{"id":7555,"date":"2025-02-21T15:00:31","date_gmt":"2025-02-21T14:00:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.manatnet.com\/blog\/?p=7555"},"modified":"2025-02-20T09:54:43","modified_gmt":"2025-02-20T08:54:43","slug":"interim-business-roim-ein-rohrkrepierer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.manatnet.com\/blog\/2025\/02\/interim-business-roim-ein-rohrkrepierer\/","title":{"rendered":"INTERIM-BUSINESS: ROIM \u2013 EIN ROHRKREPIERER?"},"content":{"rendered":"<p>Im Jahr 2013 kam ein neuer Begriff, kam eine neue Kennzahl auf: \u201eROIM\u201c \u2013 Return on Interim Management. Aufgebracht hatte diesen neuen Begriff der Interim Management-Provider Heuse. Der Begriff wurde dankbar aufgegriffen \u2013 von Wettbewerb-Providern, den Interim Managern selbst \u2013 und auch von <a href=\"https:\/\/www.manatnet.com\/blog\/2014\/02\/interim-manager-finanzieren-sich-selbst-mindestens\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mir<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schien er doch \u00fcberdeutlich klar zu machen, dass Interim Manager alles, nur nicht zu teuer seien. Und das wiederum sollte das hartn\u00e4ckige Credo von rund einem Drittel der Unternehmen knacken, die laut <a href=\"http:\/\/www.aimp.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AIMP<\/a> Interim Management typischerweise als \u201ezu teuer\u201c ansehen (den Ausrei\u00dfer ausgerechnet im Jahr 2023 erl\u00e4utert der AIMP nicht).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der ROIM ist durchaus von einer anderen Qualit\u00e4t als die gebetsm\u00fchlenartig vorgetragenen Schein-Argumente: Von \u201eWer billig kauft, zahlt zweimal!\u201c \u00fcber \u201eInterim Manager sind Investitionen \u2013 keine Kosten!\u201c bis hin zum launigen \u201eIf you pay peanuts you get monkeys!\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Deshalb hatte ich durchaus erwartet, dass der ROIM als starkes Argument f\u00fcr das Interim Management die Unternehmen \u00fcberzeugen und somit das Interim-Business sp\u00fcrbar befeuern w\u00fcrde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hat er nicht!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und somit muss eine neue Botschaft her \u2013 aus der Schublade \u201eWer keine Interim Manager einsetzt, ist selbst schuld!&#8220;<\/p>\n<h2>Eine neue Sau im Dorf: \u201eCost of Vacancies\u201d<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und so legt der Markt jetzt nach \u2013 wie stets vor allem bei LinkedIn \u2013 mit einem neuen Thema: \u201eCost of Vacancies\u201c: Die Kosten, die\u00b4s im Unternehmen verursacht, wenn eine Position \u2013 wie heute typischerweise \u2013 lange Zeit unbesetzt bleibt. Gut beschrieben und mit einem Demo-Rechner verziert hat das die Personalwirtschaft bereits vor knapp zwei Jahren. Erst k\u00fcrzlich hat <a href=\"https:\/\/www.stepstone.de\/e-recruiting\/hr-wissen\/recruiting\/vakanzkosten\/#:~:text=Denn%20jede%20vakante%20Stelle%20kostet%20Unternehmen%20t%C3%A4glich%20gro%C3%9Fe,lagen%20in%20Deutschland%202023%20bei%20rund%2049.500%20Euro.?msockid=2acfb1738f9c67632869a5f48b9c6538\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stepstone seine Zahlen aktualisiert<\/a>. Und wenn Sie tief genug graben, dann werden Sie feststellen, dass diese \u201eCost of Vacancies\u201c wohl zur\u00fcckgehen auf eine Studie der Harvard Universit\u00e4t aus dem Jahr 2021.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir werden sehen\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Return on Interim Management jedenfalls hat\u00b4s offenbar nicht geschafft, die Erwartungshaltung der Anbieterseite (!) zu erf\u00fcllen. Der Return on Interim Management hat anscheinend keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen auf Seiten der Unternehmen.<\/p>\n<h2>St\u00e4rken-Schw\u00e4chen-Analyse aus Sicht der KI<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zur Auffrischung sind hier die Vor- und Nachteile des ROIM-Konzepts \u2013 aus der Sicht von ChatGPT:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u2705\u00a0 St\u00e4rken von ROIM:<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><strong>Klare Wirtschaftlichkeitsbewertung:<\/strong> Der ROIM liefert eine direkte, quantitative Einsch\u00e4tzung des finanziellen Mehrwerts, den ein Interim Manager schafft.<\/li>\n<li><strong>Vergleichbarkeit:<\/strong> Er erm\u00f6glicht den Vergleich zwischen verschiedenen Projekten, Managern oder Zeitr\u00e4umen, was die Entscheidungsfindung erleichtert.<\/li>\n<li><strong>Fokus auf Wertsch\u00f6pfung:<\/strong> Unternehmen k\u00f6nnen genau sehen, ob der Einsatz eines Interim Managers \u00fcber die Kostendeckung hinaus echten Mehrwert bringt.<\/li>\n<li><strong>Effizienzsteigerung:<\/strong> Der ROIM motiviert sowohl das Unternehmen als auch den Interim Manager zu einem ergebnisorientierten Arbeiten.<\/li>\n<li><strong>Einfache Berechnung:<\/strong> Die Formel (finanzieller Nutzen \/ Gesamtkosten des Interim Managers) ist leicht verst\u00e4ndlich und anwendbar.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u26a0\ufe0f\u00a0 Schw\u00e4chen von ROIM:<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><strong>Schwierige Quantifizierung von &#8222;Soft Factors&#8220;: <\/strong>Aspekte wie Knowhow-Transfer, Change-Management-Erfolge oder Team-Entwicklung sind schwer monet\u00e4r zu erfassen und werden oft nicht ber\u00fccksichtigt.<\/li>\n<li><strong>Kurzfristiger Fokus: <\/strong>Der ROIM misst prim\u00e4r kurzfristige finanzielle Effekte. Langfristige Verbesserungen, die erst nach dem Einsatz wirksam werden, bleiben au\u00dfen vor.<\/li>\n<li><strong>Abh\u00e4ngigkeit von exakten Daten:<\/strong> Eine genaue Berechnung setzt verl\u00e4ssliche Daten zur Leistung und den Kosten des Interim Managers voraus, was in der Praxis nicht immer einfach ist.<\/li>\n<li><strong>Verzerrung durch externe Faktoren:<\/strong> Wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Marktver\u00e4nderungen oder interne Umstrukturierungen k\u00f6nnen das Ergebnis beeinflussen und den tats\u00e4chlichen Beitrag des Interim Managers verzerren.<\/li>\n<li><strong>Gefahr von Fehlanreizen:<\/strong> Fokussiert sich ein Interim Manager zu stark auf den ROIM, k\u00f6nnten wichtige, aber schwer messbare Aufgaben vernachl\u00e4ssigt werden, um kurzfristige finanzielle Ziele zu erreichen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Interim Manager selbst legen auf den Vorteil Nr. 3 offenbar den gr\u00f6\u00dften Wert \u2013 hilft er doch die Kosten f\u00fcr eben diese Interim Manager zu relativieren \u2013 ja als hochgradig smart erscheinen zu lassen. Denn bei einem Interim Management-Einsatz betr\u00e4gt <a href=\"https:\/\/www.interim-management.de\/studien\/interim-management-in-der-d-a-ch-region\/interim-management-marktgeschehen-2023-studie-zur-d-a-ch-region\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">laut Heuse<\/a> der Return on Interim Management durchschnittlich 5,47 Euro f\u00fcr jeden ausgegebenen Euro. 14 % der Mandate erreichen sogar einen ROIM von mehr als 10 Euro.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nicht schlecht, gell?<\/p>\n<h2>Warum z\u00fcndet ROIM dann nicht?<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es stellen sich somit zwei Fragen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li>Warum z\u00f6gern die Unternehmen dennoch \u2013 und holen sich nicht 5 Euro f\u00fcr einen?<\/li>\n<li>Warum bieten die Interim Manager nicht variable Modelle an \u2013 und werden reich?<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aus meiner ganz pers\u00f6nlichen Sicht gibt es drei m\u00f6gliche Antworten:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Die meisten Unternehmen glauben das nicht!<\/strong> Sie stellen sich vielmehr die Frage: \u201eWenn die Interim Manager das k\u00f6nnen: Weshalb k\u00f6nnen meine Leute das nicht? \u2013 und haben keine Antwort darauf. Zudem gibt es in Deutschland eine sehr popul\u00e4re Denkschule im Management: Der ausgegebene Euro ist heute sicher! Die 5,47 Euro in der Zukunft hingegen nicht. Und dann machen die Manager dieser Denkschule eben im Zweifel nichts. Das ist zwar kein ausgepr\u00e4gt unternehmerisches Denken und Handeln: Dennoch ist es so.<\/li>\n<li><strong>Viele Interim Manager glauben das nicht!<\/strong> Sie finden ihre eigenen Projekte im ROIM-Schlaraffenland nicht wieder. Oder wom\u00f6glich am unteren Ende der Grundgesamtheit, die den durchschnittlichen ROIM von 5,47 bildet.<\/li>\n<li><strong>Die allermeisten Interim Manager sind weit weniger unternehmerisch unterwegs als sie vorgeben.<\/strong> Ich darf das sagen, denn mein Gehalt als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Debis_Systemhaus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">debis-Systemhaus<\/a> war zu 50% variabel (in Worten: f\u00fcnfzig Prozent). Ich m\u00f6chte hier nicht auf die Details eingehen, aber ein dementsprechendes Modell im Interim Management w\u00fcrde so aussehen:<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bisher<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tagessatz:\u00a0\u00a0\u00a0 1.500 Euro fix plus Spesen und Steuern<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>ROIM-Modell<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tagessatz:\u00a0\u00a0\u00a0 750 Euro fix plus Spesen und Steuern<\/p>\n<p>Tagessatz:\u00a0\u00a0\u00a0 750 Euro abh\u00e4ngig vom Erreichen des durchschnittlichen ROIM-Ziels (5,47)<\/p>\n<p>Pr\u00e4mie:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 x Euro beim \u00dcbertreffen des durchschnittlichen ROIM-Ziels<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um Streitigkeiten zu vermeiden, wird die Vereinbarung vom Wirtschaftspr\u00fcfer des Unternehmens aufgesetzt und am Ende des Projekts das Honorar f\u00fcr den Interim Manager berechnet. Etwaige damit verbundene Kosten \u00fcbernehmen das Unternehmen und der Interim Manager je zur H\u00e4lfte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So k\u00f6nnte es gehen. Und ich bin davon \u00fcberzeugt: Das k\u00f6nnte ein Turbo f\u00fcr das Interim Business sein!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #e6e6e6;\">Bild: \u201eIf you feed peanuts you get monkeys&#8220; erzeugt von ChatGPT<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 2013 kam ein neuer Begriff, kam eine neue Kennzahl auf: \u201eROIM\u201c \u2013 Return on Interim Management. Aufgebracht hatte diesen neuen Begriff der Interim Management-Provider Heuse. 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