LASS SIE SINGEN, DIE CHÖRE!

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Buddha_Altstadt_Antikmarkt_Gengenbach_2019Ich gelte sicher nicht als zimperlich – vielmehr als ein Freund des offenen Wortes: in beide Richtungen…

 

Ich gelte sicher nicht als rosarot bebrillter Meister des Selbstbetrugs, sondern lasse mich eher auf dem anderen Ende der Skala einordnen. Ich bin kritisch, besonders gegenüber dem so genannten „Mainstream“, und ich spreche aus, was ich denke – was nicht jeder mag.

 

Muss er auch nicht!

 

So betrachtet habe ich mir meinen Titel „Minister der Finsternis“ – noch aus AIMP-Zeiten! – wohl eher hart erarbeitet.

 

Ich habe auch nie behauptet, dass die Digitalisierung alles andere ausradieren würde, was es bisher gab auf Erden. Auch nicht im Interim Management!

 

Ich habe nie behauptet, dass persönliche Netzwerke wertlos sowie Sozietäten untergehen und Provider heimtückisch hingemeuchelt werden würden.

 

Aber ich habe stets gesagt, dass da etwas mit einer brachialen Wucht auf uns zu- und hinzu-(!) käme – und dass es daher eine möglicherweise brillante Idee sei, sich damit zumindest einmal auseinanderzusetzen.

 

Und genau deshalb habe ich stets gesagt, dass diese Digitalisierung ruppige Auswirkungen haben würde – in unserem Interim-Business vor allem auf persönliche Netzwerke, Sozietäten und Provider. Nicht jedoch würde ich deren simultane Verpuffung erwarten!

 

Genug nun der Konjunktive aufgrund indirekter Rede – und weiter im Klartext:

 

Wer sich der Digitalisierung verschließt, wird dann halt nicht davon profitieren können. Aus meiner Sicht ist das eine bemitleidenswert schlichte Logik – nicht jedoch Nobelpreis-verdächtige „Rocket-Science“.

Bemerkenswerte Beharrungskräfte im Interim-Business

 

Dennoch und verblüffender Weise ist – IMHO – festzuhalten, dass die Beharrungskräfte in Deutschland überragend stark ausgeprägt zu sein scheinen! Und – erschütternd für mich persönlich – gilt dies ganz besonders (man möge mich steinigen!) für die Welt des Interim Managements.

 

Unter der lodernden Fackel des „People Business“ intonieren in einer Endlosschleife – dabei in Stimme und Gemeinschaft gewaltig – Chöre die Ode „Überall, aber niemals im Interim Management!“ mit dem dualen Refrain „Wir sind was Besonderes!“ und „Wir vom C-Level sind unter den Besonderen noch mal was ganz Besonderes!“ – aus dem Opus „Brauche mer net!“.

 

Jesses!

 

Zur weiteren Erbauung verweise ich gern auf meinen Blogeintrag vom 31. Mai: „Ein schriller Weckruf – auch für Interim Manager!

 

Ich habe mich inzwischen damit abgefunden, versuche längst nicht mehr, gegen diese Chöre anzusingen – und widme mich stattdessen den Andersdenkenden am Puls der Zeit: Die gibt es ja!

 

Alles Okay also für mich.

 

Ich beobachte jedoch, dass die kritischen Stimmen aus der Welt der Einzelkämpfer-Unternehmer zur gesamten Gemengelage zunehmen.

 

Und das überdeutlich:

 

Ja, ich bin tatsächlich auch ein wenig bestürzt, wie wenig Wissen diesen Menschen im Wege steht, wie teilweise gleichermaßen dumm, unverantwortlich und kurzsichtig, teils geradezu bösartig und ignorant da hantiert wird. Sind wir noch zu retten?

 

Jedenfalls nicht von diesem Personal…

 

Vielleicht ist genau das unsere Chance, dass wir die Zeichen erkennen und konsequent danach handeln.

 

Ups…!

 

Ich denke durchaus, dass wir noch zu retten sind! Aber es wird ein krachend harter Parcours – und nicht wenige werden aus der Kurve fliegen. Darüber habe ich inzwischen keinerlei Zweifel mehr!

 

Diese Fliehkräfte werden jene Menschen zwangsläufig und auf absehbare Zeit spüren – wenn sie sie nicht sogar bereits jetzt schon wahrnehmen. Wenn auch vielleicht noch un- oder unterbewusst.

Die virale Kraft eines Tweets

Sibylle Hanss hat am Mittwoch dieser Woche gegen 10.30 Uhr Ihren Blogbeitrag bei UNITEDINTERIM veröffentlicht mit dem Titel:

 

Reicht Facelifting? B2B-Vertrieb zwischen „simplify“ und digital überdimensioniert.

 

Etwa zeitgleich wurde der Link auf diesen Blogbeitrag im Twitter-Account von UNITEDINTERIM geteilt. Keine 24 Stunden später bringt die digitale Zeitung https://paper.li/ ihren Blogbeitrag – in direktem Zusammenhang mit dem Thema „Künstliche Intelligenz im Vertrieb:

 

 

Es verwundert niemanden, dass nach 24 Stunden die Zugriffe auf den Beitrag von Frau Hanss zu den höchsten gehören, die wir je gemessen haben.

 

Ich bleibe also dabei:

 

Lass sie singen, die Chöre!

 

SIE VERÄNDERN DAS INTERIM-BUSINESS IN SEINEM INNERSTEN

Inte-rim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Puppenspielerin_Vogtsbauernhof_Schiltach_2018Offensichtlich habe ich einen Nerv getroffen.

 

„Ein typischer Becker wieder“, schrieb der Interim Manager, „das ganze Pool-Gedöns mal in Frage zu stellen. Wir müssen festhalten: Die gesamte heute tätige Interim Manager-Generation ist in der ,Jeder hat seinen eigenen tollen Pool‘-Welt konditioniert worden. So ziemlich alle meine Kollegen fluchen zwar über den damit verbundenen administrativen Wahnsinn, aber keiner von uns hat je das Grundkonzept in Frage gestellt. Verblüffender Weise, denn ist nicht genau das der Kern unserer Dienstleistung – auf den wir alle so stolz sind? Eigentlich sollten wir Interim Manager uns schämen…!“

 

Was war passiert?

 

Vor genau 21 Tagen habe ich das Video „Im Interim-Business ist der eigene Pool kein Wettbewerbsvorteil mehr!“ in den YouTube-Kanal von UNITEDINTERIM hochgeladen. Dieses Video ist das mit Abstand am meisten aufgerufene Video des noch jungen Kanals. Die drei anderen Videos bringen gemeinsam nicht so viel auf die Waage!

 

Das Feedback, das hier ankam war – wie stets – breit gefächert und reichte an seinen Extremen vom „Völliger Blödsinn: Wir gehen weiter unseren eigenen Weg!“ bis hin zu „Brillante Idee: Das wird das Interim-Business in seinem Innersten verändern!“

 

Diese Bandbreite zwischen „Mist“ und „Super“, zwischen „schwarz“ und „weiß“, ist typisch, wenn Menschen mit wirklich neuem Denken konfrontiert werden.

Der eigene Interim Manager-Pool hat an Glanz verloren

 

Heute möchte ich einen weiteren Mosaikstein aus der Interim-Praxis mit meinen Lesern teilen, der untermauert, wie weit der eigene Pool der Provider inzwischen an Glanz verloren hat:

 

Die Ausschreibungen von Providern, Unternehmens- und Personalberatern [nicht zufällig drei der vier Kernzielgruppen von UNITEDINTERIM] in den vier einschlägigen Gruppen bei XING: (1) Flexible Arbeit/Interim Management, (2) Interim Management | Interim Project Management, (3) Interim Manager und (4) Executive Interim Network.

 

Ich analysiere seit Anfang des Jahres das Geschehen in diesen vier Gruppen. Sehr mühsam, aber sehr aufschlussreich. Hier sind die Ergebnisse für den März (Stand 29. 3., 12.00h):

 

Anzahl der ausschreibenden Unternehmen: 32

Anzahl der ausgeschriebenen Projekte: 163

 

Also richtig satt!

 

Bevor jetzt irgendjemand einwirft: „Das sind doch alles keine richtigen Interim-Projekte…!“

 

Doch, das sind sie sehr wohl. Sicher: Auch Kurzläufer sind darunter. Keine CEO/Restrukturierer-Mandate, sondern ganz normale Aufgaben, wie sie bei ganz normalen Unternehmen eben heutzutage anfallen: z. B. Finanzer, Personaler, Einkäufer, Logistiker und IT-Leute.

Interim-Projekte im Volumen von rund 1,2 Mio. Euro

 

Machen Sie mal folgende, ausgesprochen vorsichtige Rechnung auf: Nehmen Sie einen durchschnittlichen Tagessatz von 800 Euro an, eine durchschnittliche Laufzeit von (nur) 3 Monaten bei durchschnittlich 4 Arbeitstagen in der Woche und schließlich eine Lead-to-Deal-Quote von 6: 1.

 

Dann kommen Sie auf ein Projektgeschäft von satt 1,2 Mio. Euro. In nur einem Monat!

 

Aus meiner Sicht sind hier zwei Dinge bemerkenswert:

 

(1) Für 32 Unternehmen war der eigene Pool offenbar nicht ausreichend, um die jeweiligen Projekte besetzen zu können – anderenfalls hätten sie diese Projekte bei XING nicht ausgeschrieben. Daran ist rein nichts Ehrenrühriges – selbst wenn ein Drittel aus namhaften Providern besteht mit dem üblichen „Wir haben einen riesigen, aber handverlesenen Pool!“-Abziehbild auf der Homepage.

 

(2) Ich spreche von Ausschreibungen – ausnahmslos: In wie weit diese 32 Unternehmen zusätzlich in den Untiefen von XING recherchiert haben, kann ich nicht sagen, weil ich das naturgemäß nicht sehen kann. Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass die Unternehmen sich bei XING inzwischen auf Ausschreibungen verlegt haben, weil das wesentlich einfacher ist.

 

Dies zeigt eine Facette des modernen Interim-Geschäftes, die noch gern unter den Tisch gekehrt wird – an der dennoch kein Weg vorbeiführt:

 

Interim-Provider beschaffen schon heute Interim ManagerInnen „Just in Time“. In dem Moment, wo die Anfrage kommt, wird der Suchprozess gestartet – über den eigenen Pool hinaus. Und erst dann erfolgt die Qualitätssicherung – und nicht umgekehrt, wie´s die historisch reine Provider-Lehre gebietet.

 

Was auch leicht nachvollziehbar ist: Interim Manager sind aktuell gut ausgelastet und gute Interim Manager, die nicht im Projekt gebunden sind, sind heute schwerer zu finden. Und jeder Provider, der ehrlich ist, wird zugeben, dass es mehr Interim Manager außerhalb des eigenen Pools gibt – als innerhalb.

 

Folglich sucht man auch außerhalb des eigenen Pools, in der Hoffnung, fündig zu werden. (Und die Frage darf erlaubt sein, weil lange sich dieses „auch“ noch halten wird…)

 

Dann – und erst dann – erfolgt die Qualitätssicherung im Einzelfall! Auf gut Deutsch, das Prüfen, ob die Unterlagen dem jeweiligen Kunden präsentiert werden können. Was dann durchaus zu einer umfangreichen Aufgabe werden kann – und aus meiner Sicht dem klassischen Bewerbungsprozess (für Festanstellungen) recht nahekommt.

 

Wie gut, wenn dann ein zentraler Pool die Qualitätssicherung – im modernen Jargon „Kuratierung von Content“ – bereits erledigt hat. Nachweislich und professionellen Provider-Ansprüchen genügend: „Alle Profile, die ich bisher über UNITEDINTERIM erhalten habe, waren top.“ (Florian Goeser, Geschäftsführer REM PLUS GmbH)

 

So gesehen trifft das oben genannte Feedback wohl den Kern:

 

Sie verändern das Interim-Business in seinem Innersten.

 

DIE DIGITALE HR KOMMT IM MAINSTREAM AN

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Grafitto_Dresdent_2016Ich denke, Verbände haben nach wie vor ein paar wichtige Aufgaben. Hierzu gehört, dass sie die Meinungen und Einschätzungen der Mitglieder sammeln, bündeln und dann kommunizieren.

 

Vor ein paar Tagen ist mir eine achtseitige Arbeit des BPM (Bundesverband der Personalmanager) auf den Tisch geflattert:

 

Die 10 HR Trends 2019

Worauf sich Personalmanager/innen jetzt einstellen sollten

 

Diese acht Seiten sind weitere Nahrung für meine Einschätzung: In der Welt der Personaler bleibt praktisch kein Stein auf dem anderen.

 

Und, Becker?

 

Was hat das mit dem Interim-Business zu tun?

 

Jede Menge!

 

Ja, ich weiß: Viele Marktteilnehmer sehen das anders!

 

Ich denke jedoch nach wie vor, dass folgendes nicht zusammenpasst: Wenn einerseits gebetsmühlenartig kommuniziert wird, dass das Interim-Business ständig wachse und weiter wachsen werde, weil es „normal“ und durchaus nicht mehr „exotisch“ für die meisten Unternehmen sei.

 

Jedoch auf der anderen Seite unverdrossen behauptet wird: „Interim Management ist Chefsache!“

 

Ich habe das nie geglaubt und ich glaube es auch fürderhin nicht: Dies wäre ein völlig atypisches Verhaltensmuster in (deutschen) Unternehmen, weil es die erste Ebene mit „Standard-Aufgaben“ beschäftigen würde.

 

Mal ehrlich: Wer will das ernsthaft annehmen?

 

Ja, ich weiß, es gibt Projekte im Unternehmen, die sind dann doch Chefsache – und auch mit Recht. Aber das sind dann außergewöhnliche Situation im Unternehmen, die außergewöhnliche Maßnahmen erfordern! Und für Außergewöhnliches ist dann eben das Top-Management zuständig: Wer bitte sonst?

 

Aber wir sprechen von Situationen außerhalb des Gewöhnlichen!

Interim Management – nur eine Option der Personalbeschaffung

 

Grundsätzlich habe ich Interim Management stets als eine von mehreren Optionen im Rahmen der Personalbeschaffung der Unternehmen gesehen. Und weil das so ist, bin ich davon überzeugt, dass Interim ManagerInnen von Entwicklungen im Personalmanagement der Unternehmen betroffen sind.

 

Wer das nicht so sieht, muss ab hier nicht mehr weiterlesen!

 

Von den 10 HR Trends, die der BPM beschreibt, betreffen 3 die Interim Manager unmittelbar:

 

(1) „HR agiert in Deutschland endgültig auf einem Bewerbermarkt. Die Gewinnung von Fachkräften wird 2019 zur Kernherausforderung:

 

Nun wird vermutlich so gut wie jeder Interim Manager und jede Interim Managerin antworten: „Nicht unser Ding: Wir haben uns ohnehin nie „beworben“ bei unseren Kunden.“

 

Das ist richtig! Dennoch wird dann übersehen, dass sich die Personalbeschaffung aus Sicht der Unternehmen von einem „Push-Prozess“ (Bewerbungen müssen gesichtet werden – aus welcher Quelle auch immer) hin zu einem „Pull-Prozess“ verändert hat: Die Unternehmen müssen sich die potentiellen Bewerbungen, vulgo Mitarbeiter, holen.

 

Also suchen. Und wenn andere suchen, müssen Sie dafür sorgen, dass Sie gefunden werden: So einfach ist das!

 

Wie auch immer! Glauben Sie mir: Wenn´s richtig eng wird, dann gehen die Unternehmen jeden denkbaren Weg, um ans Ziel zu kommen! Jeder, der 1999/2000 in der IT-Welt Leute beschaffen musste, weiß das! Da saß dann durchaus auch mal ein Vermittler aus Pakistan an meinem Tisch bei Accenture….

 

Diese Wege zum Ziel werden selbstverständlich auch weiterhin in der analogen Welt zu finden sein (z. B. Mitarbeiter erhalten Prämien, wenn sie einen neuen Mitarbeiter bringen; seinerzeit 5.000 DM) – wenn auch mit abnehmenden Anteilen. Zusätzliche und attraktive Wege führen aber zwingend in die digitale Welt!

 

Weshalb? Die analogen Wiesen sind weitgehend abgegrast – und: Es geht digital halt viel schneller! Selbst ein schnelles „Hier ist niemand, wie ich ihn suche!“ ist so derart viel besser als die gleiche Information erst in vier Wochen!

 

Dieses „Suchen auf allen denkbaren Wegen“ zwingt professionelle Interim Manager (nicht die Amateure!) jedoch dazu, auf eben allen (!) denkbaren Wegen ihren Kunden entgegenzugehen, wenn sie in der ersten Liga weiterhin mitspielen wollen.

 

Wie sonst wollen Sie beide sich zum Handschlag treffen? Das Vertrauen allein ins eigene Netzwerk reicht hier sicher nicht mehr aus – so sicher, wie ich das hier schreibe!

 

Und da aus meiner ganz persönlichen Sicht der durchaus deutlich überwiegende Teil der Interim ManagerInnen in der analogen Welt stark, jedoch in der digitalen Welt schwach ist, muss er (der Teil!) hier massiv aufrüsten.

 

Ich empfehle ein schlichtes Benchmarking – orientiert an den Thorsten Solls, Eckart Hilgenstocks und Judith Geißs dieser Welt. (Ich kenne noch einige Interim Manager, die hier herausragen, aber keineswegs viele!) Und dann, im Anschluss an dieses Benchmarking, die selbstkritische Frage: „Bin ich gleich gut oder nicht?“ Und wenn nicht: „Auf welcher Basis nehme ich an, mit so viel weniger in Zunft erfolgreich sein zu können?“

Persönliche Kompetenzen immer wichtiger

 

(2) Neu ist, dass soziale und persönliche Kompetenzen wie Veränderungsbereitschaft und Orientierungswissen als Zukunftskompetenzen immer wichtiger werden.

 

Der BPM schreibt, dass die Personalchefs die Veränderungsbereitschaft unter den eigenen Mitarbeitern nur als sehr gering ausgeprägt ansehen.

 

Und: So leid es mir tut: Beim Begriff „Veränderungsbereitschaft“ – ich bitte um Nachsicht! – denke ich auch nicht zu allererst an Interim ManagerInnen!

 

Welch ein Potential für Geschäft liegt hier für die Interim ManagerInnen – allein durch eine andere Einstellung!

 

Unabhängig davon und grundsätzlich werden laut BMP „soziale und persönliche Kompetenzen“ immer wichtiger.

 

Wenn wir (durchaus mit Recht) unterstellen, dass die fachlichen Kompetenzen ausreichend belastbar durch CV und sonstige Unterlagen der Interim ManagerInnen nachgewiesen werden: Wie erfolgt dann konkret der Nachweis der sozialen und persönlichen Kompetenzen?

 

Noch mal Hand aufs Herz: Glaubt wirklich jemand, dass Unternehmen im Rahmen jeder einzelnen Festanstellung auf ausgetüftelte Prozesse einschließlich Diagnostic Tools setzen – im Interim Management jedoch auf die Einschätzung eines Providers vertrauen: „Ich kenne die alle persönlich!“?

 

Und so schreibt der BPM gleich zu Beginn:

 

„Was für viele Personalmanager/innen bisher eher als Zukunftsvision schien, wird im neuen Jahr immer stärker zum Mainstream: HR-Prozesse werden automatisiert, Bots beantworten gängige Fragen, künstliche Intelligenz unterstützt dabei, Bewerber/innen auf die richtige Position zu bringen oder Entwicklungspotenziale aufzuzeigen. Der Einsatz von KI verspricht Effizienzgewinne, von denen Mitarbeiter/innen und Unternehmen gleichermaßen profitieren. „KI kann Geschwindigkeit und Flexibilität bringen, Qualitäten verbessern, Kosten senken und sowohl den Match zwischen Bewerber und Unternehmen sowie auch die Personalentwicklung deutlich optimieren.“, kommentiert Thomas Belker, BPM-Vizepräsident und Vorstandsmitglied der Talanx Service AG.“

 

Sicher: Künstliche Intelligenz wenden wir derzeit noch nicht an bei UNITEDINTERIM. Wir setzen im Augenblick noch auf die natürliche…

 

Die beiden ersten Punkte jedoch (1) „Jederzeitige Erreichbarkeit für Ihre potentiellen Kunden in der digitalen Welt“ und (2) „Nachweis persönlicher und sozialer Kompetenzen“ deckt UNITEDINTERIM sehr wohl bereits heute ab.

 

Es überrascht mich somit in keiner Weise, wenn der BPM bereits den ersten Trend überschreibt mit:

 

Die digitale HR kommt im Mainstream an.

 

DIE ÜBERLEGENHEIT DER OFFENEN PLATTFORM

MANATNET_Interim_Management_Blog_Titel_Die_Ueberlegenheit_der_offenen_PlattformEnde Juni habe ich in meinem Beitrag „INNOVATION MACHT GLÜCKLICH“ berichtet, dass UNITEDINTERIM einen Punkt noch in der Pipeline hätte, den wir aus Kapazitätsgründen nicht zum Relaunch bringen könnten.

 

Ab heute ist es so weit: UNITEDINTERIM bringt Interim4Interim.

 

Ab heute können die Interim Manager uneingeschränkt auf ihre Interim-Kollegen und Kolleginnen bei UNITEDINTERIM zugreifen. UNITEDINTERIM stellt den Interim Managern mit dieser Funktion den gleichen Leistungsumfang zur Verfügung wie den nachfragenden Unternehmen, Institutionen und Providern – auch hier ohne Provision für UNITEDINTERIM.

 

Anders als z. B. bei XING hat UNITEDINTERIM die Kollegen, auf die die Interim Manager jetzt zugreifen können, qualitätsgesichert. So können Interim Manager schnell ihren Kunden einen Kollegen empfehlen, der ihrem eigenen Kunden helfen kann, wenn sie selbst nicht verfügbar sind.

 

UNITEDINTERIM erweitert somit sein Dienstleistungsportfolio, das konsequent auf die Belange professioneller Interim Manager im digitalen Eigenvertrieb ausgerichtet ist. Die Interim Manager können durch Interim4Interim zusätzliches Geschäft machen und zudem die Struktur ihrer Erlöse verbessern.

Interim Manager helfen ihren Kunden mit professionellen Kollegen

 

Man mag es kaum glauben: Ich habe vor langen Jahren auch selbst Interim Mandate übernommen. Im IT-Umfeld – wenn wollte das überraschen?

 

Und während jedes Mandats kam prompt die Frage eines anderen Kunden, ob ich nicht helfen könnte. Damals musste ich das ablehnen. Heute würde ich mir die Kandidaten über UNITEDINTERIM beschaffen und versuchen, mit einem dieser Kollegen die Aufgabe bei meinem Kunden abzudecken.

 

Mein Kollege hätte sich über ein Mandat gefreut – fünfzig Euro am Tag für mich hätten wir wohl eingepreist (ich bin kein gieriger Mensch…!) – und ich hätte irgendwo zwischen fünf- und zehntausend Euro zusätzlich verdient. Alle happy!

 

Wie cool wäre das denn gewesen? Leider hatte damals niemand weit und breit eine offene Plattform zur Verfügung gestellt.

 

Von der „Brauche mer net!“-Fraktion einmal abgesehen, denke ich deshalb persönlich, Interim Manager werden auf dieses – erneut kostenlose – Angebot springen. Macht es sie doch zu einer Art „Micro-Provider“ und stärkt so die eigene Kundenbindung nachhaltig – völlig unabhängig vom jeweils möglichen Zusatzgeschäft.

 

Ganz besonders wird dies auf diejenige Gruppe der professionellen Interim Manager zutreffen, die sich als Unternehmer in eigener Sache verstehen. Und davon sind halt viele bei UNITEDINTERIM.

 

So betrachtet, kann Interim4Interim durchaus eine gehörige Wucht im Markt entwickeln. Wir werden sehen…

 

Unterm Strich jedoch bleibt festzuhalten: Nach kaum eineinhalb Jahren sucht das Service-Offering-Portfolio von UNITEDINTERIM seinesgleichen in der DACH-Region.

 

Dies wäre im Rahmen einer „proprietären“ Plattform nicht möglich gewesen. Schon 1995, als wir Europe Online als Internet-zentrierte, offene Plattform gegen AOLs geschlossene Plattform aufbauten war sie ganz offensichtlich:

 

Die Überlegenheit der offenen Plattform.

 

 

SICHTBARKEIT ALS INTERIM MANAGER-7 MAL SO HOCH!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Strohpuppe_Ribeauville_Elsass_2018Sicher bin ich nicht so wirklich glücklich über die aktuelle Hitzeperiode. Zwingt sie mich doch, mein morgendliches Joggen auf die unwirtliche Zeit zwischen 6 und 7 Uhr in der Früh vorzuziehen.

 

Diejenigen, die mich gut kennen, wissen, dass mich das – als Morgenmuffel mit einem Dynamik-Index im Minus-Bereich – wirklich große Überwindung kostet.

 

Aber danach spendiert uns der Tag derart heiße Temperaturen, dass jeder Mediziner vom Joggen abrät.

 

Also muss es dann halt der Morgen sein, denn mein morgendlicher Lauf durch die Wälder der Ortenau haben inzwischen eine zweifach wichtige Bedeutung für mich:

 

(1) Als Kreativ-Phase – aufgrund erhöhter Sauerstoff-Zufuhr mit einhergehender Ruhe; und

 

(2) Als Kalorien-Vernichter – als Gegengewicht zur Gourmet-bedingt unausweichlichen Zufuhr.

 

Komm´ zum Punkt, Becker!

 

Nun: Die heißen Tage haben auch ihre Auswirkungen auf die Arbeitsleistung der Menschen: Man fühlt sich matter als sonst und die Arbeit geht nicht so von der Hand wie bei moderaten Temperaturen.

 

Umso bemerkenswerter ist es, dass bei UNITEDINTERIM die Suchanfragen im heißen Juli durch die Decke gegangen sind. Durchschnittlich 14mal je Arbeitstag haben Unternehmen nach Interim Managern gesucht.

 

Und das, obwohl die Marktlage im Interim-Business als schwieriger angesehen wird: Das zeigt die aktuelle Umfrage von Ludwig Heuse zur Marktlage der Provider ganz eindeutig:

 

Zu den Unternehmen, die bei UNITEDINTERIM nach Interim Managern suchen, zählen auch inzwischen 37 Provider: je 3 aus der Schweiz und aus Österreich, 28 aus Deutschland – sowie je einer aus den Niederlanden, Singapur und den USA.

 

UNITEDINTERIM arbeitet hart daran, diese Zahl möglichst weit der Marke von 100 anzunähern.

 

Wir sind zuversichtlich, dass wir dieses Ziel erreichen können, weil die Bastion „eigener Pool“ ganz offensichtlich deutliche Risse erhalten hat. Gern gebe ich zu: Es ist möglich, dass die DSGVO hier unterstützend wirkt.

 

Immer mehr Provider scheinen zu erkennen, dass das bisherige Geschäftsmodell enorm ineffizient ist. Es ist seit rund 35 Jahren fast unverändert geblieben und stammt folglich noch aus der vor-digitalen Zeit.

 

Derzeit weist UNITEDINTERIM auf der eigenen Homepage gut 100 Provider für die DACH-Region aus.

 

Nehmen wir diese hundert Provider und kalkulieren wir durchschnittlich einen Mitarbeiter für die Poolpflege – und unterstellen wir weiter, dass dieser Mitarbeiter oder diese Mitarbeiterin mit 30.000 Euro p.a. nicht hoch bezahlt wird und addieren wir die ganz normalen Personal- sowie sonstigen Nebenkosten. Selbst dann landen wir bei leicht insgesamt  rund 5 Mio. Euro – nur für die Poolpflege.

 

Ich kann mir nicht helfen: Effizienz sieht anders aus!

Die Interim Manager jubilieren!

 

Und, wir wollen nicht vergessen: Das müssen die Kunden über die aufgeschlagene Marge abdecken…!

 

Die Interim Manager jubilieren allerdings!

 

Kein Wunder, denn so gut wie niemand arbeitete bisher mit 37 Providern zusammen! Der damit einhergehende administrative Aufwand wäre kaum zu stemmen – wenn man es denn wollte.

 

Wir wissen aus der Arbeit innerhalb des AIMP, dass Interim Manager typischerweise mit fünf Providern zusammenarbeiten.

 

Und so kann der einfache Dreisatz nicht wirklich überraschen, den ein Interim Manager gestern aufmachte:

 

„Bisher bin ich für 5 Provider und deren Kunden erreichbar. Durch UNITEDINTERIM bin ich das jetzt für 37 Provider – von denen ich viele bisher nicht einmal kannte. Wenn ich die Unternehmen und alle anderen einmal völlig außen vor lasse – und das Providergeschäft für mich ganz persönlich mal auf den Punkt bringe, dann lautet das Ergebnis ganz einfach:

 

Sichtbarkeit als Interim Manager 7-mal so hoch!“

 

THE TURN OF A FRIENDLY CARD

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Karo_Sieben_gegen_vier_AsseIch werde das Gefühl nicht los, als könnte ich mit meinem heutigen Blogbeitrag wieder mal kräftig anecken.

 

Dem „Lass es! Bringt eh nix! – Mach‘ lieber mal früher Feierabend…“ steht das Motto meines Blogs gegenüber, dem ich mich verpflichtet fühle:

 

Anmerkungen zum Interim Management aus persönlicher Sicht – unterhaltsam und kritisch

 

Und die doch erstaunlich vielen Leser, deren Feedback ich unter der Klammer zusammenfassen kann:

 

„Endlich mal kein Marketing-Geblubber! Endlich mal einer, der Wahrheiten ausspricht – statt sie mit Schönfärberei zuzukleistern!“

 

Nun denn!

 

Ich widme mich heute erneut dem Thema „Eigenvertrieb der Interim Manager“ – und Managerinnen, selbstverständlich. Ich weiß, ich habe mich der Frage, „Wie komme ich als Interim Manager an Projekte ohne Provider“ schon mehrfach gewidmet – besonders jedoch im Oktober 2015 mit meiner kleinen Serie [VERTRIEB FÜR INTERIM MANAGER – Teil 1 bis 3]. Geändert hat das in knapp drei Jahren rein gar nichts. Zumindest fühlt sich das so an.

 

Bei mir. Jeder hat das Recht auf eine andere Gefühlswelt – und ich werde sie respektieren. Wie stets.

 

Hier meine Denkwelt:

Das Kernproblem: Die Erfolge der Vergangenheit

 

Menschen, die irgendwann ins Interim Management eingestiegen sind – oder das derzeit tun – haben so gut wie ausnahmslos eine über lange Jahre erfolgreiche Karriere in Unternehmen hinter sich. Am Ende haben sich irgendwelche Parameter verschoben – und man trennte sich. Weshalb ist völlig unerheblich.

 

In dieser typischerweise über Jahrzehnte laufenden Karriere-Entwicklung haben sich die wenigsten Kandidaten selbst auf neue Positionen beworben – und wenn, dann vielleicht vier, fünf Mal in rund 25 Jahren. Stattdessen wurden sie typischerweise auf neue Aufgaben angesprochen, abgeworben – am besten noch von einem Personalberater.

 

So wurde das Eigenbild durch dauerhaftes Werben und Buhlen der Unternehmen koloriert – und der Firniss litt so gut wie nie unter Rissen, verursacht durch einen harten Kampf um den nächsten Job.

 

Mir ist an dieser Stelle wichtig: Das ist eine Historie, auf die jeder einzelne stolz sein kann – und auch sein sollte. Daran gibt es überhaupt nichts zu kritteln! Auch ich tue das nicht!

 

Halten wir jedoch fest: Die Erfahrung im Bewerbungsprozess ist typischerweise unterentwickelt. Die Erfahrung, darüber hinaus sich selbst vor einem kritischen Publikum „zu verkaufen“, bringt keine Handvoll mit.

 

Schließlich dürfen wir nicht vergessen, dass solchen „Kalibern“, die sich später fürs Interim Management entschieden, über viele Jahre – möglicherweise das letzte Dutzend Jahre – stets tatkräftige Helfer und Helferinnen für so gut wie alles unterstützend zur Seite standen.

 

All das sind aus der Perspektive der Transaktionsanalyse säckeweise „Du bist okay“-Chips. Du bist erfolgreich! Du bist gut! Du bist wichtig! Und jeder in Deinem beruflichen Umfeld weiß das! Glauben Sie`s mir, ich weiß, wovon ich rede: Ich war mittendrin, statt nur dabei.

 

Das kann doch niemanden verwundern: Da fühlst Du Dich toll – ganz ohne Drogen! Und – vielleicht ohne Dir dessen bewusst zu sein – hast Du tief verinnerlicht: „Wer was von mir will, soll gefälligst herkommen! Und dann schau ich mal, ob ich Zeit habe…!“

Dann bricht eine neue Zeitrechnung an

 

Mit dem Ausstieg aus der – im Nachhinein regelmäßig als „kuschelig“ eingeordneten – Angestellten-Karriere und der Entscheidung für´s Interim Management ändert sich jedoch alles:

 

  • Du bist nicht mehr wichtig.
  • Du hast keine Helfer mehr an Deiner Seite.
  • Dein Netzwerk ist kollabiert, weil es an Deine Funktion gebunden war – nicht etwa an Dich als Person.
  • Du bist sicher noch immer gut: Aber keiner in Deinem Umfeld weiß das!

 

Und exakt hier liegt das Problem: „Du bist gut, aber keiner weiß es!“

 

Damit sind wir zwingend beim Eigenmarketing und beim Vertrieb in eigener Sache!

Interim Manager sind typischerweise schwach im eigenen Vertrieb

 

Ja, ich generalisiere – und meine Leser mögen mir das nachsehen, denn ich tue das auf der Grundlage meiner 15 Jahre im Interim Management. Ich möchte niemanden angreifen, sondern es reicht mir völlig, wenn mein heutiger Blogbeitrag zum Nachdenken anregen wird. Zur kritischen Bestandsaufahme in eigener Sache.

 

Ich rede hier auch nicht von den Birthe Horas, Thorsten Solls und Michael Zachraus dieser Welt – die, Achtung! – spürbar Geld und Zeit ins Eigenmarketing und den eigenen Vertrieb investieren, während die Mehrzahl der Interim Manager der Vision folgt, Visitenkarten seien für den eigenen Erfolg völlig ausreichend. Neben ihrem CV – ein Thema, das ich an dieser Stelle bereits bis zur Bewusstlosigkeit durchgekaut habe. [INTERIM MANAGER, EUER LEBENSLAUF IST EINE QUAL!]

 

Kürzlich rief mich eine Interim Managerin an und bat um Rat in Sachen DSGVO: Sie hat rund 1.700 Kontakte, die sie bisher betreute – und auf diesen Vorgang hat die DSGVO nun massive Auswirkungen, die hier jedoch nichts zur Sache tun.

 

Wohl aber die 1.700 Kontakte! Über viele Jahre aufgebaut und über viele Jahre betreut. Respekt! Aus meiner ganz persönlichen Sicht dürfte diese Interim Managerin damit in der Spitzengruppe des Marktes liegen – und folglich überrascht es mich überhaupt nicht, dass sie so gut wie immer ausgelastet ist. Visitenkarten hat sie auch…

 

Wenn ich aber erkenne (nicht jeder Interim Manager tut das!), dass ich nicht stark im eigenen Vertrieb bin, dann könnte ich auf die Idee kommen, mich an genau dieser Stelle massiv aufzurüsten: Ich könnte mir professionelle Unterstützung holen zum Beispiel bei forma interim, ich könnte mir einen Coach holen oder ich könnte Gott weiß was tun, um einfach nur besser zu werden.

 

Wenige Interim Manager tun dies jedoch. Die wenigen, dies jedoch tun, fallen umso mehr auf!

 

Die mit weitem Abstand meisten Interim Manager folgen einer anderen, einer dualen Strategie – die aus meiner ganz persönlichen Sicht die Verantwortung für den eigenen Vertrieb an Dritte delegiert.

 

Zwischen Provider und eigenem Netzwerk

 

Man setzt zunächst auf die Provider. Man „akkreditiert“ sich bei möglichst vielen Providern in der Hoffnung, über die Vertriebsleistung der Provider an Projekte zu gelangen – in der tiefen Überzeugung: „Der Provider verkauft mich schon!“

 

Um die Provider turnusmäßig glücklich zu machen, schreiben dann viele Interim Manager ein, zweimal im Jahr: „Mein aktuelles Projekt ist soeben ausgelaufen und ich stehe ab sofort für neue Aufgaben zur Verfügung. Anbei mein aktueller Lebenslauf.“

 

Ich kommentiere dies heute nicht.

 

Weil Interim Manager wissen, dass der weitaus größere Teil der Projekte außerhalb der Provider vergeben werden (der Markt spricht von rund 75 Prozent), versuchen Interim Manager zusätzlich über alte Kontakte – ihr „Netzwerk“ – an Mandate zu gelangen. Auch hier praktisch ohne eigene Vertriebsleistung. Stattdessen herrscht (nicht vergessen: aus meiner Sicht!) ein opportunistisches Verhalten vor, das durch ein geduldiges Warten auf einen Anruf gekennzeichnet ist.

 

Ganz offensichtlich klappte das jedoch ganz gut!

 

Doch nunmehr höre ich vermehrt: „Herr Becker, bisher habe ich meine Aufträge über mein eigenes Netzwerk erhalten. Ich stelle jedoch fest: Mein Netzwerk stirbt gerade aus! Deshalb muss ich die Zusammenarbeit mit den Providern verstärken.“

 

Ich habe noch niemanden erlebt, Ehrenwort!, der in an dieser Stelle gesagt hätte: „Und deshalb muss ich meine eigenen Vertriebsanstrengungen deutlich erhöhen: Haben Sie da ein paar Tipps für mich…?“

 

Abgesehen davon, dass dies einem Rückzug aus dem weitaus größeren Marktsegment gleichkommt und gleichzeitig den Wettbewerb innerhalb des kleineren (Provider-) Segments erhöht: Das ist doch kein offensiver Ansatz!

 

Das erinnert mich an ein Kartenspiel, an dem Du die Karten aufnimmst und schaust, was Dein Gegenüber ausspielt – in der Hoffnung, dass Dein Blatt dann passt….

 

Ich weiß auch nicht, wieso, aber als Hardcore-Fan von Alan Parsons kommt mir soeben seine Strophe in den Sinn:

 

And they think it will make their lives easier

But the doorway before them is barred

And the game never ends

When your whole world depends

On the turn of a friendly card!

 

UM GOTTES WILLEN: LÖSCHT MIR MEINE DATEN NICHT!

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Figur_Kapitän_Kampen_Sylt_2018„Nein, ich schreibe nicht darüber!“

 

„Aber heute ist doch der 25. Mai 2018!“

 

„Nein, ich schreibe nicht darüber!“

 

„Aber heute ist der Tag, ab dem alles anders wird…“

 

„Nein, nochmal: Ich schreibe nicht darüber!“

 

„Mann, Becker: Ab heute gilt sie – die DSVGO! Die Da-ten-schutz-grund-ver-ord-nung!“

 

„Ja und?“

 

„Wie: Ja und…!?“

 

Ich fühle mich – damals bei debis Systemhaus – an die Jahrausendwende erinnert – und an die Euro-Einführung: Panik!

 

Mag sein. Wenn man bisher mit den Daten seiner Kunden Schindluder getrieben hat – und sich nun (welche Überraschung!) mit der DSGVO konfrontiert sieht: Da kann dann durchaus der Puls nach oben schnellen!

Datenschutz war schon immer wichtig!

 

Ich habe dem Datenschutz schon immer hohe Bedeutung beigemessen! Weshalb? Ich mag es auch nicht, wenn meine Daten durch die Gegend geistern…

 

Und deshalb hatte ich bereits im Jahr 2003, im Rahmen der Gründung von MANATNET, auf „SSL“ gesetzt – als der Rest um mich herum noch ganz überwiegend der Meinung war, es handele sich hierbei um einen neuen Supersportwagen von Daimler Benz!

 

Ich habe schon immer mein Büro abgeschlossen. Ich habe auch schon immer meine Sachen nicht auf dem Schreibtisch umherliegen lassen. Und ich habe auch schon immer Unterlagen vernichtet. Noch nie war ich Sammler…

 

Ich habe schon immer mit einem professionellen Rechenzentrum zusammengearbeitet. Nicht nur regelmäßige Back-ups waren Tagesgeschäft: Nein, ich habe die Daten schon immer auf einem zweiten Server gespiegelt. Und das Rechenzentrum war schon immer gegen alles geschützt – mit Ausnahme eines Atomschlags. Dieses Restrisiko habe ich einigermaßen entspannt in Kauf genommen – in der festen Überzeugung, dass sich in einem solchen Fall die Prioritäten verschieben würden.

 

Und ich habe – Achtung! – schon immer veraltete Daten rigoros gelöscht. Interim Manager, deren Email-Account nicht mehr erreichbar war. Oder von denen meine Briefe zurückkamen mit dem fröhlichen Vermerk der Snail-Mail: „Empfänger unbekannt!“.

 

Während der ersten Hälfte der MANATNET-Zeit lief das manuell, danach  systemunterstützt. Nun machen wir das bei UNITEDINTERIM genau so – systemunterstützt.

 

Und schließlich: Ich habe noch nie Daten, die mir anvertraut wurden, an irgendwelche Dritte verkauft. Wofür auch, zum Teufel? Um ein paar lausige Euros zu machen? Wie verzweifelt muss man sein? Oder wie weit weg von jeder „Hanseatischen Kaufmannsethik“…

Was in Gottes Namen sollen alte Daten?

 

Das hat nicht jeder goutiert! Vor allem das konsequente Löschen alter Daten nicht. Hier stellt sich jedoch ganz einfach die Frage: Was in Gottes Namen soll ich mit alten Daten anfangen?

 

Dass das nicht jeder in der Interim-Szene verstanden hat („Vielleicht kommt da ja später was…?“), war unübersehbar. Ich jedoch war immer dazu gezwungen: Durch die – Achtung! – Einzel-vertragliche Vereinbarung mit jedem einzelnen Interim Manager, die die Grundlage für die Zusammenarbeit mit MANATNET darstellte – auf Basis des „Angelsächsischen Modells“ . So betrachtet ein sauber dokumentierter, gegenseitig verpflichtender Abschluss einer professionellen Zusammenarbeit – an Stelle einer Liason jenseits jeder Verbindlichkeit.

 

Auch hier gehen wir mit UNITEDINTERIM in gleicher Weise vor. Und von Anfang an gilt: Der Interim Manager hat die Hoheit über seine Daten!

 

Ich schreibe auch nicht darüber, dass mein Verein, die Althistorische Narrenzunft Offenburg e. V., von den Segnungen der DSGVO in vollem Umfang erfasst wurde.

 

Und ich schreibe auch nicht darüber, dass – während ich diese Zeilen am 24. Mai schreibe – 74 Emails (!) eingegangen sind zur DSGVO…

 

Darunter allerdings zwei Weingüter!

 

Meine Zustimmung zur weiteren Zusammenarbeit kam Email-wendend:

 

Um Gottes willen: Löscht mir meine Daten nicht!

 

UNTERWEGS IN SACHEN INTERIM MANAGEMENT

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Stresa_2017In dieser Woche hat sich die Zahl der Interim-Provider, die bei UNITEDINTERIM nach Interim Managern für ihre Projekte suchen, auf 17 erhöht. Und eine Interim Managerin, deren Daten wir – nach einiger Arbeit in der Qualitätssicherung – am 18. Oktober bei UNITEDINTERIM freigeschaltet hatten, hat am 24. des gleichen Monats ihre erste Anfrage erhalten.

 

Nicht wirklich schlecht!

 

Die Zeit, die ich für meinen Blogeintrag Donnerstags verwende, ist für die Mitgliederversammlung des AIMP in Hamburg draufgegangen: Wir hatten halt viele Themen!

 

Satzungsänderung, weil MANATNET nicht mehr auf einen eigenen Pool zurückgreift – und andere AIMP-Provider auch nicht. Auch daran kann man die Tragweite des Geschäftsmodells von UNITEDINTERIM erkennen!

 

Wahlen: Dr. Andreas Suter und Bodo Blanke wurden wiedergewählt.

 

AIMP-Jahresforum 2018 – und die neue Website.

 

Den größten Raum nahm die neue Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) ein, die ihre harten Schlagschatten vorauswirft und im Mai des kommenden Jahres einführt sein muss. So ganz leise frage ich, weshalb wir diesen irren Aufwand zigmal machen – für zig dezentrale Pools…

 

Und zu guter Letzt: Das Hamburger Regionalforum des AIMP! Traditionell wieder im Anglo German Club an der Außenalster. Schön wie immer – und rappelvoll!

 

Aus Zeitmangel bleibt mein heutiger Blogeintrag deshalb vergleichsweise kurz. Es ist halt ein sehr arbeitsintensives Geschäft, dieses Interim Management. Besonders, wenn es wieder heißt:

 

Unterwegs in Sachen Interim Management!

 

SPEZIALISTENWISSEN IM INTERIM MANAGEMENT

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Antike_Uhr_Gengenbach_2017Da ist sie nun, die neue MANATNET-Site! Mehrfach bin ich an dieser Stelle darauf eingegangen, dass sich durch UNITEDINTERIM das Interim-Business spürbar verändert hat. Und da ich das selbst mit zu verantworten habe, darf ich nicht darüber lamentieren, dass ich reagieren muss!

 

Denn die Konsolidierung von drei Pools (butterflymanager, MANATNET und REM PLUS) und die gleichzeitige kostenlose (!) Öffnung dieses neuen, extrem qualitätsgesicherten Pools für jeden registrierten, professionellen Nutzer – sogar, Achtung!, für Provider: Das hat schon für Furore gesorgt.

 

Dass UNITEDINTERIM obendrein auf sämtliche Vermittlungsprovisionen verzichtet, hat dann ein kleines Erdbeben in der Szene verursacht. Vom „Totengräber“ für die Provider war sogar die Rede. Das alles hat sich beruhigt, weil UNITEDINTERIM sich als Partner, als Dienstleister der Provider sieht – nicht als Wettbewerber, denn UNITEDINTERIM ist kein Provider!

 

UNITEDINTERIM ist ein Dienstleister für alle am professionellen Interim-Geschäft beteiligten Parteien und schafft Mehrwerte für diese drei Parteien – vor allem auf der Kostenseite. Für viele Provider wird sich in letzter Konsequenz die Frage stellen: „Wozu brauche ich einen eigenen Pool, den ich verwalten muss – und sei’s auch nur ganz verschämt mir einer Halbtagskraft – wenn ich kostenlos auf den hochgradig qualitätsgesicherten Pool von UNITEDINTERIM zugreifen kann? Eigenes Projektgeschäft macht UNITEDINTERIM jedoch nicht!

Vom Pool zum Beratungs-zentrierten Ansatz

Dessen ungeachtet steht für mich jedoch völlig außer Frage, dass sich das Geschäft der Provider ab jetzt ändern wird [INTERIM-PROVIDER STEHEN MITTEN IN EINEM CHANGE-PROZESS]! Das Geschäft der Provider wird sich von einem „Pool-zentrierten“ Denken („Ich habe den größten!“) zu einem „Beratungs-zentrierten“-Denken („Ich verstehe meinen Kunden am besten!“) verschieben.

 

Ganz besonders gilt das für mein Unternehmen MANATNET! In dem Augenblick, in dem ich die Entscheidung traf, die MANATNET-Plattform in UNITEDINTERIM einzubringen, war klar, dass die MANATNET-Site nicht die gleiche bleiben konnte: Weil MANATNET nicht das gleiche Unternehmen bleiben konnte.

 

„Wenn ich´s genau betrachte, gebe ich das Wichtigste auf, das ich habe!“, so mein Fazit im Sparring unter vier Augen.

 

„Wenn ich´s genau betrachte, ist das ein Trugschluss!“, antwortete mein Gegenüber.

 

„Wie das?“

 

„Das wichtigste bist Du! Dein Knowhow, Deine Persönlichkeit! Eckig zwar, aber ausgesprochen Kunden-orientiert, offen und absolut zuverlässig! Und keineswegs die Datenbank! Das ist wie mit Deinen Fotos: Gib einem Amateur Deine Ausrüstung – und er wird immer noch lausige Bilder machen. Nimm Du eine alte Kodak Instamatic – und Deine Fotos werden dennoch gut sein!“

MANATNET – vom Marktplatz zur Berater-Site

 

Und so habe ich sie dann aufgesetzt, die neue MANATNET-Site – als Berater-Site. Als Site rund um den Interim Management-Berater Jürgen Becker:

 

Was kann der?

Warum kann der das?

Was bringt mir das?

Was kostet mich das?

 

Im Gegensatz zur alten Site, die auf Größe ausgerichtet war, ist die neue MANATNET-Site klein. Die Profile bei XING, LinkedIn, Twitter und Facebook wurden geändert – und die Videothek bei Youtube gelöscht! Ein massiver, ein fulminanter Change-Prozess, der, das gebe ich offen zu, mir keineswegs leicht gefallen ist!

 

Kein „Wat is‘n Interim Manager?“, kein Lexikon zu allen relevanten Begriffen aus der fremden Interim-Welt und auch kein Tagessatzrechner oder sonstige Werkzeuge, die wir während der Missionarsphase verwendet haben. Auf den Punkt gebracht. Die Site einer Edel-Boutique!

 

Ja, ich weiß: Es wird wieder Kritik hageln, weil ich auf einen Retainer bestehe! „Andere machen das doch auch kostenlos!“

 

Ja, das ist auch okay. Aber ich mach´s halt nicht!

 

MANATNET ist nicht länger ein Marktplatz, sondern (nennen wir´s mal so) eine hochspezialisierte Provider-Boutique, in der der Chef persönlich hinterm Tresen steht! Hier bekommt mein Kunde nur eins – mehr habe ich nicht und mehr verkaufe ich nicht:

 

Spezialistenwissen im Interim Management.

 

EIN INTERIM MANAGEMENT-BLOG WIRD ZUR BILDERGALERIE

Interim_Management_Blog_Foto_Juergen_Becker_Fassade_mit_Blumen_Berlin_2017Mitunter fügen sich die Dinge beinahe magisch!

 

Seit dem 1. September 2007 schreibe ich für mein Blog zum Thema Interim Management am Freitag, pünktlich um 15.00 Uhr. Es gab so gut wie keine Ausnahmen – und die die´s gab, waren Ausnahmesituationen geschuldet: Todesfällen, Krankeit oder völliger Erschöpfung.

 

Ich werde also bald mein Zehnjähriges feiern können. Kaum zu glauben!

 

Mein erster Beitrag – noch unter einer separaten Domain – lautete seinerzeit ‚ALDI-ISIERUNG‘ IM INTERIM-GESCHAEFT – ODER WER DRUECKT HIER EIGENTLICH DIE PREISE? Man sieht am Titel: Nicht einmal der Umgang mit Umlauten war damals eine triviale Übung!

 

Bis zum Jahreswechsel, also geschlagene vier Monate!, kam mein Blog ohne jedes Bild aus. Dann aber wurden Bilder eingefügt – nicht zuletzt, um das Ganze ansprechender, ja, lese-freundlicher zu machen.

 

Hierfür habe ich lange, sehr lange Zeit, Fotos Dritter verwendet – meist von pics.de, die die Bilder kostenlos zur Verfügung stellten, wenn ich im Gegenzug die Quelle und den Fotografen nannte.

 

Für mich ganz persönlich war das hochgradig unbefriedigend, weil die Fotografie seit weit über 50 Jahren zu meinem Leben gehört und, ja tatsächlich, zu meinem Beruf hätte werden sollen.

Eigene Bilder fürs Interim Management-Blog

 

Irgendwann reifte dann im Rahmen meiner regelmäßigen Strategie-Runden mit unserem Internet-Partner, April & June in Berlin, die Idee, das Blog ausschließlich mit eigenen Bildern zu bestücken – auf dass meine Blog-Bilder als Nebenwirkung auch noch positiv auf Google ausstrahlten!

 

„Himmel hilf!“, war mein erster Reflex. „Wo zum Teufel soll ich denn auch dafür noch die Zeit hernehmen…?“

 

Seinerzeit habe ich eine der wichtigsten Entscheidung in meinem Leben getroffen: Du wirst Dir die Zeit dafür nehmen! Ende! Im Nachhinein stelle ich fest: Ich habe viele falsche Entscheidungen getroffen in meinem Leben: Diese gehört ganz sicher nicht dazu!

 

Nicht nur, weil mir das kreative Gegengewicht zu einem doch sehr Internet- und Datenbank-geprägten Leben ausgesprochen gut tut.

 

Denn: Wenn Sie – spaßeshalber: warum sollten Sie das sonst tun? – bei Google nach „Interim Management Blog“ suchen, werden Sie mein Blog auf Position 1 der organischen Treffer finden. Mit anderen Worten: Wer immer nach diesem Begriff suchen mag: Google schlägt ihm oder ihr mein Blog als das mit der höchsten Relevanz vor.

 

Ja, verschämt gebe ich zu: Das macht mich stolz!

 

Noch mehr staune ich jedoch, wenn ich von der Anzeige „Alle“ Treffer auf „Bilder“ klicke.

 

Sie werden die meisten meiner Bilder sofort erkennen, denn sie unterscheiden sich deutlich von den allermeisten anderen. Ich sage nicht, dass sie besser sind: Aber eben anders und halt auch einzigartig im Web.

 

Anders als diese unsäglichen, aber billigen Stockfotos, die uns zu überschwemmen scheinen – und die auf mich als grauenhaft einfallslos und oftmals erschütternd klischeehaft wirken.

 

Vielleicht sieht Google das ähnlich, denn ganz offensichtlich gefällt das unserer alles beherrschenden Suchmaschine!

 

Auf alle Fälle gefällt mir, was ich sehe:

 

Ein Interim Management-Blog wird zur Bildergalerie.