ENTWEDER IST ES „PEOPLE´S BUSINESS“ – ODER EBEN NICHT!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_KommunikationGebetsmühlenartig wird von Interim-Providern angemerkt, das Interim-Business sei ein „People´s Business“!

 

Ganz sicher als Gegenpol immer dann, wenn ich von den Vorteilen der Plattform-Ökonomie spreche, die auch für das Interim-Business gilt.

 

In aller Regel wird diese Aussage von einem mehr oder weniger ausgeprägt mitleidigem Blick begleitet.

 

Verdichtet soll mir diese verbale und non-verbale Kommunikation ‚rüberbringen: „Becker, das funktioniert im Leben nicht…!“

 

Ich bestreite das bekanntlich.

 

Nun mag ich ja völlig falsch liegen. So etwas gibt es ja.

 

Jedoch ist es so, dass die Signale, die Feedbacks, die ich erhalte, nicht darauf hindeuten. Vielmehr deuten sie darauf hin, dass es nicht schaden kann, wenn die Provider mal in sich gehen…

 

Also:

Wie definieren wir eigentlich „People´s Business“?

 

Wenn wir einmal an der Oberfläche dieses glänzend schillernden Imperativs „People´s Business“ kratzen wollen und Antworten darauf suchen, was damit tatsächlich gemeint ist, dann tun wir uns bemerkenswerter Weise schon mit einer Google-Recherche schwer.

 

Zwar finden wir sogar eine gleichnamige Domain (http://www.peoplesbusiness.coop/de/) und ein ebensolches Blog (http://www.thepeoplebusiness.net/blog/): Allerdings definieren beide den Begriff keineswegs.

 

Andere Fundstellen auf den ersten paar Seiten bei Google tun das auch nicht!

 

Stattdessen wird das „People´s Business“ sehr gern in Überschriften verwendet – wie z. B. in der Agenturwelt: „It´s a People´s Business“ und „Werbung ist ein People´s Business“. Offenbar zieht der Begriff recht gut.

 

Es scheint so, als wäre dieser Begriff in die eine oder andere dafür offene Szene eingesickert, um dort von jedermann leichtfüßig verwendet zu werden – in einer Art stillschweigenden Übereinkunft, jeweils die Bedeutung zu kennen.

 

Und genau das ist mein Eindruck seit mehr als 15 Jahren: In bestimmten Marktsegmenten redet jeder davon (nicht allen: der Bau z. B. misst ihm nur marginale Bedeutung bei) und führt dieses „People´s Business“ in schöner Regelmäßigkeit an: Im Kern soll dadurch das eigene Geschäft aufgewertet und als etwas Tolles, nur von ebenso tollen Menschen Darzustellendes geadelt werden.

 

Einverstanden.

 

Ich möchte hier und heute mal den Versuch wagen, dieses „People´s Business“ zu definieren – darauf vorbereitet, dass ich wieder Prügel beziehen werde.

 

„People´s Business“ ist ein Geschäft, das zwischen (in der Regel zwei) Menschen getätigt wird – und das nur deshalb gut funktioniert, weil eben diese Menschen empathisch und wertschätzend miteinander kommunizieren sowie interagieren.

 

Aufgrund der zwischenmenschlichen Kommunikation und der Interaktion zwischen den beteiligten Menschen wird Vertrauen aufgebaut – vor allem auf Seiten des „Käufers“ –, der dann auf der Grundlage eben dieses Vertrauens sich für das „Angebot“ des „Verkäufers“ entscheiden und seiner Empfehlung und seinem Rat folgen wird.

 

Ohne ein solches Verhalten kann somit ein „People´s Business“ nicht erfolgreich sein.“

 

In dieser Denkwelt bedeutet das zudem: Dieses Geschäft wird in dem Augenblick nicht mehr funktionieren, wenn ich einen dieser Menschen durch „etwas anderes“ ersetze. Für das Interim-Business ersetzen Sie bitte „etwas anderes“ durch „Plattform“ vulgo „UNITEDINTERIM“.

„People´s Business“ und der Nasenfaktor

 

Ich kann meinen Lesern diesen Satz leider nicht ersparen: Wenn meine Definition denn stimmen sollte, dann gilt auch die andere Seite der Medaille!

 

Wenn die menschliche Komponente dominiert, dann wird´s halt auch sonst menscheln! Ich werde meinen Lebtag nicht vergessen, wie mein Kunde (Vorstandsebene!) den Interim Manager aus der ersten Liga abgeschossen hat mit dem Hinweis, „der Typ passt nicht zu uns!“

 

Auf mein verblüfftes Nachfragen erläuterte er mit entwaffnender Offenheit: „So arrogant, wie der war – mit seiner Siegel-beringten Hand auf der Sessellehne: Das geht gar nicht! Mir war in den ersten Minuten klar: Der ist es nicht!“

 

Es ist also wie immer: Yin und Yang. Es gibt nichts Gutes ohne etwas Schlechtes darin. Und umgekehrt.

 

Es gibt somit keinen Grund, „People´s Business” in irgendeiner Weise zu verklären!

 

Dennoch bin ich zutiefst der Meinung, dass Menschen aktuell noch einen ganz entscheidenden Vorteil haben: Sie sind in der Lage, gut zu kommunizieren.

 

Allerdings tun sie´s nicht. Erst gestern schrieb mir ein Interim Manager:

 

Hallo Herr Becker,

 

vielen Dank für Ihre Info!

 

Gestatten Sie mir noch eine Anmerkung:

 

Ich bin wirklich sehr begeistert von der Kommunikation mit UNITEDINTERIM. Auf meine Anfragen bekomme ich immer sehr schnell und kompetent Rückantworten. Vielen Dank auch dafür!

 

Man merkt, dass Sie und Herr Dr. Schönfeld mit „großem Herzblut“ bei der Sache sind. Leider ist die Kommunikation mit anderen „Partnern“, die sich im Interim Business tummeln, nicht so vorbildlich.

 

Ich spreche hier von Providern, wohlwissend, dass UNITEDINTERIM kein Provider ist. 😉

 

Viele Grüße

 

Interim Manager

 

Offenbar haben mehr Provider als man glauben mag zu wenig Zeit, um gut zu kommunizieren. Ich wiederhole mich: Möglicherweise hält sie das aufwendige, eigene Poolmanagement (Admin) davon ab, mit den eigenen Kunden professionell zu kommunizieren (Vertrieb).

 

Ein Hammer, eigentlich, verrät dies doch die Eckpfeiler des von so gut wie jedem Provider propagierten „People´s Business“ – in dem „eben diese Menschen empathisch und wertschätzend miteinander kommunizieren sowie interagieren.“

 

Merke:

 

Entweder ist es „People´s Business“ – oder eben nicht!

 

WO ALLE GLEICH DENKEN, DENKT KEINER SEHR VIEL

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Kochende_Zwerge_Strizelmarkt-Dresden_2016Ganz sicher gehöre ich nicht zu den Ja-Sagern. Nirgends. Auch nicht im Interim-Business.

 

Hierbei achte ich sehr genau darauf, dass ich nicht als übertrieben kritisch gelte!

 

Es ist halt so, dass jeder Mensch seine individuelle Prägung erhält: Durch das Elternhaus, die Schule, die Ausbildung, den Berufsweg, den Freundeskreis und was weiß ich noch was.

 

Meine Prägung ist deshalb wie sie ist: Sie hat ihre Vorzüge und – wie stets – auch ihre Schattenseiten. Ich muss damit leben. Die Welt um mich herum auch.

 

Sehr dankbar bin ich jedoch für eine ganz ausgeprägte Facette meiner Prägung: „Nimm niemals etwas als gegeben – und hinterfrage stets!“

 

Ich gebe gern zu: Das ist durchaus nicht immer einfach!

 

Völlig egal für welche Meinung (welchen Vorschlag, welche Idee, welche Position) heutzutage jemand eintreten mag: Unmittelbar darauf vertritt ein anderer die völlig andere Meinung.

Schwarz oder aber Weiß – sonst nichts

 

Und ich meine „völlig“! Schwarz und weiß. Die einen behaupten „richtig“ – und die anderen sind sich sicher: „falsch“. Bei der exakt gleichen Sache, wohlgemerkt.

 

Ein Hinterfragen im Sinne von „ich möchte Dich zunächst einmal verstehen“ findet so gut wie nie statt. Stattdessen werden Positionen ausgetauscht. Wobei die eigene stets die richtige ist.

 

Denken wir an die Feinstaub-Diesel-Geschichte:

 

Die einen sehen uns kurz vor dem Erstickungstod. Die anderen bestreiten das vehement. Für die einen stehen die Messgeräte falsch für die anderen werden die falschen Schlüsse aus den Daten eben dieser Messgeräte gezogen. Garniert wird das dann mit einem Rechenfehler. Und der beliebte Hinweis auf Hamburg: „Ich darf 500 Meter nicht mit meinem Diesel fahren – aber da vorn am Hafen raucht ein Kreuzfahrer, dass es nur so kracht!“

 

Und wenn alle Stricke reißen muss eine Verschwörung herhalten: Die Deutsche Umwelthilfe, finanziell massiv finanziert durch ausländische Autobauer, die in der Dieseltechnik vom deutschen Auto-Siegfried uneinholbar abgehängt wurden – und nun eben diesen deutschen grau-staubigen Technologieführer hinterrücks verschlagen durch den wuchtigen Stoß mit der grün schimmernden Lanze des Umweltschutzes meucheln möchten.

 

Was machst Du dann?

 

Zunächst müssen wir festhalten: Jeder – auch ich – ist durch seine eine individuelle Interessenlage, seine ureigenen Motive gesteuert.

 

Das war schon immer so, das ist jetzt so – und das wird aller Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft so sein.

Macht, Geld und Sex

 

Auch, wenn der eine oder andere das als zu vereinfachend ansehen wird: Ich habe für mich drei Motive identifiziert, die die Menschen treiben: Macht, Geld und Sex.

 

Selbstverständlich sind diese Motive nicht offensichtlich!

 

Man stelle sich vor: „Nehmen wir mal an, wir würden keine Diesel mehr verkaufen können: Wir verlören Milliarden! Das geht ja mal gar nicht. Und deshalb müssen wir dagegen sein: Das verstehen Sie sicher!“

 

Oder die Gegenposition: „Wir haben enorme Summen in „E-Mobilität“ investiert. Aber wir kommen einfach nicht weiter! Auch nicht mit Prämien! Weil die Menschen weiterhin mit diesem blöden Diesen zufrieden sind. Also müssen wir über Bande spielen – und den Diesel dann eben diskreditieren! Wenn ich nicht besser werden kann, dann muss ich halt den anderen schlechter machen. Das kennen Sie doch sicher auch aus Ihrem privaten Umfeld. Dort heißt es Neid!“

 

Warum schreibe ich darüber?

 

Ich bin immer wieder beeindruckt, mit welcher Vehemenz diese diametral auseinanderliegenden Positionen verfochten werden! Und dabei sind die „Kontrahenten“ durchaus nicht immer zimperlich…

 

Wo doch jeder halbwegs ausgebildete Mensch weiß: Bei zwei derart auseinanderliegenden Positionen kann in aller Regel nur eine richtig sein: Wenn überhaupt! Aus diesem „wenn überhaupt“ hat der Volksmund seine eigene Weisheit abgeleitet: „Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte…!“

 

Ich vermisse daher den offenen und ehrlichen Diskurs. Auf der Basis eines gegenseitigen Respektes, der durchaus mal ein „Oh, das habe ich nie so gesehen!“ vertragen kann, ohne dass damit ein wenn auch nur impliziter Gesichtsverlust einhergeht. Förster & Kreutz sind erst in dieser Woche darauf eingegangen: DIE KUNST DES EFFEKTIVEN STREITENS

Zu wenig Streitkultur auch im Interim-Business

 

Das gilt selbstverständlich auch fürs Interim-Business.

 

Hier laufen – wen kann es wundern – die gleichen Mechanismen ab:

 

Aktuell fallen z. B. aktuell wieder Pressemitteilungen auf, deren Schalmaienklänge („Alles Super-dooper!“) nicht mit dem harmonieren, was ich aus der (Automotive-) Industrie höre:

 

„Wir steuern gegen, indem wir Mitarbeiter, die kündigen, nicht ersetzen. Auf alle Fälle setzen wir keine Freelancer ein!“

 

Schwarz – Weiss!

 

Oder:

 

„Vielen Dank für die Info. Ich habe mir das Modell von UNITEDINTERIM angeschaut, dieses kommt allerdings für mich nicht infrage, da ich nicht die Katze im Sack kaufen will.

 

Ganz offensichtlich nicht vollständig informiert – den Dialog nicht gesucht – nicht gefragt – nicht diskutiert – nicht gestritten!

 

Folglich muss sich jeder, der in diesem Geschäft tätig ist, seinen eigenen Reim draus machen.

 

Und mit solchen Positionen auch:

 

„Die Welt ändert sich, klar! Ich will aber nix verändern. Feddich…“

 

Meine Güte:

 

Ich habe vor genau einem Jahr geschrieben „INTERIM MANAGER, BLEIBT NEUGIERIG“ – und mich gerade mal sechs Wochen später korrigieren zu müssen: „INTERIM MANAGER, WERDET ENDLICH NEUGIERIG!

 

Ich sehne mich sehr nach dieser diskursiven Streitkultur auf der Grundlage gegenseitigen Respekts, aber ich habe den Eindruck als entfernte ich mich davon jeden Tag ein wenig mehr…

 

Und mir fällt der Satz von Walter Lippmann* ein:

 

„Wo alle gleich denken, denkt keiner sehr viel.“

 

 

 

 

*amerikanischer Journalist und Publizist

1889 – 1974

 

DIESE ZEIT DANN SCHENKE ICH MIR SELBST!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker__Flammende_Tannen_Baden-Baden_2018Seit jeher habe ich es bevorzugt, meine Weihnachtsgrüsse selbst zu gestalten. Die Karten, die ich käuflich erwerben konnte, haben mich nie wirklich überzeugt – wenn ich von den tollen, dafür sündhaft teuren Karten auf handgeschöpften Bütten aus Wien vor zwei Jahren einmal absehe.

 

Für meine Weihnachtswünsche auf digitalem Weg – und das sind mit weitem Abstand die meisten! – gelten seit einigen Jahren absolute Tabus:

 

Stock-Fotos oder womöglich animierte Gimmicks aus dem Internet gehen gar nicht! Ich wiederhole mich an dieser Stelle gern: Jeder hat das gute Recht, das anders zu sehen und auch anders zu handeln.

 

Auch heute noch halte ich Weihnachtsgrüße an meine Kunden, Freunde und, ja!, auch an Bekannte für einen sehr schönen und deshalb auch schützenswerten Brauch.

 

Weshalb?

 

Nun, weil das Schreiben an meine Kunden, Freunde und Bekannte Zeit erfordert. Und damit schenke ich ihnen, das Wertvollste, das ich habe: Zeit!

 

Das Selbstgestalten führt dieses Schenken in eine besondere Dimension: Mein Text ist nicht irgendwo geklaut, sondern hochgradig individuell. Er ist erkennbar anders, fernab jeden Mainstreams, jeder Trivialität – und stets klar vom Vorjahr abweichend.

 

Und dann sind da noch die Fotos: Der Zeitraum, in dem ich meine Motive finden kann, beginnt typischerweise um den ersten Dezember und endet am 10. desselben Monats. Dann muss ich fertig sein, wenn ich Zeitdruck vermeiden möchte. Und ich kann Zeitdruck nicht leiden.

 

In diesem Jahr habe ich für meine Motive in diesen rund zehn Tagen insgesamt fünf Weihnachtsmärkte hier in der Region aufgesucht: Freiburg, Offenburg, Baden-Baden, Gengenbach und Achern.

 

Aus allen Motiven habe ich fünf selektiert und mein Partner und ich haben daraus das Motiv für die Weihnachtsgrüße von UNITEDINTERIM ausgesucht.

 

Heute möchte ich mit meinen Lesern die vier Bilder teilen, die knapp unterlegen waren: Die Nummer zwei, Flammende Tannen, nutze ich heute für meinen Blogtitel.

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker__Sternen_Bokeh_Achern_2018
Sternen-Bokeh

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker__Rudi_the_black_nosed_reindeer_Achern_2018
Rudi the black nosed reindeer

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker__Farbenreigen_Baden-Baden_2018
Farbenreigen

Meine Bilder sollen hier und heute darauf hinweisen, dass nicht immer alles und jederzeit vom Interim Management und der Digitalisierung bestimmt wird!

 

Noch gut eine Woche bis Weihnachten. Ich brauche sie unbedingt, diese ruhigen Tage: So viel ist sicher!

 

Diese Zeit dann schenke ich mir selbst!

 

Erwartet Ihr so Begeisterung vom Kunden?

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Osteria_All' antico_vinaio_Florenz_2018Seit den MANATNET-Zeiten hat sich die Häufigkeit der Interaktionen zwischen den Interim Managern und mir um das „n“-fache erhöht – wobei „n“ für mich gefühlt gegen unendlich tendiert.

 

Nun bin ich inzwischen alt – fast hätte ich geschrieben „weise“ – genug, um zu wissen: Nichts ist nur gut – und nichts ist nur schlecht! In allem Guten steckt etwas Schlechtes – und umgekehrt. Yin und Yang.

 

Was also steht an Positivem dem leichthin als negativ Empfundenen, dem Absaufen in Arbeit, gegenüber?

 

Nun, das ist ganz eindeutig:

 

Noch niemals in den vergangenen eineinhalb Dekaden habe ich je so derart viele Informationen und Reaktionen erhalten, so viele Verhaltensmuster erkennen können wie in den vergangenen zwei Jahren!

 

An dieser Stelle liegt es mir fern, irgendjemanden persönlich anzugreifen oder gar zu verletzen. Es geht mir vielmehr darum, das zu spiegeln, was ich ganz persönlich als durchaus nicht völlig untypisch zu erkennen glaube. Und damit einen Prozess der Selbst-Reflexion anzustoßen. Wie stets an vergleichbaren Stellen in meinem Blog: Jeder hat das Recht, das völlig anders zu sehen!

Resistent, arrogant und ignorant?

 

Hier sind meine ganz persönlichen, subsummierenden Oberbegriffe auf dem Weg in Richtung Advent:

 

Resistenz: Natürlich gibt es viele Interim Manager, die sind dankbar für Hinweise und Tipps, die wir geben können – auf der Grundlage der – Achtung! – Reaktionen von Kunden-Unternehmen. Überraschend viele Interim Manager, ja, und Interim Managerinnen wischen das hingegen locker vom Tisch. Bemerkenswerter Weise folgen oft die Sätze „Das höre ich jetzt zum ersten Mal“ und „Das hat noch niemand verlangt!“.

 

Arroganz: Meine Leser wissen seit 2014, welche Bedeutung ich dem CV als „Verkaufsprospekt in eigener Sache“ beimesse – und hier ganz besonders der Aktualität eben dieser Unterlage, die deshalb das UNITEDINTERIM-System nachhält! Alles deutet für mich darauf hin: Offenbar als einziges System im Markt. [Für alle, die schmunzeln möchten, empfehle ich meinen Beitrag vor genau vier Jahren „INTERIM-PROVIDER: IST DOCH EASY!“]. Dass ich überhaupt mit Interim Managern über die Aktualität der eigenen Unterlagen diskutieren muss, ist mir – offen gestanden – völlig unbegreiflich! Wer sich wirklich mit Digitalisierung oder gar bereits mit den Grundlagen von Künstlicher Intelligenz (Achtung: KI wird immer mehr hip!) beschäftigt, schüttelt verzweifelnd den Kopf, in dem fest verankert ist: Künstliche Intelligenz braucht valide Daten! Stattdessen atme ich Antworten weg wie diese beiden: „Für meine Kunden hat das immer ausgereicht!“ oder „Ihr System mag tun, was es möchte…!“

 

Ignoranz: Ausnahmslos alle Ausschreibungen, die immerhin gut 1.100 Interim ManagerInnen seit dem April dieses Jahres über UNITEDINTERIM erhalten haben, geben eine E-Mailadresse vor, an die die Interim Manager ihr Angebot senden sollen. Was aus Kundensicht in hohem Grade selbstverständlich ist (denn genau unter der angegebenen Adresse werden alle Angebote gesammelt), beeindruckt einige Interim Manager nicht die Bohne, entscheiden sie sich doch elegant für eine andere E-Mailadresse. Und, öfter als man glauben mag: Für meine! [Ja, natürlich leite ich dann die Unterlagen an den jeweiligen Kunden weiter – als weiterer kostenloser Service …!]

 

Nicht alle, jedoch die meisten Ausschreibungen der Kunden beinhalten zudem eine Abgabefrist. Dies ist Standard für alle Ausschreibungen in allen anderen Branchen – und dafür, wie könnte es anders sein, gibt es sogar Regeln! Denn irgendwann muss der Kunde alle vorliegenden Unterlagen sichten, intern besprechen und dann eine Entscheidung treffen.

 

„Nicht weiter ungewöhnlich, also!“, könnte an dieser Stelle der geneigte Leser denken! Jedoch ist eine Abgabefrist für einige Interim Manager in ihrem Selbstverständnis hochgradig irritierend! Nach Ablauf der Abgabefrist nimmt der Kunde keine Auschreibungen mehr entgegen – und dann wird´s wirklich übel: „Das wird ja wohl auf zwei, drei Tage nicht ankommen!“ oder „Machen Sie [vulgo: UNITEDINTERIM, nicht etwa der Kunde!] doch nicht solch einen Druck! Sie wissen doch: Nichts wird so heiß gegessen wie gekocht!“ oder aber „Sie können doch nicht erwarten, dass ich in 48 Stunden reagiere! Ich schau doch nicht täglich in meine Mails!“.

 

Es ist wirklich nicht einfach, mich sprachlos zu sehen!

 

Jedoch: Eine solche Einstellung – und das heute! – und das im Interim Management, wo der Kunde sich stets in einer besonderen Situation befindet (nicht zwingend in einer Krise!), denn sonst bräuchte er keine Unterstützung durch einen Interim Manager oder eine Interim Managerin: Eine solche Einstellung ist mir schier unbegreiflich!

 

Dass sich solche Interim Manager nicht halten bei UNITEDINTERIM versteht sich von selbst. Und, wenn dann der Deal weg ist und die Zusammenarbeit beendet wird, würde mich obendrein auch nicht überraschen, wenn – nach bester Transaktionsanalyse – solche Interim Manager in der eigenen Wahrnehmung „nicht dumm“ sind – wir dafür „böse“. Und wie!

 

Seit einiger Zeit treibt mich eine Frage um – und ich lechze nach einer Antwort:

 

Erwartet Ihr so Begeisterung vom Kunden?

 

SCHLECHT, WENN SIE MELDEN: „KEINE WEITEREN INFOS!“

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Rose_vor_Vogtsbauernhof_2018Es gibt Zeitgenossen, die ordnen ein Blog ohne Umschweife in die Kategorie ein: „Brauche mer net!“.

 

Selbstverständlich kann man das so machen! Muss man aber nicht…

 

Sollte man vielleicht auch besser nicht, wenn man auch 28.874 Zugriffe, den der meistbesuchte Beitrag im UNITEDINTERIM-Blog von Judith Geiß per gestern (24.00 Uhr) eingeheimst hat, auch für sich selbst verbuchen möchte. Ich bin bereits früher unter einer anderen Überschrift hier darauf eingegangen: Seinerzeit noch mit knapp 25.000 Aufrufen. (MITTENDRIN – STATT NUR DABEI).

 

Nicht vergessen: Das Blog ist ein kostenloser Service für die Interim Manager bei UNITEDINTERIM! Sollte man nutzen – muss man aber nicht…!

 

„Ein Blog schafft nur eine Art Grundrauschen – vergleichbar mit einem Artikel in der Presse oder einem neuen Folder, den ich versende! Aber direktes Geschäft bringt ein Blog nicht…!“

 

Das würde ich nicht unterschreiben.

Schade, dass wir aus dem Paradies vertrieben wurden!

 

Sicher, wenn Sie die Erwartungshaltung haben, „Heute schreibe ich mal schnell einen Beitrag – und morgen habe ich einen Auftrag.“: Das wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht funktionieren!

 

Wie so oft, seitdem wir aus dem Paradies vertrieben wurden, erfordert der Erfolg systematische Arbeit und Durchhalte-Vermögen.

 

Und, man sehe mir meine Offenheit nach: Wenn Sie nichts zu sagen haben, dann wird Ihr Blog kaum eine Bedeutung im Markt bekommen. Und wenn Sie nicht zumindest etwas besser schreiben können als der Durchschnitt, wird´s auch schwer, denn kaum jemand quält sich heute noch durch lausige Texte…

 

Wenn Sie aber etwas zu sagen haben und schreiben können – bei professionellen Interim Managern wird das in aller Regel so sein – dann aber werden Sie durchaus Reaktionen auf Ihr Blog erhalten – wie z. B. diese:

 

„Ihr Blog stößt dann doch sehr aus der Masse und auch mag ich Ihre direkte Art, auf den Punkt zu kommen und Ross und Reiter zu benennen. Daher denke ich, dass Sie der richtige Ansprechpartner sein können.“

 

Das unterstreicht, dass ein Blog durchaus eine wichtige Rolle im Rahmen Ihrer Neukunden-Akquisition übernehmen kann. Biite nicht vergessen: Sie können jeden neuen Beitrag bewerben – z. B. über Twitter, Xing, LinkedIn oder auch Facebook. Und das Beste: Ihre Leser können Ihren Beitrag weiterempfehlen und teilen. Dies nennen wir gemeinhin „Netzwerk-Effekte“.

 

Und so schaffen Sie sich – über die Zeit – vielleicht eine (kleine) Leser-, ja, vielleicht sogar eine Fan-Gemeinde.

 

Und Sie können ziemlich sicher sein: Diese kleine Fan-Gemeinde wird Sie weiterempfehlen, sobald sie gefragt wird: „Sag mal, kennst Du nicht jemanden, der mir weiterhelfen kann?“ Und Sie hierfür der oder die Richtige sind, natürlich.

 

So befeuert ein Blog in idealer Weise das in der digitalen Welt, auf das in der analogen Welt gerade Interim Manager seit Jahrzehnten bauen: Das Empfehlungs-Marketing! Wer das heute nicht für sich nutzt, handelt aus meiner Sicht fahrlässig – zumindest jedoch fällt er oder sie im Wettbewerb zurück gegenüber denjenigen, die´s halt tun.

 

Inzwischen erlebe ich es, dass Unternehmen fragen: „Kann ich über den CV hinaus mir irgendetwas anschauen zu diesem Kandidaten?“

 

Und dann meinen die Kunden nicht ein XING-Profil, sondern etwas völlig anderes. Gut wenn ein Interim Manager – oder eben ich – dann z. B. auf ein Video, einen Blog-Beitrag bei UNITEDINTERIM verlinken kann oder auf einen Beitrag zu aktuellen Entwicklungen in Linienfunktionen oder Branchen.

 

Schlecht, wenn Sie melden: „Keine weiteren Infos!“

 

MITTENDRIN – STATT NUR DABEI

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis. Der neue, bereits in jenen Tagen der späten 1980er Jahre für das Establishment irritierend innovative Chef des Firmenkundengeschäfts erhielt zwei Aufträge.

 

(1) Restrukturieren Sie unser Firmenkundengeschäft: Machen Sie es schlank, effizient und profitabel.

 

(2) Wir möchten ins Privatkundengeschäft einsteigen: Machen Sie das.

 

Der Vorstand der National Westmister Bank im noblen Frankfurter Westend hatte das „High Potential“ aus der Kaderschmiede von Chase Manhattan exakt dafür abgeworben – und wusste beide Themen in guten Händen.

 

Die erste Aufgabe war ein Kinderspiel – verglichen mit der zweiten.

 

Nichts war vorhanden: Keine „Produkte“ und Dienstleistungen, keine Mitarbeiter, keine Kunden. Nichts.

 

Nachdem Electronic Banking im Firmenkundengeschäft eingeführt worden war – bereits damals trotz des „German-typical“ ‚Brauche mer net!‘“ – wurde die zweite Aufgabe in Angriff genommen.

Der Albtraum jedes Marketing-Chefs

 

Wir schufen das erste Mehrwert-Konto, dem wir den brachial-innovativen Namen „Prokonto“ spendierten – und vieles, was der seinerzeit typische Kunde gebrauchen konnte.

 

Dann ging es ans Vermarkten – an Kunden, die uns nicht kannten und die allesamt bereits ein Konto bei einem der in Frankfurt ungezählten starken Wettbewerber hatten.

 

Der Alptraum jedes Marketing-Chefs!

 

Heute würde man sagen: „Wir haben uns der Herausforderung gestellt!“ Seinerzeit hieß es: „Wie zum Teufel sollen wir das schaffen?“

 

Wir entschieden uns für Direktmarketing – also Mailings per Post. E-Mails gab’s damals nicht! Damals, weit vor den Segnungen der DSGVO, ein recht kommodes Unterfangen:

 

Adressen kaufen, Anschreiben texten, versenden, Abwarten und Bestellungen einsammeln.

 

Bedauerlicherweise hatten bereits damals die Response-Quoten (Bestellungen durch Anzahl der Aussendungen in Prozent) die Ein-Prozent-Marke deutlich gerissen und somit galt eine Quote von 0,5% in jenen Jahren als schöner Erfolg.

 

Diese Quote hatte ich als zu niedrig angesehen – und deshalb haben wir uns nur noch damit beschäftigt, wie wir eine höhere Rücklaufquote erzielen konnten.

 

Der Königsweg lautete schließlich: Wir müssen das Anschreiben drastisch aufwerten und dem Empfänger etwas schenken, das ihn emotional berührt und er idealerweise auf seinen Schreibtisch stellen wird.

 

Wir entschieden uns für einen roten Londoner Doppeldeckerbus von Matchbox, dessen Reklameflächen das Banner der National Westminster Bank zierte. Wir präsentierten den Bus in einem silberfarbenen Karton (ja doch: schon damals aus recyceltem Material) – aufklappbar. Auf der aufgeklappten Innenseite prangte das Anschreiben in Büttenpapier (!) und von mir eigenhändig (!) unterschrieben.

 

Unsere Mailingaktion hatte 5.000 Empfänger, ruinierte die Feinmotorik meiner rechten Hand für die kommende Woche – und brachte 160 neue Kunden. Die daraus abgeleitete Response Quote von 3,2 Prozent sorgte weithin für Beachtung – in der Bankenwelt und darüber hinaus.

 

Alles toll also!

 

Es sei denn, wir stellen die Kosten für diese Aktion dagegen: Herstellung des Mailings plus Porto beliefen sich pro Stück ziemlich genau auf 12 DM, also der Einfachheit halber hier rund 6 Euro – Opportunitätskosten wie z. B. meine Signierstunden nicht eingerechnet. Also: Wir haben rund 30.000 Euro investiert, um 160 Kunden zu bekommen – also knapp 190 Euro je Neukunde.

 

Warum diese Überlieferung an dieser Stelle?

Viel zu aufwendig – viel zu teuer!

 

Nun, niemand käme wohl heute auf eine solche Idee. Viel zu aufwendig und damit viel zu teuer!

 

Die Risikoschwelle liegt zudem erheblich höher, denn normale Mailing-Aktionen landen heute typischerweise direkt und ungeöffnet im Papierkorb. Folglich sind die Response-Rates im Keller: Lang schon misst man nicht mehr in Prozent, sondern in Promille.

 

Was bedeutet das für die Interim Manager, die ja stets vor den Fragen stehen; „Wie komme ich an neue Kunden?“ und „Wie komme ich an neues Geschäft?“

 

Hierbei allein auf die Provider zu setzen, ist sicher eine riskante Strategie.

 

Interim Managern, die mir heute berichten, dass sie Mailings planen oder Telefonaktionen, rate ich dringend davon ab. Eigenen Erfahrungen haben gezeigt: Es ist sinnvoller, wenn sie diese Gelder spenden.

 

„Was schlagen Sie denn dann vor, Herr Becker?“

 

„Wenn Sie schon keine großen Response-Quoten erwarten dürfen, dann bedauern sie das nicht, sondern akzeptieren diese Gegebenheit. Und dann gehen Sie damit professionell um. Nutzen Sie alles, was Ihnen kostengünstig zur Verfügung steht. Ich empfehle Twitter und besonders Blogbeiträge, auf die Sie sehr einfach und so gut wie kostenlos verlinken können. Obendrein wird ein guter Blogbeitrag Ihre Kompetenz im Markt untermauern.“

 

Ja, ich weiß, auch ein Blog kostet Geld. Wohl 1.000 Euro pro Jahr, wenn Sie´s selbst aufsetzen.

 

Als smarter Interim Manager können Sie aber auch das Blog von UNITEDINTERIM nutzen, das allen registrierten Interim Managern kostenlos zur Verfügung steht. Und das wir für Sie bewerben – und nicht Sie selbst, wie Sie das für Ihr eigenes Blog tun müssen.

 

Dann können Sie erleben, was Judith Geiß erlebt: 24.798 Zugriffe auf ihren Blogbeitrag „So wählen Sie nach einer Übernahme Ihren Interim Manager aus“!

 

 

Fragen Sie sich, was gerade diesen Beitrag so stark macht!

Fragen Sie sich, wie Sie das auch schaffen können!

 

Und fragen Sie sich vor allem, ob Sie es sich leisten können, außen vor zu bleiben, wenn Ihr Wettbewerb all diese Dinge nutzt.

 

Lassen Sie die Finger von Mailings und Telefonakquise: Damit nerven Sie nur noch! Gehen Sie stattdessen neue, moderne Wege – und erschließen Sie sich Ihre Zielgruppen mit Inhalten, die Ihre Zielgruppe als wertvoll empfindet.

 

Selbstverständlich macht auch das Arbeit! Aber glauben Sie mir: Der rote Doppeldeckerbus war spürbar noch sehr viel mehr Arbeit.

 

Und auf einmal sind Sie als Interim Manager:

 

Mittendrin – statt nur dabei.

 

INTERIM-BUSINESS DICHT AM KULTURSCHOCK

Gern würde ich über etwas für mich enorm Wichtiges schreiben: Aber ich darf noch nicht – muss abwarten bis zum kommenden Freitag.

 

Ich könnte – theoretisch – auch meinen Lesern die Stimmung am Freitag verderben und über die Datenschutz-Grundverordnung schreiben. Und darüber, dass der Antrag, den die FDP im Deutschen Bundestag eingereicht hatte, Vereine und kleine Unternehmen von Abmahnungen gegen Bagatellverstöße (!) auszunehmen, von der CDU/CSU abgelehnt wurde. Für mich persönlich ist das nicht mehr nachvollziehbar.

 

Oder dass wir in meinem Verein dank DSGVO inzwischen vier neue Formulare geschaffen haben.

 

Oder dass der Verein einen Fachanwalt beauftragt hat, zu klären, wie wir mit Bildern der aktiven Mitglieder künftig umzugehen haben. Zwei einfache Fragen führten zur anwaltlichen Antwort über sage und schreibe zweieinviertel DIN A4-Seiten in Calibri 11 Punkt ….

 

Lassen wir das, denn es gibt andere schöne Sachen zu berichten – aus Interviews, die in diesen Tagen gegeben wurden:

 

In der alt-ehrwürdigen Interim-Branche fallen derzeit moderne Begriffe! Hierzu gehören „Realtime-Angebot“ und „Diagnostic-Tools“.

Realtime-Angebot im Interim-Business

 

Ludwig Heuse, ein renommierter Provider in Kronberg, sagt im Interview mit Springer Professional:

 

[Zitat] „Mit Kandidaten sind wir gut bestückt. Kunden haben inzwischen die Erwartung, dass sie in Realtime ein Angebot mit Kandidaten präsentiert bekommen, die frei und verfügbar und für das Projekt geeignet sind. Wer das als Provider nicht bringt, ist weg vom Fenster.“ [Zitat Ende]

 

Ich freue mich ganz besonders über diese Aussage von Ludwig Heuse – und er wird´s mir nachsehen: Wir beide waren in der einen oder anderen Sitzung durchaus nicht immer einer Meinung! Dem jedoch gibt´s nichts hinzuzufügen. Ich bin mal gespannt, welcher Interim-Provider sich unserer Meinung anschließen wird.

 

Und obendrein auch noch entsprechend handeln wird…

Diagnostic-Tools als Teil der Unterlagen von Interim Managern

 

Die zweite bemerkenswerte Aussage stammt aus einem Interview, das die Vorsitzende des Vorstands der DDIM, Dr. Marei Strack, im Rahmen des AIMP-Jahresforums 2018 mit Herrn Prof. Dr. Peter Hartz geführt hat.

 

Herr Prof. Hartz erwartet: „Es sind vor allem die Mittelständler, die sich mit Interim Managern verstärken müssen, weil sie oft Innovation, Produktion und Tagesgeschäft nicht unter einen Hut kriegen. Weil sie nicht groß genug dafür sind, um eine eigene Abteilung dafür zu haben wie damals VW.“

 

Auf die Frage, wie für ihn die Zukunft des Interim Managements in der Arbeitswelt der hochqualifizierten Führungskräfte von morgen aussähe, antwortet er:

 

„Ich glaube, dass es ein wachsender Markt ist, der sich weiterentwickelt und in dem auch hochqualifizierte Interim Manager über Crowdworking-Plattformen ihre Aufträge kriegen. Diese Entwicklung sollten Interim Manager im Auge behalten …“

 

Frau Dr. Marei Strack hakte nach: „Können Sie sich denn vorstellen, dass Sie heute eine Führungskraft auf zweiter oder dritter Ebene über eine Crowdworking-Plattform suchen würden?“

 

Prof. Peter Hartz: „Heute noch nicht, aber Sie werden sehen, wie stürmisch sich das Crowdworking entwickeln wird.“

 

Und dann kam es so zwingend wie ich freitags meinen Blog schreibe:

 

Dr. Marei Strack: „Aber wie können denn auf einer Crowdworking -Plattform die „Soft Skills“, also z. B. die Führungseigenschaften, eines Interim Managers dargestellt werden? In Ihrem Vortrag haben Sie die zunehmende Bedeutung von Diagnostiktools hervorgehoben. Ist das ein Ansatz?“

 

Prof. Peter Hartz: „Ja, durchaus auch als Bestandteil der eigenen Bewerbungsunterlagen. Interim Manager können anhand von Diagnostiktools ihre Talente und zusätzliche Fähigkeiten ausarbeiten lassen und diese in ihren CV einbauen. Das wird im HR-Bereich schon zunehmend gemacht.“

 

Wir halten fest: Prof. Dr. Hartz ist davon überzeugt, dass Plattformen in der Zukunft noch mehr hochqualifizierten Interim Manager zu Aufträgen verhelfen werden. Er spricht sich zudem für Diagnostic-Tools auch im Interim Management aus, um über Plattformen auch die „Soft Skills“, also z. B. die Führungseigenschaften abbilden zu können.

 

Ich höre sie schon, die unentwegten Rufer mit einem spitzen „Brauche mer net!“ auf den Lippen. Denn das ist ja in der Tat ein krasser Ansatz!

 

Und in der Tat ließe sich der Einsatz von Diagnostic-Tools in unserer Welt nur in einer Überschrift verdichten:

 

Interim-Business dicht am Kulturschock.

 

KLAR, DASS DU SELTSAM DRAUF BIST, BECKER!

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Generalprobe_Fasenteroeffnung_2018_AHNZDer eine oder andere mag es kaum glauben – und dennoch: Es gibt auch für mich ein klitzekleines Leben neben dem Interim-Business! Ja, tatsächlich!

 

Zwar war die mit weitem Abstand bestimmende Tätigkeit in den vergangenen Monaten das Qualitätssichern der neuen Interim Manager bei UNITEDINTERIM. Und, wenn ich mir den „Backlog“ so anschaue, wird das auch bis in den Sommer so bleiben.

 

Dennoch kratzte spürbar und nachhaltig ein anderes Thema an meinen knappen Zeitbudgets: Meine Tätigkeit als Vorstand der Althistorischen Narrenzunft Offenburg e. V.! Ein Schwergewicht innerhalb der Vereinigung der Schwäbisch-Alemannischen Narrenzünfte e. V. (VSAN) und immaterielles Kulturerbe der Deutschen UNESCO-Kommission.

 

Die Finanzen für diese Zunft mit ihren 500 Mitgliedern zu verantworten, ist sicher kein Kinderspiel und bedeutet ohne jeden Zweifel spürbar zusätzliche Arbeit für mich. Auch hierin wird ein Beweggrund für meine Entscheidung offensichtlich, das AIMP-Jahresforum ab 2018 in andere gute Hände zu übergeben.

 

Hast Du nicht genug zu tun, Becker?

 

Doch. Schon. Sicherlich.

 

Warum machst Du das dann?

Gegengewicht zum Interim-Business

 

Die Antwort ist ganz einfach: Als intellektuelles und emotionales Gegengewicht zum Interim-Business – mit drei Blockgewichten!

 

  1. Durchlüften von Herz und Hirn: Die Interim-Welt ist krass anders als die der Narren. Meistens, jedenfalls. Die Welt der Narren erdet zudem, weil die Narren zum Beispiel so etwas wie Selbstgefälligkeit nicht kennen. Aber, da gibt es kein Vertun, auch die Welt der Narren ist nicht immer konfliktfrei! Dennoch muss ich glashart festhalten: Menschen dieser Welt sind so gut wie ausnahmslos geprägt durch Geben – nicht durch Nehmen.

 

  1. Schreibtraining: Ich schreibe für die Zunft. Nicht alles, aber doch viel – zum Beispiel für die Große Redoute. Ich trainiere dadurch meine Schreiberei durch eine völlig andere Art von Texten – als die, die ich im Interim-Business verfasse. Die Texte für die Zunft verfolgen so gut wie immer nur einen Zweck: Sie sollen Spaß und Freude bringen – von der Korrespondenz mit der GEMA einmal abgesehen.

 

  1. Foto-Eldorado: Ich fotografiere viel für die Zunft, die mir somit Gelegenheit gibt, meine zweite große Leidenschaft (ja, natürlich: neben dem Interim-Business!) auszuleben. Dass das auf diesem Level möglich ist, dazu gehört sehr viel Vertrauen meiner „Modelle“ – die sich darauf verlassen können, dass ich sie nicht in unvorteilhafter Situation oder Pose für die Ewigkeit festhalten werde. Ich glaube, nur so lässt es sich erklären, dass ich mich uneingeschränkt hinter der Bühne sowie im Ankleide- und Schminkraum bewegen kann. Dafür bin ich zutiefst dankbar.

 

Dass dann, über die Seite der Zunft bei Facebook, so unfassbar viel mehr Menschen meine Fotos anschauen als das in analogen Zeiten je denkbar war, ist ein wunderbarer Nebeneffekt. Er demonstriert nebenbei die Wucht der Digitalisierung…

 

Ein recht persönlicher Blogbeitrag heute – aber ich denke, auch das gehört mal hier hin.

 

Möglicherweise denkt jetzt aber auch der eine oder andere meiner Leser:

 

Klar, dass Du seltsam drauf bist, Becker!

 

WEIHNACHTSTAGE IN SPITZEN-QUALITÄT!

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Sternenglanz_Weihnachtsmarkt_Baden_Baden_2017Wenn Sie Innovationen bringen, dann treffen Sie stets nicht nur auf Zustimmung: Das war schon bei der Erfindung der Eisenbahn so, die seinerzeit – bei Geschwindigkeiten um die 30 km/h – als zu schnell und damit für die Psyche des Menschen gefährlich angesehen wurde [Eisenbahnkrankheit].

 

Der Maßstab war hier natürlich die Kutsche, deren Antriebskräfte zwischen zwei und acht sehenswerten, doch im Vergleich mickrigen, Pferdestärken die schicke Equipage in der Tat deutlich langsamer beschleunigten.

 

Nicht jedem ist ein unverstellter Blick und mutiges Denken gegeben (das ja durchaus nicht zwingend zum Erfolg führen muss…). Stattdessen ist dieses – auf die bisherige Erfahrung aufbauende – Extrapolieren aus der Rückspiegel-Sicht zutiefst menschlich und damit auch typisch. Im Internet werden Sie folglich eine bemerkenswerte Anzahl von so begründeten und dennoch epochalen Fehleinschätzungen finden: Vom Klassiker der weltweit möglichen Automobile über Telefone bis hin zum Computer.

 

Und sicher gilt das auch für die aktuellen Umbrüche im Interim-Business, die aufmerksame Zeitgenossen ohne jeden Zweifel wahrnehmen.

 

Uns war vollkommen klar, dass das Qualitätssiegel, das UNITEDINTERIM Anfang des Monats eingeführt hat, zu Diskussionen in der Branche führen würde.

 

Wir wurden nicht enttäuscht: Die Diskussionen kamen prompt.

 

Eine dieser Diskussionen – durchaus in sehr kritischem Ton – hat der geschätzte Kollege Ludwig Heuse in seinem Newsletter Mitte des Monats angefacht.

 

Damit hier keine Missverständnisse auftreten, sage ich an dieser Stelle eines ganz deutlich: Ludwig Heuse steht für ein renommiertes und seit Jahren erfolgreich im Interim-Business tätiges Unternehmen und seine Arbeit wird allseits respektiert. Auch von mir.

Verblüffende Diskussion über Qualitätsnachweis

Deshalb verblüfft mich die Kritik am Qualitätssiegel, das UNITEDINTERIM neuderdings vergibt, schon ein wenig.

 

Beide Unternehmen, Ludwig Heuse und UNITEDINTERIM, sind der Qualität verpflichtet. Der einzige Unterschied: Beide Unternehmen agieren in unterschiedlichen Segmenten:

 

Ludwig Heuse (und andere) sind als qualitativ hochwertige, beratende Intermediäre (Provider) tätig, während UNITEDINTERIM als qualitativ hochwertiger Direktanbieter arbeitet, der eben keine Beratung anbietet: Letztlich ist UNITEDINTERIM eine Gesellschaft für das professionelle Poolmanagement – und ganz sicher kein Provider. Stattdessen ein Unternehmen, das mit einer Transaktions-Site die Interim Manager und Interim Managerinnen im digitalen Eigenvertrieb unterstützt – und kein weiterer Provider, der das, was er tut, auf seiner Website beschreibt.

 

Dass wir unsere Qualitätssicherung nun mit einem Siegel dokumentieren, unterscheidet uns viel eher von z.B. XING oder LinkedIn, wo – man sehe mir meine Offenheit nach – jeder alles einstellen kann, was er oder sie möchte – (solange er oder sie nicht die Regeln verletzen!).

 

„Aber, was ist dieses Siegel wert? Sie machen die Qualitätssicherung ja selbst!“

 

Richtig! Und durchaus nicht jeder „Bewerber“ besteht unsere Qualitätssicherung, die manche als die härteste in der DACH-Region bezeichnen!

Im Kern der Qualität verpflichtet

Nun, wenn wir alle ehrlich zueinander sind, dann machen sogar die Provider die Qualitätssicherung selbst – und niemand sonst. Mitunter treffen die Interim Manager im Rahmen einer solchen Qualitätssicherung auf Mitarbeiter des jeweiligen Providers – nicht auf die Eigentümer, wie bei UNITEDINTERIM.

 

Im Kern bleibt jedoch festzuhalten, dass wir uns alle der Qualität unseres Angebotes den Kunden gegenüber verpflichtet fühlen.

 

Und das ist gut so – und ob wir das mit einem Siegel oder auf anderem Weg dokumentieren, ist dabei doch völlig unerheblich: Solange wir´s denn nur tun! UNITEDINTERIM hat nun ein solches Emblem – und andere dokumentieren ihre Qualitätsprüfung eben auf anderem Weg.

 

Schwierig wird´s halt nur für die, die nichts an Dokumentation in Sachen Qualität zu bieten haben. Oder gar glauben, auf die Qualitätssicherung ganz verzichten zu können [INTERIM_BUSINESS CHANCENLOS OHNE QUALITÄTSSICHERUNG].

 

So gesehen, verstehe ich die Aufregung nicht so ganz: Aber die Vorweihnachtszeit ist ja ohnehin gern immer ein wenig aufregend…

 

Deshalb wünsche ich meinen Lesern, denen ich ehrlich für ihre Verbundenheit danke:

 

Weihnachtstage in Spitzen-Qualität!

 

DAFÜR STEHEN WIR MIT UNSEREM GUTEN NAMEN!

Qualitätssiegel Interim Manager bei MANATNETLange haben wir diese Idee mit uns herumgetragen. Das Für und Wider abgewogen.

 

Natürlich können wir nicht darum herum reden: Wir schaffen auf diese Weise zwei Gruppen von Interim Managern: Die mit – und die ohne.

 

Und sicher wird postwendend die Frage des Wettbewerbs nach der Überprüfbarkeit kommen! Und dass es doch unglücklich sei, wenn nicht gar durch „Geschmäckle“ verunreinigt, dass ein Dienstleister einen solchen Ritterschlag vergäbe – und nicht eine unabhängige Institution, wie z.B. der TÜV.

 

Alles valide Argumente. Wir machen es dennoch!

 

Wir führen in den ersten Dezember-Tagen das UNITEDINTERIM-Qualitätssiegel ein.

 

Dieses Siegel bringen wir auf jedem Profil, das wir zur Verfügung stellen – noch wichtiger aber: Wir stellen das Qualitätssiegel allen Interim Managern bei UNITEDINTERIM zur (unter Beachtung der Lizenzrechte) freien und kostenlosen Verfügung: Für die Signatur, für die Visitenkarte und für die eigene Web-Site.

 

Wer die Qualitätssicherung nicht bestanden hat (ich bin an dieser Stelle mehrfach darauf eingegangen [DER POOL VON UNITEDINTERIM IST DERZEIT SCHWER ZU TOPPEN]), der wird halt nicht freigeschaltet. Wer nicht freigeschaltet worden ist, kann das Qualitätssiegel nicht nutzen.

 

In Zeiten, in denen den Unternehmen angesichts sprießender, stets „führender“, Interim Provider gern einmal die Orientierung abhandenkommt, wird unser Siegel diese Orientierung bieten. Davon sind wir überzeugt.

 

„Ach Schmarrn!“, wird der eine oder andere einwenden.

 

Wir sind da völlig anderer Meinung.

 

Zwar ist dieser Satz nicht von uns – aber er trifft den Kern eben auch für Dr. Harald Schönfeld und mich:

 

Dafür stehen wir mit unserem guten Namen!