

Ich denke nicht. Erst gestern las ich einen Bericht in der Welt (der leider jetzt Abo-pflichtig ist), dass die deutschen Unternehmen 51% ihrer Mitarbeiter als nicht fit für das Arbeiten in einem digitalen Umfeld ansehen. Und dass aus der Sicht der Unternehmen, die Menschen das Lernen verlernt hätten und deshalb zunächst einmal wieder Lernen lernen müssten. Ups!

 

Ich vermute mal stark, dass das in der Interim-Welt, deren Protagonisten eher der zweiten Lebenshälfte zuzuordnen sind, nicht unbedingt besser sein wird.

 

Gleichzeitig wird berichtet [Auf innovativen Wegen zu neuen Mitarbeitern], dass Unternehmen im Recruiting verstärkt auf – Achtung! – Skype-Interviews und – nochmal Achtung ! – auf zeitversetzte Videos setzen: Bewerber, nennen wir sie Interessenten, erhalten ein paar Fragen und müssen sie im Rahmen eines kleinen Videos beantworten:

 

Weiter im Bewerbungsprozess erfährt auch das Video-Vorstellungsgespräch eine Neuerung: Anders als das traditionelle Skype-Interview, das bereits von 50 Prozent der befragten Bewerber und 45 Prozent der Unternehmen angewandt und live durchgeführt wird, geht die Tendenz neuerdings zum aufgenommenen Bewerbungsgespräch per Video hin. Hierbei wird eine Reihe von Fragen an den Bewerber weitergeleitet, die er per Video beantworten soll. Rund sechs Prozent der Unternehmen nutzen schon diese Methode.

 

Wie ich lese, tun sich mit letzterem die Bewerber noch schwer. Noch …!

 

Aber, Becker, Du weißt doch: Überall wird sich das in diese Richtung entwickeln – aber nicht im Interim-Business…

 

Und genau das, meine Leser wissen das, glaube ich eben nie und nimmer!

 

Das haben die drei Konferenzen gestern glashart untermauert.

 

Möchten Sie wissen, auf welche Weise?

 

Nur einer in den drei Videokonferenzen war mit seinen 39 Jahren deutlich unter 50. Einer war über 50, einer 60 und ich halt, als Grufti, 62.

 

Daraus können wir folgern, dass es in der bisher typischen Altersgruppe der Interim Manager (50 bis 70) durchaus Menschen gibt, die auf den neuen Wege mitgehen können.

 

Auf die gilt es sich zu konzentrieren. Auf die werde ich mich, wird sich UNITEDINTERIM konzentrieren

 

Alle anderen sind hier nicht gut aufgehoben!

 

DENN SIE WISSEN NICHT, WAS WIR TUN…!

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Bronzefigur_Ferdinand_Nicodemus_(Ausschnitt)_Herborn_2019Der Anlass war eine Lappalie – und die war schnell aus dem Weg geräumt.

 

Von dort aus wurde nach vorn geblickt und ein neues, wenn auch kleines gemeinsames Projekt angestoßen. In diesem Zusammenhang haben wir unserem Geschäftspartner – einem Insider im Interim-Business – exemplarisch und anonym ein Protokoll gezeigt.

 

Ein Protokoll, das mein Partner, Dr. Harald Schönfeld, über die Qualitätssicherung für einen neuen Interim Manager bei UNITEDNITERIM erstellt hatte.

 

„Donnerwetter! Das macht niemand im Interim Business – soweit ich das beurteilen kann…!“

 

Wir neigen dazu, dem zuzustimmen.

 

Warum das so ist, können meine Leser vielleicht mit einem kurzen Blick auf den wesentlichen Teil eines solchen Protokolls nachvollziehen, auf den ich mich hier aus Datenschutzgründen beschränken muss. Die Interim ManagerInnen bei UNITEDINTERIM kennen den genauen Umfang und können das daher noch viel besser.

 

Ich habe die Qualitätssicherung eine Zeitlang gemacht. Derzeit macht das Dr. Schönfeld – noch intensiver als ich. Er wie ich investieren hier persönlich eine Stunde in jeden Interim Manager und jede Interim Managerin, die wir neu bei UNITEDINTERIM aufnehmen. Und mit dieser einen Stunde kommen wir auch nur deshalb hin, weil wir das inzwischen ein gutes Tausendmal gemacht haben – und weil Jasmin Hauser, unsere Leiterin des Poolmanagements, so akribisch für uns vorarbeitet…

 

Und der guten Ordnung halber: Durchaus nicht jede oder jeder übersteht diese Qualitätssicherung!

 

Unser Geschäftspartner war sichtlich beeindruckt:

 

„Wissen das alle Interim Manager?“

 

„Nein!“

 

„Warum nicht?!“

 

„Weil sie sich nicht damit beschäftigen – und folglich der irrigen Meinung sind, UNITEDINTERIM sei ein weiterer von deutlich über einhundert Providern in der DACH-Region! Nichts ist typischer – und nichts könnte falscher sein…“

 

„Wie das?“

 

„Ich persönlich bin inzwischen davon überzeugt, dass die meisten Interim Manager in ihrer über Jahrzehnte geprägten Denkwelt verhaftet sind – mit Providern als Teil eben dieser Denkwelt. Man konnte sie mögen oder hassen, die Provider: Aber sie waren unbestritten ein wichtiger Teil des Interim-Business!

 

Gerade im Vertrieb für die Interim Manager. Aus meiner ganz persönlichen Sicht waren die Provider lange Jahre sogar der einzige erfolgversprechende Weg für viele Interim Manager, die halt nicht so stark im Eigenvertrieb sind.

 

Als dann ein krass anderes, weil rein digital, provisionsfreies und obendrein noch offenes Geschäftsmodell daherkam, passte das so gar nicht in eben diese vorhandenen Denkstrukturen. Es ist ein typisch menschliches Verhalten, dass man dann zunächst einmal versucht, solche krass neuen Sachen in die vertrauten Strukturen zu pressen! Dann bewegt man sich scheinbar auf vertrautem Terrain und kann sich wieder gut fühlen, weil man sich nicht mit dem krass Neuen beschäftigen muss.“

 

„Tatsächlich?“

 

„Tatsächlich! Noch heute – nach fast zweieinhalb Jahren! – werden wir regelmäßig und gutgelaunt als „Provider“ bezeichnet.“

 

„Dann haben Sie nicht gut genug kommuniziert?!“

 

„Die Frage ist so gut, dass ich sie nicht durch meine Antwort verderben möchte!“, zitierte ich süffisant Robert Koch. „Aber im Ernst: Wir haben für mich persönlich in einem beispiellosen Umfang kommuniziert. Ich kann mich in meinen 44 Berufsjahren an nichts Vergleichbares erinnern. Und wir haben uns prompt den Vorwurf „Spam“ anhören müssen – und Interim Manager haben sich aufgrund dieser „Informations-Offensive“ von uns verabschiedet. Ein anderes Feedback, noch weitaus beliebter, lautete: „Ich kann nicht alles lesen, was hier in meinem Postfach eingeht!“

 

Das kleine Projekt wurde unmittelbar danach angestoßen – ebenso mein Hirn, das relexartig die Frage auffing: „Ist das was für mein Blog?“

 

Und prompt mit James Dean´s vorletztem Film assoziierte:

 

Denn sie wissen nicht, was wir tun!

 

EIN SCHRILLER WECKRUF – AUCH FÜR INTERIM MANAGER!

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Harlekin_Altstadt_Antikmarkt_Gengenbach_2019Nein, ich möchte keineswegs theatralisch wirken! Dennoch glaube ich zu spüren, dass sich in den vergangenen zwei Wochen etwas dramatisch verschoben hat.

 

Mag sein, dass ich mich täusche, aber in der Vergangenheit hatte ich ein recht gutes Gespür für solche tektonischen Verwerfungen.

 

Was ist geschehen? Drei Dinge haben die Welt in Deutschland verändert:

 

(1) Das Video von Rezo: „Die Zerstörung der CDU“, das heute, während ich dies schreibe, sage und schreibe 13,9 Mio. Aufrufe erhalten hat.

 

(2) Die Verluste der GroKo bei der Europawahl: CDU/CSU: minus 8,4% – und SPD: minus 11,5%.

 

(3) AKKs sprachlicher Lapsus:Regulierung von Meinungen“, der einen beinahe mitleiderregenden Shitstorm unter der Klammer „Angriff auf das Grundgesetz!“ auslöste.

Zwischen „historischem Wandel“ und „Epochenbruch“

 

So ziemlich jeder hat sich inzwischen mit diesen drei Themen, die zusammenhängen, beschäftigt:

 

So schreibt Sascha Lobo in Spiegel-Online („Marathon im Fettnapf“): „Die GroKo der beiden schwindenden Volksparteien CDU und SPD regiert ein Land, das es nicht mehr gibt – mit einem Instrumentarium, das nicht mehr funktioniert.“

 

Und Focus titelt „Mit derben Worten verweigert Juso-Chef Kühnert Nahles die Unterstützung“ und schreibt: „Vieles deutet darauf hin, dass da gerade ein historischer Wandel stattfindet, der weit über eine bloße Momentaufnahme hinausgeht.“ An anderer Stelle verwendet Focus den Begriff „Epochenbruch“.

 

Und das sehe ich tatsächlich genau so und erwarte für mich: Nichts wird mehr sein wie vorher – nach diesen „historischen“ zwei Wochen.

 

Und das betrifft – denn das ist die inhaltliche Klammer meines Blogs – auch das Interim Management: So sicher wie ich diese Zeilen schreibe!

Ein Dilemma mit Quattro-Anschub

 

Was macht mich da so sicher?

 

Das Dilemma der GroKo geht aus meiner Sicht auf vier Besonderheiten zurück:

 

(1) Arroganz und Ignoranz: Die Meinung der jungen Generation wurde schlichtweg negiert und damit signalisierten die Politiker „Ihr interessiert uns nicht!“. Für mich das letzte große Beispiel solchen Verhaltens vor dem Rezo-Video war die Entscheidung zur Reform des Urheberrechtes mit dem besonderen Schmankerl Artikel 13. Hier sind die jungen Leute in Scharen auf die Straße gegangen, um dagegen zu protestieren. Unmittelbar anschließend wurde die Reform nonchalant durchgewunken. In der Transaktionsanalyse würde dies wohl mit einem „Du bist dumm!“ gleichgesetzt. Kein Wunder dann, dass die Reaktion darauf lautete: „Ich bin nicht dumm, aber Du bist böse!“

 

Auf Rezos Video wurde in vergleichbarer Weise reagiert – was in wunderbarer Weise von Knut Junker in seinem Cartoon karikiert wird:

 

Mit freundlicher Genehmigung von Knuth Junker

 

(2) Unsägliche Plattitüden: Vielleicht waren Politiker schon immer so – aber dann fällt´s heute halt mehr auf und die Menschen haben es schlichtweg satt.

 

Wenn ich mir die stereotypen Antworten der Politiker auf Fragen vor Ohren halte, dann graust es mich! Diese Antworten haben viel zu oft, wenn schon nicht gar nichts, dann aber wirklich nur kaum etwas  mit der jeweiligen Frage zu tun! Und so gut wie niemand von den Fragestellern hakt mal nach mit einem „Bei allem Respekt: Danach habe ich gar nicht gefragt!“.

 

Oder die Antworten der CDUler und SPDler auf das Wahlfiasko: „Wir müssen jetzt in aller Ruhe die Ergebnisse analysieren und werden dann beraten und unsere Schlüsse daraus ziehen. Jetzt ist es nicht an der Zeit für Schuldzuweisungen oder gar Personaldebatten!“

 

So oder so ähnlich hören wir das nach jeder Wahl – von den Verlieren. Die Gewinner nutzen andere Plattitüden: „Wir werden jetzt in Ruhe Gespräche führen!“ und, mein Favorit: „Es geht um Sachfragen, nicht um Personaldebatten!“ Allgemeines Schenkelklopfen vor den Fernsehern…

 

Stellen Sie sich mal vor, rein theoretisch, einer – oder eine – von z. B. der SPD sagte: „Was für eine Scheiße! Wir haben weit über 40 Prozent unsere Wähler verloren! Stellen Sie sich bitte nur mal vor, uns passiert das Gleiche bei der nächsten Wahl noch einmal! Ich darf gar nicht dran denken! Wir haben also drastischen Handlungsbedarf und ich sehe unsere Partei unmittelbar vor einem Restrukturierungsprozess. Der wird hart werden, wir werden die eigene Komfortzone verlassen müssen – und da werden einige von uns aus der Kurve fliegen. Aber ich werde diesen Prozess mit aller Macht treiben. Und deshalb verlasse ich jetzt diese Plauder-Runde: Ich habe Wichtigeres zu tun!“

 

Ich bin mir sicher: Auch hier gingen die Zugriffe auf ein solches Statement durch die Decke!

 

(3) Verzerrte Wahrnehmung: Politiker sind toll – im Eigenbild. Das Fremdbild sieht (vielleicht sogar völlig) anders aus – zumindest, wenn man die Beliebtheitsskala der Berufsgruppen von Forsa (noch aus 2017) zu Rate zieht: Hiernach haben nur Versicherungsvertreter ein noch schlechteres Image! Übrigens: Das Image des Berufs „Manager“ ist fast exakt gleich miserabel!

 

(4) Leben in einer Blase: Ich teile hier die Meinung von Sascha Lobo, der im oben genannten Artikel schreibt: „Wenn man jedoch genauer hinschaut, war das Problem der CDU nicht, dass sie keine Ahnung von Social Media hat. Sondern – fast im Gegenteil – dass via Social Media klar wurde, wie wenig Ahnung sie von allem anderen hat, was die Jugend interessiert. Es geht nicht um das Medium, sondern um politische Inhalte, um das Fortbestehen des Planeten etwa. Aber auch um das Vertrauen, das die Union zerstörte durch ihre komplette Missachtung einer digitalen Generation, indem sie ohne Rücksicht, ohne Dialog, ohne Sachverstand oder auch nur Respekt die Urheberrechtsreform durchgeprügelt hat.“

 

Schon in alten Zeiten hatte der „Hof“ samt seiner „Höflinge“ und speichelleckenden „Hof-Schranzen“ jegliche Bindung zum „Volk“ verloren und lebten gutgelaunt in ihrem eigenen Mikrokosmos – selbstverständlich auf Kosten der anderen. Ging bekanntlich auch nicht so wirklich gut aus…!

 

So: Und was hat das nun mit dem Interim Management zu tun?

 

Jede Menge! Aber nur, wenn wir einmal wirklich kritisch draufschauen auf diese Welt, die ich letztlich so liebe:

 

Sicher, es gibt eine Gruppe von Interim Managern, die hier herausragen – und ich suche die Nähe zu diesen Menschen. Zu meinem großen Bedauern sind das doch viele eben leider nicht.

 

Ganz besonders gilt das fürs Eigenbild im Vergleich zum Fremdbild: Während das Eigenbild stets goldgerahmt in leuchtend schimmerndem Öl erstrahlt – lautet das Fremdbild mitunter ganz anders:

 

Stets die gleichen Rituale („Ich bin C-Level: Das ist nichts für mich!“), viel Beharrungsvermögen („Hab ich noch nie gebraucht!“), stets mitreden, selbst, wenn man keine Ahnung hat („Digitalisierung“, „3D-Druck“), keine Neugier („Ach ja, Herr Becker, das ist doch alles ziemlich neumodischer Kram, der in unserem speziellen Geschäft nie funktionieren wird!“) und weit weg von dem, was junge Menschen („Das ist nicht meine Zielgruppe!“), oder Menschen außerhalb des eigenen, selbst für relevant erachteten Bezugsfeldes, umtreibt („Glauben Sie mir, Herr Becker, ich weiß ganz genau, was meine Kunden brauchen!“).

In der modernen, digitalen Welt existieren diese Menschen nicht!

 

Machen Sie mal folgende Übung: Suchen Sie nach Interim Managern bei XING. Das ist einfach und die Trefferliste wird bei 300 gekappt. Wählen Sie willkürlich 100 Interm Manager und Managerinnen aus. Identifizieren Sie aus dieser Gruppe von 100 diejenigen mit einer eigenen Website: Sie werden keine 100% erreichen. Dann suchen in dieser neue Teilmenge diejenigen Interim Manager, die bei Twitter zumindest dabei sind. Aus der Gruppe, die dann noch übrigbleibt, suchen Sie die Interim Manager bei YouTube heraus…

 

Wir wollen nicht unterschlagen: Die Blog-Autoren haben Sie bei dieser Übung nicht einmal berücksichtigt – obwohl es ein anerkannter Kanal ist, um sich selbst als Fachmann oder Fachfrau darzustellen und eine entsprechende Reputation aufzubauen.

 

Daraus folgt – nicht einmal allzu überspitzt formuliert: „In der modernen, digitalen Welt, existieren diese Menschen nicht!“ [Sichtbare Interim Manager und unsichtbare]

 

„Das mag ja alles richtig sein, Herr Becker, aber ich bin Interim Manager für ganz besondere Aufgaben: Für mich funktioniert das alles nicht. Ich vertraue lieber auf mein persönliches Netzwerk!“

 

Sprachs und zog sich zurück in seine Blase.

 

Und so wundert es mich überhaupt nicht mehr, dass im Gespräch mit einer Interim Managerin der jüngeren Generation am vergangenen Freitag dieser Satz fiel:

 

„Dass die Interim Manager am beim Festakt am Freitagabend nicht noch Staubschichten auf ihren Anzügen hatten, war alles!“

 

Wir schütteln uns noch einmal…

 

Auch hier gilt also – vielleicht sogar besonders hier:

 

Ein schriller Weckruf – auch für Interim Manager!

 

Cartoon mit freundlicher Genehmigung von Knut Junker

 

AUF ALTEN PFADEN BETRITTST DU SELTEN NEULAND!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Leuchtturm_Hörnum/Sylt_2019Seitdem Dr. Harald Schönfeld und ich vor über zwei Jahren UNITEDINTERIM gründeten – als offene, auf das professionelle Interim Management spezialisierte Plattform – höre ich vielfach den Satz: „Eine Plattform im Interim Management?! Das funktioniert niemals!“

 

Nun kenne ich diese „Geht im Leben nicht!“-Aussagen seit 2003, als ich mit MANATNET erstmals die Kunden über Internet auf den eigenen Pool zugreifen ließ.

 

Sie können mich daher nicht mehr wirklich verwundern!

 

Wenn Du Neues denkst in diesem Land oder gar das eine oder andere grundsätzlich infrage stellst, dann triffst Du auf Heerscharen von diesen „Geht nicht!“-Menschen. Ich nenne sie seit Jahren die „Brauche-mer-net!“-Fraktion. Sie scheint stetig zu wachsen.

 

Auch wenn – unter anderen – Förster & Kreuz sogar Provokative Kompetenz fordern: Aus meiner Sicht ist unser Land davon so weit entfernt wie eben möglich. Und ich frage mich daher durchaus, wie wir eigentlich zukunftsfähig bleiben wollen…

 

Tief im Innern verstört es mich deshalb zutiefst, dass niemals – und ich meine „niemals“ – auf UNITEDINTERIM eine solche Reaktion kam:

 

„Sag mal, Du bist doch selbst als einer der populärsten Interim-Provider in Deutschland tätig – und setzt jetzt voll auf den Ansatz der offenen Plattform: Was hast Du denn geraucht?“

 

Oder professioneller:

 

„Sag mal: Was waren Deine Beweggründe für diesen dramatischen Change?“

Die Dreifaltigkeit der Ablehnung

 

Stattdessen stand und steht mir stets ein Mensch gegenüber, der

 

(1) nicht zuhört, sondern redet;

(2) nicht fragt, um tief zu verstehen und

(3) stets die gleichen „Argumente“

 

anführt.

 

Auf die Aussage „Das funktioniert niemals!“ reagiere ich nimmermüde mit der Frage: „Was macht Sie da so sicher?“ Ab dann werde ich zugetextet. Ich schweige dann. Und niemanden stört das. Das Wissen meines Gegenübers über das „Plattform-Geschäft“ tendiert zwar gegen Null und die Tatsache, dass wir uns rund ein Jahr im Vorfeld mit diesem neuen Geschäft beschäftigen mussten: Völlig egal! Es geht um Meinung und keineswegs um Sachverhalte oder Fakten. Nun hat ein jeder ein Recht auf seine eigene Meinung: Völlig unbestritten – und deshalb schweige ich! Ungestört. Sobald die Flut verebbt, ist das Gespräch dann zu Ende.

Keine Fragen – und stets die gleichen Aussagen

 

Ich habe regelmäßig den Eindruck, dass mein Gegenüber nicht daran interessiert ist, was mich wirklich bewegt. Stattdessen gilt das Interesse meines Gegenübers dem Versuch, mich aus der Perspektive seines eigenes Weltbildes davon zu überzeugen, dass das, was ich tue, völliger Blödsinn ist. Niemals – und ich meine erneut „niemals“ – hat mein Gegenüber in einer solchen Situation auch nur einmal meine Einschätzung eingefordert zu dem, was es gesagt hat, oder hat mich gar in einen intellektuellen Diskurs gezwungen.

 

Auch das ist recht verblüffend: Egal mit wem ich spreche, es kommen stets die gleichen Argumente, was eine gewisse, offenbar typische Konditionierung vermuten lässt.

 

„People´s Business“ kommt so sicher wie ich diese Zeilen schreibe – und deshalb bin ich hier schon einmal darauf eingegangen [Entweder ist es People’s Business – oder eben nicht!]

 

„Die Kunden wollen das nicht!“ ist auch ein Renner – und die Frage: „Alle Kunden? Tatsächlich? Woher genau wissen Sie das?“, findet schon längst nicht mehr ihren Weg vom matten Hirn zur eloquenten Zunge.

 

„Ich habe eine eigene Website: Das reicht!“ Es gibt Tools, die die Bedeutung jeder Website in der Digitalen Welt einordnen. Ich checke das im Büro in jedem Einzelfall. Die Ergebnisse legen dann offen, dass die Stärke der eigenen Website weit überschätzt wird. Was keinen Profi verwundern kann: Denn wie in Gottes Namen wollen Interim Manager und Managerinnen, die ihre eigenen, begrenzten Kapazitäten so weit wie möglich ihren Kunden im Rahmen ihrer Interim-Mandate verkaufen, nachhaltig und systematisch Zeit in ihr eigenes Digitales Geschäft investieren? Dieselben Interim Manager etwa, die mir seit Jahren gebetsmühlenartig vorjammern, „Herr Becker, ich bin im Projekt: Da geht sonst nix!“? Die Antwort auf diese Frage überlasse ich meinen Lesern.

 

Meine Güte, was wüsche ich mir ein unvoreingenommenes, frische Denken jenseits der eingelaufenen Pfade. Sicher, es wird nicht jeder Pfad richtig sein: Das habe ich jedoch auch nie behauptet!

 

Aber erst gar nicht nach neuen Pfaden zu suchen? Und dann mal –vielleicht vorsichtig – zu erlaufen, wie sie beschaffen sind und wohin sie führen? Was für ein Ansatz ist das denn?

 

Und das dann noch als Interim Manager oder Managerin, die ihre Kunden stets und innovativ voranbringen wollen?

 

Mitunter liebe ich alte Pfade sehr – beim Whisky zum Beispiel. An alten Pfaden ist folglich rein gar nichts Schlimmes! Für mich nicht und für meine Mitmenschen auch nicht.

 

Aber eben nicht nur. Und genau deshalb bin ich zutiefst davon überzeugt:

 

Auf alten Pfaden betrittst Du selten Neuland!

 

VIDEO KILLS THE RADIO STAR

Es war abzusehen. Dass das Video von Dr. Heinz-Jürgen Althoff Furore machen würde.

 

Dabei hat er sich nur so professionell verhalten, wie sonst auch – nicht nur in seinen Mandaten.

 

Auf die Erkenntnis, „Ich bin da noch nicht wirklich erfahren!“, folgte ein konsequentes „Ich sollte mal jemanden fragen, der weiß, wie´s geht!“ und schließlich die Entscheidung „Ich werde mir solches Spezialistenwissen einkaufen!“.

 

„Spezialistenwissen einkaufen“ hat selbstverständlich Ausgaben zur Folge – etwas, mit dem sich viele Interim Manger schwertun, die im Gegenzug keinerlei Schwierigkeiten damit haben, ihren Kunden einen Tagessatz von klar über 1.000 Euro als ohne jeden Zweifel vollkommen gerechtfertigt zu erläutern.

 

Diese Logik „Eigene Lücken erkennen“, „Spezialisten fragen“ und „Lücken durch Spezialisten“ schließen klingt im Interim-Business auf eine besondere Weise vertraut für mich.

 

Verrückter Weise scheint es derzeit jedoch so zu sein: Wenn Du im aktuellen Umfeld zum Gesprächsthema der Interim-Szene werden möchtest, dann ist es derzeit wohl der sicherste Weg, wenn Du einfach dieser langweiligen Logik folgst!

 

Und so war´s dann auch. Ich habe das Video innerhalb von UNITEDINTERIM und Twitter sowie in allen einschlägigen Gruppen bei Xing geteilt – mit hier allein deutlich über 10.000 Mitliedern.

 

Daraufhin schlug jede Menge Feedback hier auf – aber dieses hier, war ganz besonders:

 

QUOTE

 

Lieber Herr Becker,

 

das Video ist tatsächlich sehr professionell und passt natürlich ins Bild der durchdachten und aufwändig gestalteten Marke Althoff. Auch die Website ist richtig gut und sicher ein tolles Vorzeigeprojekt von forma interim.

 

Um in solch starker Konkurrenz nicht komplett zurückzufallen, ist es vielleicht besser, gar kein Video anzubieten. ;-). Na ja, nicht unbedingt, aber wenn ich es möchte, geht es gar nicht – mein Video auf der Plattform kann ich nur ersetzen, nicht löschen. Das möchte ich Ihnen als einen kleinen Verbesserungsvorschlag mitgeben.

 

Viele Grüße

 

Interim Manager

 

Ich habe durchaus recht lange nachgedacht bevor ich antwortete:

 

Hallo Herr Interim Manager,

 

danke für Ihre Nachricht.

 

Ich möchte Sie etwas beruhigen – auch wenn das Video von Herrn Dr. Althoff zeigt, in welche Richtung sich das Interim-Business derzeit entwickelt – und wie sehr sich die Spreu gerade vom Weizen trennt.

 

(1) Ihr Video ist nicht so gut wie das von Dr. Althoff.

(2) Auch wenn sich die Messlatte verschoben hat: Ihr Video ist dennoch gut genug – und deshalb haben wir es freigeschaltet.

(3) Die Praxis zeigt: Es ist sehr viel besser, ein Video anzubieten – als kein Video!

(4) Deshalb bieten wir die Funktion „Löschen“ nicht an – wie auch für CV und Bild nicht. Wenn Sie das jedoch möchten, dann löschen wir Ihr Video.

 

Ein abschließender Hinweis aus meiner ganz persönlichen Sicht – als durch „In Search of Excellence“ geprägter Mensch:

 

„Um in solch starker Konkurrenz nicht komplett zurückzufallen, ist es vielleicht besser, gar kein Video anzubieten.“ ist keine Option für einen Professional. Die Option für an „Excellence“ orientierte Menschen lautet stattdessen: „Mist! Das ist viel besser als das, was ich anbiete! Also muss ich auch sehr viel besser werden!“

 

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Sie das können!

 

Gruß

 

Jürgen Becker

 

Der Interim Manager hat uns gebeten, sein Video zu löschen.

 

Ich weiß auch nicht wieso – mir kommt ein Song aus längst vergangenen Tagen in den Sinn:

 

Video kills the Radio Star.