20
April , 2012
Friday

FACHKRÄFTEMANGEL – JETZT AUCH IM INTERIM MANAGEMENT?

Bürger zu Bloggern, das Blog ist die digitale Stimme des Einzelnen.“, schreibt Sascha Lobo am 17. April und: „Der Weg vom Netzkonsumenten zum mündigen Digitalbürger führt nur über eine selbstkontrollierte Web-Seite, alles andere ist unterhaltsames, nützliches, schmückendes Beiwerk.“

 

Ich stimme ihm zu – ohne jede Einschränkung.

 

Leider Gottes bedeutet das viel Arbeit für den mündigen Digitalbürger!

 

Und das ist bei Facebook und Co. halt nicht der Fall; alle ist sehr viel einfacher: Ich klicke auf einen Button – und schon gefällt mir etwas. Ich schreibe ein paar Wörter – und schon bin ich aktiv im reglementierten Netz.

 

Und ich armer Wurm?

 

Zusätzlich zur heißen Phase der Vorbereitungen für das Achte AIMP-Jahresforum heute in genau einer Woche häufen sich hier die Anfragen nach Interim Managern.

 

Was gibt es wichtigeres? Aber mein Blog ruft….

 

Ein Kunde braucht fünf Interim Manager für wichtige Projekte im Unternehmen. Das Anforderungsprofil füllt leicht eine DIN A4-Seite, gespickt mit einigen KO-Kriterien. Beginn: Am besten sofort. Preis: Niedrig.

 

Soweit ein ganz normales Projekt also.

 

Dennoch weiß ich schon beim Anruf des Kunden, dass wir selbst bei MANATNET nicht genügend Kandidaten haben, um dem Kundenwunsch nachzukommen. Und ich sage ihm das auch.

 

Und mein Blog ruft ….

 

Ich schlage dem Kunden vor, zusätzlich auf befreundete Interim Provider aus dem AIMP zuzugreifen. Da wir im AIMP alle miteinander befreundet sind reagiert der Kunde in unendlicher Weisheit: „Dann fragen Sie bitte unbedingt alle!“

 

Ups. Das war noch nie da!

 

Und mein Blog ruft….

 

Ich frage alle.

 

Schwierig. „Alle, die ich frage, sind im Projekt gebunden. Meist bis zum Jahresende“, antwortet ein Kollege.

 

Ein weiterer hat auch keinen Interim Manager verfügbar.

 

Wir geben nicht auf. Und mein Blog ruft…

 

Zahllose Telefonate. Viele führen zu nichts. Interim-Providing ist ein hartes Geschäft geworden.

 

Dann: Drei Kollegen liefern jeweils einen, MANATNET kann zwei Kandidaten liefern.

 

Wer die Poolanalyse des AIMP kennt (Ohne Doppelzählungen insgesamt etwa 11.000 Interim Manager in den Pools mit für uns alle verblüffend geringen Überschneidungen) fasst sich an den Kopf: Aus 11.000 Kandidaten finden wir gerade mal 5 Kandidaten, die passen und verfügbar sind.

 

Und: Ohne die Zusammenarbeit innerhalb des AIMP wären wir, MANATNET (aber auch alle anderen), schlichtweg nicht in der Lage gewesen, fünf Kandidaten vorzustellen.

 

Und mein Blog ruft ….

 

Ich gebe ihm nach, dem Lockruf des Blogs, heute Donnerstag um 23.10 Uhr – während eine Mail eines der identifizierten Kandidaten eingeht – und gebe einige Zeit später meine digitale Stimme ab an´s Content Management System. Wer weiß, was morgen kommt…?

 

Ich gehe schlafen mit einer Frage, die sich im müden Hirn festkrallt:

 

Fachkräftemangel – Jetzt auch im Interim Management?

Kommentare

  • 01
    Christina Werum-Wang schrieb...

    Hallo Herr Becker,

    mir bohrt sich bei dieser Schilderung ein subtiles Unverständnis ins Hirn: Sicher gibt es unter den Interim Managern, die im Pool des AIMP registriert sind, grundsätzlich genügend Fachkräfte – die Mitglieder des AIMP nehmen ja keine ungelernten Hilfsarbeiter auf.
    Mir fällt dazu nur ein, dass entweder die Anforderungen des Kunden allzu speziell sind, um das vorsichtig auszudrücken (auch mir fiele es nicht schwer, für eine beliebige Aufgabe einen Anforderungskatalog zu formulieren, der wahlweise allzu phantasievoll oder auch allzu starr und engstirnig ist).
    Oder tatsächlich sind jede Menge Interim Manager, die in Frage kommen, in anderen Projekten gebunden, somit nicht verfügbar. Nur für den letzteren Fall träfe meiner Meinung nach wirklich die Schlussfolgerung “Fachkräftemangel” zu. Haben Sie des Rätsels Lösung?

    Viele Grüße
    Christina Werum-Wang

  • 02
    Jürgen Becker schrieb...

    Die Interim Manager, die bei MANATNET in Frage gekommen wären, waren tatsächlich im Projekt gebunden. Frau Werum-Wang.

    In wie weit das für die Kollegen-Provider zutrifft, kann ich jedoch nicht sagen.

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