Erwartet Ihr so Begeisterung vom Kunden?

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Osteria_All' antico_vinaio_Florenz_2018Seit den MANATNET-Zeiten hat sich die Häufigkeit der Interaktionen zwischen den Interim Managern und mir um das „n“-fache erhöht – wobei „n“ für mich gefühlt gegen unendlich tendiert.

 

Nun bin ich inzwischen alt – fast hätte ich geschrieben „weise“ – genug, um zu wissen: Nichts ist nur gut – und nichts ist nur schlecht! In allem Guten steckt etwas Schlechtes – und umgekehrt. Yin und Yang.

 

Was also steht an Positivem dem leichthin als negativ Empfundenen, dem Absaufen in Arbeit, gegenüber?

 

Nun, das ist ganz eindeutig:

 

Noch niemals in den vergangenen eineinhalb Dekaden habe ich je so derart viele Informationen und Reaktionen erhalten, so viele Verhaltensmuster erkennen können wie in den vergangenen zwei Jahren!

 

An dieser Stelle liegt es mir fern, irgendjemanden persönlich anzugreifen oder gar zu verletzen. Es geht mir vielmehr darum, das zu spiegeln, was ich ganz persönlich als durchaus nicht völlig untypisch zu erkennen glaube. Und damit einen Prozess der Selbst-Reflexion anzustoßen. Wie stets an vergleichbaren Stellen in meinem Blog: Jeder hat das Recht, das völlig anders zu sehen!

Resistent, arrogant und ignorant?

 

Hier sind meine ganz persönlichen, subsummierenden Oberbegriffe auf dem Weg in Richtung Advent:

 

Resistenz: Natürlich gibt es viele Interim Manager, die sind dankbar für Hinweise und Tipps, die wir geben können – auf der Grundlage der – Achtung! – Reaktionen von Kunden-Unternehmen. Überraschend viele Interim Manager, ja, und Interim Managerinnen wischen das hingegen locker vom Tisch. Bemerkenswerter Weise folgen oft die Sätze „Das höre ich jetzt zum ersten Mal“ und „Das hat noch niemand verlangt!“.

 

Arroganz: Meine Leser wissen seit 2014, welche Bedeutung ich dem CV als „Verkaufsprospekt in eigener Sache“ beimesse – und hier ganz besonders der Aktualität eben dieser Unterlage, die deshalb das UNITEDINTERIM-System nachhält! Alles deutet für mich darauf hin: Offenbar als einziges System im Markt. [Für alle, die schmunzeln möchten, empfehle ich meinen Beitrag vor genau vier Jahren „INTERIM-PROVIDER: IST DOCH EASY!“]. Dass ich überhaupt mit Interim Managern über die Aktualität der eigenen Unterlagen diskutieren muss, ist mir – offen gestanden – völlig unbegreiflich! Wer sich wirklich mit Digitalisierung oder gar bereits mit den Grundlagen von Künstlicher Intelligenz (Achtung: KI wird immer mehr hip!) beschäftigt, schüttelt verzweifelnd den Kopf, in dem fest verankert ist: Künstliche Intelligenz braucht valide Daten! Stattdessen atme ich Antworten weg wie diese beiden: „Für meine Kunden hat das immer ausgereicht!“ oder „Ihr System mag tun, was es möchte…!“

 

Ignoranz: Ausnahmslos alle Ausschreibungen, die immerhin gut 1.100 Interim ManagerInnen seit dem April dieses Jahres über UNITEDINTERIM erhalten haben, geben eine E-Mailadresse vor, an die die Interim Manager ihr Angebot senden sollen. Was aus Kundensicht in hohem Grade selbstverständlich ist (denn genau unter der angegebenen Adresse werden alle Angebote gesammelt), beeindruckt einige Interim Manager nicht die Bohne, entscheiden sie sich doch elegant für eine andere E-Mailadresse. Und, öfter als man glauben mag: Für meine! [Ja, natürlich leite ich dann die Unterlagen an den jeweiligen Kunden weiter – als weiterer kostenloser Service …!]

 

Nicht alle, jedoch die meisten Ausschreibungen der Kunden beinhalten zudem eine Abgabefrist. Dies ist Standard für alle Ausschreibungen in allen anderen Branchen – und dafür, wie könnte es anders sein, gibt es sogar Regeln! Denn irgendwann muss der Kunde alle vorliegenden Unterlagen sichten, intern besprechen und dann eine Entscheidung treffen.

 

„Nicht weiter ungewöhnlich, also!“, könnte an dieser Stelle der geneigte Leser denken! Jedoch ist eine Abgabefrist für einige Interim Manager in ihrem Selbstverständnis hochgradig irritierend! Nach Ablauf der Abgabefrist nimmt der Kunde keine Auschreibungen mehr entgegen – und dann wird´s wirklich übel: „Das wird ja wohl auf zwei, drei Tage nicht ankommen!“ oder „Machen Sie [vulgo: UNITEDINTERIM, nicht etwa der Kunde!] doch nicht solch einen Druck! Sie wissen doch: Nichts wird so heiß gegessen wie gekocht!“ oder aber „Sie können doch nicht erwarten, dass ich in 48 Stunden reagiere! Ich schau doch nicht täglich in meine Mails!“.

 

Es ist wirklich nicht einfach, mich sprachlos zu sehen!

 

Jedoch: Eine solche Einstellung – und das heute! – und das im Interim Management, wo der Kunde sich stets in einer besonderen Situation befindet (nicht zwingend in einer Krise!), denn sonst bräuchte er keine Unterstützung durch einen Interim Manager oder eine Interim Managerin: Eine solche Einstellung ist mir schier unbegreiflich!

 

Dass sich solche Interim Manager nicht halten bei UNITEDINTERIM versteht sich von selbst. Und, wenn dann der Deal weg ist und die Zusammenarbeit beendet wird, würde mich obendrein auch nicht überraschen, wenn – nach bester Transaktionsanalyse – solche Interim Manager in der eigenen Wahrnehmung „nicht dumm“ sind – wir dafür „böse“. Und wie!

 

Seit einiger Zeit treibt mich eine Frage um – und ich lechze nach einer Antwort:

 

Erwartet Ihr so Begeisterung vom Kunden?

 

ALLES HAT SEINE ZEIT: DER DANK ABER BLEIBT!

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Rose_vor_Fachwerk_Vogtsbauernhof_Gutach_2018Hamburg. Jungfernstieg, Ecke Plan. Die Zeiten, in denen ich draußen schreiben konnte, sind für dieses Jahr wohl endgültig vorbei. Schlimmer noch: Es regnet! Tatsächlich: Meine Wetter-App hat mich belogen! Das Maredo gestattet mir aber, nur ein Bier zu trinken. Es werden zwei.

 

Ein Tag – irgendwie seltsam. Denn gestern habe ich an meiner letzten AIMP-Mitgliederversammlung teilgenommen. Die Mitgliederversammlung findet traditionell in Hamburg, am Standort der Management Angels statt – Gründungsmitglied des AIMP, ebenso wie MANATNET.

 

Und nun geht die gemeinsame Zeit zu Ende, denn MANATNET ist zum Ende des Jahres ausgetreten.

 

Ja, wie geht denn so was? Gab´s Krach?

 

Nein. Ganz und gar nicht!

 

Meine letzten Worte in der Mitgliederversammlung waren deshalb mein ehrlicher Dank an die Kollegen im AIMP.

 

Ich habe tolle Menschen durch den AIMP kennengelernt. Und dafür bin ich dankbar!

 

Ich habe die Zusammenarbeit, die doch recht ehrliche, aufrichtige Kommunikation unter den Mitgliedern als sehr wertvoll empfunden. Und dafür bin ich dankbar.

 

Mein Dank an den AIMP

 

Und schließlich habe ich den AIMP (damals noch unter anderem Namen) unmittelbar nach MANATNET gegründet – der AIMP wurde dadurch eine Art Durchlauferhitzer für mein junges Unternehmen. Und vor allem für meine ganz persönliche Arbeit in einem völlig neuen Umfeld. Und dafür bin ich dankbar!

 

Ja, weshalb steigst Du dann aus?

 

Zunächst – und ganz pragmatisch: MANATNET ist kein Provider mehr, wie der AIMP ich versteht. Zwar mache ich noch mein persönliches Beratungsgeschäft für meine Kunden, aber ich akquiriere z. B. keine neuen Kunden mehr.

 

Dann – und das ist genau so wichtig: Die Lebenswege haben sich auseinanderentwickelt. Der des AIMP und meiner.

 

Ich habe gestern ausdrücklich darauf hingewiesen: Das bedeutet nicht, dass der eine Weg richtig ist und der andere falsch. Es bedeutet, dass die Wege nicht mehr die gleichen sind.

 

Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

 

Die Themen sind nicht mehr kongruent

 

Die Themen, die für die Provider im AIMP wichtig sind: Sie sind nicht mehr für mich als (Mit-) Eigentümer von UNITEDINTERIM wichtig.

 

Und die Themen, die für mich bei UNITEDINTERIM wichtig sind, und für die ich in aller Regel Neuland betreten muss: Sie sind nicht für die Kollegen im AIMP wichtig.

 

Meine Sparringspartner, bisher innerhalb des AIMP, kommen jetzt von außerhalb des AIMP: Es sind IT-Spezialisten, SEO-Spezialisten, Usabilty-Spezialisten und viele andere sowie, ja, auch ein Professor aus Österreich.

 

Wir Männer lernen ja stets von der (jeweils) besten aller Ehefrauen. Ich auch – und dazu gehört der Satz:

 

„Alles hat seine Zeit!“

 

Ich denke, das ist es. Die einen 15 Jahre gehen nun zu Ende – und anderen (hoffentlich) 15 Jahre haben begonnen.

 

Damit habe ich einen recht guten Titel für heute, denke ich:

 

Alles hat seine Zeit: Der Dank aber bleibt!

 

WOMÖGLICH LERNEN PROVIDER VON DER PHOTOKINA!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Light_and_Shadow_Photokina_2018Gestern habe ich – wie alle zwei Jahre – die Photokina in Köln besucht. Ich besuche die Photokina seit Anfang der 70er Jahre und ich habe somit die Entwicklung der Foto-Industrie über einen Zeitraum von nahezu 50 Jahren verfolgen können.

 

Für mich lautet die Quintessenz aus all diesen fast 50 Jahren: Wenn irgendwo die Wucht einer disruptiven Entwicklung zu sehen ist, dann hier!

 

Die erste Hälfte dieser 50 Jahre war bestimmt durch Firmen wie Braun, Contax, Minox, Rollei, Voigtänder, Yashica, Zeiss-Ikon, Agfa, Kodak, Ilford, Tetenal oder Durst. Ich habe bewusst diese Namen gewählt, denn fast ausnahmlos sind sie vom Markt verschwunden (und wenn nicht, dann haben sie ihre einst starke Position eingebüßt) – vornweg der einstige Weltmarktführer Kodak.

 

Die Gründe sind sicher mannigfach. Dennoch lassen sie sich letztlich auf eine völlige Fehleinschätzung zurückführen: „Digitale Fotografie? Neumodischer Kram! Brauche mer net! Wir bleiben beim Silber-Halogenid!“

 

Heute charakterisieren neben den „traditionellen“ Biggies, von denen niemand mehr analoge Kameras herstellt (z. B. Canon, Nikon, Olympus), viele neue Namen die Messe – z. B. Sony – ein Mischkonzern – vor allem aber: Handyhersteller! Dass dies einmal so kommen würde, hätten wir in den Anfängen meiner Fotozeit müde belächelt – was sage ich: Das war zu Zeiten der Telefone mit Wählscheibe und Kupferdraht-Wand-Anschluss einfach jenseits jeden Vorstellungsvermögens!

 

Jenseits jeden Vorstellungsvermögens…

 

Und doch ist es so gekommen. Ebenso, wie schier unglaubliche, auch hier das damalige Vorstellungsvermögen bei Weitem übersteigende technische Innovationen: Vom Live-View über Kontrast-Autofokus und Pixel-Shift bis zur Fünf-Achsen-Bildstabilisierung.

Völlig neue Angebote während der Messe

 

Mir ganz persönlich fällt jedoch auf, dass die großen Anbieter längst mehr machen, als tumb ihre Produkte am Stand zu zeigen und anfassen zu lassen!

 

Sie runden ihr technisches Messeangebot ab durch Vorträge (z. B. ein Stern-Fotograf zum Thema „Foto-Reportage“ andere zum Thema „Elemente“ oder „Videos“), Workshops (z. B. „Bildkomposition“, „Dos and Don´ts“ bei Instagram oder „Arbeiten mit Blitz“). Oder aber, indem man die Meute ganz dicht an professionelle, im wahren Wortsinne „bildschöne“ Models heranlässt, die eigens für solche Shootings engagiert werden.

 

Spätestens dann fühlt sich Otto-Normal-Foto-Amateur für eine wertvolle Zeit als kleiner Helmut Newton – und geht beschwingt und überglücklich mit einem „Shot“ heim, von dem er noch lange zehren wird.

 

Das erklärt zudem, weshalb überragend viele Messebesucher ihre eigene Kamera dabei haben.

 

Den Vogel abgeschossen hat Olympus, die nahezu eine komplette Halle mit einem „Playground“ (Spielwiese aus Formen, Farben, Licht und Spiegeln) ausgestattet  und einen gefühlten Tieflader voll Kameras mitgebracht hatten – zum Ausleihen und „Spielen“! Es versteht sich von selbst, dass Menschenschlangen die Eingänge zierten. Mein heutiges Foto ist am Rande dieses Playgrounds entstanden – mit meinem IPhone: Kamera und 40-150mm Zoom waren zu dieser Zeit bei Olympus zum kostenlosen (!) Check.

 

Warum schreibe ich das hier in meinem Interim Management-Blog?

 

Weil alle anderen Industrien  in den kommenden Jahren ähnliche Umwälzungen durchlaufen werden! Das ist unstrittig, denke ich.

Interim-Provider mitten im Change-Prozess

 

Das gilt selbstverständlich auch für das Interim-Business. Und damit auch für die Provider. Interim Provider, die heute auf eine „Weitermachen wie bisher“-Strategie setzen, werden sich in die lange Liste der oben genannten Unternehmen einreihen. Davon bin ich zutiefst überzeugt.

 

Ich sage jedoch keineswegs, dass die Interim-Provider keine Bedeutung mehr haben werden!

 

Diese Meinung habe ich in der Vergangenheit nicht vertreten – und ich vertrete sie auch heute nicht. Auch wenn mir das gern angehängt wird – und ich in der Folge für dieses Anhängsel dann heftig kritisiert werde.

 

Achtung, aufgepasst: Wenn das meine Überzeugung wäre, dann hätte ich doch zwingend MANATNET zusperren müssen!

 

Habe ich aber nicht…

 

Stattdessen habe ich MANATNET vom Provider mit Marktplatz zum reinen Interim-Dienstleister für Interim-Mandate im Umfeld der Digitalisierung (im Mittelstand) umgebaut – und das alles ohne eigenen Pool!

 

Denn das ist der Kern meines Credos: Das „Weitermachen wie bisher“ hat keine Zukunft, weil ich das reine Vermitteln (vulgo Kandidaten vorstellen) nicht länger für eine Wertschöpfung an sich halte. Und weil ich nicht glaube, dass die Kunden dauerhaft dafür bezahlen werden – denn das tun sie sonst auch nicht (Ja ich weiß: „Das Interim-Business ist völlig anders!“).

 

Aber ich bin vollkommen davon überzeugt, dass smarte Interim-Provider Angebote schneidern werden, die ihre Kunden brauchen, gut finden und deshalb auch honorieren werden.

 

Auf den Punkt und nicht neu: Interim-Provider stehen mitten in einem Change-Prozess. Der Vorteil der Provider: Sie haben in den vergangenen Jahren zwischen 17 und 23 Prozent aller Projekte im Change-Management gemacht (Quelle: AIMP-Providerumfrage) – und somit zahlreiche solcher Veränderungs-Projekte ihrer Kunden mit Interim Managern begleitet. Sie betreten somit keineswegs Neuland, sondern sie kennen sich aus. Das macht doch Mut!

 

Sicher: Hierfür brauchts eine gehörige Portion Kreativität, aber warum in Gottes Namen sollten nicht auch die Interim-Provider Kreativität entwickeln, wenn sie dazu gezwungen werden?

 

Und von anderen lernen. Vielleicht sogar von anderen Branchen.

 

Und wer weiß:

 

Womöglich lernen Provider von der Photokina!

 

OHNE PROVIDER IST AUCH KEINE LÖSUNG!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Friedrich_Schiller-trifft_Wurm_Salzburg_2018Am 2. Mai, unmittelbar nach dem Kick-off in den Wonnemonat, geisterte eine Pressemittelung durch den virtuellen Äther:

 

„Anforderungen an Projekt-Vermittler“ – veröffentlicht von iFellow. Die Pressemitteilung machte auf mit:

 

„Im Bereich Interim Management und Freelance wird rund ein Drittel aller Projekte durch Vermittler und sogenannte Provider besetzt. Die iFellow GmbH ist der Frage nachgegangen, welche Wünsche und Anforderungen freiberufliche Experten an diese Anbieter stellen.“

 

Fair.

 

Nun erwarte ich nicht, dass sich „ein Online-Netzwerk für selbständige Interim Manager und Business Consultants“ durch einen innigen Kuschelkurs gegenüber den Interim-Providern auszeichnet: Nicht jeder versteht Interim-Provider als Partner – so wie UNITEDINTERIM.

 

Dennoch empfinde ich – wie immer an dieser Stelle: ganz persönlich und der Rest der Welt mag das anders sehen – die Ergebnisse dieser Umfrage höchst bemerkenswert. Und deshalb – ich bin gerade auf Sylt und habe daher Abstand und Zeit zum Nachdenken – möchte ich meine Einschätzung zu den Ergebnissen dieser Umfrage gern festhalten.

 

Ich führe mit MANATNET auch noch einen Interim-Provider – und damit bin ich letztlich betroffen: Bitte diskontieren Sie das!

 

In meinem Hinterkopf bildet sich der Begriff „Provider-Bashing“ [Anmerkung: was für mich seit 2003 nichts Ungewöhnliches ist…!] und ich denke, unterm Strich werden die Interim Management-Provider im Kommentar von iFellow als inkompetent, wenn nicht als Vollpfosten dargestellt.

Voll aufs Maul der Provider – also auch von MANATNET

 

„Bei der Befragung, die im April 2018 stattfand, wurden mehr als 700 Stimmen von freiberuflichen Spezialisten abgegeben. Zu deren Top Anforderung zählt demnach “eine hohe Anzahl passender Projektangebote“. Dies verwundert wenig, stellt es den eigentlichen Zweck eines Providers dar. Aber an dieser Hürde scheitern bereits viele Anbieter, insbesondere die ohne nennenswerte Vertriebsoberfläche und Kundenzugang. So vermitteln insbesondere kleinere Marktteilnehmer oftmals nur Projekte im ein- oder zweistelligen Bereich pro Jahr …“

 

Ich denke: Absolut! Weshalb sollte ein Interim Manager mit einem Vertriebspartner (vulgo: Interim-Provider) zusammenarbeiten, wenn er oder sie nicht von eben diesem Provider einen Vertriebserfolg (vulgo: Projekt) erwarten würde? Wie banal ist das denn? Ich empfinde die Formulierung von iFellow, „nennenswerte Vertriebsoberfläche“ als hochinnovative Worthülse – und die Wertung „scheitern bereits viele (!) Anbieter“ als kaum zu überbietende Arroganz (und ich kenn‘ mich da wirklich aus!): Ich weiß von Interim Managern, die haben das „Mandat ihres Lebens“ über kleine Provider erhalten!

 

„…werben aber mit tausenden von Experten im eigens zusammengestellten Kandidaten-Pool. Eine zeitaufwendige Listung für Freiberufler hat hier also recht wenig Aussicht auf Erfolg.“

 

Ich denke: Jeder Interim Manager, der sich professionell im Interim-Business positioniert und die entsprechenden Vor-Arbeiten und -Investitionen leistet, der weiß: Die in den Marketing-Aussagen kolportierten Pool-Größen sind letztlich nicht belastbar. Kunden-Unternehmen wissen das schon lange. Und ich denke, ich kann das unterschreiben – ohne Wenn und Aber! Jedoch bleibt selbst dann die Frage offen: Weshalb bewirbt sich dann überhaupt noch jemand bei den Providern mit den großen Pools?

 

„Und auch beim Thema Passgenauigkeit hapert es bei einigen Anbietern. So wird bemängelt, dass Projektanfragen teilweise per Massen-Mails versendet werden, ohne dass zuvor die spezifischen Projektanforderungen des Kunden mit den Experten-Profilen abgeglichen werden!“

 

Ich denke: Ein solcher Prozess, diskreditiert den jeweiligen Provider. Auch hier: Ohne Wenn und Aber! Wir würden einen solchen Provider niemals in den AIMP aufnehmen! Never ever! Allerdings frage ich mich durchaus: Weshalb arbeiten Interim Manager mit solchen Providern zusammen? Weshalb beenden Interim Manager die Zusammenarbeit mit solchen Providern nicht unmittelbar, nachdem sie ein solches Vorgehen festgestellt haben? Ganz offen: Das ist mir unbegreiflich! Wie kann ich ein solches Verhalten geißeln – und dennoch weitermachen wie bisher?

 

„Ebenfalls eine hohe Bedeutung kommt dem Merkmal “Vertrauen und zuverlässige Kommunikation“ zu. Hier wird seitens der Freiberufler teils kritisiert, dass Vermittler zwar schnell im Einsammeln von Kandidaten-Profilen sind, eine Rückmeldung zum konkreten Auswahl- und Besetzungsprozess bei Projekten aber nur auf Nachfrage erfolgt. Hier unterscheiden sich professionelle Anbieter ganz entscheidend von ihren Wettbewerbern.“

 

Ich denke: Immerhin wird hier unterschieden zwischen „professionellen Providern“ und anderen. Ich frage mich jedoch: Welcher professionelle Interim Manager arbeitet denn in Gottes Namen mit unprofessionell agierenden Providern zusammen? Und zieht nicht sofort die Reißleine, wenn dies offenbar wird?

 

Zudem: Welcher „Vermittler“ ist heute noch interessiert daran, „schnell [zu sein] im Einsammeln von Kandidaten-Profilen“? Abgesehen davon, dass so ziemlich jeder Provider unverdrossen damit wirbt, alle die Menschen hinter allen Profilen „persönlich zu kennen“ und erst „nach einem persönlichen Interview“ aufzunehmen: Dieser Prozess harmoniert keinesfalls mit dem Adverb „schnell!

 

Allerdings muss ich einräumen, dass ich einer anderen Aussage zustimmen muss:

 

„… eine Rückmeldung zum konkreten Auswahl- und Besetzungsprozess bei Projekten aber nur auf Nachfrage erfolgt.“

 

Das ist wohl so. Das höre ich auch von vielen Interim Managern. Ich kann das nicht nachvollziehen – und obendrein fehlt mir dafür auch jedes Verständnis. Wie kann ich so mit meinen Kunden umspringen? Nun, vielleicht betrachte ich meine Interim Manager nicht als Kunden…

Mein Blick hinter ein paar Kennzahlen

 

Diesen expliziten Aussagen möchte ich – wieder ganz persönlich – drei Anmerkungen zur in der Pressemitteilung mitgelieferten Grafik machen:

 

(1) Nur 9% der Interim Manager wollen Transparenz hinsichtlich der Provisionshöhe. Ich folgere daraus, dass ein Miteinander auf „Augenhöhe“ (Interim Manager – Kunde – Provider)  in Honorarfragen nicht wichtig ist! Ich kann das kaum glauben, würde damit doch eine fundamentale Säule des Interim Managements verraten!

 

(2) Auf faire Wettbewerbsklauseln (also den fairen Umgang miteinander) legen offenbar über 90 Prozent der Interim Manager keinen Wert. Das übersteigt nun wirklich meine Vorstellungskraft! Wenn das wirklich so ist, dann habe ich seit 2003 am Markt vorbei gearbeitet! Und meinen informellen Ehrentitel „Fairster Provider Deutschlands“ kann ich in die Tonne treten.

 

(3) Und offenbar ist es diesen Interim Managern auch egal, wer ihnen beim Provider als Ansprechpartner zur Seite steht, der sie also kennt, und wie lange der Anbieter im Markt ist. Im Klartext: Es juckt nur 3%, ob sie ihren vertrieblichen Erfolg in die Hände von Anfängern oder jahrlange erfahrenden Profils legen. Ja, geht´s noch?

 

Ich habe – hier von Sylt aus – ein Mandat auf Anfrage des CEO eines Börsen-notierten Unternehmens besetzt. Glaubt tatsächlich irgendjemand in diesem Interim-Business, dass der CEO Jo Doe angesprochen hätte? Oder, dass Jo Doe in seinem Urlaub hätte sofort entscheiden können, weil der CEO (natürlich) wieder über den Tagessatz diskutierte – abgesehen davon, dass Jo Doe im Rahmen seines Work-Life-Balancing-Konzeptes im Urlaub sicher nicht zur Verfügung gestanden hätte?

 

Noch einmal, weil es wichtig ist: Jeder mag das anders sehen! Ich jedoch schließe aus all dem:

 

Provider und Interim Manager bilden eine reine Zweckgemeinschaft, innerhalb derer anscheinend auch noch unprofessionell miteinander umgegangen wird. Das Image der Provider scheint bei den Interim Managern absolut im Keller. Gibt´s da vielleicht eine Korrelation, die negativ auf  das Image der Interim Manager bei den Providern abfärben könnte?

 

Auf dieser Basis scheint mir diese Beziehung auf Dauer nicht tragfähig.

 

Wenn ich das alles aus der Distanz zu Ende denke, dann frage ich mich durchaus, weshalb Interim-Provider und Interim Manager dennoch in dieser Beziehung weiterleben – und sie nicht beenden?

 

Interim Manager könnten konsequenterweise die Geschäftsverbindung zu diesen „Underperformern“ von Providern kappen, statt hin und wieder ihre (mitunter oberflächlich zusammengenagelten) CVs zuzusenden – und dann zu erwarten, dass eine große Anzahl passender Anfragen auf sie herabregnet – zu hohen Tagessätzen selbstverständlich.

 

Und sich im analogen Vertrieb auf ihr eigenes Netzwerk und im digitalen Vertrieb auf Partner wie UNITEDINTERIM konzentrieren.

 

Ich rate davon ab!

 

Ich empfehle stattdessen beiden Seiten: Erhöht Euren Grad der Professionalisierung!

 

Denn ich bin zutiefst davon überzeugt:

 

Ohne Interim-Provider ist auch keine Lösung!

 

UNTERWEGS IN SACHEN INTERIM MANAGEMENT

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Stresa_2017In dieser Woche hat sich die Zahl der Interim-Provider, die bei UNITEDINTERIM nach Interim Managern für ihre Projekte suchen, auf 17 erhöht. Und eine Interim Managerin, deren Daten wir – nach einiger Arbeit in der Qualitätssicherung – am 18. Oktober bei UNITEDINTERIM freigeschaltet hatten, hat am 24. des gleichen Monats ihre erste Anfrage erhalten.

 

Nicht wirklich schlecht!

 

Die Zeit, die ich für meinen Blogeintrag Donnerstags verwende, ist für die Mitgliederversammlung des AIMP in Hamburg draufgegangen: Wir hatten halt viele Themen!

 

Satzungsänderung, weil MANATNET nicht mehr auf einen eigenen Pool zurückgreift – und andere AIMP-Provider auch nicht. Auch daran kann man die Tragweite des Geschäftsmodells von UNITEDINTERIM erkennen!

 

Wahlen: Dr. Andreas Suter und Bodo Blanke wurden wiedergewählt.

 

AIMP-Jahresforum 2018 – und die neue Website.

 

Den größten Raum nahm die neue Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) ein, die ihre harten Schlagschatten vorauswirft und im Mai des kommenden Jahres einführt sein muss. So ganz leise frage ich, weshalb wir diesen irren Aufwand zigmal machen – für zig dezentrale Pools…

 

Und zu guter Letzt: Das Hamburger Regionalforum des AIMP! Traditionell wieder im Anglo German Club an der Außenalster. Schön wie immer – und rappelvoll!

 

Aus Zeitmangel bleibt mein heutiger Blogeintrag deshalb vergleichsweise kurz. Es ist halt ein sehr arbeitsintensives Geschäft, dieses Interim Management. Besonders, wenn es wieder heißt:

 

Unterwegs in Sachen Interim Management!

 

ICH DENKE, DIESES MAL LOHNT DER AUFWAND!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Schloss_Ortenberg_Ortenau_2017Die Zeiten für Reden und Vorträge sind angebrochen! Ich könnte sie wieder überstreifen – die Missionarskutte aus den frühen MANATNET-Tagen:

 

„Herr Becker, Sie können das doch gut! Wollen Sie nicht einen Vortrag auf unserer Veranstaltung zum Thema „Digitales Interim-Business!“ halten?

 

Die Zeiten, in denen ich mich gebauchpinselt fühlte, sind lange vorbei. Stattdessen meldet sich mein Hirn regelmäßig mit der Quittungsfrage: „Lohnt das den Aufwand?“.

 

Hierbei denke ich nicht vorrangig an Reisekosten, Unterkunft und Opportunitätskosten – die allesamt so gut wie ausnahmslos damit einhergehen.

 

Mich beschäftigt vielmehr die Zeit davor. Die Zeit, die ich in den jeweiligen Vortrag, die jeweilige Rede investieren muss.

 

Bedauerlicherweise hat das Betreten von Neuland – und mit UNITEDINTERIM haben wir genau das getan – stets zur Folge, dass Du auf keinerlei Vorlagen (Neu-Deutsch: Templates) zurückgreifen kannst.

 

Wenn dann Deine unsägliche Qualitätsorientierung obendrein dazu führt, dass Du Dich genau an den Vorgaben der Veranstalter orientierst – dann begleitet Dich eine solche Rede schon gern einmal über eine komplette Woche – wenn auch, natürlich, nicht durchgängig. Ganz besonders, wenn Du Dir selbst ein Tabu auferlegt hast: „No Stock-Photos!“

 

Zahlreiche solcher Einladungen lehne ich deshalb ab.

 

Eine habe ich angenommen: Die Einladung zur Veranstaltung „DDIM REGIONAL // BAYERN“ für den kommenden Montag – unter der Überschrift:

 

„Algorithmus statt Beratung im Interim Management?“

 

Eine provozierende Überschrift, wie es sich gehört…

 

Ich werde nicht allein sein, was ich sehr schätze, weil ich auf unterschiedliche Sichtweisen bauen und damit eine turbulente Diskussionsrunde erwarten darf. Ich jedenfalls werde meinen Teil dazu beitragen.

 

Ich werde aus Berlin anreisen – nur für diese Rede.

 

Ich denke, dieses Mal lohnt der Aufwand!

 

SPEZIALISTENWISSEN IM INTERIM MANAGEMENT

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Antike_Uhr_Gengenbach_2017Da ist sie nun, die neue MANATNET-Site! Mehrfach bin ich an dieser Stelle darauf eingegangen, dass sich durch UNITEDINTERIM das Interim-Business spürbar verändert hat. Und da ich das selbst mit zu verantworten habe, darf ich nicht darüber lamentieren, dass ich reagieren muss!

 

Denn die Konsolidierung von drei Pools (butterflymanager, MANATNET und REM PLUS) und die gleichzeitige kostenlose (!) Öffnung dieses neuen, extrem qualitätsgesicherten Pools für jeden registrierten, professionellen Nutzer – sogar, Achtung!, für Provider: Das hat schon für Furore gesorgt.

 

Dass UNITEDINTERIM obendrein auf sämtliche Vermittlungsprovisionen verzichtet, hat dann ein kleines Erdbeben in der Szene verursacht. Vom „Totengräber“ für die Provider war sogar die Rede. Das alles hat sich beruhigt, weil UNITEDINTERIM sich als Partner, als Dienstleister der Provider sieht – nicht als Wettbewerber, denn UNITEDINTERIM ist kein Provider!

 

UNITEDINTERIM ist ein Dienstleister für alle am professionellen Interim-Geschäft beteiligten Parteien und schafft Mehrwerte für diese drei Parteien – vor allem auf der Kostenseite. Für viele Provider wird sich in letzter Konsequenz die Frage stellen: „Wozu brauche ich einen eigenen Pool, den ich verwalten muss – und sei’s auch nur ganz verschämt mir einer Halbtagskraft – wenn ich kostenlos auf den hochgradig qualitätsgesicherten Pool von UNITEDINTERIM zugreifen kann? Eigenes Projektgeschäft macht UNITEDINTERIM jedoch nicht!

Vom Pool zum Beratungs-zentrierten Ansatz

Dessen ungeachtet steht für mich jedoch völlig außer Frage, dass sich das Geschäft der Provider ab jetzt ändern wird [INTERIM-PROVIDER STEHEN MITTEN IN EINEM CHANGE-PROZESS]! Das Geschäft der Provider wird sich von einem „Pool-zentrierten“ Denken („Ich habe den größten!“) zu einem „Beratungs-zentrierten“-Denken („Ich verstehe meinen Kunden am besten!“) verschieben.

 

Ganz besonders gilt das für mein Unternehmen MANATNET! In dem Augenblick, in dem ich die Entscheidung traf, die MANATNET-Plattform in UNITEDINTERIM einzubringen, war klar, dass die MANATNET-Site nicht die gleiche bleiben konnte: Weil MANATNET nicht das gleiche Unternehmen bleiben konnte.

 

„Wenn ich´s genau betrachte, gebe ich das Wichtigste auf, das ich habe!“, so mein Fazit im Sparring unter vier Augen.

 

„Wenn ich´s genau betrachte, ist das ein Trugschluss!“, antwortete mein Gegenüber.

 

„Wie das?“

 

„Das wichtigste bist Du! Dein Knowhow, Deine Persönlichkeit! Eckig zwar, aber ausgesprochen Kunden-orientiert, offen und absolut zuverlässig! Und keineswegs die Datenbank! Das ist wie mit Deinen Fotos: Gib einem Amateur Deine Ausrüstung – und er wird immer noch lausige Bilder machen. Nimm Du eine alte Kodak Instamatic – und Deine Fotos werden dennoch gut sein!“

MANATNET – vom Marktplatz zur Berater-Site

 

Und so habe ich sie dann aufgesetzt, die neue MANATNET-Site – als Berater-Site. Als Site rund um den Interim Management-Berater Jürgen Becker:

 

Was kann der?

Warum kann der das?

Was bringt mir das?

Was kostet mich das?

 

Im Gegensatz zur alten Site, die auf Größe ausgerichtet war, ist die neue MANATNET-Site klein. Die Profile bei XING, LinkedIn, Twitter und Facebook wurden geändert – und die Videothek bei Youtube gelöscht! Ein massiver, ein fulminanter Change-Prozess, der, das gebe ich offen zu, mir keineswegs leicht gefallen ist!

 

Kein „Wat is‘n Interim Manager?“, kein Lexikon zu allen relevanten Begriffen aus der fremden Interim-Welt und auch kein Tagessatzrechner oder sonstige Werkzeuge, die wir während der Missionarsphase verwendet haben. Auf den Punkt gebracht. Die Site einer Edel-Boutique!

 

Ja, ich weiß: Es wird wieder Kritik hageln, weil ich auf einen Retainer bestehe! „Andere machen das doch auch kostenlos!“

 

Ja, das ist auch okay. Aber ich mach´s halt nicht!

 

MANATNET ist nicht länger ein Marktplatz, sondern (nennen wir´s mal so) eine hochspezialisierte Provider-Boutique, in der der Chef persönlich hinterm Tresen steht! Hier bekommt mein Kunde nur eins – mehr habe ich nicht und mehr verkaufe ich nicht:

 

Spezialistenwissen im Interim Management.

 

DISKRIMINIERUNG IM INTERIM MANAGEMENT!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Einheitsduft_mit_gruen_Stresa_2017Bekanntlich hat das Interim Management ja viele sehr schöne Komponenten (ja, ich weiß: auch ein paar nicht so schöne…). Unbestritten ist eine der besonders schönen Komponenten die ausgesprochen offene Kommunikationskultur zwischen den Interim Managern und uns.

 

Und oftmals regen die Informationen, die ich auf diesem Wege erhalte, schwer zum Nachdenken an. So auch in dieser Woche, als ich die gleiche Botschaft auf zwei unterschiedlichen Wegen erhalten habe: Einmal per Mail und ein weiteres Mal persönlich im Rahmen unserer Veranstaltung gemeinsam mit Assecon am Mittwoch in München.

 

Die Mail ging bei meinem Partner ein:

 

Hallo Herr Schönfeld, ja, bei UNITEDINTERIM bin ich von Anfang an dabei. … Ein großer Wurf übrigens, UNITEDINTERIM: meine Gratulation!

 

Inzwischen wird die Datenbank ja von einigen Providern genutzt und ich habe sogar meine Versicherung günstiger bekommen.

 

Ein wenig differenzierter sehe ich es aber als Neueinsteiger auch. Denn durch das Massenangebot wird es Neustartern – wie mir – nicht leichter gemacht, in den „Inner Circle“ der Provider zu kommen. Aus meiner Sicht wird lieber mal ein bekannter Manager in einem anderen Fachgebiet eingesetzt, als ein „Risiko“ mit einem neuen Gesicht einzugehen.

 

Was mir bleibt, ist, dass ich „meine Kunden“ so überzeuge, dass sie mich am liebsten nicht mehr weglassen möchten – und das versuche ich.

 

Viele Grüße, Interim Manager.

 

Und dann Mittwochabend, beim Get Together in München:

 

„Da sagt mir doch der Chef des Providers [den Namen verschweige ich aus Gründen der Diskretion], er habe zig-Tausend Interim Manager im Pool! Aber arbeiten würde er nur mit hundert, allenfalls 150! Da ist mir wirklich nichts mehr eingefallen….!“

Interim Management: Ein Buddy-Business?

 

Solche oder ähnliche Aussagen, die im Kern die Botschaft tragen, „Ich habe zwar einen großen Pool, aber Geschäfte mache ich nur mit meinen Buddies!“, begleiten mich, solange ich im Interim-Business tätig bin – und das sind inzwischen rund 15 Jahre.

 

 

Da wird dann auch gern einmal eine Zwiebel als Anschauungs-Objekt bemüht:

 

„Der innere, der Zwiebel Kern, das sind die Interim Manager, mit denen ich zusammenarbeite. Die daran anschließende Schale sind die Interim Manager, die ich anspreche, wenn der innere Kern nicht verfügbar ist. Der Rest, die Schale ganz außen: Mit der arbeite ich eigentlich gar nicht!“

 

Ich habe mich immer gewundert, dass Interim Manager so etwas akzeptieren. Ich hätte solchen Providern kurzerhand die Brocken vor die Füße geworfen!

 

Zudem ist eine solche Aussage, ein solches Vorgehen, eines Providers – zumindest aus zwei Perspektiven betrachtet – absurd.

 

Was mich inzwischen aber beunruhigt, ist, dass sie sich so hartnäckig hält. Und dass sie so unverfroren vis-a-vis der Interim Manager getroffen wird.

 

Betrachten wir die Aussage „Ich habe einen großen Interim Manager-Pool, aber ich arbeite nur mit wenigen Auserwählten“ aus diesen beiden Perspektiven:

 

Kundensicht: Noch heute brüstet sich so gut wie jeder Interim-Provider mit der Größe seines Pools. Nicht die Qualität, nicht die Aktualität und auch nicht die Breite oder Tiefe des Angebotes sind wichtig. Nein: Wie ein Relikt aus den Zeiten des Wirtschaftswunders klingt´s hernieden: Groß ist gut!

 

Und es wird unterstellt, dass die Kunden auch so denken: Der Provider hat einen großen Pool – das muss also ein guter sein: Anderenfalls würden sich nicht so viele Jünger um ihn scharen! Zwar habe ich das stets bezweifelt, doch muss ich inzwischen kleinlaut einräumen: Das ist offenbar in vielen Fällen so!

 

Diesen für sie günstigen Reflex im Hirn des Kunden („groß = gut!“) nehmen solche Provider gern entgegen – und vorenthalten dann dem Kunden genau diesen großen Pool zugunsten eines Mikro-Pools von ein paar Buddies. Ja, ich weiß, jetzt folgt die Litanei: „Die kenne ich, da weiß ich, dass die das können. Ich kann kein Risiko eingehen, dass…“!

 

Merke: Irgendwann hast Du mit jedem Deiner Buddies zum ersten Mal gearbeitet….!

 

Interim Manager-Sicht: Aus ungezählten „Bewerbungen“, Gesprächen und Qualitätssicherungs-Prozessen weiß ich, dass doch ein gehöriger Anteil der Interim Manager darauf baut, dass Interim-Provider Mandate bringen. Also Vertrieb macht für sie.

 

Nicht weiter verwunderlich, ist das doch letztlich die Königsdisziplin der Provider.

Fatalismus unter den Interim Managern?

 

Ich wundere mich deshalb sehr, dass es offenbar zahlreiche Interim Manager gibt, die auf Provider im Vertrieb setzen – denen es dann aber nichts ausmacht, in der Außenrinde hängen zu bleiben und somit von Beginn an in der zweiten oder dritten Reihe Platz zu nehmen. Und auf Brosamen zu warten.

 

Steckt tatsächlich die fatalistische Einstellung dahinter: „Besser als gar nicht in der Zwiebel ist es allemal!“?

 

Es verblüfft mich immer wieder, dass es dagegen so wenig Widerstand gibt!

 

Weshalb? Aus Angst davor, auf einer Art „schwarzen Liste“ bei diesen Providern zu landen? Was ist das für eine Angst, wenn man ohnehin hinten anstehen muss?

 

Warum stehen die Interim Manager nicht auf und bestehen darauf, dass jeder Kunde jedes Profil sieht, das auf die Anfrage passt (sofern die jeweilige Verfügbarkeit gegeben ist) – wie dies bei MANATNET stets der Fall war und nun ebenso selbstverständlich bei UNITEDINTERIM der Fall ist?

 

Ja ich weiß: „So viele Profile kann ich meinem Kunden nicht präsentieren. Das ist zunächst administrativ zu viel und würde zudem meinen Kunden nur verwirren. Ich muss da schon eine kleine Vorauswahl liefern. Das ist nebenbei auch einer der Mehrwerte, den Provider schaffen!“

 

Mit Verlaub: Das ist Blödsinn!

 

Sicher bin ich deshalb wieder weitgehend allein, wenn sich in meinem seltsamen Hirn ein Begriff bildet:

 

Diskriminierung im Interim Management!

 

IM INTERIM-BUSINESS STIRBT DAS PROVISIONSMODELL!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Stresa_Lago_Maggiore_2017Der weitaus größte Teil der Interim-Mandate kommt in Deutschland direkt zwischen den Interim Managern und Interim Managerinnen sowie den nachfragenden Unternehmen zustande (in UK ist das offenbar anders!). Manche Marktteilnehmer sprechen von zwei Dritteln, andere von drei Vierteln des Marktes – einige wenige sind sich sicher, dass dieser Anteil sogar über 80 Prozent des gesamten Marktvolumens ausmacht.

 

Bemerkenswerter Weise habe ich noch niemanden getroffen der gesagt hätte, „Das ist deutlich weniger!“ und verblüffender Weise hat sich diese Struktur in den 15 Jahren, in denen ich das Interim Geschäft überblicken kann, überhaupt nicht verändert.

Das ist schon sehr erstaunlich!

 

Und das ist durchaus ganz anders als wir das im AIMP erwartet haben.

 

Warum also machen wir ein solches Geschiss um die Provider?

 

Meine Leser mögen mich nicht falsch verstehen: Ich betreibe seit Jahren mit MANATNET einen etablierten Provider – sicher keinen „führenden“ (davon gibt´s eh genug!) aber sicher einen der effizientesten! – und ich werde das auch weiterhin tun! Ergänzend zu UNITEDINTERIM.

 

Es geht hier also in keiner Weise darum, die Arbeit der Interim-Provider herabzusetzen: Ganz im Gegenteil! Ich schätze die Arbeit meiner AIMP-Kollegen sehr und, ja, am einen oder anderen orientiere ich mich durchaus ein wenig.

 

Aber wir müssen doch mal den Mut haben, folgende Frage zu stellen: „Wenn wir alle als Provider so toll sind, lauter persönlich interviewte Spitzen-Leute im Pool haben und obendrein weitere, an der Qualität orientierte Mehrwerte anbieten: Weshalb rennen uns die Unternehmen dann nicht die Bude ein?!“

 

Ich habe diese Frage vor nicht allzu langer Zeit in einem illustren, fachkundigen Kreis von Markt-Teilnehmern gestellt – und betretenes Schweigen geerntet…

 

Deshalb möchte jetzt eine kesse Behauptungen aufstellen – in bester Tradition als „Minister der Finsternis“ und im tiefen Bewusstsein, dass diese meine Sicht durchaus nicht jeder teilen muss. Das ist, wie stets, vollkommen in Ordnung so!

Die Struktur des Interim-Geschäfts ändert sich auch in Zukunft nicht!

 

Die Struktur des Interim-Geschäftes hat sich in den vergangenen 15 Jahren nicht geändert: Und sie wird sich auch in den kommenden Jahren nicht ändern.

 

Weshalb glaube ich das?

 

  1. Geschäftsmodell unverändert: Wenn wir ganz ehrlich sind, dann machen Interim-Provider ihr Geschäft seit fast zwanzig Jahren in praktisch unveränderter Form. Sicher hat die durch Frau Nahles angestoßene Diskussion über Scheinselbständigkeit einiges aufgerüttelt: Aber die Auswirkungen auf das Geschäft der Provider beschränken sich auf (Sozialversicherungs-) rechtliche Dinge. Ansonsten bleibt im Kern alles beim Alten.

 

  1. Verkaufsargumente unverändert: Selbst die Argumente, die für die Zusammenarbeit mit einem Provider werben, sind seit fast 15 Jahren dieselben! Ich habe mal die Prospekte aus dem Jahr 2002 rausgebuddelt, die wir im Rahmen der Marktforschung vor der Gründung von MANATNET beschafft hatten – von Unternehmen, die´s zum Teil gar nicht mehr gibt wie z. B. TMP oder Signium!

 

Bereits damals las man: „Wir kennen alle unsere Interim Manager persönlich“, „Handverlesene Kandidaten“ und nicht zu vergessen: „Wir machen Shadow-Management“: Damals in aller Munde – inzwischen sang und klanglos untergegangen.

 

  1. Preise zu hoch: Ich weiß, das möchte keiner meiner Kollegen hören. Aber, wenn die Provider ihren Anteil von sagen wir einem Drittel auf zwei Drittel erhöhen möchten, dann werden sie an diesem Thema nicht vorbei kommen!

 

Sicher wird es den einen oder anderen Interim Manager geben, der sich beim Tagessatz vom Provider spürbar drücken lässt. Aber das ist aus meiner Sicht die Ausnahme. Typischer ist die Aussage der Interim Manager: „Ich erwarte einen Tagessatz von X – und was der Provider verdienen will, muss er halt aufschlagen. Und dieser Aufschlag – wir sprechen hier von 25 bis durchaus über 40 Prozent! – ist den Kunden oftmals zu viel!

 

Dieser Aufschlag zementiert zudem die Kunden-Einschätzung „Etwa ein Drittel der Unternehmen halten Interim Management für zu teuer“, die uns seit Anbeginn der AIMP-Providerumfrage (Chart 10) begleitet, und uns – davon bin ich fest überzeugt – nennenswertes Geschäftsvolumen kostet.

Interim-Provider: Unterschätzt die Kunden nicht!

 

Wie vor 15 Jahren höre ich: „Die Unternehmen kennen sich im Interim Management nicht aus!“ oder „Den falschen Interim Manager auszuwählen, wäre fatal: Deshalb gibt es uns Provider!“ und „Der Kunde weiß oftmals nicht, was er will: Wir helfen ihm, zu erkennen, was er wirklich braucht!“

 

Ich halte dagegen: Unterschätzen wir unsere Kunden nicht!

 

Sicherlich gibt es den einen oder anderen Kunden, dessen Pulsschlag sich dramatisch erhöht bei der Milchmädchen-Rechnung „Tagessatz des Interim Managers mal 220 Tage minus eigenes Gehalt per annum ….!

 

Zur Seite gesellt sich joch die Erkenntnis, dass Unternehmen die Kosten für die Personalbeschaffung genau im Auge haben: Für eine Festanstellung und ganz sicher auch für eine interimistische Lösung! Und wenn wir festhalten, dass für die Zeiten fetter 33 %-Honorare auch bei den Headhuntern längst die Götterdämmerung angebrochen ist, dann dürfen wir uns nicht wundern, dass Unternehmen für einen Interim Manager (also einen Kandidaten, der per Definitionem eben nicht im Unternehmen bleiben wird!) idealerweise noch weniger ausgeben wollen.

 

Noch einmal: Es geht mir nicht um den Tagessatz des Interim Managers, sondern es geht mir um den Aufschlag des Providers auf den Tagessatz, den der Kunde dann bezahlen muss.

 

Nun versuchen wir Provider verzweifelt, diesen Aufschlag zu rechtfertigen: Vor allem mit der Qualität unserer Arbeit und damit, dass wir alle unsere Kandidaten kennen –und folglich dem Kunden die beste Lösung empfehlen können.

 

Damit laufen wir genau dann vor eine Wand, wenn der Kunde genau das nicht möchte: „Wer oder was für uns richtig ist, dass wissen wir ohnehin am besten! Wir brauchen möglichst schnell eine sinnvolle Vorauswahl unter allen passenden und verfügbaren Kandidaten am Markt – aber alles weitere machen wir selbst: Wofür haben wir diese ganzen Mitarbeiter in HR…?!)“.

 

Ich fürchte, es wird mehr und mehr zum Selbstverständnis der Kunden gehören, das so zu sehen! Ob Festanstellung, Zeitarbeit, befristeter Verträge oder Interim Management: Letztlich ist sind das alles nur Facetten der Personalbeschaffung eines Unternehmens!

 

Deshalb glaube ich, dass die Interim-Provider mitten in einem Change-Prozess stehen! Ich bin an dieser Stelle bereits darauf eingegangen.

 

Deshalb glaube ich, dass Kunden Interim Manager schnell und unkompliziert selbst finden möchten – und das auf modernem Weg. Exakt dafür haben wir UNITEDINTERIM aufgebaut.

 

Und ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Interim-Provider sich sehr viel stärker zum Berater ihrer Kunden entwickeln müssen. Denn – Achtung! – das Geschäftsmodell, Angebot und Nachfrage in einem intransparenten Markt zusammenzubringen, funktioniert nicht mehr, weil der Markt durch Anbieter wie z. B. UNITEDINTERIM nicht länger intransparent ist.

 

Mehrwert-schaffende Beratung schätzen alle Kunden – und folglich tun sie sich leichter, diese Arbeit zu honorieren. Dieses Entgelt für den Provider wird mit der Besetzung durch einen Interim Manager oder eine Interim Managerin aus dem eigenen (!) Pool nichts mehr zu tun haben – und sich damit vollständig vom traditionellen Provisionsmodell abkoppeln.

 

Ja, ich weiß: Viele Provider tun sich schwer mit dieser Vorstellung – und auch erstaunlich viele Interim Manager.

 

Dennoch bin ich mir so sicher, wie ich in heutigen Zeiten sicher sein kann:

 

Im Interim-Business stirbt das Provisionsmodell!

 

WETTSTREIT DER INTERIM-BLOGS!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Westerland_Sylt_2017Ab jetzt ist mein Blog akut gefährdet!

 

Wir erinnern uns: War das schön – bisher! Kein wirklicher Versuch, meinem Blog Paroli zu bieten. Über Jahre nicht!

 

Okay, Du musstest zwar jeden Freitag schreiben …

 

Okay, Du musstest zwar selbst Fotos machen …

 

Okay, Du musstest zwar konsequent an sprechende URLs und ebensolche Titel für Deine Bilder denken – und anderen, eben nur scheinbar nebensächlichen Kram wie z. B. H2-Überschriften.

 

Aber dafür lieben nicht nur Deine Leser (für die ich noch immer vorrangig schreibe!) Dein Blog – sondern zusätzlich auch Google!

 

Und wenn man nun, nach all den Jahren, Interim Management Blog als Suchbegriff bei Google eingibt, dann folgt mein Blog halt an Position 1 des organischen Rankings!

 

Und das ist schon ziemlich cool!

 

Milde habe ich bisher darüber gelächelt, dass sich Wettbewerber in einem heroischen Kampf teuer bezahlte Anzeigen-Sniplets oberhalb des MANATNET-Blogs erkaufen mussten. Beim Suchbegriff „Blog“, wohlgemerkt – aber „Interim“ ist halt auch darin enthalten – und darauf fahren ja die allermeisten ab….

 

Meine treuen Leser wissen zudem, dass das Fotografieren eine überragende Bedeutung in meinem Leben innehat – ja, sogar nur um Haaresbreite nicht zum Beruf geworden ist: Was wäre der Interim-Szene alles erspart geblieben!

 

Und so wird, wenn Sie mit dem gleichen Suchbegriff Interim Management Blog arbeiten, die Suche jedoch auf „Bilder“ eingrenzen, Ihr Bildschirm beinahe zur ganz persönlichen Internet-Galerie von Jürgen Becker.

Das Wissen von Hundertschaften von Interim Managern

 

Leider gehört meine kuschelig-heimelige Komfortzone ab jetzt der Vergangenheit an – denn erstmals ist ein Blog da, dem ich mich womöglich geschlagen geben muss!

 

Denn ab jetzt können Hundertschaften von tollen Interim Managern für das UNITEDINTERIM-Blog schreiben – und gegen Hundertschaften von hellen Köpfen wird sich auch das Becker-Brain schwertun!

 

Ja, ich weiß! Selbst schuld! Ich hab´s mir ja selbst eingebrockt! Das ist dann schon die hohe Schule: Den Interim Managern eine eigene Blog-Plattform bei UNITEDINTERIM zur Verfügung stellen – und das auch noch kostenlos….

 

Interim Manager aus so gut wie allen Branchen und für tatsächlich alle Linienfunktionen werden ihr geballtes Wissen in die Waagschale werfen. Gut ist das, sehr gut sogar für die Interim Manager – und ebenso für den Markt.

 

Aber halt nicht ganz so gut für mich!

 

Nun gut, denn! Nehmen wir ihn also an: Den

 

Wettstreit der Interim-Blogs!