21
November , 2014
Friday

RETURN ON INTERIM MANAGEMENT: 7 MONATE + 800K CASH ON TOP!

Fotograf_Juergen_Becker_Titel_Interim_Management_wie_ichs_liebeDer Interim Manager analysiert zu Beginn des Projektes die Produktion des kleinen, mittelständischen Unternehmens. Die Analyse zeigt vier wesentliche Schwachstellen auf, die sich jedoch von einem Interim-Spezialisten beheben lassen – weil er sich ausschließlich dieser Aufgabe widmen kann.

 

Schwachstelle 1: Montage erfordert zu viel Nachbearbeitung

Schwachstelle 2: Rüstzeiten zu hoch

Schwachstelle 3: 5S, TMP, KVP, SMED nicht vorhanden

Schwachstelle 4: Lagerbestände zu hoch

 

Durch das Ausbügeln der Schwachstellen lassen sich erhebliche Einsparpotenziale beim Kunden heben. Der Interim Manager gibt als Ziele aus für:

 

Schwachstelle 1: 240.000 Euro p.a.

Schwachstelle 2: 120.000 Euro p.a.

Schwachstelle 3: 80.000 Euro p.a.

 

Und er schätzt den Liquiditätszuwachs auf 800.000 Euro, der durch die Reduzierung der Lagerbestände auf ein für die Produktion tatsächlich erforderliches Maß möglich ist.

 

Von einem Personalabbau redet die Analyse an keiner Stelle!

 

Wenn das Projekt im Herbst 2015 abgeschlossen sein wird, wird das Unternehmen 255.000 Euro in den Interim Manager investiert haben.

 

Okay, man darf nicht darüber nachdenken, wie viel Geld hier in den vergangenen Jahren versickert ist…

 

Das ist Interim Management, wie ich es liebe!

 

Return on Interim Management: 7 Monate + 800k cash on top!

 

14
November , 2014
Friday

WAS ICH NICHT GERNE TU, MACHST HALT DU – UND DAS IM NU!

Fotograf_Juergen_Becker_Titel_Heavy_GoodsDer Interim Manager registrierte sich im Juli 2012 – und bekam sein Mandat über MANATNET einen Monat später.

 

Der Interim Manager registrierte sich im April dieses Jahres – und bekam sein Mandat über MANATNET sechs Monate später.

 

Der Interim Manager registrierte sich im Juni dieses Jahres – und kündigt fünf Monate später die Zusammenarbeit.

 

Ja, eine solche Bandbreite gibt es tatsächlich.

 

Ich frage mich natürlich, worauf so etwas zurückzuführen ist. Und ich habe eine Theorie – sie mag falsch sein: Die Bandbreite wird definiert durch die extrem unterschiedlich ausgeprägte Erwartungshaltung innerhalb der Gruppe der Interim Manager.

 

Die Interim Manager kommen zu MANATNET, um Mandate zu bekommen. Um Geld zu verdienen. Das ist völlig in Ordnung so und das ist auch die Kernaufgabe jedes Interim Providers. So weit, so gut.

 

Die eine Gruppe von Interim Managern hat verinnerlicht, dass die Entscheidung, Interim Manager zu werden, eins unweigerlich zur Folge hat: Professioneller Vertrieb in eigener Sache!

 

Sie wissen, dass sie künftig tun müssen, was sie bisher so gut wie nie gemacht haben: sich selbst zu verkaufen. Mit allem, was dazu gehört. Von Strategie bis USP über Zielgruppen und Kanäle bis hin zur Preisgestaltung und Sicherstellen des eigenen Marktwertes über die nächsten Jahre.

 

Terra incognita und obendrein eine Heidenarbeit, die zudem eine enorme Ausdauer, ja Zähigkeit erfordert.

 

Diese Gruppe weiß, dass Interim-Provider ein weiterer, ein wichtiger Vertriebskanal sind – im Kern nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Provider erreichen Kunden, die diese Interim Manager vielleicht nicht selbst erreichen und Provider sind – aus meiner Sicht vielfach unterschätzt – wertvolle Sparringspartner.

 

Die andere Gruppe von Interim Managern hat eine andere Erwartungshaltung: Für sie sind Interim Provider der hauptsächliche, wenn nicht ausschließliche Vertriebskanal – unter dem Motto: „Ich gehe doch nicht Klinkenputzen!“

 

Ich respektiere beide Gruppen, natürlich, jedoch halte ich die Erwartungshaltung der zweiten Gruppe für gefährlich: Das mag gut gehen, aber eine derart ausgeprägte Abhängigkeit birgt halt elementare Risiken in sich. Bemerkenswerter Weise würden die meisten Interim Manager die Finger in eben diese Wunde legen, sollte ihr Kunde sich in eine vergleichbare Abhängigkeit begeben haben.

 

Natürlich verstehe ich, dass nicht jeder gern Vertrieb macht. Das hat nicht zuletzt mit unserer Sozialisierung zu tun.

 

Natürlich verstehe ich, dass der eine oder andere Interim Manager möglichst schnell ein neues Mandat braucht, weil z. B. eine Flaute die Reserven stark angegriffen hat.

 

Natürlich verstehe ich, dass nicht jeder erkennen kann, wie sehr sich das Verkaufen in den vergangenen, sagen wir 20 Jahren verändert hat. Das spiegelt sich zum Beispiel deutlich wider in längeren „Sales-Prozessen“ und einer konsensualen Entscheidungsfindung beim Kunden mit starkem Einfluss des Einkaufs.

 

Natürlich verstehe ich, dass nicht jeder bereit ist, derart in Online- und Offline-Vertriebsmaßnahmen einschließlich kräftiger Kaltakquisition zu investieren, weil das tiefe Schneisen in die eigene Gewinn- und Verlustrechnung schlägt.

 

Das verstehe ich alles! Bis auf vielleicht diese wenig partnerschaftliche, kurzfristige Ausrichtung einiger Interim Manager aus der zweiten Gruppe unter der Überschrift:

 

Was ich nicht gerne tu, machst halt Du und das im Nu!

 

07
November , 2014
Friday

INTERIM PROVIDER: IST DOCH EASY!

Fotograf_Juergen_Becker_Titel_Interim_Provider:_ist_doch_easyIm Interim Management habe ich alles erlebt. Dachte ich.

 

Unternehmen, die insolvent wurden. Interim Manager, die insolvent wurden. Tolle Kunden mit tollen Projekten (ganz besonders das AIMP-Restrukturierungsmandat des Jahres 2014) und einen Internet Marktplatz für professionelle Interim Manager, der sichtbar und deutlich an Zuspruch gewinnt. Die monatlichen Zugriffszahlen weisen dies nach – eindeutig.

 

Interim Manager, die unsere Registrierungsgebühr als „sittenwidrig“ bezeichnen, krümelkackende Kunden, die mit mir um die Cent-Beträge für die Nutzung des Interim Manager-eigenen PKWs streiten und Konzerne, die mir unverfrorene Zahlungsziele aufdrücken und sie dann auch noch um den Faktor zwei überschreiten.

 

Und nicht zuletzt: Die den Haaren die Farbe schlürfend entziehende Titanen-Arbeit am Marktplatz MANATNET selbst – mit meinem nimmermüden Berliner Partner April & June an der Seite.

 

Ich hab‘ wirklich alles erlebt. Dachte ich.

 

Dann fiel die folgenschwere Entscheidung für das systemunterstützte Controlling der Unterlagen auf ihre Aktualität – für jeden einzelnen Interim Manager bei MANATNET. Ich bin an dieser Stelle darauf eingegangen. Denn: Solange ich selbst die Interim Manager für die Unternehmen suche und der Interim Manager Qumran Rollen finde, kann ich eingreifen und (Image-) Schaden abwenden: „Senden Sie mir bitte schnell Ihren aktuellen Lebenslauf!“ [Anmerkung: Grotesk!] Wenn ein Kunde selbst jedoch einen Lebenslauf aus dem Jahr 2010 (oder gar älter!) vom Marktplatz abruft, gibt´s Ärger, denn: Wer antike Schriften sucht, geht woanders hin!

 

Dieser Aufwand ist exorbitant hoch und durch nichts zu rechtfertigen, der Ärger ist überflüssig und schadet – dem Interim Manager und MANATNET! Vor allem aber: Ich will mich nicht mit solch einem Kram beschäftigen! Also muss ein anderer Weg her: Bei MANATNET ist ein solcher alternativer Weg dann stets ein elektronischer.

 

Alles ist fertig!

 

Und dann kommt der frohgemute Anruf von meinem Partner aus Berlin: „Herr Becker, jetzt brauchen wir nur noch den Aufsetzpunkt für das System!“

 

„Den was?“

 

„Na, ja. Für ab jetzt neu hinzukommende Interim Manager hält das System das selbst nach. Aber für die bereits registrierten Interim Manager: Da muss das System ja wissen, von wann jeder Lebenslauf ist, damit es definieren kann, was „alt“ ist und wie es agieren soll!“

 

Sie kennen das: So etwas wie ein Blitz züngelt durch die Magen- oder Herzgegend!

 

Adrenalin-befeuert windet sich durch das sachorientierte Halb meines Hirns: 500 Interim Manager – 500 Lebensläufe – einige davon sicher alt und würden vom System als unbrauchbar gesperrt – Eingreifen erforderlich – Standardmail vom System ohne Vorwarnung geht gar nicht: Verärgert Deine Interim Manager.

 

Die emotionale Hälfte hebt den Finger und meldet sich zu Wort: Nachtschicht! Friedensstiftende Maßnahme im familiären Umfelde unnötig: Sohn in München. Ehefrau leidensfähig. Zudem gerade mit schwerer Erkältung darnieder. Schläft ohnehin fest…

 

Whisky-Verbot. Rotwein-Verbot. Schlimmer geht’s nimmer! Es gibt solche Tage und es hilft nichts: Du musst konzentriert bleiben:

 

Die erste Mail geht raus um 16.23 Uhr

 

Von: Jürgen Becker
Gesendet: Montag, 3. November 2014 16:23
An: Interim Managerin
Betreff: IHR LEBENSLAUF BEI MANATNET IST VERALTET

 

Hallo Frau Interim Managerin,

 

Ihr Lebenslauf, den Sie bei MANATNET hinterlegt haben, ist von 2006 und damit völlig veraltet. Bitte laden Sie Ihr aktuelles Dokument hoch und ergänzen Sie Ihre fachlichen Profildaten um die vergangenen acht Jahre.

 

Bis dahin habe ich Ihre Daten deaktivieren lassen.

 

Mit freundlichem Gruß

 

Jürgen Becker

Manager Network GmbH

 

Später werde ich erstmals in meinem Leben mitbekommen, dass Outlook während der Arbeit die Markierung meiner Mails im Order „Mails versendet“ ändert von „Datum: heute“ auf „Datum: gestern“.

 

Etwas später signalisiert mein Körper: Hey, hast Du sie noch alle?

 

Ich höre seit geraumer Zeit auf meinen Körper [irgendwo in Baden bricht gerade eine Ehefrau in schallendes Gelächter aus]. Und versende folgsam die letzte Mail vor der Flucht ins Dunkel des Schlafzimmers um 0.45 Uhr

 

Von: Jürgen Becker
Gesendet: Mittwoch, 5. November 2014 00:45
An: Interim Manager
Betreff: IHR LEBENSLAUF BEI MANATNET IST VERALTET

 

Hallo Herr Interim Manager,

 

Ihr Lebenslauf, den Sie bei MANATNET hinterlegt haben, ist von 2010 und damit veraltet. Bitte laden Sie Ihr aktuelles Dokument hoch und ergänzen Sie Ihre fachlichen Profildaten um die vergangenen vier Jahre.

 

Bis dahin habe ich Ihre Daten vorsichtshalber deaktivieren lassen.

 

Mit freundlichem Gruß

 

Jürgen Becker

Manager Network GmbH

 

 

Kurz vor fünf pocht eine Windung meines Hirns von innen an die Schädeldecke: Genug geruht. Weiter!

 

Von: Jürgen Becker
Gesendet: Mittwoch, 5. November 2014 05:03
An: Interim Manager
Betreff: QUALITÄTSSICHERUNG: IHR LEBENSLAUF

 

Hallo Herr Dr. Interim Manager,

 

wir stehen unmittelbar vor der Einführung eines systemunterstützten Controllings für die Daten aller Interim Manager. Prüfen Sie bitte noch mal, ob Sie die aktuelle Version Ihres Lebenslaufes hochgeladen haben und ob Ihre fachlichen Profildaten Ihre Erfahrung in vollem Umfang widerspiegeln?

 

Mit freundlichem Gruß

 

Jürgen Becker

Manager Network GmbH

 

Fertig bin ich gut sieben Stunden später – in jeder Hinsicht: Jeden einzelnen Interim Manager bei MANATNET habe ich kontaktiert, es sei denn, sein oder ihr Lebenslauf ist von 2014: Persönlich und individuell. Dies ist die letzte:

 

Von: Jürgen Becker
Gesendet: Mittwoch, 5. November 2014 12:38
An: Interim Manager
Betreff: IHR LEBENSLAUF IST MÖGLICHERWEISE VERALTET

 

Hallo Herr Interim Manager,

 

Ihr Lebenslauf, den Sie bei MANATNET hinterlegt haben, ist von 2013 – nicht kritisch also. Sollten Sie jedoch eine aktuellere Version haben: Bitte laden Sie dann Ihr aktuelles Dokument hoch und ergänzen Sie doch bitte Ihre fachlichen Profildaten um die vergangenen knapp zwei Jahre.

 

Da wir unmittelbar vor der Einführung eines systemunterstützten Controllings für die Daten aller Interim Manager stehen, ist das wichtig, um eine Art „Nullpunkt“ zu setzen.

 

Mit freundlichem Gruß

 

Jürgen Becker

Manager Network GmbH

 

 

Insgesamt habe ich 213 Interim Manager und Managerinnen angesprochen.

 

Ich bin platt!

 

Dann schlagen die Antworten auf…

 

Die Tastatur fragt zaghaft, ob ihr ein Streikrecht zusteht. Ich schaue sie mitleidig an – spendiere ihr aber ein fusselfreies Reinigungstuch.

 

Aber ansonsten gilt:

 

Interim-Provider: Ist doch easy!

 

31
October , 2014
Friday

STORYTELLING IM INTERIM MANAGEMENT

Fotograf_Juergen_Becker_Titel_Hyde_Park_Speakers_Corner_1983Das Interim-Providing gilt nicht unbedingt als Hort übersprudelnder Innovationsfreude. Zumindest aus meiner, wie stets, unmaßgeblichen Sicht. Und so provoziere ich dann auch gern einmal und sage keck in größerer Runde: „Fast alle Interim-Provider betreiben doch ihr Geschäft seit dreißig Jahren praktisch unverändert! Wer eigentlich glaubt, dass das ein überzeugendes Konzept für die Zukunft sei?“

 

Und sammele Kritik im Gegenzug zu dieser Einschätzung – gar mannigfach.

 

Wenn wir jedoch genügend Ruhe und Rotwein intus haben, dann erkennen wir die immer gleichen Mantras:

 

(1) Wir kennen alle unsere Interim Manager.

 

(2) Wir liefern Qualität für unsere Kunden.

 

(3) Und: Wir wissen, welcher der richtige Interim Manager oder die richtige Interim Managerin für die jeweilige Situation beim Kunden ist.

 

Der Minister der Finsternis muss seiner Natur gemäß hinter all dem ein Fragezeichen machen. Jedoch ist das an dieser Stelle eher unerheblich.

 

Dennoch müssen wir Interim-Provider uns fragen: „Wie lange kann es gut gehen, wenn wir das Gleiche in der gleichen Art und Weise anbieten – die Welt um uns herum sich jedoch zwischen deutlich bis dramatisch geändert hat? Und sich weiter ändern wird…“

 

Was hat sich geändert, wenn wir von der wuchtigen Omnipräsenz des Internets einmal absehen? [An dieser Stelle möchte ich meine Leser keinesfalls langweilen: Meine Meinung hierzu ist hinlänglich bekannt – und hat sich in meinem Lebenswerk MANATNET manifestiert – besser digifestiert.]

 

Zunächst ist das Interim-Geschäft größer geworden. Vereinfacht heißt das: Im Laufe der vergangenen Jahre haben mehr Unternehmen mehr Interim Manager beauftragt. Und von AIMP bis DDIM erwarten alle, dass das so weitergehen wird.

 

Ich folgere daraus, dass das Interim Management für die Unternehmen grundsätzlich normaler geworden ist und weiter noch normaler werden wird. Damit wird der heute zweifelsohne bei erstaunlich vielen (vor allem mittelständischen) Unternehmen noch vorhandene Grad der Unsicherheit und der Angst, etwas auf unbekanntem Terrain falsch zu machen, deutlich abnehmen.

 

Im Gegenzug wird damit der Ansatz „Ich kenne die Interim Manager und ich kann Dir deshalb den richtigen für Deine Aufgabe empfehlen!“ mehr und mehr ins Leere laufen. Ich schaue hierbei durchaus auf die Personalberater im Executive Search: Auch hier erwarten die Unternehmen eine professionelle Vorauswahl, die die Spreu vom Weizen trennt – und damit Zeit und Geld fürs Unternehmen spart. Aber die Entscheidung, welche Kandidaten eingeladen oder gar eingestellt werden sollen, trifft das Unternehmen ganz allein. Mal ganz ehrlich: Wie sollte das auch anders sein?

 

Ganz besonders gilt das für die deutschen Unternehmen, die in der Breite nicht von schlappem Selbstbewusstsein gegeißelt sind, sondern im tiefen Innern ohnehin wissen, was für sie am besten ist – zumindest aber, daran fest glauben.

 

Für unser Interim-Geschäft erwarte ich deshalb, dass es sich in Zukunft zu den bereits jetzt geläufigen Prozessen in den Unternehmen für die Personalbeschaffung gesellen und somit in die darauf ausgerichteten Bereiche delegiert wird – wenn wir von harten Sanierungs- und Restrukturierungsfällen einmal absehen. Hier sollte wohl das Top-Management die Entscheidungen treffen – schon aus Eigeninteresse: Immerhin geht es hierbei um das Unternehmen als Ganzes.

 

Dies bedeutet jedoch, so schwer diese Erkenntnis auch zu verdauen sein mag, die Interim-Provider werden sich zu ganz normalen Lieferanten der Unternehmen entwickeln: Hier werden dann viele Dinge für die Unternehmen wichtig sein und es kommen mir zum Beispiel Spezialisierungen oder Preisvorteile in den Sinn – nicht jedoch die persönliche Empfehlung des Providers.

 

Dennoch glaube ich nicht, dass das eine kurzfristige Entwicklung sein wird. Allein in diesem Monat habe ich zwei Anfragen von Unternehmen erhalten, die mir frank und frei gesagt haben, „dass sie das noch nie gemacht hätten“ (also: einen Interim Manager gesucht).

 

Was hat diese Neuland-betretende Kundengruppe gemein? Sie hat Sorge, etwas falsch zu machen. Diese Sorge hat mannigfache Facetten – von, natürlich: Ist das der richtige Interim Manager für uns (und wenn nicht, was dann?) bis: Kann der das wirklich und sofort leisten, was wir jetzt so dringend brauchen?

 

Am Ende, wenn die Kandidaten beim Kunden vor Ort vorgestellt worden sind, da kommt dann schon gern einmal vom Kunden ein „Donnerwetter: Das hätten wir nicht gedacht!“

 

Der Weg bis zu diesem „Das hätten wir nicht gedacht!“ ist gepflastert mit Geschichten, die ich erzähle. Geschichten darüber, wie andere Kunden vorgegangen sind, was sie erlebt haben und wie das Ganze am Ende ausgegangen ist. Natürlich gehe ich dabei gern auf unser AIMP-Restrukturierungsprojekt des Jahres 2014 ein.

 

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Das ist etwas völlig anderes als der Job des landesweit missionierenden Wanderpredigers („Watt is en Interim Manager? Da stelle mer uns ma janz dumm….“), den meine Kollegen und ich noch vor Jahren ausgeübt hatten. So kann ich mich kaum noch erinnern, wann ich zum letzten Mal unser Rechenmodell „Vergleich der Kosten Festanstellung vs. Interim Manager“ ausgegraben und beim Kunden eingesetzt habe!

 

Ein Geschichtenerzähler bin ich also geworden. Laut Wikipedia sind „Geschichtenerzähler Personen, die in vielen Kulturen religiöse, kultische oder bildungserzieherische Aufgaben wahrnehmen“.

 

Der Minister der Finsternis in einer Linie mit Minnesängern, Troubadouren und Hofnarren: Na, ganz großes Kino!

 

„Dafür haben wir Referenzen!“, wird der eine oder andere Kollege jetzt einwenden, „Die decken das ab!“ Ich denke, das können sie nicht.

 

Weil ihnen die emotionale Ebene fehlt. Und ich denke nicht, dass man Unsicherheit und Sorgen auf der rationalen Ebene abfangen kann.

 

Wir müssen stattdessen auf die emotionale Ebene! Viele professionelle Verkäufer werden dem zustimmen.

 

Bis unser Interim-Geschäft in der Breite bei den Unternehmen angekommen ist, werde ich deshalb versuchen, eine Fähigkeit weiter auszubilden – mindestens bis dahin:

 

Storytelling im Interim Management.

 

24
October , 2014
Friday

5 WHISKYS – UND 4 IMPULSE FÜRS INTERIM MANAGEMENT

Fotograf_Juergen_Becker_Titel_only_the_smartphone_reminds_me_of_interim_managementEs fällt mir schwer, den „Workaholic“ abzulegen. Gern gebe ich zu: Lange Jahre war ich sogar stolz darauf. Nun ist es durchaus nicht so, dass ich inzwischen mein Seelenheil im Nichtstun finden möchte.

 

Ich arbeite noch immer sehr viel und sehr schnell. Beides verschlägt dem einen oder anderen Kollegen im AIMP noch immer die Sprache.

 

Aber ich arbeite nicht mehr nur noch: Siebzig, achtzig Stunden. Wochenende: Was ist das? Feiertage? Wie toll: Kannst mal in Ruhe arbeiten!

 

Urlaub: Eher störend…

 

Warum ist das jetzt anders?

 

Zunächst die banale Erkenntnis: Du hast keine Freude mehr! Für ein freudloses Leben sehe ich mich jedoch nicht auf diesem Planeten.

 

Dann aber, mindestens genauso wichtig: Du bekommst keine Impulse mehr, drehst Dich stattdessen im Kreis – um Dich selbst und die immer gleichen Themen. Das jedoch ist die denkbar schlechteste Grundlage für Dein Interim-Geschäft – sowohl, was den Inhalt Deiner Arbeit angeht, dann aber auch, was Deine Innovationsorientierung für eben dieses Geschäft angeht.

 

So wirst Du langfristig nur scheitern können – selbst wenn die Akzeptanz Deines Babys MANATNET unaufhaltsam zuzunehmen scheint: Wenn ich die Zugriffszahlen als Messlatte anlege. „Deine Zugriffszahlen sind gigantisch!“, schrieb mir gestern ein alter Schulfreund – ein Intellektueller aus einer anderen Welt (Soziologe), auch deshalb ein idealer Sparringspartner für mich.

 

Deine Zugriffszahlen sind gigantisch – und doch wirst Du langfristig nur scheitern können. Nicht weil MANATNET kaputt gehen wird, sondern Du selbst!

 

Früher hätte ich darauf mit einem nochmals erhöhten Arbeitsvolumen reagiert, um diese Situation zu ändern. Heute steige ich aus. Temporär.

 

Mein Bruder steigt auf die Berge. Ich steige auf ein Schiff.

 

Auf ein Schiff, das mich auf eine Insel bringt. Dieses Mal nach Helgoland. Es geht um Distanz. Distanz nicht nur mental, nein, ganz wichtig: auch räumlich.

 

Schlaf- (nicht: Liege-) Wagen, Katamaran, kleines Hotel des ehemaligen Bürgermeisters – und dann das Ganze retour.

 

Dazwischen liegen neben Schlafen, Sauna und einer erstaunlich durchschnittlichen Kulinarik: Zwanzig Kilometer Foto-Tour und zwei Stunden Fachsimpeln mit zwei völlig fremden, dafür sehr sympathischen Menschen über den Whisky, den man am besten mitnehmen solle.

 

Und kein Rechner. Nur das Smartphone erinnert daran…

 

Fotograf_Juergen_Becker_Titel_only_the_smartphone_reminds_me_of_interim_management

Zurück an eben diesem Rechner – mit freiem Blick auf 5 Flaschen Whisky – verschlossen, vier davon verzollt. Einer kommt aus Indien und reifte jahrelang auf Helgoland – in zwei unterschiedlichen Fässern. (Impuls 1: Mitunter musst Du Deine Grenzen verlassen, um Neues zu schaffen!)

 

Der Rechner hat inzwischen rund 150 Fotos von der Kamera übernommen und ich habe weit über 100 zur Löschung vorgemerkt. Nicht nur im Interim Management ist mein Qualitätsanspruch sehr hoch!

 

Meine Olympus OM-D EM 5 im Härtetest. Hochgezüchtete, digitale und spiegellose Systemkamera mit ebenso hochgezüchteten Objektiven – ausnahmslos völlig anders gerechnet als ihre Vorgänger aus analogen Zeiten. Weil das Licht eben nicht mehr zentriert auf den Film, sondern weitgehend parallel auf die Pixel des Sensors fallen muss. (Impuls 2: Mitunter musst Du aufgeben, was weit über hundert Jahre richtig war!).

 

Fotograf_Juergen_Becker_Titel_sceptical_but_perfectly_dressed

Dennoch erlaubt sie klaglos – fast gütig lächelnd – das Andocken sämtlicher alten Scherben meines OM-Systems aus den siebziger bis neunziger Jahren. Und liefert unfassbar schöne Ergebnisse:

 

Vielleicht nicht so knackscharf wie möglich, dafür luftig und mit einem wunderschönen Bokeh. (Impuls 3: Neu geht mit alt! – und Impuls 4: Es kann sich lohnen, „Altes“ zu bewahren!)

 

Am Ende einer tollen Auszeit stehen:

 

5 Whiskys – und 4 Impulse fürs Interim Management.

 

 

17
October , 2014
Friday

MEHR UND MEHR GEFÄLLT MIR DIESES MANATNET-VIDEO!

INTERVIEW_MANATNET_4FREELANCE

Ungern gebe ich Interviews zum Interim Management. Viel zu oft muss ich über das kleine Einmaleins des Interim Managements reden, weil mein Gegenüber sich nicht in die Grundlagen unseres Geschäftes eingelesen oder gar eingearbeitet hat.

 

Viel zu oft werde ich dann in einem Umfeld zitiert, in dem ich letztlich nicht gern zitiert werde – oder noch ärger: Gar nicht erst aufgetaucht wäre. Hierzu gehören alle Feuerwehr- und Helikopterstories sowie Heldensagen, die mir regelmäßig den Atem rauben.

 

Timo Bock von 4freelance habe ich hingegen sehr gern ein Interview gegeben: Ich kenne ihn seit Jahren, er hat gute Ideen (z. B. für eine Freelancer-Genossenschaft (!) oder aber ein Bewertungsportal für Vermittlungs-Agenturen), er twittert meine Blogeinträge (wofür ich ihm sehr dankbar bin) und vor allem: Er weiß, wovon er redet. Wie erfrischend!

 

Wir haben dieses Interview am vergangenen Freitag über Skype geführt und aufgezeichnet. Es ist ungekünstelt, ehrlich und ohne jedes Marketing-Geblubber. „Authentisch“, wie man heute sagt.

 

Ich höre sie schon, die Reichsbedenkenträger: Aber Becker, damit machst Du doch Werbung für 4freelance….! Und das auf Deinem auf das professionelle Interim Management spezialisierten Internet-Marktplatz! Für Freelancer! Vade retro me, Satana!

 

Blödsinn: Die Internet-Welt tickt anders. Und: Ich mache das sogar gern, denn dahinter steckt ein guter Kopf…!

 

Sicherlich bin ich befangen, wie so oft. Jedoch:

 

Mehr und mehr gefällt mir dieses MANATNET-Video!

 

10
October , 2014
Friday

KEIN INTERIM MANAGER MAG SOLCH EIN VARIABLES MODELL!

Quelle_www.piqs.de_Fotograf_Rolands_Lakis_Titel_bernadetaFür eine Werksverlagerung ins Ausland sucht der Kunde einen Interim Manager als Qualitätsspezialisten für den Aufbau sämtlicher Qualitätssysteme und die Implementierung einer Qualitätsorientierung am neuen Standort im Ausland.

 

Keine triviale Übung also. Dennoch sind bei MANATNET professionelle Interim Manager registriert, die das können – natürlich.

 

Das Anforderungsprofil, das ich gemeinsam mit dem Kunden erarbeitet habe und ihm nunmehr zur Freigabe vorlege, endet mit dem Satz:

 

Interim Manager aus dieser Liga erwarten typischerweise Tagessäte zwischen 1.100 und 1.500 Euro (plus Spesen und MwSt.). Zusätzliche Kosten für MANATNET fallen nicht an.“

 

Der Kunde antwortet:

 

„Dieser Punkt sprengt unser Budget: Bei 9 Monaten ergibt das rund 200.000 EURO. Ich stelle mir ein geringes Fixum vor (maximal 5-10.000 Euro pro Monat) sowie zusätzlich eine Ergebnis-abhängige Prämie. Ziel ist, die externen Prüfkosten um 500.000 Euro zu senken. Ein Teil der Einsparung wird als Prämie ausbezahlt (10 – 20%).“

 

Ich empfinde variable Anteile als hochgradig normal. Bereits im Jahr 1997 war mein Geschäftsführervertrag im debis Systemhaus durch einen variablen Anteil von 50 Prozent gekennzeichnet. Eine Zahl, die noch heute selbst den Menschen in Festanstellung das Blut in den Adern gefrieren lässt, die sich selbst ohne zu Zögern als unternehmerisch denkend und handelnd beschreiben. Also so gut wie allen.

 

Auch im Interim Management sind variable Anteile durchaus nichts Ungewöhnliches. Und ich kenne so manches As unter den Interim Managern, das darauf sogar recht gern einsteigt. Denn dem „Downside Risk“ steht ein „Upside Potential“ gegenüber. Und Asse denken in „Upside Potentials“!

 

Ein „Upside Potential“ muss jedoch dem Risiko zwingend gegenüberstehen. Anderenfalls wird der Interim Manager ein solches Modell als verdecktes Preisdrücken ohne Gegenleistung des Kunden verstehen und daher ablehnen.

 

Wenn ich für das oben skizzierte Modell für die Option 1 (ohne variablen Anteil) einen Tagessatz von 1.200 Euro unterstelle, wird der Interim Manager über die Option 2 (mit variablem Anteil) in jedem Fall deutlich weniger verdienen – selbst wenn ich jeweils die maximal angedachten Werte ansetze für Fixum, Zielerreichung und Anteil des Interim Managers:

 

Variables Vergütungsmodell

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich rede mit dem Kunden, natürlich, und versuche, seine Interessen und die der möglichen Kandidaten zur Deckung zu bringen.

 

Vielleicht gelingt es ja.

 

Wenn nicht, wird es nichts werden mit diesem Mandat. Denn:

 

Kein Interim Manager mag solch ein variables Modell!

 

03
October , 2014
Friday

UNRUHE STIFTE ICH GERN IM INTERIM MANAGEMENT!

Fotograf_Juergen_Becker_Titel_Interim_Management_Blog_Unruhe_kleinQualität im Interim Management. Das Thema des AIMP-Regionalforums vorgestern war alles andere als trivial. Und wenn Dietmar von Polenz in seinem Vortrag ziemlich unverblümt vorschlug, wir Provider sollten uns doch einmal in der Automobilindustrie umschauen, dann unsere eigene Wertschöpfungskette im Detail beschreiben und anschließend versuchen, jede einzelne Stufe zu verbessern: Das hatte schon was!

 

Ich liebe solche Sachen: Sie brennen sich in mein Hirn und beschäftigen mich in den nächsten Wochen unter der Überschrift „Was ist da dran und wie kann ich dadurch besser werden?“

 

Dieses „Wie kann ich (dadurch) besser werden?“ hat bemerkenswerter Weise auch mein Kollege Dr. Harald Schönfeld in seinem Vortrag angesprochen – ohne dass sich die beiden abgesprochen hätten. Und er hat viel Raum seiner Überzeugung gewidmet, dass Qualität durchaus auch mit Beziehungen zu tun hat – ja, dass Beziehungen eine wesentliche Qualitätskomponente sind.

 

Ich habe in meinem Beitrag „Qualitätssicherung auf einem Internet-Marktplatz: Geht das?“ das systemische Qualitätscontrolling vorgestellt, das auf den Entwicklungsmaschinen von MANATNET bereits läuft und das wir im Laufe des Oktobers einführen werden.

 

Sehr vielschichtig ist dieses Thema also – und auch die Diskussionen im Plenum und nachher zeigten das: Die Vorschläge reichten vom „Detaillierten Lebenslauf in der Langversion, der die dahinterstehende Person in einer Art beschreibt, dass der Leser auch die Person erkennen kann – nicht nur ihre beruflichen Stationen“ bis hin zum „AIMP-Index der Kundenzufriedenheit“.

 

Dennoch habe ich ganz persönlich den Eindruck gewonnen, dass dem „Wie können wir alle besser werden?“ ganz enorme Beharrungskräfte gegenüberstehen – in der tiefen Überzeugung: „Wir sind alle eh gut, sonst wären wir nicht in diesem Geschäft!“.

 

Dies ist ohne jeden Zweifel richtig!

 

Dennoch gilt (letztlich hasse ich es, anderer Leute Bonmots zu verwenden, aber das hier passt zu gut!):

 

„Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein!“ (Philip Rosenthal, Unternehmer)

 

Ich bin kein Mensch, der in Extremen denkt: Gut und Schlecht. Richtig und falsch. Schwarz und Weiß oder vergleichbare Pole.

 

Ich denke in Schattierungen – in Kopf und Seele offen. Und ich habe erstmals vorgestern meinen AIMP-Kollegen gegenüber formuliert, dass wir aus meiner Sicht unser Geschäft seit satten dreißig Jahren unverändert durchziehen – und dass ich daher davon überzeugt bin, dass wir auf diese Weise die nächsten dreißig Jahre nicht überleben werden.

 

Vor dreißig Jahren gab es sicher kein Internet und auch keinen massentauglichen Mobilfunk. Und außerhalb meiner Welt: Autos verpesteten die Luft ohne Katalysator und Fotos wurde auf der Grundlage von Silberhalogeniden erstellt.

 

Dass der Weltmarktführer Kodak untergehen könnte oder dass Hersteller in existenzielle Bedrängnis kommen würden, wenn ihre (Digital-!) Kameras nicht in der Lage sind, Bilder unmittelbar nach dem Fotografieren drahtlos in einen den Datenschutz frohgemut negierenden Moloch hochzuladen: Das war damals ganz sicher unvorstellbar!

 

Das meine ich.

 

Unser Interim Management ist in Deutschland aus meiner Sicht weit weniger etabliert als wir alle bisher angenommen haben.

 

Damit haben wir noch enorme Wachstumspotenziale, denn wir bieten den Unternehmen eine tolle Dienstleistung – die Provider gemeinsam mit den Interim Managern: Dietmar von Polenz hat das sehr schön herausgestellt!

 

Zahllose erfolgreiche Mandate zum (Achtung!) Wohle des Kunden belegen das.

 

Dennoch können wir uns an dieser Stelle nicht ausruhen. Allein die Möglichkeit, dass die Kunden aus den vergangenen dreißig Jahren anders denken und handeln könnten als die Kunden der kommenden dreißig Jahre sollte zu erheblicher Unruhe auf unserer Seite führen.

 

Deshalb ruhen wir uns im AIMP auch nicht aus.

 

Wir haben Arbeitspakete zu den Themen „Qualität“ und „Innovation“ definiert und insgesamt sieben Mitglieder arbeiten daran.

 

Das Thema „Qualität“ erfordert womöglich Kollegen mit einer Ausprägung, die die MANATNET-Datenbank als „prozessorientierter Strukturierer“ bezeichnet.

 

Das Thema „Innovation“ braucht hingegen den „Kreativen Zerstörer, den Unruhestifter“.

 

Unruhe stifte ich gern im Interim Management!

 

26
September , 2014
Friday

INTERIM MANAGEMENT-SANDWICH

Fotograf_Juergen_Becker_Titel_Interim_Management_SandwichNatürlich wissen meine Freunde, was Interim Management ist. Damit sind sie weiter als eine überraschend hohe Anzahl Unternehmen in Deutschland – immerhin ein Land, das sich gern als Wirtschaftsmacht bezeichnet. Wohl auch zu Recht, hat doch der deutsche Export im Juli dieses Jahres erstmals die 100 Mrd.-Marke geknackt.

 

Ich finde das toll. Ich bewundere das sogar. Und hier schwingt keinerlei Ironie oder Spott von meiner Seite durch – zumindest nicht bewusst.

 

Wenn mich meine Freunde jedoch fragen, wie das Interim Management denn aktuell so liefe, dann bin ich hin und hergerissen.

 

Auf der einen Seite hangelt sich mein Marktplatz MANATNET, der sich bekanntlich auf das professionelle Interim Management in der D-A-CH-Region konzentriert, von einem Rekord zum nächsten: Benutzer („Unique Visitors“), Datenbankzugriffe und folglich Conversion Rates (Wie viele Besucher von MANATNET gehen dann an die Datenbank und suchen nach Interim Managern?).

 

Alles bestens also.

 

Sollte man denken.

 

Im tatsächlichen Projektgeschäft sieht das jedoch leider ganz anders aus.

 

Die Anrufe kommen wie immer: „Herr Becker, können Sie uns helfen? Wir brauchen einen Interim Manager, der das und das kann [Anmerkung: stets viel]. Und das bitte kurzfristig!“

 

Wie ausnahmslos immer hat solch ein Anruf auf meiner Seite absolute Priorität, vor meinem Blog, vor dem AIMP, vor meiner Familie: Vor dem Wochenende – das deshalb in bemerkenswerter Regelmäßigkeit draufgeht. Die Interim Manager von MANATNET werden bestätigen, dass ich hier keinen Mist erzähle.

 

Dann bedanken sich die Unternehmen – höflich, mitunter begeistert ob der Kundenorientierung bei MANATNET.

 

Und das war´s dann erst einmal.

 

Damit beginnt die Wartezeit bei mir. Warten auf ein Feedback. Irgendeins. Einen Anruf. Eine Mail. Eine SMS. Snailmail. Brieftaube. Irgendetwas….

 

Jedoch: Nichts!

 

Nicht einmal ein: „Hier geht alles drunter und drüber. Tut mir leid, Herr Becker, aber wir werden in den kommenden „n“ Wochen an dieser Sache kein Stück weiterarbeiten!“

 

Der Rekord in diesem Jahr: Anruf am 2. August. Seitdem: Hängepartie.

 

Trotz Follow-up von meiner Seite, natürlich. Telefon: Wird nicht abgenommen. Oder: „Ist im Meeting.“ und meiner Bitte um Rückruf wird nicht entsprochen. Oder: Anrufbeantworter und meiner hinterlassenen Bitte um Rückruf wird nicht entsprochen. Oder: E-Mail mit der Bitte um Status. Keine Antwort.

 

Das ist schon krass!

 

Auf der anderen Seite stehen die Interim Manager, die ich vorgestellt hatte und die wissen möchten, wie die Projekte sich weiter entwickeln. Aus vielerlei Gründen – und sei´s auch nur für die eigene Planung.

 

Und ich kann nichts sagen. Über Wochen nichts. Gar nichts!

 

Die Interim Manager halten mich für unprofessionell.

 

Oder den Kunden.

 

Oder beide.

 

Ich hasse diese Situationen zutiefst, in die mich solche Unternehmen hineinmanövrieren. Und fühle mich als:

 

Interim Management-Sandwich.

 

19
September , 2014
Friday

DA GEHT NOCH WAS IM INTERIM MANAGEMENT!

©_Gaetano_Gross_Titel_Aphrodite_DadaJeweils Ende September entscheide ich bei MANATNET über die Preisgestaltung im Interim Management für das kommende Jahr. Deshalb haben unsere Preislisten in aller Regel ein Datum aus dem September oder Oktober.

 

Um es gleich vorweg zu sagen: Unsere Preise bleiben unverändert!

 

Dennoch möchte ich meinen heutigen Blogeintrag dazu nutzen, um einen vorsichtigen Blick in meine ganz persönliche Glaskugel mit der Gravur „Alles zur künftigen Preisentwicklung im Interim Management und bei MANATNET im Besonderen“ zu werfen.

 

PROVISIONSSÄTZE

 

Es gibt für mich überhaupt keinen Zweifel daran, dass in Deutschland langfristig die Provisionssätze für Interim-Provider grundsätzlich und auf breiter Front sinken werden. Warum? Im Zuge einer einsetzenden Normalisierung des Interim-Geschäftes weg vom „Feuerwehr-Retter-Helikopter“-bebilderten Image hat der Wettbewerb in den vergangenen sagen wir drei Jahren erheblich zugenommen. Ich schreibe bewusst: „einsetzenden“, denn bis zur tatsächlichen Normalisierung ist es aus meiner Sicht noch ein weiter Weg! In einem durch starken Wettbewerb gekennzeichneten Markt ist jedoch kein Platz für stabile oder gar steigende Preise. Wohin geht aber dann die Reise? Ein Blick auf die Zahlen der IMA, der britischen Provider-Organisation, kann hier sehr gut als Orientierung dienen.

 

Was aber, wenn die praktisch einzige Erlösquelle der Provider deutlich geringer sprudelt?

 

Wenn die bisherigen Erlöse rückläufig sind, dann müssen neue Erlösquellen erschlossen werden. Und bis dahin, besser noch: gleichzeitig, müssen die Kosten runter: Ein Klassiker und ein „No-Brainer“!

 

 

SELBSTBEDIENUNGSKANAL FÜR UNTERNEHMEN

 

Die wesentlichen Kostenarten eines Interim-Providers sind – wie bei den meisten Dienstleistern – Personal- und Raumkosten. Wenn ein Provider die Kosten senken will, muss er also hier ran. Meine Providerkollegen mögen es mir nachsehen: Die Tagessätze für die Interim Manager zu drücken, ist aus meiner Sicht kein Senken der Kosten.

 

Es kann niemanden verwundern, wenn ich (bei meinem beruflichen Hintergrund) hier durchaus Parallelen zum Bankgeschäft und seinem Filialgeschäft sehe.

 

Interim-Provider werden deshalb von den Banken lernen und mittelfristig ihr eigenes „Electronic Banking“, also die Selbstbedienung des Kunden über Internet anbieten müssen. Weil der Kunde Arbeiten selbst erledigt, die damit beim Unternehmen (Provider) entfallen, muss der Selbstbedienungskanal kostenlos sein – wie das Electronic Banking auch. Anderenfalls wird dieser Weg nicht in der erforderlichen Breite akzeptiert werden.

 

Ich behaupte keck: Ein Provider, der das nicht tut, wird langfristig nicht überleben.

 

Wenn sich die Kunden jedoch selbst bedienen: Wofür brauchen sie dann noch die Provider?

 

 

RETAINER

 

Die Kunden brauchen die Provider als Lieferanten von Spezialisten-Wissen!

 

Das Interim Management ist in Deutschland relativ jung und etabliert sich in den Unternehmen nur langsam – mit einem typischen Ergebnis: Es gibt nur sehr wenig Menschen in Deutschland, die sich wirklich auskennen in diesem Geschäft. Und: Ich möchte hier niemandem zu nahe treten, aber gemessen an der hohen Anzahl der Unternehmen ist das dort kaum jemand: Das zeigt das Tagesgeschäft eindeutig.

 

Dies sollte jedoch für die Provider kein Anlass zum Jubel sein! Dennwenn ich das alte McKinsey-Dictum „You have to be in full command of material!“ (“Du musst Dein Geschäft von in vollem Umfang beherrschen!”) als Maßstab für uns Interim Provider nehme, dann denke ich, dass wir selbst hier deutschlandweit kaum die Zahl 100 erreichen werden.

 

Ich gehöre zu diesen 100 – in aller mir eigenen Bescheidenheit.

 

Dieses in mehr als einer Dekade erarbeitete Spezialisten-Wissen (manche meiner AIMP-Kollegen haben noch längere Erfahrung) mache ich sehr gern meinen Kunden zugänglich – aber grundsätzlich nicht mehr als kostenloses „Pre-Sales Investment“ abhängig vom Erfolg einer Vermittlung.

 

Ganz anders sieht das aus für meinen Marktplatz MANATNET, den ich den Unternehmen völlig kostenlos zur Verfügung stelle: Hier können sie uneingeschränkt auf alle Interim Manager und deren durch mich selbst gesicherten Informationen zugreifen – jedoch müssen sie das selbst tun.

 

So gesehen unser „Economy Class“-Angebot – ungeachtet der Tatsache, dass ich mir für die dafür aufgebrachten Mittel inzwischen ein Haus auf Sylt hätte kaufen können.

 

Okay, ein kleines…!

 

Wenn die Unternehmen weitere Dienstleistungen einkaufen möchten wie z. B. die Steuerung des kompletten Prozesses – von der Definition des Anforderungsprofils über Auswahl und Interviews bis zur Vertragsverhandlung – dann bietet MANATNET diese Premium-Dienstleistung natürlich an. So gesehen unsere First Class. Die Preise sind in der First Class bekanntlich andere als in der Economy Class. Zum Ziel kommen Sie jedoch auf beiden Wegen.

 

Deshalb gehört MANATNET zu den wenigen Interim-Providern, die für ihre Premium- Dienstleistung Geld verlangen. Ich erwarte, dass uns die meisten anderen in den kommenden Jahren folgen werden. Warum? Weil die Wertschöpfung im Interim Management dauerhaft nicht durch die reine Vermittlung erfolgen kann, sondern durch das Bereitstellen von Insider-Wissen.

 

 

REGISTRATION FEE

 

MANATNET-intern gilt die Registrierungsgebühr in Höhe von 150 Euro (plus MwSt.) als Kostenerstattung für unsere Werbemaßnahmen für den neuen Interim Manager und für die abschließende Qualitätssicherung durch mich persönlich. Bei dem einen oder anderen interessierten Neuling gilt sie stattdessen als sittenwidrig oder gar als Wucher.

 

Für alle Interim-Provider ist die Qualität ihres Pools wichtig, für MANATNET jedoch hat sie überragende Bedeutung. Mehrfach bin ich an dieser Stelle darauf eingegangen (u. a. „FLÖHE HÜTEN IM INTERIM MANAGEMENT“).

 

Um es mal ganz klar zu sagen: Die abschließende Qualitätssicherung durch mich persönlich bedeutet, dass ich jede einzelne Position des Lebenslauf mit den vom Interim Manager eingepflegten Daten abgleiche. In aller Regel muss ich sie überarbeiten und sie dann in einem Abstimmungsprozess mit dem Interim Manager zur Deckung bringen. Danach erarbeite ich für 98 von 100 Registrierungen einen Vorschlag für die persönliche Headline (das entspricht dem USP) des Interim Managers und für sein persönliches Profil.

 

Das erfordert im Durchschnitt und über alle neuen Interim Manager eines Jahres eine gute Stunde. Und weil mein Stundensatz bei deutlich über 200 Euro liegt, räume ich somit jedem Interim Manager einen Sonderpreis zur Begrüßung ein: Sei willkommen!

 

Dennoch: Unsere Registrierungsgebühr werden wir erhöhen müssen, nicht jedoch im kommenden Jahr.

 

 

EINE VISION

 

Bitte diskontieren Sie, dass hier ein innovativer Mensch und Querdenker schreibt: Tatsächlich, ich kann mir eine Welt vorstellen, in der die Provisionen für Interim-Provider untergegangen sind!

 

Diese Welt wird es nicht morgen geben und auch nicht übermorgen. Aber spätestens dann, wenn die Generation Y das Sagen haben wird.

 

In dieser Welt sind mindestens 5.000 Interim Manager bei MANATNET registriert und zahlen 99 Euro pro Jahr dafür, dass wir den Markplatz MANATNET bereitstellen. Diese Anzahl von Interim Managern wird eine derartige Sogwirkung entwickeln, dass Unternehmen an MANATNET nicht mehr vorbeikommen, wenn sie nach professionellen Interim Managern suchen.

 

In dieser Welt entwickle ich bei MANATNET Dienstleistungen und möglicherweise sogar Produkte um den Marken-Kern „Interim Management“ herum. Von Sylt aus…

 

Denn:

 

Da geht noch was im Interim Management!