DIE KRAFT DER RUHE FÜR INTERIM MANAGER

Fotograf_Juergen_Becker_fuer_MANATNET_Interim_Blog_Titel_Die_Kraft_der_Ruhe_fuer_Interim_ManagerNicht nur Interim Manager, vor allem Menschen in einer Festanstellung (abhängig Beschäftigte!) lassen oftmals Sätze fallen wie: „Ich komme kaum noch zum Luftholen!“ oder „Ich weiß nicht, wo ich zuerst hingreifen soll!“ Aus meiner Sicht das zwingend logische Ergebnis der Kostensenkungs- und Lean-Management-Programme der vergangenen fünfzehn Jahre.

 

Kleinlaut gebe ich zu: Auch mir rutschen solche Sätze raus – gestern erst: „Tut mir leid, ich kann nicht lange reden: Ich bin total unter Wasser!“ Aber selten eben.

 

Und doch unterscheidet sich das Stöhnen aus dem ersten Absatz von meinem Gejammer: Ich mache meinen Kram fertig! Ausnahmslos immer! – Und wenn´s zu nachtschlafender Zeit ist. Während die anderen mit ihrem Stöhnen zu entschuldigen versuchen, dass irgendetwas nicht termingerecht fertiggestellt oder geliefert wurde – kurz: der Prozess stockt: Vom Ändern der Verfügbarkeit, über Zusagen einhalten bis zu Zahlungen, die viel zu spät geleistet werden. Im Interim Management heißt die vermeintliche Zauberformel: „Ich bin im Projekt! Ich komme halt zu nichts!“

Niemand kann sich selbst ent-schuldigen

 

Dieser Versuch, sich zu entschuldigen, läuft jedoch ins Leere! Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht? „Ent-schuldigen“, also „Schuld entfernen“, kann man nicht selbst: Das kann nur ein Dritter – nämlich der- oder diejenige, die unter Ihrem Verhalten zu leiden hatten, das irgendetwas ver-schuldet hat, und das Sie selbst nunmehr als „Schuld“ empfinden. Deshalb hatten die Altvorderen noch völlig richtig formuliert: „Ich bitte um Entschuldigung!“

 

Ein bemerkenswerter Ansatz, nicht wahr? Beraubt er den Menschen doch des ausgetretenen Fluchtwegs „Ich hab‘ mich doch entschuldigt….!“

 

Im Sog der Überlastung also werden andere wichtige Dinge nicht erledigt und bleiben liegen. In unserer vernetzten Welt hat das in aller Regel fatale Folgen für die Gegenseite. Macht aber nichts: Ich habe mich doch entschuldigt… !

 

Als Minister der Finsternis sehe ich hierin den verzweifelten Versuch, durch den Verweis auf böse, außerhalb der eigenen Einflussmöglichkeiten stehende, „dunkle Mächte der völligen Überlastung“ von der eigenen elementaren Schwäche abzulenken, die da lautet: Ich habe meine Zeitbudgets nicht im Griff!

 

Nun kann man einwenden: In einer abhängigen Beschäftigung sei das nicht so tragisch: Wenn sich alle so verhalten, dann ist das nicht länger ungewöhnlich, sondern Standard!

Der Interim Manager als professionelles Vorbild

 

Aber im Interim Management? Ein Interim Manager – statt Linien und Strukturen vorgebend und als Vorbild an Professionalität agierend – ein Getriebener von den „dunklen Mächten der Überlastung“? Ist das eine Botschaft, die der Markt, die Kunden gutheißen werden?

 

Nie und nimmer!

 

Wir machen derzeit eine Umfrage zur AIMP-Academy (nur 9 Fragen). Ich habe alle Interim Manager von MANATNET angeschrieben und gebeten, mitzumachen. Und gleichzeitig um Entschuldigung dafür gebeten (!), dass die anderen AIMP-Provider auch noch schreiben – und dass deshalb diese Bitte mehrfach aufschlagen könnte.

 

Innerhalb der nächsten 24 Stunden hatten über 100 Interim Manager an der Umfrage teilgenommen.

 

Und wir haben die Interim Manager um ihre Vorschläge gebeten, wie wir das Angebot der AIMP-Academy weiter verbessern könnten und deshalb gefragt: „Was sollte die Academy aus Ihrer Sicht unbedingt anbieten?“

 

Inzwischen wüsste ich selbst ein Angebot – für ganz oben auf der Liste:

 

Die Kraft der Ruhe für Interim Manager.

 

INTERIM MANAGEMENT FOLLOWS INTERIM HOUSING!

Fotograf_Juergen_Becker_fuer_MANATNET_Interim_Blog_Titel_Interim_Management_follows_Interim_HousingAuch ein Interim-Provider braucht mal Urlaub. Nach 15 Monaten stehen zwei Wochen Sylt an. Ja, kleinlaut gebe ich zu: Ich bin Sylt-sychtig!

 

Die Ferienwohnung ist gemietet. 2 Zimmer für eben diese 2 Wochen. Weitgehend klaglos werden 2.300 Euro auf den Tisch des Herrn geblättert – und das auch noch vornweg.

 

Warum, zum Teufel, mache ich das leichterhand? Warum protestiere ich nicht lauthals ob dieses Preises?

 

Denn, festzuhalten bleibt:

 

Die Wohnung ist zwei Drittel kleiner als meine private Wohnung!

 

Und gleichzeitig ist die Ferien-Wohnung gut dreimal so teuer, wie meine private Wohnung – auf Monatsbasis!

 

Wie kann man denn nur so blöde sein, so etwas zu akzeptieren? Als smarter Betriebswirt, ausgewiesener Zahlenmensch und dunkel dekorierter Minister der Finsternis?

 

Weil diese Sichtweise schlicht falsch ist:

 

Diese Wohnung ist sehr gut, genau das, was ich jetzt auf Sylt brauche und sie ist sofort verfügbar. Der Vermieter erwartet nicht, dass ich die Hütte langfristig miete, sondern muss sich selbst darum kümmern, dass sie nicht allzu lange leer steht – und ich habe nichts mit alldem zu tun: Vorher nicht – und nachher nicht, so lange ich sie pfleglich behandele. Und das werde ich ganz sicher!

 

Ich habe keinen langfristigen Mietvertrag am Hals, sondern ich schließe die Bude am ersten Tag auf und am Ende der zwei Wochen sperre ich wieder zu und gebe den Schlüssel ab. Keine Kündigungsfristen, keine Kaution, keine Nebenkosten, keine Sorgen: Denn ich habe Urlaub!

 

Und ich finde meine Wohnung für den Urlaub – wenn ich denn nicht versuche, stets dieselbe zu ergattern – über Vermittler, die sich darauf spezialisiert haben und dessen Kerngeschäft es ist, mich auf diese Weise glücklich zu machen.

 

Gute, lang etablierte und anerkannte Vermittler, die ihren Sylter Markt bestens kennen und folglich mir gute Hütten anbieten können – und es gibt die anderen. Aber die spreche ich ohnehin nicht an: Wer würde ein solches Risiko gehen? Oder, die modernen unter uns, finden ihr Domizil über Internet-Marktplätze wie z. B. Airbnb.

 

Was um Himmels willen soll das alles in meinem Interim-Blog?

 

Nun, die Analogie zum Interim Management ist schon erstaunlich. Nur vergleichen halt hier im Interim Management unfassbar viele Kunden die Interim Manager mit festangestellten Mitarbeitern. Und lassen prompt diese Vergleichsrechnung zu Gunsten der „Privaten Wohnung“ ausfallen. Im Ergebnis bleiben sie dann daheim und fahren folglich erst gar nicht in Urlaub – um im Bild zu bleiben.

 

Sie lassen dabei all das außen vor, was Interim Management ausmacht.

 

Die entscheidende Frage lautet nun: Warum ist beim „Interim Housing selbstverständlich, was beim Interim Management immer und immer wieder neu erklärt werden muss?

 

Lassen wir sie stehen, diese Frage. Aber auf absehbare Zeit gilt:

 

Interim Management follows Interim Housing!

 

 

PS: Ich danke Herrn Dr. Loose für die Idee zu diesem Blogeintrag